Bachelor Religionspädagogik
Der Bachelor Religionspädagogik ist ein berufsqualifizierender Abschluss für die Tätigkeit in den religionspädagogischen Berufsfeldern Religionsunterricht, Katechese und Kirchliche Jugendarbeit.
Der Studiengang vermittelt die Kompetenzen für die Breite religionspädagogischer Berufsfelder in einem wissenschaftlich fundierten und praxisorientierten Studium. Das Studium wird von der Theologischen Fakultät Luzern angeboten und ist am Religionspädagogischen Institut RPI angegliedert. Bezüglich der pädagogisch-didaktischen Ausbildung orientiert sich der Studiengang an den Standards des RPI. Die Struktur ist zweiteilig: Auf ein Grundstudium folgt das Aufbaustudium.
Die Lehrveranstaltungen des Grundstudiums finden von Dienstag bis Freitag und die Lehrveranstaltungen des Aufbaustudiums von Montag bis Dienstag jeweils von 08.15-11.30 Uhr / 12.45-16.00 Uhr statt. Die Zeiten der vier im Rahmen des Aufbaustudiums zu besuchenden Hauptvorlesungen sind dem Vorlesungsverzeichnis der Universität bzw. der Theologischen Fakultät zu entnehmen.
Anmeldung
Für die Lehrveranstaltungen am RPI ist keine Anmeldung erforderlich. Diese werden gemäss Stundenplan besucht.
Für die vier Hauptvorlesungen, die über die RPI-Veranstaltungen hinaus zu besuchen sind, ist eine fristgerechte Anmeldung im UniPortal (Zugang im Footer) notwendig. Eine allfällige Anmeldung per E-Mail an die Dozentin oder den Dozenten ist kein Ersatz hierfür. Informationen zum Anmeldeprozedere finden Sie im Leitfaden Anmeldung Lehrveranstaltungen TF im UniPortal.
Umfang und Dauer
Der Studiengang, der als Vollstudium angeboten wird, hat eine Normalstudiendauer von 6 Semestern und umfasst 180 Credits (Cr) gemäss European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS). Er gliedert sich in ein Grundstudium (60 Cr), welches als einjähriges Vollzeitstudium oder als zweijähriges berufsbegleitendes Studium absolviert werden kann, und ein Aufbaustudium (120 Cr). Durch die Verbindung mit berufspraktischen Studien in Praxisstellen, in denen die Studierenden teilzeitlich angestellt sind, muss mit einer längeren Studiendauer gerechnet werden. Das Studium kann jeweils im Herbstsemester begonnen werden.
Während des Studiums sind insgesamt zwei Intensivwochen aus dem Angebot des RPI zu absolvieren. Davon sind obligatorisch:
- Für alle Studierenden: Intensivwoche "Didaktik" (Grundstudium)
- Für Absolvierende des Kompetenzbereichs Kirchliche Jugendarbeit: Intensivwoche "Jugend + Sport" (Aufbaustudium)
Das RPI legt wert auf die Förderung der sogenannten „Überfachlichen Kompetenzen“. Studierende erhalten in verschiedenen Settings methodische und inhaltliche Anregungen hierzu und lernen sich selbst zu reflektieren, um so relevante Folgerungen für das eigene Studieren und Arbeiten abzuleiten.
Der Besuch von zusätzlichen Intensivwochen ist möglich. Die weiteren Angebote sind im Jahresprogramm ersichtlich.
Einführungswoche
Das Studium beginnt mit einer Einführungswoche im September.
Das konkrete Durchführungsdatum findet sich unter Termine.
Grundstudium
Im Grundstudium vermittelt das RPI die theologischen und humanwissenschaftlichen Grundlagen für alle religionspädagogischen Arbeitsbereiche. Es dient der Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten sowie der Einführung in die pädagogische Praxis und dem Nachweis der berufsspezifischen Eignung.
FACHUNTERRICHT
Er findet zu folgenden Themenbereichen statt:

Seminare
Im Verlauf des Grundstudiums findet zuerst ein Proseminar statt und anschliessend ein biblisches Seminar (wahlweise Altes Testament oder Neues Testament).
Das Proseminar führt in das Arbeiten mit Texten und das Verfassen eigener Texte ein. Formale Aspekte stehen dabei im Vordergrund. Im Seminar soll unter Anleitung einer Fachdozentin oder eines Fachdozenten eine eigenständige Auseinandersetzung mit einer Thematik stattfinden und diese in der Seminararbeit dargestellt werden.
Intensivwoche
Für das Grundstudium ist der Besuch der Intensivwoche „Didaktik“ obligatorisch. Die Studierenden eignen sich hier didaktisches und methodisches Grundlagenwisse an.
Leistungsnachweise
Die Leistungsbeurteilung im Grundstudium findet in Form von schriftlichen oder mündlichen Prüfungen oder andern Lernkontrollen zur Ermittlung einer Jahresnote statt.
Praktikum Religionsunterricht
Die Studierenden unterrichten im Grundstudium während einem Jahr im Rahmen des Praktikums Religionsunterricht.
Aufbaustudium
Ins Aufbaustudium kann übertreten, wer das Grundstudium erfolgreich abgeschlossen hat, wer für eine religionspädagogische Tätigkeit als geeignet beurteilt worden ist sowie über genügend überfachliche Kompetenzen verfügt.
Das Aufbaustudium ist geprägt durch das Ineinandergreifen von akademischem Lernen am RPI (zwei Tage pro Woche) und Praxiserfahrung in der Pfarrei (Pensum von 40–50%). Diese Bereiche werden immer wieder aufeinander bezogen. Die Unterrichtsphilosophie ist kompetenzorientiert; sie zielt auf Handlungskompetenz in komplexen Situationen. Es werden bei den Studierenden gutes Selbstmanagement, überfachliche Kompetenzen und Kommunikation sowie aktive Gestaltung des eigenen Lernens erwartet und gefördert. Neben der fachlich-akademischen Ausbildung gehört auch die Betreuung in Praxisreflexion und Supervision zum Studiengang.
FACHUNTERRICHT
Konkret umfasst das Aufbaustudium die Module des Bereichs Religionspädagogische Grundlagen und Vernetzung sowie sämtliche Module von zwei der drei Kompetenzbereiche Religionsunterricht, Katechese oder Kirchliche Jugendarbeit.
Kompetenzbereich "Religionspädagogische Grundlagen und Vernetzung"
Die Pflicht- und Wahlpflichtmodule des Kompetenzbereichs "Religionspädagogische Grundlagen und Vernetzung" (RGV) umfassen folgende Elemente (ca. 80 Halbtage):
Kompetenzbereich "Religionsunterricht"
Die Pflicht- und Wahlpflichtmodule des Kompetenzbereichs "Religionsunterricht" (RU) umfassen folgende Elemente (ca. 60 Halbtage):
Kompetenzbereich "Katechese"
Die Pflicht- und Wahlpflichtmodule des Kompetenzbereichs "Katechese" (Kat) umfassen folgende Elemente (ca. 60 Halbtage):
Kompetenzbereich "Kirchliche Jugendarbeit und Gemeindeanimation"
Die Module des Kompetenzbereichs "Kirchliche Jugendarbeit und Gemeindeanimation" (KJA) umfassen folgende Elemente (ca. 60 Halbtage):
Intensivwochen
Für alle Absolventinnen und Absolventen des Kompetenzbereichs "Kirchliche Jugendarbeit" ist die Intensivwoche „Jugend + Sport“ obligatorisch. Alle anderen Studierenden können eine andere Intensivwoche als zweite obligatorische Intensivwoche wählen.
Schriftliche Arbeiten und Bachelorprüfung
Im Aufbaustudium sind zwei benotete schriftliche Arbeiten zu verfassen:
- eine Theoriearbeit im Sinne einer Aufarbeitung, Diskussion und Darstellung einer theologischen, pädagogischen oder sozialwissenschaftlichen Fragestellung im Hinblick auf das religionspädagogische Berufsfeld
- eine schriftliche Arbeit mit praktischem Teil entweder nach dem Schema „Unterricht/Bildung“ oder nach dem Schema „Projektmethode“.
Im letzten Quartal des Aufbaustudiums ist die Bachelorprüfung abzulegen. Ebenso wird in der Regel während des Aufbaustudiums die benotete Bachelorarbeit verfasst.
Weitere Leistungsnachweise, Leistungsbeurteilungen und Lernzielkontrollen
In allen Modulen und Praxisbereichen finden weitere Formen der Leistungsbeurteilung statt. Die Art des Leistungsnachweises ist für Studierende in den Modulbeschrieben im OLAT-Kurs "RPI Studiengang Religionspädagogik" ersichtlich. Die Studierenden erhalten zu Beginn der Lehrveranstaltung von den Dozierenden detaillierte Angaben zu den Leistungsnachweisen.
Studienabschluss
Voraussetzungen zum Erhalt des Bachelordiploms sind:
- besuchte Einführungswoche zu Beginn des Studiums
- erfolgreich absolviertes Grundstudium
- erfolgreich abgeschlossene Module des Bereichs Religionspädagogische Grundlagen und Vernetzung, erfolgreich abgeschlossene Module von zwei weiteren Kompetenzbereichen sowie zwei bestandene schriftliche Arbeiten im Aufbaustudium
- vier absolvierte Hauptvorlesungen mit benoteter Prüfung in den folgenden Fachbereichen:
- Biblischer und historischer Bereich
- Bereich Dogmatik oder Religionswissenschaft
- Bereich Ethik
- frei wählbarer Bereich - Bachelor-Lehrveranstaltung in Religionspädagogik (6 Credits)
- erfüllte Grundanforderung in der Praxistätigkeit
- erfolgreich bestandene Bachelorprüfung
- erfolgreich bestandene Bachelorarbeit
Der Titel "Bachelor of Arts" (BA) wird zum Bescheinigen des erfolgreichen Abschlusses des Studiengangs "Bachelor of Arts in Religionspädagogik der Universität Luzern" verliehen.
Die Unterrichtssprache ist Deutsch.
Studierende müssen über genügende Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift verfügen. Die Abklärung ist Bestandteil des Aufnahmeverfahrens. Für Studierende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gelten die Bestimmungen der Richtlinien über die Deutschprüfung für fremdsprachige Studienbewerberinnen und Studienbewerber (Niveau C1) gemäss Zulassungsrichtlinien der Universität Luzern.
Die Studierenden sind während des Aufbaustudiums zwei Jahre in einer Praxisstelle (Pensum 40-50 %) tätig und absolvieren in diesem Rahmen die berufspraktischen Studien (vgl. Studien- und Prüfungsordnung). Die Praxisstellen werden den Studierenden durch die Studienleitung vermittelt.
Die Studierenden werden in der Praxisstelle von einer ausgebildeten Fachperson ausgebildet und betreut. Die Tätigkeiten in der Praxisstelle umfassen alle religionspädagogischen Praxisfelder, für die eine berufliche Qualifikation angestrebt wird.
Angebote für Incoming-Studierende
Mobilitätsstudierenden steht das Lehrangebot der Theologischen Fakultät offen. Ausgeschlossen davon sind praktische Studien, Praxisreflexion und Supervision. Im Übrigen gilt die Rahmenstudienordnung der Theologischen Fakultät der Universität Luzern (siehe "Reglemente, Merkblätter, Formulare").
Information und Beratung
Das International Relations Office der Universität Luzern informiert über alle Fragen der Studierendenmobilität (Rubrik International). Sie können sich ausserdem an das Sekretariat RPI wenden: T +41 41 229 52 54, nadja.jatsch@unilu.ch.
Berufsperspektiven
In ihrem Berufsfeld sind Religionspädagoginnen und Religionspädagogen Ansprechpersonen sowie Expertinnen und Experten für religionspädagogische Fragen. Sie müssen imstande sein, Anliegen von Erwachsenenbildung und Katechese, Religionsunterricht, Kinder- und Jugendarbeit gegenüber anderen überzeugend zu vertreten, sich Partnerinnen und Partner für gemeinsame Anliegen zu suchen und sollten Spass an der Arbeit mit Menschen haben.
Religionsunterricht ...
... ist der jahrgangsweise, meist im Rahmen der Schule organisierte systematische Religionsunterricht in der Primarschule und Oberstufe. Je nach Kanton und Gemeinde kann dieser unterschiedliche Formen annehmen, mehr oder weniger in das schulische Leben oder in die Pfarrei integriert sein. In der Regel ist der Religionsunterricht konfessionell oder ökumenisch. Religionspädagoginnen und Religionspädagogen unterrichten, pflegen den Kontakt zu Eltern sowie zwischen schulischen und kirchlichen Verantwortlichen, sind um die Einbindung ins Schulhaus besorgt und sind für den Bereich Religionsunterricht in einer Pfarrei oder einem Dekanat verantwortlich.
Katechese ...
... bezeichnet die Begleitung von Glaubenswegen, die katechetische Vorbereitung der Sakramente bei Kindern und Jugendlichen sowie spirituelle Animation für verschiedene Zielgruppen und Menschen jeden Alters. Religionspädagoginnen und Religionspädagogen sind für die Planung und Durchführung der Sakramentenkatechese verantwortlich, kümmern sich um Liturgie und Rituale für Kinder und Jugendliche, animieren katechetische Projekte.
Kirchliche Jugendarbeit ...
... umfasst alle offenen oder verbandlichen (z.B. Blauring, Pfadi) kirchlichen Aktivitäten bezüglich (Kinder- und) Jugendarbeit, vom offenen Angebot im Jugendzentrum bis zum Lager, vom Jugendgottesdienstkreis bis zur Erlebnispädagogik. Religionspädagoginnen und Religionspädagogen initiieren und begleiten kirchliche Jugendarbeit, kümmern sich um den Einbezug ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, entwickeln mit allen Beteiligten neue Ideen und Konzepte.
Weitere Einblicke in das Berufsfeld Religionspädagogik:
www.religionspaedagogik.info/berufsfeld.html.
Weiterführendes Studium
Der Bachelor of Arts in Religionspädagogik bietet Anschluss an den MA Religionslehre. (Lehrdiplom für Maturitätsschulen im Fach Religionslehre und mit allfälligen Auflagen, zum Masterstudium Theologie wie auch zu anderen Masterstudiengängen im Bereich Theologie)
Hinweis zum Studienangebot Religionspädagogik
Im Herbstsemester 2026 wird am Religionspädagogischen Institut (RPI) kein neuer Diplom-Studiengang Religionspädagogik gestartet. Hintergrund ist eine laufende Überarbeitung des Studienangebots im Rahmen übergeordneter Qualitäts- und Akkreditierungsprozesse.
Das bestehende Studienangebot wird in enger Abstimmung mit Praxis, Kirche und Hochschule weiterentwickelt. Ziel ist es, ab dem Herbstsemester 2027 wieder ein qualitativ hochwertiges und zukunftsfähiges Ausbildungsangebot in Religionspädagogik anzubieten.
Bereits immatrikulierte Studierende sind von dieser Regelung nicht betroffen und können ihr Studium wie geplant abschliessen.
Dr. theol. Damian Pfammatter
Mitglied der Institutsleitung und Studienleiter
T +41 41 229 52 48 • Raum 3.B37 • damian.pfammatter@unilu.ch
Prof. Dr. theol. Christian Preidel
Verantwortliche Person der Theologischen Fakultät
T +41 41 229 52 65• Raum 3.B34 • christian.preidel@unilu.ch
Sekretariat
Universität Luzern
Religionspädagogisches Institut RPI
Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern
T +41 41 229 52 53 • Raum 3.B25 • rpi@unilu.ch










