Nachdem Urs Stahel im Rahmen des Dies Academicus der Universität Luzern die Ehrendoktorwürde der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät verliehen wird, hält er am Abend um 18.15 Uhr einen Vortrag über die unterschiedlichen Rollen von Fotografie.

Datum: 7. November 2019
Zeit: 18.15 Uhr
Ort: HS 5

Gedanken zu den unterschiedlichen Rollen von Fotografie

Urs Stahel
Foto: Anne Morgenstern

Die gleiche Landschaftsfotografie kann private Erinnerung, Werbeaufnahme, Werkzeug eines Landvermessers, meteorologische Aufzeichnung, Ort einer historischen Schlacht und noch viel mehr, vielleicht gar Kunst, zugleich sein. Fotografie ist schwach kodiert, ihr Bildsystem ist nie eindeutig lesbar, deshalb scheinen wir schnell die Orientierung zu verlieren und der Fotografie auf den Leim zu gehen. Aus diesem Grund kann sie heute auch in den sozialen Medien, gratis und in Windeseile, fast beliebig in jeden neuen Kontext verschoben werden und immer wieder von neuem wahrhaftig, glaubwürdig auftreten – wie «mit den eigenen Augen gesehen». Sie gleitet wie ein Chamäleon durch die verschiedensten Medienkontexte und passt sich an, spiegelt gleichsam den je neuen Kontext. Und das mit eindrücklicher visueller Kraft.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein Apéro statt, zu dem Sie ebenfalls herzlich eingeladen sind.
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Urs Stahel studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Zürich. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er als Redaktor bei «Der Alltag» und bei «Du», als Kunstkritiker für die «Weltwoche» und für «ART» in Hamburg, sowie als freier Publizist und Kurator. 1986 bis 1992 war er Dozent an der Höheren Schule für Gestaltung in Zürich, 1986 Mitbegründer der Kunsthalle Zürich.

1993 gründete er in Zusammenarbeit mit dem Verleger Walter Keller und dem Stifter George Reinhart das Fotomuseum Winterthur und leitete es als Kurator und Direktor 20 Jahre lang. Seit 2013 arbeitet Urs Stahel selbständig als Kurator, Autor, Dozent und Berater – als Kurator hauptsächlich für die Fondazione MAST, die neue Institution für Industriekultur in Bologna, als Präsident für Spectrum – Photography in Switzerland, als Berater für die Kunstsammlung der Bank Vontobel, als Kolumnist für die republik.ch und als Dozent/Gastprofessor/Visiting Fellow für die ZHdK (2013 bis 2018), die Universität Zürich (2014/2015), die Universität Luzern (2017) und für das London College of Communication (2017 bis 2020).

Er ist Kurator vieler Ausstellungen und Autor/Herausgeber zahlreicher Bücher, zum Beispiel (in zeitlicher Reihenfolge) über Paul Graham, Rineke Dijkstra, Joachim Brohm, Hans Danuser, Claudio Moser, Luigi Ghirri, Boris Mikhailov, Roni Horn, Zoe Leonard, David Goldblatt, Anders Petersen, Shirana Shahbazi, Ai Weiwei, Stefan Burger, Amar Kanwar, Sharon Ya’ari, Lewis Baltz, Thomas Ruff, Dayanita Singh, E.O. Hoppé, Eva O’ Leary, W. Eugene Smith, Thomas Struth, Kelvin Haizel oder zu Themen wie «Industriebild», «Uncanny» «Hybrid», «Trade – Waren, Wege und Werte im Welthandel heute», «Im Rausch der Dinge», «Darkside I + II», «7P – 7 Places, 7 Precarious Fields», «Human Capital», «Industry Now», «The Power of Images» und «Pendulum – Moving Things, Moving People».

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