Orientierung für die Praxis

Medizinerinnen und Mediziner stossen mit ihrem Fachwissen in der Praxis immer wieder an Grenzen, insbesondere in Situationen, in denen es um grundsätzliche Fragen wissenschaftlicher, ethischer und gesellschaftlicher Art geht. Hier setzt der Studiengang Philosophie + Medizin an, der die Grundfragen und Spannungsfelder der Medizin aus einer übergeordneten, philosophischen Perspektive reflektiert. Der Studiengang vermittelt philosophische Konzepte und Methoden, um Grenzfälle und Konfliktfelder in der Medizin zu reflektieren. 

Die Universität Luzern bietet Ärztinnen und Ärzten, Kaderangehörigen von Spitälern und medizinischen Institutionen sowie Fachpersonen des Gesundheitswesens somit Impulse und Raum für die Orientierung innerhalb der medizinischen Praxis. Konkret können innerhalb des Weiterbildungsprogramms Philosophie + Medizin elf Module einzeln – je nach Zeit und Interesse – oder im Format eines CAS oder MAS besucht werden. Sämtliche Module werden jeweils von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus der Philosophie angeboten.

Der komplett überarbeitete Studiengang Philosophie + Medizin startet mit dem Modul Medizin + Ethik am 13. September 2018.

Philosophie + Medizin: Modul Medizin + Ethik.

Aufbau | Inhalt | Kosten

Aufbau

Es können einzelne Module oder ein ganzer CAS / MAS absolviert werden. Das Weiterbildungsprogramm ermöglicht ein passgenaues Studium: Sie haben die Wahl, einzelne Module zu belegen oder das Programm mit einem CAS (Certificate of Advanced Studies) in Philosophie + Medizin oder einem MAS (Master of Advanced Studies) in Philosophie + Medizin abzuschliessen. Für einen CAS sind drei Module sowie zwei Methodikseminare erfolgreich zu absolvieren; für einen MAS das gesamte Programm.

Inhalt

Medizin + Ethik (Grundlagen, Gutes Leben, Autotomie, Würde)
Medizin + Erkenntnis (Empirismus/Rationalismus, Phänomenologie [2 Tage], Existentialismus)
Medizin + Lebensanfang
  (Reproduktionsmedizin [2 Tage], Schwangerschaft, Natalität)
Medizin + Gesellschaft
(Gerechtigkeit, Gesundheit/Krankheit, Arzt-Patienten-Beziehung)
Medizin + Lebensende (Alter, Suizid, Sterblichkeit, Tod)
Medizin + Führung (Macht, Verantwortung, Vertrauen, Beziehungen)
Medizin + Mind (Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Freier Wille/Determinismus, Sprache und Schmerz)
Medizin + Forschung (Wissenschaftsphilosophie [2 Tage], Forschungsethik [2 Tage])
Medizin + Literatur (Grundlagen, Medizin in Literatur [2 Tage], Mediziner als Literaten)
Medizin + Zukunft (Ökonomisierung, Digitalisierung, Qualität, Medizin - Quo vadis?)

Zulassung

In den CAS Philosophie + Medizin kann aufgenommen werden, wer über ein abgeschlossenes Universitäts- oder Fachhochschulstudium auf Bachelorstufe sowie über einschlägige Berufserfahrung verfügt. Aufnahmen "sur dossier" sind möglich. Darüber entscheidet die Studienleitung nach einem Gespräch.

Studienanforderungen

Die Teilnehmenden bereiten sich mit Hilfe ausgewählter Texte im Selbststudium auf die Module vor. In den Modulen werden philosophische Konzepte und Methoden zu konkreten Fragestellungen anhand von Beispielen erarbeitet und diskutiert.

Studiengebühren

Certificate of Advanced Studies in Philosophie + Medizin (CAS): CHF 6'900.-
Master of Advanced Studies in Philosophie + Medizin (MAS): CHF 19'800.-
Einzelmodule: CHF 2300.-

Inbegriffen sind die Kursliteratur sowie Verpflegung in den Kaffeepausen. Nicht eingeschlossen in die Kurskosten ist die Verpflegung in den Mittagspausen.

 

Methodikmodule

Die Philosophie ist vielseitig – auch in methodischer Hinsicht. Dieses Modul ist der methodischen Ausbildung der Teilnehmenden gewidmet. Das Modul ist obligatorischer Teil des CAS- bzw. MAS-Programms.

Werden regelmässig angeboten, bis zu 3 mal im Jahr.

Bei den Methodikseminaren gibt es zwei Formate: 

  • Basisseminare: Dienen der methodischen Aus/Weiterbildung im engeren Sinn (Argumentieren, wiss. Schreiben, ethische Entscheidungsfindung etc.)
  • Ergänzungsseminare: Dienen dem Erwerb bzw. der Vertiefung von philosophischen Grundlagen (z.B. zu einzelnen Epochen/ Strömungen/ Denker/innen)

Methodikmodul (Daten werden bekannt gegeben)

Philosophie für Medizinerinnen und Mediziner ist aber nicht nur inhaltlich wertvoll, sondern auch methodisch wertvoll, weil 

  • Politik und Gesellschaft von den Medizinerinnen und Mediziner verstärkt Transparenz und Rechtfertigungen bzgl. der Behandlungskosten einfordern 
  • Reflexion und Einordnung dieser Forderungen machen einen ‚Schritt zurück‘, eine andere Denkweise nötig 
  • die Alltagsbedingungen in der Praxis, im Spital keinen Raum lassen für das Nachdenken über die eigene Rolle als Ärztin oder Arzt 

Philosophie fordert dieses Nachdenken ein und trägt so zur souveränen Ausübung dieser Rolle bei.

Die Anmeldung für die Methodikseminare erfolgt beim Studiensekretariat.

Die Methodikmodule werden von verschiedenen Dozierenden unterrichtet.

 

Medizin + Ethik

Fragen zur ethischen Einordnung von Situationen stellen sich ständig im me-dizinischen Alltag. Dieses Modul orientiert Sie über oft bemühte, aber selten angemessen diskutierte Konzepte wie Autonomie, Würde und Gutes Leben.

Grundlagen der Ethik (13.09.2018)

Der Begriff der Ethik ist in aller Munde, ohne dass Einigkeit herrscht, was da-mit gemeint ist. Für einige ist es jegli-ches verantwortungsvolles Handeln, für andere ein Synonym für die zuneh-mende Regulierung medizinischen Handelns. Am Grundlagentag wird für begriffliche Klarheit gesorgt sowie in zentrale ethische Theorien eingeführt, die bei allen medizinethischen Debat-ten – oft implizit – eine Rolle spielen.

Dr. Jean-Daniel Strub

selbständiger Ethiker und Dozent, Schwerpunkte: Medizinethik, Gesundheitswesen, Zürich.
Mehr Infos zu Dr. Strub.

Gutes Leben (11.10.2018)

Das gute Leben versteckt sich in der Medizin hinter dem Begriff der ‘Lebensqualität’. Doch was versteht man unter einem guten Leben? Die Philosophie beschäftigt sich seit der Antike mit dieser Frage. Am Kurstag werden die wichtigsten Konzeptionen thematisiert sowie der Versuch, Lebensqualität zu messen, kritisch reflektiert.

Dr. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin an der Universität Luzern, Mitglied kantonale Ethikkommission Bern. 
Mehr Infos zu Dr. Hoffmann.

Autonomie (08.11.2018)

Autonomie ist wichtig. Das weiss mittlerweile jede Medizinstudentin. Aber warum eigentlich? Am Kurstag wird der Begriff der Autonomie geklärt und ihre Bedeutung in der Medizin reflektiert. Dabei soll es nicht nur um den Informed Consent gehen, sondern auch um die Grenzen von Autonomie. Ferner werden aktuelle Diskussionen um die Erweiterung des Autonomiebegriffs berücksichtigt.

Susanne Brauer PHD

Vizepräsidentin der Zentralen Ethikkommis-sion (SAMW), Leiterin „Bioethik, Medizin und Life Sciences“ der Paulus Akademie Zürich, Affilliierte Wissenschaftlerin am Institut für Biomedizinische Ethik und  Medizingeschichte der Universität Zürich.
Mehr Infos zu Frau Brauer, PHD. 

Würde (06.12.2018)

Keine medizinethische Diskussion kommt ohne den Verweis auf die Würde des Menschen aus. Umso wichtiger ist eine Klärung dieses Begriffs, um Fragen beantworten zu können wie: «Was ist Würde?», «Welche Handlungen oder In-terventionen sind unwürdig?» Der Kurstag dient der eigenen Orientierung angesichts der Vielzahl von Auffassungen menschlicher Würde.

PD Dr. Eva Weber-Guskar

Dozentin für Medizinethik, Publikationen zu Würde, Medizinethik und Moralpsychologie an der Universität Göttingen.
Mehr Infos zu Prof. Weber-Guskar.

Medizin + Erkenntnis

Die Medizin nimmt für sich in Anspruch, ‘evidenzbasiert’ zu arbeiten, was aus erkenntnistheoretischer Sicht sehr voraussetzungsreich ist. Dieses Modul gewährt einen Einblick in verschiedene Erkenntnisquellen, die für die Medizin auch heute noch von Relevanz sind.

Detailliertere Informationen zu den einzelnen Kurstagen folgen.

Empirismus / Rationalismus (21.02.2019)

Foto Christiane Schildknecht

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Schildknecht.

Phänomenologie (21.03.2019 / 11.04.2019)

apl. Prof. Dr. Dieter Teichert

apl. Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Konstanz.
Mehr Infos zu Prof. Teichert.

Existenzialismus (09.05.2019)

In der Medizin geht es um Existenzielles. Grund genung sich mit dem philosophischen Existenzialismus auseinanderzusetzen.

Dozierende: Prof. Dr. Christiane Schildknecht und apl. Prof. Dr. Dieter Teichert

Medizin + Lebensanfang

Zeugung, Schwangerschaft und Geburt sind schon lange nicht mehr die ‘natürlichste Sache der Welt’. Dieses Modul thematisiert die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin, Schwangerschaft und das Faktum der Natalität aus ethischer Perspektive.

Detailliertere Informationen zu den einzelnen Kurstagen folgen.

Reproduktionsmedizin (13.06.2019 / 11.07.2019)

PD Dr. med., Dipl. Soz. Tanja Krones

Leitende Ärztin Klinische Ethik/Geschäftsführerin Klinisches Ethikkomitee Universitätsspital Zürich.
Mehr Infos zu PD Dr. Krones.

Schwangerschaft (08.08.2019)

Dr. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin an der Universität Luzern, Mitglied kantonale Ethikkommission Bern. 
Mehr Infos zu Dr. Hoffmann.

Natalität (05.09.2019)

Prof. Dr. Claudia Wiesemann

Professorin für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Göttingen.
Mehr Infos zu Dr. Wiesemann.

Medizin + Gesellschaft

Medizin findet in keinem Vakuum statt, sondern in einem gesellschaftlichen und politischen Rahmen, der über die Gesundheitsversorgung mitbestimmt. Dieses Modul reflektiert damit verbundene Themen (z.B. Gerechtigkeit) aus philosophischer Perspektive.

Spezifischere Informationen zu den einzelnen Kurstagen folgen.

Gerechtigkeit (10.10.2019)

Foto Martin Hartmann

Prof. Dr. Martin Hartmann

Professor für praktische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Hartmann.

Gesundheit / Krankheit (7. / 8.11.2019)

Prof. Dr. Thomas Schramme

Professor für Praktische Philosophie an der University of Liverpool.
Mehr Infos zu Prof. Schramme.

Arzt-Patienten-Beziehung (05.12.2019)

Verschiedene Dozierende.

Medizin + Lebensende

Themen wie Alter, Sterblichkeit und Tod begleiten viele Ärztinnen und Ärzte in ihrer Praxis – es sind aber auch seit jeher Themen der Philosophie. Einblick in die philosophische Reflexion gewährt dieses Modul.

Alter (16.01.2020)

Prof. Dr. Hans-Jörg Ehni

Professor für Ethik und Geschichte der Medizin Universität Tübingen.
Mehr Infos zu Prof. Ehni.

Sterblichkeit (13.02.2020)

Prof. Dr. Markus Zimmermann

Lehr- und Forschungsrat für Theologische Ethik.
Mehr Infos zu Prof. Zimmermann.

Suizid, Tod (12. / 13.03.2020)

Prof. Dr. Héctor Wittwer

Professor für Philosophie Otto von Guericke Universität Magdeburg.
Mehr Infos zu Prof. Wittwer.

Medizin + Führung

Immer mehr Ärztinnen und Ärzte sind in einer leitenden Funktion tätig, die sie vor neue, nicht-medizinische Herausforderungen stellt. Diese lassen sich oft besser mittels der philosophischen Reflexion von Konzepten wie Macht und Verantwortung bewältigen.

Macht (02.04.2020)

Foto Martin Hartmann

Prof. Dr. Martin Hartmann

Professor für praktische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Hartmann.

Verantwortung (07.05.2020)

Foto Christian Neuhäuser

Prof. Dr. Christian Neuhäuser

Professor für Praktische Philosophie an der Technischen Universität Dortmund. 
Mehr Infos zu Prof. Neuhäuser.

Vertrauen (04.06.2020)

Foto Martin Hartmann

Prof. Dr. Martin Hartmann

Professor für praktische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Hartmann.

Beziehungen (02.07.2020)

Dr. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin an der Universität Luzern, Mitglied kantonale Ethikkommission Bern. 
Mehr Infos zu Dr. Hoffmann.

Medizin + Mind

Mentale Eigenschaften und Aktivitäten werden dem Gehirn zugeordnet und u.a. von der Medizin empirisch untersucht. Dabei bleibt die Frage nach dem angemessenen Verhältnis von Gehirn und Geist unberücksichtigt, die in diesem Modul anhand ausgewählter Themen philosophisch diskutiert wird.

Bewusstsein (24.09.2020)

Foto Christiane Schildknecht

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Schildknecht.

Selbstbewusstsein (22.10.2020)

Dozent angefragt.

 

Freier Wille / Determinismus (19.11.2020)

Dr. Emmanuel Baierlé

Oberassistent bei Université de Fribourg. 
Mehr Infos zu Dr. Baierlé.

Sprache und Schmerz (10.12.2020)

Foto Christiane Schildknecht

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Schildknecht.

Medizin + Zukunft

Die Zukunft der Medizin hat bereits begonnen: Es ist absehbar, dass sich Entwicklungen wie die Ökonomisierung und Digitalisierung noch akzentuieren werden. Dieses Modul dient der kritischen Diskussion dieser Veränderungen.

Ökonomisierung (07.01.2021)

N. N.

Experte/in zum Thema. 

Digitalisierung (04.02.2021)

N. N.

Experte/in zum Thema.

Qualität (04.03.2021)

N. N.

Experte/in zum Thema.

Medizin - Quo vadis? (25.03.2021)

N. N.

Experten/innen zum Thema. 

Medizin + Forschung

Die medizinische Forschung ist im Umbruch: Big Data eröffnet neue Perspektiven – ebenso neue Technologien. Dieses Modul dient der philosophischen Reflexion von Medizin als Wissenschaft sowie aktueller Fragen von medizinischer Forschung.

Wissenschaftsphilosophie / Grundlagen (22.04.2021)

Foto Christiane Schildknecht

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Schildknecht.

Wissenschaftsphilosophie / Anwendung (20.05.2021)

Prof. Dr. Claus Beisbart

Extraordinarius mit Schwerpunkt Wissenschaftsphilosophie an der Universität Bern. 
Mehr Infos zu Prof. Beisbart.

Forschungsethik (17.06.2021)

Dr. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin an der Universität Luzern, Mitglied kantonale Ethikkommission Bern. 
Mehr Infos zu Dr. Hoffmann.

Aktuelle Fragen Medizinischer Forschung (15.07.2021)

Dr. med. Peter Kleist

Geschäftsführer Kantonale Ethikkommission Zürich. 
Mehr Infos zu Dr. Kleist.

Medizin + Literatur

Literarisch lassen sich Empfindungen wie Leid, Todesangst und die verstörende Erfahrung, wenn man sich abhandenkommt, oft besser ausdrücken als in medizinischen Begriffen. Dieses Modul thematisiert Literatur als Ressource für die Medizin.

Grundlagen (21.09.2021)

Medizin + Literatur (21.10.2021 / 22.10.2021)

Mediziner als Literaten (18.11.2021)

Foto Christiane Schildknecht

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität Luzern. 
Mehr Infos zu Prof. Schildknecht.

Nutzen | Testimonials

Nutzen

Die Teilnehmenden des Weiterbildungskurses Philosophie + Medizin

  • können ihre medizinischen Aufgaben im Zusammenhang von Wissenschaft und Gesellschaft besser beurteilen
  • erhalten Instrumente zur Bewältigung von Zielkonflikten und zur Entscheidung von Handlungsalternativen in der medizinischen Praxis
  • werden befähigt zu einer positiven Definition ihres eigenen beruflichen Selbstverständnisses

Testimonials

Dr. med. Urs Abt

Facharzt FMH, Allgemeine Medizin, Hausärzte Region Reiden ag

"Philosophie befähigt mich als Hausarzt, im täglichen Spannungsfeld zwischen medizinischer Machbarkeit und ethischer Verantwortung sowie den immer begrenzteren Ressourcen für meine Patienten gute und fundierte Lösungen für ihre Anliegen zu finden. Philosophie ist für ein erfülltes ärztliches Handeln unverzichtbar, sie hilft mir, mein berufliches Selbstverständnis im sich dauernd veränderten gesellschaftlichen Kontext zu definieren."

Dr. med. Beatrice Kuhlmann

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Konsiliarärztin Pädiatrische Endokrinologie-Diabetologie, Kantonsspital Aarau

"Nach Jahren der naturwissenschaftlich orientierten,  schulmedizinischen Tätigkeit  in Spital und Praxis steigt  das Bedürfnis, die Fragen  von Gesundheit und Krankheit und vom Mensch-Sein generell auch mehr von der anderen - der philosophischen Seite her  zu betrachten.  Der Austausch mit Dozenten und Kollegen über Themen wie „Vertrauen“, „ Ethik“ aber auch „Medizin + Markt“  etc. bietet nach Einführung ins philosophische Denken prima Gelegenheit,  aktuelle Themen in unserem Gesundheitswesen in Frage zu stellen und die Balance zwischen Naturwissenschaft und Humanismus/Philosophie  zu finden,  um damit gestärkt dem Patienten gegenüber wieder mehr als Arzt denn als  Mediziner zu begegnen."

Dr. med. Marco Bachmann

Chefarzt Psychiatrie und Psychosomatik, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapoe, Bethesda Spital Basel

„Die Philosophie in der Medizin zeigt uns mit ihrer systematisch-wissenschaftlichen Denkweise unsere Grenzen des ärztlichen Denkens und Handelns auf. Die Präzision des philosophischen Analysierens von Zusammenhängen führt zu einer selbstkritischen Auseinandersetzung, mit so scheinbar klaren naturwissenschaftlichen Gegebenheiten, die den Mediziner Alltag regelmäßig begleiten sollte. Die im Studium aufgeworfenen Fragen werden mich weiter im Umgang mit meinen Patienten begleiten.“

Dr. med. Renata Jori

Leitende Ärztin, Chirurgische Klinik, Kantonsspital Olten

„Mit dem Studium von Philosophie + Medizin habe ich die vortreffliche Möglichkeit ergriffen, drängende existentielle Fragen fundiert und systematisch anzugehen. Es ist in jeder Hinsicht gut, als naturwissenschaftlich ausgebildete Chirurgin auch geisteswissenschaftliches Werkzeug zur Verfügung zu haben.“

Prof. Dr. med. Giatgen Spinas

Prodekan Akademische Nachwuchsförderung, Klinikdirektor Universitätsspital Zürich, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Universitätsspital Zürich

„Nach langer Berufstätigkeit als Arzt und Hochschullehrer wurde mir durch die systematische Diskussion naturalistischer und humanistischer Menschenbilder bewusst, dass das Spannungsfeld zwischen Geist und Materie die Medizin ganz besonders herausfordert: als Arzt handeln vs. Medizin betreiben. Als HumanwissenschaftlerInnen sind wir prädestiniert, den Bogen von einem naturalistischen Biologismus zum idealistischen Humanismus zu spannen und die Folgen des naturwissenschaftlichen Fortschritts erkenntnistheoretisch und moralphilosophisch zu bewältigen.“

Charles Romeo Kobelt

Verantwortlicher Marketing, Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil

"Philosophie mit medizinischem Inhalt und Medizin mit philosophischer Betrachtung
erwecken neue Erkenntnisse in einem Spannungsfeld, dass plötzlich keines mehr zu sein braucht. Der CAS Philosophie + Medizin macht rundum sicherer." 

 

Prof. Dr. med. Katharina Glatz

Leitende Ärztin, Institut für Pathologie Universitätsspital Basel

„Die fantastischen Erfolge der Schulmedizin sind nicht frei von Nebenwirkungen. Die Ärzteschaft wird mit der zunehmend schwierigen Frage konfrontiert, wie sie diese Erfolge möglichst nebenwirkungsarm und unter bestmöglicher Wahrung der Gerechtigkeit zu Gunsten der PatientInnen optimal nutzen kann. Welchen Weg müssen wir bestreiten, um mit unseren medizinischen Massnahmen gutes Leben zu ermöglichen statt nur vorzeitigen Tod zu verhindern? Höchste Zeit, dass sich philosophisch geschulte MedizinerInnen mit guten Argumenten in die Diskussion dieser herausfordernden Fragestellung einbringen."

Dr. med. Werner Eugster

Kardiologe, herzteam wil 

„Medizin ohne Philosophie ist für mich wie ein fremdsprachiges Buch zu lesen. Ich kann die Medizin zwar wie eine Fremdsprache erlernen, ich kann sie jedoch nicht in ihrer eigenen „Lebenswelt“ verstehen. Die philomed-Seminarien haben mich dazu befähigt, mich meinem Beruf in seiner Ganzheit durch wissenschaftliches Nachdenken zu nähern, was meinen Alltag stark verändert und bereichert hat.“

Dr. med. Daniel Germann

Dr. med. Daniel Germann

CEO Kantonsspital St. Gallen

"Ärztinnen und Ärzte brauchen philosophisches Wissen, um verschiedene Behandlungsoptionen unter dem Begriff Handlungsfreiheit (aus Sicht Patient und Ärztin) kritisch hinterfragen zu können, um Wirkungen und Nebenwirkungen
medizinischer Interventionen für Gesunde, Kranke und medizinische Berufsgruppen aus unterschiedlicher Sicht einzuschätzen, um den Nutzen von Neuerungen ethisch zu beurteilen und um Kriterien für einen vernünftigen Mitteleinsatz bei nicht immer rationalen Anforderungen zu formulieren."

Dr. med. et phil. Piet van Spijk

Dr. med. et phil. Piet van Spijk

Facharzt für Innere Medizin, Leiter Notfallpraxis Kantonsspital Luzern

"Um eine Medizin mit Zukunft zu gestalten, sind mehr denn je Persönlichkeiten gefragt, die fähig sind, kompromisslos Fragen zu stellen, fundiert nachzudenken, kreative Lösungen zu formulieren und neue Wege zu gehen. Der Weiterbidungskurs ‹Philosophie und Medizin› vermittelt die dazu nötigen Kenntnisse; er weckt und fördert die Freude am kreativen Denken und am offenen Diskurs."

Prof. Dr. med. Peter Stulz

Prof. Dr. med. Peter Stulz

Chefarzt an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefässchirurgie, Kantonsspital Luzern, Vorsitzender der Arbeitsgruppe «Interdisziplinäres Forum Kantonsspital Luzern».

"Einer der zentralen Kritikpunkte an der modernen Medizin ist die Dominanz der naturwissenschaftlichen Perspektive, die sich wohl aus den bahnbrechenden Erfolgen dieser Medizin erklärt, die aber tendenziell dazu führt, dass der Bezugspunkt medizinischen Handelns einseitig der Körper ist, und dass dabei die Person des Patienten in den Hintergrund tritt. Es gehört zu den grossen Herausforderungen der heutigen Medizin und derjenigen von morgen, dass eine Synthese zwischen naturwissenschaftlich-technischer und geisteswissenschaftlich-humanistischer Kultur gefunden wird. Diese Symbiose erreichen wir mit Philosophie."

Medienspiegel

Im Interview schildern Dr. med. Beat Gerber und Dr. med. Hansueli Schläpfer ihre Erfahrungen mit dem Weiterbildungsstudiengang und warum sie nun für ihn als Dozenten tätig wurden. Interview PHC (22/2016) zum CAS06.

Irgendwann trifft wohl jeder Mediziner im Berufsalltag auf ethische Fragen und Probleme. Im Interview mit "Zahnmedizin aktuell"  äussert sich Dr. Magdalena Hoffmann, wie Ärzte die Perspektive der akademischen Philosophie nutzen können, um eine Neuorientierung zu schaffen. Swiss Dental Journal SSO (VOL 127 11-2017).

Nachfolgend finden Sie ein Interview mit Daniel Aebersold in der SÄZ (44/2016) zu seinen Erfahrungen mit dem von ihm kürzlich absolvierten 5. Durchgang des CAS Philosophie + Medizin. Er ist Chefarzt und Direktor der Universitätsklinik für Radio-Onkologie und Vorsteher des Tumorzentrums am Inselspital Bern. Interview SÄZ (44/2016) zum CAS05.

Im Gastbeitrag der Schweizerischen Ärztezeitung (SÄZ 26/2015) schildert unser Absolvent, Dr. med. Christian Studer, in einem Interview seine Erfahrungen mit dem Weiterbil­dungslehrgang CAS Philosophie + Medizin. Er ist Hausarzt in einer Gruppen­praxis in Luzern; derzeit schliesst er den auf den CAS aufbauenden "MAS Philosophie + Medizin" ab. Interview SÄZ (26/2015).

 

Anmeldung | Reglement

Anmeldung

Gerne können Sie dieses Formular ausdrucken, ausfüllen und sich postalisch für den CAS-, MAS-Studiengang oder einzelne Module anmelden: Anmeldeformular.

Reglement

Das Reglement für den neu überarbeiteten Studiengang Philosophie + Medizin befindet sich in der Vernehmlassung. Das neue Reglement zum Studiengang wird in Kürze hier abrufbar sein.

Studienleitung | Auskünfte | Lehrplan

Haben Sie Fragen zu den Veranstaltungsdaten? Möchten Sie den Lehrplan einsehen?
Schreiben Sie uns Ihre Fragen oder Informationswünsche per Mail an weiterbildung-ksfremove-this.@remove-this.unilu.ch.
Gerne helfen wir Ihnen weiter.

Möchten Sie mehr zum Verhältnis von Philosophie und Medizin erfahren?
Wünschen Sie ein Beratungsgespräch?
Schreiben Sie unserer Studienleiterin, Dr. phil. Magdalena Hoffmann, um einen Termin zu vereinbaren.

Dr. phil. Magdalena Hoffmann

Studienleiterin und Dozentin.
• Raum 3.A09 • magdalena.hoffmannremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Dr. Magdalena Hoffmann 

Foto Nadja Jatsch

Nadja Jatsch

Studiensekretariat
T +41 41 229 56 21 • Raum 3.A09 • nadja.jatsch@unilu.ch

Dr. des. Daniel Cabalzar

Stellvertretender Studienleiter und Dozent
T +41 41 229 56 22 • Raum 3.A09 • Daniel.Cabalzarremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Daniel Cabalzar, MA

Prof. Dr. Christiane Schildknecht

Wissenschaftliche Gesamtleiterin
T +41 41 229 55 30 • Raum 3.A43 • Christiane.Schildknechtremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Prof. Dr. Christiane Schildknecht (Philosophisches Seminar)

Begleitprogramm: Philosophie extra

Einerseits wird häufig auf die Unantastbarkeit und damit auf die vermeintliche Unverletzbarkeit der Menschenwürde verwiesen, um Handlungsnormen abzuleiten. Andererseits machen besonders medizinethische Probleme deutlich, dass Würde ein Gut ist, das verletzt und sogar verloren gehen kann – aber auch bewahrt und wiedergewonnen. Mit einer Konzeption von menschlicher Würde als Haltung kann man diese Probleme angemessen beschreiben und verstehen. Das wird beispielhaft an den Themen 1) Sterbehilfe und 2) Interkulturalität in der Arzt-Patienten-Kommunikation veranschaulicht.


Abendvortrag „Würde als Haltung. Implikationen für die Medizin.“
mit PD Dr. Eva Weber-Guskar, Universität Göttingen fand am Montag, 9. April 2018, statt.
Die nächste Philosophie extra-Veranstaltung ist bereits in Planung.