Jüngere Ereignisse der weltweiten und der schweizerischen Wirtschaftsgeschichte wie etwa der Zusammenbruch der Lehmann-Brothers Gesellschaften oder der Swissair-Konkurs haben der Öffentlichkeit und der Politik die Bedeutung des Insolvenzrechts vor Augen geführt. Jährlich kommt es in der Schweiz zu ca. 13'000 Konkursen, die meisten im KMU-Bereich. Die Ausgestaltung des Konkurs- und des Sanierungsrecht hat einen grossen Einfluss auf die Wirtschaftsverfassung des Landes. Gleichzeitig muss es zum Grundwissen eines jeden Unternehmensführers gehören, wie dieser im Falle wirtschaftlicher Schwierigkeiten rechtskonform zu handeln hat und welche Möglichkeiten ihm das Insolvenzrecht bietet, aus den wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit dem geringstmöglichen Schaden für Gläubiger und Arbeitnehmer herauszukommen. Die Schweiz hat auf gesetzgeberischer Ebene in den letzten Jahren wesentliche Neuerungen in diesem Bereich vorgenommen (neues Sanierungsrecht, Projekt Sanierung im OR). Weitere Herausforderungen (bspw. Umgang mit Kryptowährungen im Konkurs?) sind absehbar. Das Institut für Wirtschaft und Regulierung sieht seine Aufgabe zum einen darin, den KMU die Pflichten, aber auch die Chancen dieser Entwicklungen näherzubringen, zum anderen aber auch dank der Rückmeldungen der Praxis Einfluss auf die Gesetzgebung und die Rechtsprechung zu nehmen.