Orientierung für die Praxis.

Der Zertifikatslehrgang Philosophie + Medizin richtet sich an Ärzte, Spitalkader und Fachleute aus dem Gesundheitswesen. Er vermittelt philosophische Konzepte und Methoden, um Grenzfälle und Konfliktfelder in der Medizin zu reflektieren.  

Der fünfte CAS Philosophie + Medizin startete am 03.September 2015.


Es besteht die Möglichkeit, sich für einzelne Veranstaltungen anzumelden.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Broschüre CAS 05.

Fortbildung: Ethische Aspekte der zahnärztlichen Tätigkeit

Die ethischen Aspekte der zahnärztlichen Tätigkeit werden oft unterschätzt. Sei es die besondere Herausforderung der Zahnarzt-Patienten-Beziehung, die Vulnerabilität
bestimmter Personengruppen oder die Frage nach dem Menschen zwischen Wirtschaftlichkeit und Gerechtigkeit. Die Fortbildung gibt Raum, um diese Herausforderungen aus einer philosophischen Perspektive zu diskutieren.

Datum: Freitag, 9. September / Samstag, 10. September 2016
Zeit: Freitag: 09.15 Uhr bis 17.30 Uhr / Samstag: 09.15 bis 13.00 Uhr
Ort: Universität Luzern, Raum 3.B48

Kurssprache: Deutsch
Anrechenbare Fortbildungszeit: 10 Stunden
Kosten: CHF 700.- (inkl. Verpflegung)

Programm

Aufbau | Inhalt | Termine | Kosten

Kursinhalte

Der CAS (Certificate of Advanced Studies) Philosophie + Medizin vermittelt philosophische Konzepte und Methoden, um aktuelle Grenzfragen und Konfliktfelder der Medizin zu reflektieren. Der Kurs ist modularisiert und umfasst sieben Seminarthemen, verteilt auf 12 Kurstage. Die Themen sind so gewählt, dass die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, ihre tägliche Praxisarbeit aus alternativen Gesichtspunkten philosophisch zu beurteilen.

  • Einführung Philosophie / Methodik: je 1 Tag
  • Medizinische Sprache und Wissenschaft: 2 Tage
  • Medizinische Anthropologie: 1 Tag
  • Gesundheit und Krankheit: 2 Tage
  • Medizinethik: 2 Tage
  • Medizin zwischen Mensch und Markt: 2 Tage
  • Praxistransfer: Das Selbstverständnis des Arztberufes: 1 Tag

Zulassung

In den CAS Philosophie + Medizin kann aufgenommen werden, wer über ein abgeschlossenes Universitäts- oder Fachhochschulstudium auf Bachelorstufe sowie einschlägige Berufserfahrung verfügt. Aufnahmen "sur dossier" sind möglich. Darüber entscheidet die Studienleitung nach einem Gespräch.

Studienanforderungen

Auf jedes Modul bereiten sich die Teilnehmenden im Selbststudium vor. In den Modulen werden philosophische Konzepte und Methoden zu konkreten Fragestellungen anhand von Beispielen diskutiert. Der Kurs CAS (Certificate of Advanced Studies) ist bolognakonform.

Termine

Der nächste Studiengang startet am 03. September 2015.
Anmeldeschluss: 01. August 2015
Kursdaten CAS 05

Studiengebühren

Certificate of Advanced Studies in Philosophy and Medicine (CAS): CHF 6'900.-
Inbegriffen sind die Kursliteratur sowie Verpflegung in den Kaffeepausen.
Bei Abschluss fällt eine Zertifikatsgebühr von CHF 600.00 an.

Einzelkurse: CHF 1100.-

Links

www.denkort.ch
www.bildungspool.ch

 

Dozierende

Die Kurse werden von hochqualifizierten und wissenschaftlich renommierten Philosophiedozierenden geleitet, die spezialisiert sind auf die jeweiligen Kursthemen. Die Dozierenden sind zumeist als Professorinnen und Professoren an schweizerischen oder deutschen Universitäten tätig. Die Reihenfolge der Dozierenden gestaltet sich gemäss Studiengang. 

Foto Christiane Schildknecht

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Schildknecht.

apl. Prof. Dr. Dieter Teichert

apl. Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Konstanz.
Mehr Infos zu Prof. Teichert.

Prof. Dr. Thomas Schramme

Professor für Praktische Philosophie an der Universität Hamburg.
Mehr Infos zu Prof. Schramme.

Prof. Dr. Monika Bobbert

Professorin für Theologische Ethik und Sozialethik an der Universität Bern
Mehr Infos zu Prof. Bobbert.

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Birnbacher

Professor für Praktische Philosophie an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf.
Mehr Infos zu Prof. Birnbacher.

Foto Martin Hartmann

Prof. Dr. Martin Hartmann

Professor für praktische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Hartmann.

Foto Piet vanSpijk

Dr. med. et phil. Piet van Spijk

Facharzt für Innere Medizin, Leiter Notfallpraxis, Kantonspital Luzern.

Mehr Infos zu Dr. med. et phil. van Spijk

Dr. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Dr. Hoffmann.

Nutzen | Testimonials

Nutzen

Die Teilnehmenden des Weiterbildungskurses Philosophie + Medizin

  • können ihre medizinischen Aufgaben im Zusammenhang von Wissenschaft und Gesellschaft besser beurteilen
  • erhalten Instrumente zur Bewältigung von Zielkonflikten und zur Entscheidung von Handlungsalternativen in der medizinischen Praxis
  • werden befähigt zu einer positiven Definition ihres eigenen beruflichen Selbstverständnisses

Testimonials

Dr. med. Renata Jori

Leitende Ärztin, Chirurgische Klinik, Kantonsspital Olten

„Mit dem Studium von Philosophie + Medizin habe ich die vortreffliche Möglichkeit ergriffen, drängende existentielle Fragen fundiert und systematisch anzugehen. Es ist in jeder Hinsicht gut, als naturwissenschaftlich ausgebildete Chirurgin auch geisteswissenschaftliches Werkzeug zur Verfügung zu haben.“

Prof. Dr. med. Giatgen Spinas

Klinikdirektor Universitätsspital Zürich, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung 

„Nach langer Berufstätigkeit als Arzt und Hochschullehrer wurde mir durch die systematische Diskussion naturalistischer und humanistischer Menschenbilder bewusst, dass das Spannungsfeld zwischen Geist und Materie die Medizin ganz besonders herausfordert: als Arzt handeln vs. Medizin betreiben. Als HumanwissenschaftlerInnen sind wir prädestiniert, den Bogen von einem naturalistischen Biologismus zum idealistischen Humanismus zu spannen und die Folgen des naturwissenschaftlichen Fortschritts erkenntnistheoretisch und moralphilosophisch zu bewältigen.“

Charles Romeo Kobelt

Verantwortlicher Marketing, Schweizer Paraplegiker-Zentrum

"Philosophie mit medizinischem Inhalt und Medizin mit philosophischer Betrachtung
erwecken neue Erkenntnisse in einem Spannungsfeld, dass plötzlich keines mehr zu sein braucht. Der CAS Philosophie + Medizin macht rundum sicherer." 

 

 

Prof. Dr. med. Katharina Glatz

Leitende Ärztin, Institut für Pathologie Universitätsspital Basel

„Die fantastischen Erfolge der Schulmedizin sind nicht frei von Nebenwirkungen. Die Ärzteschaft wird mit der zunehmend schwierigen Frage konfrontiert, wie sie diese Erfolge möglichst nebenwirkungsarm und unter bestmöglicher Wahrung der Gerechtigkeit zu Gunsten der PatientInnen optimal nutzen kann. Welchen Weg müssen wir bestreiten, um mit unseren medizinischen Massnahmen gutes Leben zu ermöglichen statt nur vorzeitigen Tod zu verhindern? Höchste Zeit, dass sich philosophisch geschulte MedizinerInnen mit guten Argumenten in die Diskussion dieser herausfordernden Fragestellung einbringen."

Dr. med. Werner Eugster

Kardiologe, herzteam wil 

„Medizin ohne Philosophie ist für mich wie ein fremdsprachiges Buch zu lesen. Ich kann die Medizin zwar wie eine Fremdsprache erlernen, ich kann sie jedoch nicht in ihrer eigenen „Lebenswelt“ verstehen. Die philomed-Seminarien haben mich dazu befähigt, mich meinem Beruf in seiner Ganzheit durch wissenschaftliches Nachdenken zu nähern, was meinen Alltag stark verändert und bereichert hat.“

Dr. med. Daniel Germann

Dr. med. Daniel Germann

CEO Kantonsspital St. Gallen

"Ärztinnen und Ärzte brauchen philosophisches Wissen, um verschiedene Behandlungsoptionen unter dem Begriff Handlungsfreiheit (aus Sicht Patient und Ärztin) kritisch hinterfragen zu können, um Wirkungen und Nebenwirkungen
medizinischer Interventionen für Gesunde, Kranke und medizinische Berufsgruppen aus unterschiedlicher Sicht einzuschätzen, um den Nutzen von Neuerungen ethisch zu beurteilen und um Kriterien für einen vernünftigen Mitteleinsatz bei nicht immer rationalen Anforderungen zu formulieren."

Dr. med. Urs Bösch

Dr. med. Urs Bösch

Leiter Zentrum Plastische Chirurgie Meggen

"Philosophie ermöglicht der Medizinerin und dem Mediziner, ihr Wissen über die Lebenswissenschaften in einen übergeordneten Zusammenhang zu bringen."

Dr. med. et phil. Piet van Spijk

Dr. med. et phil. Piet van Spijk

Facharzt für Innere Medizin, Leiter Notfallpraxis Kantonsspital Luzern

"Um eine Medizin mit Zukunft zu gestalten, sind mehr denn je Persönlichkeiten gefragt, die fähig sind, kompromisslos Fragen zu stellen, fundiert nachzudenken, kreative Lösungen zu formulieren und neue Wege zu gehen. Der Weiterbidungskurs ‹Philosophie und Medizin› vermittelt die dazu nötigen Kenntnisse; er weckt und fördert die Freude am kreativen Denken und am offenen Diskurs."

Prof. Dr. med. Peter Stulz

Prof. Dr. med. Peter Stulz

Referent

"Einer der zentralen Kritikpunkte an der modernen Medizin ist die Dominanz der naturwissenschaftlichen Perspektive, die sich wohl aus den bahnbrechenden Erfolgen dieser Medizin erklärt, die aber tendenziell dazu führt, dass der Bezugspunkt medizinischen Handelns einseitig der Körper ist, und dass dabei die Person des Patienten in den Hintergrund tritt. Es gehört zu den grossen Herausforderungen der heutigen Medizin und derjenigen von morgen, dass eine Synthese zwischen naturwissenschaftlich-technischer und geisteswissenschaftlich-humanistischer Kultur gefunden wird. Diese Symbiose erreichen wir mit Philosophie."

Medienspiegel

Im Gastbeitrag der Schweizerischen Ärztezeitung (SÄZ 2015/26) schildert unser Absolvent, Dr. med. Christian Studer, in einem Interview seine Erfahrungen mit dem Weiterbil­dungslehrgang "CAS Philosophie + Medizin". Er ist Hausarzt in einer Gruppen­praxis in Luzern; derzeit schliesst er den auf den CAS aufbauenden "MAS Philosophie + Medizin" ab. 

Orientierung für die Praxis.

 

Anmeldung | Reglement

Anmeldung

Die Aufnahme in den Studiengang erfolgt – vorausgesetzt die Zulassungsbedingungen sind erfüllt – nach dem Datum des Eingangs der Anmeldung.
Bitte laden Sie das Anmeldeformular herunter. Dann können Sie es digital ausfüllen und mit den erforderlichen Beilagen an die angegebene Postadresse senden. Alternativ können Sie die Unterlagen auch elektronisch an die Studienleitung senden.

Anmeldefrist ist der 01. August 2015.  

Anmeldeformular.

Reglement

Reglement CAS Philosophie + Medizin

Studienleitung | Auskünfte | Lehrplan

Haben Sie Fragen zu den Veranstaltungsdaten? Möchten Sie den Lehrplan einsehen? Schreiben sie unserer Studiensekräterin, Frau Silvia Stucki, für mehr Informationen.

Möchten Sie mehr zum Verhältnis von Philosophie und Medizin erfahren? Wünschen Sie ein Beratungsgespräch? Schreiben Sie unserer Studienleiterin, Dr. phil. Magdalena Hoffmann, um einen Termin zu vereinbaren.

Dr. phil. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin
T +41 41 229 56 20 • Raum 3.A09 • magdalena.hoffmannremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Dr. Magdalena Hoffmann 

Foto Silvia Stucki

Silvia Stucki

Studiensekretariat
T +41 41 229 56 21 • Raum 3.A09 • silvia.stuckiremove-this.@remove-this.unilu.ch

Daniel Cabalzar, MA

wissenschaftlicher Mitarbeiter
Raum 3.A09 • Daniel.Cabalzarremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Daniel Cabalzar, MA

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Wissenschaftliche Gesamtleiterin
T +41 41 229 55 30 • Raum 3.A43 • Christiane.Schildknechtremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Prof. Dr. Christiane Schildknecht (Philosophisches Seminar)

Begleitprogramm: Philosophie extra

Philosophie extra versteht sich als eine Ergänzung zu den beiden berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengängen "Philosophie + Management" und "Philosophie + Medizin". Das Programm von Philosophie extra steht allen bisherigen Absolventinnen und Absolventen der beiden Studiengänge sowie den aktuell Studierenden offen – auf diese Weise möchten wir auch einen Raum zum Kennenlernen und zum Austausch über die verschiedenen Jahrgänge und die beiden Studiengänge hinaus schaffen.

 

 

Das letzte Tagesseminar: Philosophie der Lebenskunst (Schwerpunkt Stoa) fand am Samstag, 18. Juni 2016 statt.

"Denn wie das Holz das Material des Zimmermanns ist, die Bronze das des Bildhauers, so ist das eigene Leben eines jeden Menschen das Material der Kunst des Lebens."(Epiktet, Diatribe I 15)

Achtsamkeitsbücher und Glücksratgeber boomen – der Hang zur Optimierung macht auch vor unserem eigenen Leben keinen Halt. Dies ist nicht verwunderlich und alles andere als neuartig. Letztlich verbirgt sich hinter dem Wunsch, das eigene Leben auf befriedigende Weise zu gestalten und sich selbst zu vervollkommnen, ein zutiefst philosophisches Anliegen, das insbesondere in der Antike wirkmächtig war.
Dreh- und Angelpunkt jeder Lebenskunstkonzeption ist der einzelne Mensch, der sein eigenes Leben als zu formendes Material versteht. Diese Metapher wurde in der Antike insbesondere von den Stoikern häufig bemüht, um deutlich zu machen, dass Philosophie nicht allein eine theoretische und intellektuelle Beschäftigung ist, sondern sich praktisch in einer bestimmten Lebenshaltung, Lebensform äussern muss.
Vor allem in der Kaiserzeit (Epiktet, Marc Aurel, Seneca) wurde mittels verschiedener Methoden und Übungen wie der Wiederholung wichtiger Sentenzen und imaginativen Übungen versucht, sein eigenes Leben so zu formen, dass man sein kleines ängstliches Ego abstreift, um zu seinem rationalen und kultivierten "wahren" Selbst vorzudringen. Diese Übungen mögen manchen aktuellen Anleitungen zur Achtsamkeit ähneln, können aber nicht losgelöst von der stoischen Philosophie adäquat eingeordnet werden. Das Tagesseminar gewährt einen Einblick in die stoische Lebenskunstkonzeption und in die entsprechenden Übungen – Übungen, die auch heute noch zu mehr Gelassenheit und einen veränderten Blickwinkel beitragen können.

Das Tagesseminar wurde von Dr. phil. Magdalena Hoffmann durchgeführt und stiess auf gute Resonanz.

MAS Philosophie + Medizin

Aufgrund grosser Nachfrage startete im Jahr 2013 ein MAS Philosophie + Medizin, der sich aus den ersten drei CAS-Studiengängen zusammensetzt. Sollte das Interesse nach dem sechsten Studiengang CAS Philosophie und Medizin wieder entsprechend gross sein, würde ein weiterer MAS Studiengang Philosophie + Medizin möglich.

Reglement MAS Philsophie und Medizin

 

Auswahl an Abschlussarbeiten des ersten Durchgangs MAS Philosophie + Medizin:

Medizin zwischen Sinn und Absurdität
Dr. med. Hansueli Schläpfer

Die argumentative Grundlegung für situatives „Nichtstun“ in der ärztlichen Praxis
Dr. med. Beat Gerber

Würde und Demenz
Dr. med. Christian Studer

Konzeptualisierung anhand von Quale, Zeit, Identität und Bewusstsein aus neurobiologischer Sicht
Prof. Dr. med. Walter Waespe

Schmerz-Verständnis und -linderung als praktische Philosophie im komplexen adaptiven System der menschlichen Natur und seiner Kultur
Dr. med. Mark Emmenegger

Organtransplantation analysiert als biopolitisches Phänomen
Dr. med. Renata Jori

Der suizidale Patient als Herausforderung für den Arzt
Dr. med. Flavio Sepulcri