Orientierung für die Praxis

Mediziner stossen mit ihrem Fachwissen in der Praxis immer wieder an Grenzen, insbesondere in Situationen, in denen es um grundsätzliche Fragen wissenschaftlicher, ethischer und gesellschaftlicher Art geht. Hier setzt der CAS Philosophie + Medizin an, der die Grundfragen und Spannungsfelder der Medizin aus einer übergeordneten, philosophischen Perspektive reflektiert.

Start: CAS Philosophie + Medizin 06

Der Zertifikatslehrgang Philosophie + Medizin richtet sich an Ärzte, Spitalkader und Fachleute aus dem Gesundheitswesen. Er vermittelt philosophische Konzepte und Methoden, um Grenzfälle und Konfliktfelder in der Medizin zu reflektieren.  

Informations Broschüre Philosophie + Medizin 06

Der fünfte Studiengang CAS Philosophie + Medizin ist «FMH zertifiziert». Insgesamt können 25 Credits im Rahmen der erweiterten Fortbildung angerechnet werden. Das Gesuch zur FMH-Zertifizierung für den sechsten Durchgang wird derzeit vorbereitet.

Der sechste Durchgang Philosophie + Medizin startet am 9. März 2017

Kursprogramm CAS Philosophie + Medizin.
Es besteht die Möglichkeit, sich für einzelne Veranstaltungen anzumelden.

Im Interview schildern Dr. med. Beat Gerber und Dr. med. Hansueli Schläpfer ihre Erfahrungen mit dem Weiterbildungsstudiengang und warum sie nun für ihn als Dozenten tätig werden.

Interview PHC (22/2016) zum CAS05.

Aufbau | Inhalt | Termine | Kosten

Aufbau

Der CAS (Certificate of Advanced Studies) Philosophie + Medizin vermittelt philosophische Konzepte und Methoden, um aktuelle Grenzfragen und Konfliktfelder der Medizin zu reflektieren. Der CAS ist bolognakonform. Der Studiengang CAS Philosophie + Medizin umfasst sieben Module, verteilt auf 12 Tage - jeweils einmal im Monat an einem Donnerstag. Das erste Modul ist eine Einführung in die Philosophie. Die darauffolgenden sechs thematischen Module sind so gewählt, dass die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, ihre tägliche Praxisarbeit aus alternativen Gesichtspunkten philosophisch zu beurteilen.

Inhalt

  • Modul 1: Einführung Philosophie: 1 Tag
  • Modul 2: Grundphänomene des menschlichen Daseins: 2 Tage
  • Modul 3: Medizin und Ethik: 2 Tage
  • Modul 4: Gesundheit und Krankheit: 2 Tage
  • Modul 5: Medizin aus wissenschaftsphilosophischer Sicht: 2 Tage
  • Modul 6: Medizin zwischen Mensch und Markt: 2 Tage
  • Modul 7: Praxistransfer: 1 Tag

Zulassung

In den CAS Philosophie + Medizin kann aufgenommen werden, wer über ein abgeschlossenes Universitäts- oder Fachhochschulstudium auf Bachelorstufe sowie einschlägige Berufserfahrung verfügt. Aufnahmen "sur dossier" sind möglich. Darüber entscheidet die Studienleitung nach einem Gespräch.

Studienanforderungen

Die Teilnehmenden bereiten sich mit Hilfe ausgewählter Texte im Selbststudium auf die Module vor. In den Modulen werden philosophische Konzepte und Methoden zu konkreten Fragestellungen anhand von Beispielen erarbeitet und diskutiert. Für den CAS-Abschluss (15 Ects) ist neben dem Besuch der Module das Schreiben einer Zertifikatsarbeit erforderlich. 

Termine

Der nächste Studiengang startet am 09. März 2017.

Anmeldeschluss: 06. Februar 2017.
Kursdaten CAS 06

Studiengebühren

Certificate of Advanced Studies in Philosophy and Medicine (CAS): CHF 6'900.-
Inbegriffen sind die Kursliteratur sowie Verpflegung in den Kaffeepausen. Nicht eingeschlossen in die Kurskosten ist die Verpflegung in den Mittagspausen.
Bei Abschluss fällt eine Zertifikatsgebühr von CHF 600.00 an.

Einzelmodule: CHF 1100.- (550.- pro Kurstag)

 

Dozierende

Die Kurse werden von hochqualifizierten und wissenschaftlich renommierten Philosophiedozierenden geleitet, die spezialisiert sind auf die jeweiligen Kursthemen. Die Dozierenden sind zumeist als Professorinnen und Professoren an schweizerischen oder deutschen Universitäten tätig. Die Reihenfolge der Dozierenden gestaltet sich gemäss Studiengang. 

Foto Christiane Schildknecht

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Schildknecht.

apl. Prof. Dr. Dieter Teichert

apl. Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Konstanz.
Mehr Infos zu Prof. Teichert.

Dr. phil. Jean-Daniel Strub

Brauer & Strub | Medizin Ethik Politik, Zürich
Mehr Infos zu Dr. Strub

Prof. Dr. Thomas Schramme

Professor für Praktische Philosophie an der Universität Hamburg.
Mehr Infos zu Prof. Schramme.

Dr. med. Mark Emmenegger

Neurologie FMH, Agno. Absolvent MAS Philosophie + Medizin.
Mehr Infos zu Dr. med. Mark Emmenegger.

Foto Martin Hartmann

Prof. Dr. Martin Hartmann

Professor für praktische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Hartmann.

Dr. med. Beat Gerber

Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Wattenwil. Absolvent MAS Philosophie + Medizin.

Dr. med. Ueli Schläpfer

Facharzt FMH für Gastroenterologie u. Innere Medizin, Herisau. Absolvent MAS Philosophie + Medizin.

Dr. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Dr. Hoffmann.

Nutzen | Testimonials

Nutzen

Die Teilnehmenden des Weiterbildungskurses Philosophie + Medizin

  • können ihre medizinischen Aufgaben im Zusammenhang von Wissenschaft und Gesellschaft besser beurteilen
  • erhalten Instrumente zur Bewältigung von Zielkonflikten und zur Entscheidung von Handlungsalternativen in der medizinischen Praxis
  • werden befähigt zu einer positiven Definition ihres eigenen beruflichen Selbstverständnisses

Testimonials

Dr. med. Urs Abt

Facharzt FMH, Allgemeine Medizin, Hausärzte Region Reiden ag

"Philosophie befähigt mich als Hausarzt, im täglichen Spannungsfeld zwischen medizinischer Machbarkeit und ethischer Verantwortung sowie den immer begrenzteren Ressourcen für meine Patienten gute und fundierte Lösungen für ihre Anliegen zu finden. Philosophie ist
für ein erfülltes ärztliches Handeln unverzichtbar, sie hilft mir, mein berufliches Selbstverständnis im sich dauernd veränderten gesellschaftlichen Kontext zu definieren."

Dr. med. Beatrice Kuhlmann

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Konsiliarärztin Pädiatrische Endokrinologie-Diabetologie, Kantonsspital Aarau

"Nach Jahren der naturwissenschaftlich orientierten ,  schulmedizinischen Tätigkeit  in Spital und Praxis steigt  das Bedürfnis, die Fragen  von Gesundheit und Krankheit und vom Mensch-Sein generell auch mehr von der anderen - der philosophischen Seite her  zu betrachten.  Der Austausch mit Dozenten und Kollegen über Themen wie „Vertrauen“, „ Ethik“ aber auch „Medizin + Markt“  etc. bietet nach Einführung ins philosophische Denken prima Gelegenheit,  aktuelle Themen in unserem Gesundheitswesen in Frage zu stellen und die Balance zwischen Naturwissenschaft und Humanismus/Philosophie  zu finden,  um damit gestärkt dem Patienten gegenüber wieder mehr als Arzt denn als  Mediziner zu begegnen."

Dr. med. Marco Bachmann

Chefarzt Psychiatrie und Psychosomatik, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapoe, Bethesda Spital Basel

„Die Philosophie in der Medizin zeigt uns mit ihrer systematisch-wissenschaftlichen Denkweise unsere Grenzen des ärztlichen Denkens und Handelns auf. Die Präzision des philosophischen Analysierens von Zusammenhängen führt zu einer selbstkritischen Auseinandersetzung, mit so scheinbar klaren naturwissenschaftlichen Gegebenheiten, die den Mediziner Alltag regelmäßig begleiten sollte. Die im Studium aufgeworfenen Fragen werden mich weiter im Umgang mit meinen Patienten begleiten.“

Dr. med. Renata Jori

Leitende Ärztin, Chirurgische Klinik, Kantonsspital Olten

„Mit dem Studium von Philosophie + Medizin habe ich die vortreffliche Möglichkeit ergriffen, drängende existentielle Fragen fundiert und systematisch anzugehen. Es ist in jeder Hinsicht gut, als naturwissenschaftlich ausgebildete Chirurgin auch geisteswissenschaftliches Werkzeug zur Verfügung zu haben.“

Prof. Dr. med. Giatgen Spinas

Prodekan Akademische Nachwuchsförderung, Klinikdirektor Universitätsspital Zürich, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Universitätsspital Zürich

„Nach langer Berufstätigkeit als Arzt und Hochschullehrer wurde mir durch die systematische Diskussion naturalistischer und humanistischer Menschenbilder bewusst, dass das Spannungsfeld zwischen Geist und Materie die Medizin ganz besonders herausfordert: als Arzt handeln vs. Medizin betreiben. Als HumanwissenschaftlerInnen sind wir prädestiniert, den Bogen von einem naturalistischen Biologismus zum idealistischen Humanismus zu spannen und die Folgen des naturwissenschaftlichen Fortschritts erkenntnistheoretisch und moralphilosophisch zu bewältigen.“

Charles Romeo Kobelt

Verantwortlicher Marketing, Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil

"Philosophie mit medizinischem Inhalt und Medizin mit philosophischer Betrachtung
erwecken neue Erkenntnisse in einem Spannungsfeld, dass plötzlich keines mehr zu sein braucht. Der CAS Philosophie + Medizin macht rundum sicherer." 

 

 

Prof. Dr. med. Katharina Glatz

Leitende Ärztin, Institut für Pathologie Universitätsspital Basel

„Die fantastischen Erfolge der Schulmedizin sind nicht frei von Nebenwirkungen. Die Ärzteschaft wird mit der zunehmend schwierigen Frage konfrontiert, wie sie diese Erfolge möglichst nebenwirkungsarm und unter bestmöglicher Wahrung der Gerechtigkeit zu Gunsten der PatientInnen optimal nutzen kann. Welchen Weg müssen wir bestreiten, um mit unseren medizinischen Massnahmen gutes Leben zu ermöglichen statt nur vorzeitigen Tod zu verhindern? Höchste Zeit, dass sich philosophisch geschulte MedizinerInnen mit guten Argumenten in die Diskussion dieser herausfordernden Fragestellung einbringen."

Dr. med. Werner Eugster

Kardiologe, herzteam wil 

„Medizin ohne Philosophie ist für mich wie ein fremdsprachiges Buch zu lesen. Ich kann die Medizin zwar wie eine Fremdsprache erlernen, ich kann sie jedoch nicht in ihrer eigenen „Lebenswelt“ verstehen. Die philomed-Seminarien haben mich dazu befähigt, mich meinem Beruf in seiner Ganzheit durch wissenschaftliches Nachdenken zu nähern, was meinen Alltag stark verändert und bereichert hat.“

Dr. med. Daniel Germann

Dr. med. Daniel Germann

CEO Kantonsspital St. Gallen

"Ärztinnen und Ärzte brauchen philosophisches Wissen, um verschiedene Behandlungsoptionen unter dem Begriff Handlungsfreiheit (aus Sicht Patient und Ärztin) kritisch hinterfragen zu können, um Wirkungen und Nebenwirkungen
medizinischer Interventionen für Gesunde, Kranke und medizinische Berufsgruppen aus unterschiedlicher Sicht einzuschätzen, um den Nutzen von Neuerungen ethisch zu beurteilen und um Kriterien für einen vernünftigen Mitteleinsatz bei nicht immer rationalen Anforderungen zu formulieren."

Dr. med. et phil. Piet van Spijk

Dr. med. et phil. Piet van Spijk

Facharzt für Innere Medizin, Leiter Notfallpraxis Kantonsspital Luzern

"Um eine Medizin mit Zukunft zu gestalten, sind mehr denn je Persönlichkeiten gefragt, die fähig sind, kompromisslos Fragen zu stellen, fundiert nachzudenken, kreative Lösungen zu formulieren und neue Wege zu gehen. Der Weiterbidungskurs ‹Philosophie und Medizin› vermittelt die dazu nötigen Kenntnisse; er weckt und fördert die Freude am kreativen Denken und am offenen Diskurs."

Prof. Dr. med. Peter Stulz

Prof. Dr. med. Peter Stulz

Chefarzt an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefässchirurgie, Kantonsspital Luzern, Vorsitzender der Arbeitsgruppe «Interdisziplinäres Forum Kantonsspital Luzern».

"Einer der zentralen Kritikpunkte an der modernen Medizin ist die Dominanz der naturwissenschaftlichen Perspektive, die sich wohl aus den bahnbrechenden Erfolgen dieser Medizin erklärt, die aber tendenziell dazu führt, dass der Bezugspunkt medizinischen Handelns einseitig der Körper ist, und dass dabei die Person des Patienten in den Hintergrund tritt. Es gehört zu den grossen Herausforderungen der heutigen Medizin und derjenigen von morgen, dass eine Synthese zwischen naturwissenschaftlich-technischer und geisteswissenschaftlich-humanistischer Kultur gefunden wird. Diese Symbiose erreichen wir mit Philosophie."

Medienspiegel

Nachfolgend finden Sie ein Interview mit Daniel Aebersold in der SÄZ (44/2016) zu seinen Erfahrungen mit dem von ihm kürzlich absolvierten 5. Durchgang des CAS Philosophie + Medizin. Er ist Chefarzt und Direktor der Universitätsklinik für Radio-Onkologie und Vorsteher des Tumorzentrums am Inselspital Bern.

Interview SÄZ (44/2016) zum CAS05.

Im Gastbeitrag der Schweizerischen Ärztezeitung (SÄZ 26/2015) schildert unser Absolvent, Dr. med. Christian Studer, in einem Interview seine Erfahrungen mit dem Weiterbil­dungslehrgang CAS Philosophie + Medizin. Er ist Hausarzt in einer Gruppen­praxis in Luzern; derzeit schliesst er den auf den CAS aufbauenden "MAS Philosophie + Medizin" ab. 

Interview SÄZ (26/2015).

 

Anmeldung | Reglement

Anmeldung

Die Aufnahme in den Studiengang erfolgt – vorausgesetzt die Zulassungsbedingungen sind erfüllt – nach dem Datum des Eingangs der Anmeldung.
Bitte laden Sie das Anmeldeformular herunter. Dann können Sie es digital ausfüllen und mit den erforderlichen Beilagen an die angegebene Postadresse senden. Alternativ können Sie die Unterlagen auch elektronisch an die Studienleitung senden.

Anmeldefrist ist der 06. Februar 2017.

Anmeldeformular.

Reglement

Reglement CAS Philosophie + Medizin

Studienleitung | Auskünfte | Lehrplan

Haben Sie Fragen zu den Veranstaltungsdaten? Möchten Sie den Lehrplan einsehen? Schreiben sie unserer Studiensekräterin, Frau Silvia Stucki, für mehr Informationen.

Möchten Sie mehr zum Verhältnis von Philosophie und Medizin erfahren? Wünschen Sie ein Beratungsgespräch? Schreiben Sie unserer Studienleiterin, Dr. phil. Magdalena Hoffmann, um einen Termin zu vereinbaren.

Dr. phil. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin
T +41 41 229 56 20 • Raum 3.A09 • magdalena.hoffmannremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Dr. Magdalena Hoffmann 

Foto Silvia Stucki

Silvia Stucki

Studiensekretariat
T +41 41 229 56 21 • Raum 3.A09 • silvia.stuckiremove-this.@remove-this.unilu.ch

Daniel Cabalzar, MA

wissenschaftlicher Mitarbeiter
Raum 3.A09 • Daniel.Cabalzarremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Daniel Cabalzar, MA

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Wissenschaftliche Gesamtleiterin
T +41 41 229 55 30 • Raum 3.A43 • Christiane.Schildknechtremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Prof. Dr. Christiane Schildknecht (Philosophisches Seminar)

Begleitprogramm: Philosophie extra

Philosophie extra versteht sich als eine Ergänzung zu den beiden berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengängen "Philosophie + Management" und "Philosophie + Medizin". Das Programm von Philosophie extra steht allen bisherigen Absolventinnen und Absolventen der beiden Studiengänge sowie den aktuell Studierenden offen – auf diese Weise möchten wir auch einen Raum zum Kennenlernen und zum Austausch über die verschiedenen Jahrgänge und die beiden Studiengänge hinaus schaffen.

Die letzte Veranstaltung im Begleitprogramm Philosophie extra war ein Abendvortrag von Prof. Dr. Monika Betzler (LMU München) mit dem Titel:

Der Wert der Empathie. Eine unterschätzte Fähigkeit in herausfordernden Zeiten.

Zum Vortrag:

Der Ruf nach (mehr) Empathie – sei es in der Medizin oder in Führungsetagen – ist allgegenwärtig. Doch was ist Empathie überhaupt und warum wird sie als so wichtig eingeschätzt?

Viele glauben, dass Empathie - die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen - zentral dafür ist, andere moralisch zu berücksichtigen. Im Rahmen des Vortrags wird zunächst erörtert, was Empathie genau ist und wie sie von anderen Phänomenen, wie etwa Mitleid, abgegrenzt werden kann. Es wird dann vor dem Hintergrund psychologischer Forschung diskutiert, inwiefern Empathie der Moral entgegen stehen kann.

Schliesslich argumentiere ich dafür, dass Empathie zwar nicht notwendigerweise zu mehr Moral führt, aber einen wichtigen erkenntnistheoretischen und relationalen Wert darstellt. Denn wer empathisch ist, kann häufig erst auf diese Weise Zugang zu moralisch relevanter Information erhalten und eine Beziehung zu der betreffenden Person aufbauen.

Zur Person:

Monika Betzler ist seit 2015 Professorin für Praktische Philosophie und Ethik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Vorher war sie als Professorin an der Universität Bern (2006-2015) tätig und hatte davor mehrere Gast- und Assistenzprofessuren inne (Universität Göttingen, Bern und München). Vor ihrer akademischen Karriere war sie von 1992-1993 als Trainee und Expertin für die Kommission der EU tätig und absolvierte im Jahr 1996 den Master of Public Administration an der Kennedy School of Government an der Harvard Universität.

Monika Betzler veröffentlichte mehrere Sammelbände zu Themen wie Autonomie, die Philosophie von Harry Frankfurt und familiäre Pflichten. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen: Moralphilosophie (insb. normative Ethik, Gründe der Parteilichkeit, Relationale Pflichten) sowie Moralpsychologie, Praktische Gründe und Normativität.

Die Veranstaltung: "Der Wert der Empathie. Eine unterschätzte Fähigkeit in herausfordernden Zeiten." fand am Donnerstag, 20. Oktober 2016, an der Universität Luzern statt.

MAS Philosophie + Medizin

Aufgrund grosser Nachfrage startete im Jahr 2013 ein MAS Philosophie + Medizin, der sich aus den ersten drei CAS-Studiengängen zusammensetzt. Sollte das Interesse nach dem sechsten Studiengang CAS Philosophie und Medizin wieder entsprechend gross sein, würde ein weiterer MAS Studiengang Philosophie + Medizin möglich.

Reglement MAS Philsophie und Medizin

 

Auswahl an Abschlussarbeiten des ersten Durchgangs MAS Philosophie + Medizin:

Medizin zwischen Sinn und Absurdität
Dr. med. Hansueli Schläpfer

Die argumentative Grundlegung für situatives „Nichtstun“ in der ärztlichen Praxis
Dr. med. Beat Gerber

Würde und Demenz
Dr. med. Christian Studer

Konzeptualisierung anhand von Quale, Zeit, Identität und Bewusstsein aus neurobiologischer Sicht
Prof. Dr. med. Walter Waespe

Schmerz-Verständnis und -linderung als praktische Philosophie im komplexen adaptiven System der menschlichen Natur und seiner Kultur
Dr. med. Mark Emmenegger

Organtransplantation analysiert als biopolitisches Phänomen
Dr. med. Renata Jori

Der suizidale Patient als Herausforderung für den Arzt
Dr. med. Flavio Sepulcri