Vorlesungsreihe Sport und Wissenschaft: Thema "Knorpelschaden beim Sportler"

Die Eigenschaften des Gelenkknorpels sind bemerkenswert kontrovers. Er nützt sich unter normalen Umständen ein Leben lang nicht ab, obwohl er massiv beansprucht wird. Und doch ist die weiche Struktur mit äusserst glatter Oberfläche sehr verletzungsanfällig und sofort irreversibel geschädigt.

Datum: 6. Mai 2019
Zeit: 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr
Ort: Uni/PH-Gebäude, Frohburgstrasse 3 Luzern, im Hörsaal 7

Ein Riss oder Leck heilt nicht wirklich. Ein beschädigter Knorpel endet vielmehr in einer biomechanisch bescheidenen Knorpelnarbe, die aber glücklicherweise in vielen Fällen lange symptomfrei bleibt, glücklicherweise auch deshalb, da die Behandlung des Knorpelschadens schwierig, sprich rezidivanfällig ist und lange dauert. Im Vortrag wird speziell auf das Knie und die Hüfte eingegangen, da diese Gelenke häufig betroffen sind.

Therapeutisch von grundlegender Bedeutung ist die Belastungsanpassung im Rahmen der Schmerzarmut, sowohl im Alltag, wie auch im Sport. In Mode geraten ist die Spritze mit Bestandteilen aus dem eigenen Blut. Genügen konservative Massnahmen nicht, ist Chirurgie zu evaluieren. Beim jungen Patienten werden grosse Defekte mit im Labor gezüchteten Knorpelzellen, beim älteren Patienten gelegentlich mit einer Miniprothese aufgefüllt. Weiter sind Operationen am Knochen häufig; am Hüftgelenk beispielsweise wird nebst der Knorpelbehandlung gerne ein ovaler Hüftkopf arthroskopisch rund geschliffen; am Knie wiederum wird über einen kontrollierten Knochenbruch die Beinachse verändert und dadurch die defekte Knorpelzone entlastet.

Referent
Dr. med. Thomas Stähelin ist orthopädischer Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, FMH. Der freipraktizierende Arzt hat sich auf die Behandlung des Knies und der Hüfte spezialisiert, führt eine Praxis in Stans und ist Belegarzt in Luzern und Zürich. Weitere Angaben lassen sich unter stahelin.ch finden.

Zur Vortragsreihe
Im Rahmen der Vorlesungsreihe «Sport und Wissenschaft» stellt der HSCL verschiedene Themen der Biomechanik, Physiologie und Sportwissenschaft vor.

Teilnehmende
Es handelt sich um einen öffentlichen Vortrag. Alle sind willkommen.

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