Kritik zu üben und kritisch zu werden, sind Kernanliegen der Philosophie. Dabei wird die Frage, wie jemand etwa lernt, Gewohntes einer selbstbewussten Prüfung zu unterziehen, häufig durch den Verweis auf Rationalität beantwortet. Das Denken muss einen „höheren Grad an Intensität“ erreichen. Es muss durch Erfahrungen geschärft und „auf sich selbst zurückgeführt werden“.

Der „Turn to Embodiment“ in den Kognitionswissenschaften und in der Philosophie rückt heute zudem in den Vordergrund, was als Hintergrund der Rationalität im Spiel ist: intentionale Netzwerke, Zusammenhänge des Erlebens und situative Gefühle, die komplexe und spezifische Kontexte gleichsam verkörpert zur Verfügung stellen.

 

Datum: 3. Juli 2018 bis 4. Juli 2018
Zeit: 09.15 Uhr bis 14.00 Uhr
Ort: Universität Luzern, Frohburgstrasse 3,

Im Workshop werden wir diese erweiterten Zugänge ausloten und neuartige Methoden erproben, die eine Differenzierung der eigenen Ausgangspunkte erlauben. Die sorgfältige Arbeit an der Explikation von impliziter Relevanz steht dabei im Mittelpunkt. Unter dem Vorzeichen des Embodiment wird diese Differenzierung und Sprachfindung als Bedingung eigenständigen Denkens besser verstanden und daher methodisierbar. Die Textur des Erlebens wird als Ressource reflexiv ernst genommen wie etwa das Arbeiten an Texten. Beides braucht unterschiedliche Formen des methodischen Einlassens, um für Sinnzusammenhänge eine Sprache zu finden, die sich einem schnellen Zugriff entziehen.

Leitung: PD Dr. Donata Schoeller und Prof. Dr. Christine Abbt, SNF-Förderprofessur Philosophie

Der Workshop steht allen Studierenden offen. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt.
Anmeldung bis zum 30. Mai 2018 an: christine.abbt@unilu.ch

Flyer