Hans Joas: Werden alle Menschen Brüder?
Vortrag des Soziologen und Philosophen Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Joas im Rahmen der Presidential Lectures.
| Datum: | 21. April 2026 |
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| Zeit: | 18.15 Uhr bis 19.30 Uhr |
| Ort: | Universität Luzern, Hörsaal 9, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern |
In Friedrich Schillers "Ode an die Freude“ erhielt die Idee des Universalismus einen wirkungsvollen und unvergesslichen Ausdruck – wenngleich wir heute selbstverständlich von Brüdern und Schwestern sprechen würden. In Vergangenheit und Gegenwart wird dieses Ideal allerdings vielfach ignoriert und infrage gestellt. Neuer Nationalismus und Imperialismus bestimmen derzeit das Bild.
Der Soziologe und Philosoph Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Joas hat in seinem Werk Universalismus – Weltherrschaft und Menschheitsethos (erschienen im Frühjahr 2025 im Suhrkamp-Verlag), die Entstehung des moralischen Universalismus in der sogenannten Achsenzeit (800-200 v. Chr.) in unterschiedlichen Kulturen und Religionen dargestellt und die weitere Geschichte in der ständigen Verwicklung dieses Ethos mit der Geschichte der Imperien analysiert. In seinem Vortrag wird er die Grundfragestellung seines Buches, dessen Hauptthese, seine Vorgehensweise und (über das Buch hinaus) Folgerungen für die aktuelle Lage präsentieren.
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Joas ist Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor für Religionssoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied des Committee on Social Thought der University of Chicago, an der er 25 Jahre lang gelehrt hat. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Hans-Kilian-Preis, dem Max-Planck-Forschungspreis, dem Prix Paul Ricœur, dem Theologischen Preis der Salzburger Hochschulwochen und zuletzt mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie für ein hervorragendes wissenschaftliches Lebenswerk.
Im Anschluss an die Lecture signiert Hans Joas sein neuestes Werk: Universalismus, Weltherrschaft und Menschheitsethos.
Das Buch ist vor Ort erhältlich.
