Markus Arnold hat sich als Dozent und Studienleiter am Religionspädagogischen Institut für eine gute Ausbildung von kirchlichen Mitarbeitenden in einem sich verändernden kirchlichen Umfeld eingesetzt. Nun wurde er pensioniert – aber in den Ruhestand tritt er nicht.

Markus Arnold vor der Universität Luzern. (Bild: Martin Spilker)

Die Ethik ist sein Fach. Das Sakrament der Busse ein Thema, das ihn lange Zeit begleitet hat. «Busse als ‹Way of Life›» lautete denn auch der Titel seiner Abschiedsvorlesung Ende Juni an der Universität Luzern (ganzer Redetext, pdf). Markus Arnold, gebürtiger Zürcher, Katholik, Zürcher Synodenpräsident in der Zeit von Bischof Haas und CVP-Politiker. Er gilt als «alter Kämpfer» für die Sache der Kirche.

Religionslehrer, Seelsorger, Dozent

Dr. Arnold ist aber auch Pädagoge und Theologe. Nach dem Studium war er als Religionslehrer am Gymnasium tätig, danach elf Jahre als Seelsorger in Oberrieden am Zürichsee. Bald schon begann Arnold parallel zur Pfarreiarbeit am Religionspädagogischen Institut Luzern (RPI, früher: Katechetisches Institut) theologische Ethik zu unterrichten.

1999 wurde Markus Arnold Studienleiter am RPI und gestaltete damit auch dessen Entwicklung von einer Fachschule zu einem Studienangebot mit der Möglichkeit zu einem Bachelorabschluss mit. Seine eigenen Erfahrungen waren für ihn die Grundlage, um in den vergangenen knapp 20 Jahren Menschen auf die Aufgabe als Religionspädagoginnen und Religionspädagogen in einer Pfarrei vorbereiten. 

Kirche muss auf Menschen zugehen

Arnold bezeichnet das RPI als eine Ausbildung «für die real existierenden Situationen an der kirchlichen Basis». Und die zeige sich heute in einer kirchlich mehrheitlich distanzierten Gesellschaft. Gewiss gebe es vereinzelte Gruppen wie die Weltjugendtagbewegung, die für manche Kirchenoberen Idealbilder verkörperten. Doch Arnold sagt deutlich: «Diese Gruppen entsprechen nicht dem kirchlichen Alltag. Sie bilden heute eine Parallelkirche.»

Für Markus Arnold ist klar, dass die Kirche auf die Menschen zugehen muss. Abwarten, bis es wieder so wird, wie es einmal war, ist für Arnold keine Option. Die Kirche müsse vielmehr etwas anbieten, was überrasche und anspreche. Dazu zählt er auch neue Formen im Gemeindeleben, welche in den Pfarreien selber entstehen. «Wir müssen das zulassen, auch wenn es theologisch vielleicht nicht ganz korrekt ist», ist Arnold überzeugt. 

Die Aufgabe der Religionspädagoginnen und Religionspädagogen sei es, im Seelsorgeteam ihre speziellen Kompetenzen für die Gemeindearbeit einzubringen. «Es geht um den Aufbau der ‹Koinonia›, der lebendigen Gemeinschaft», wie es Arnold beschreibt. Beispielsweise bei der «Firmung mit 17», die Markus Arnold selber während seiner Tätigkeit als Seelsorger eingeführt hat und die vielerorts zu einem ganz neuen Einbezug der Familien und Angehörigen der Firmlinge in das Gemeindeleben geführt habe.

Weiterhin als Seelsorger und am RPI tätig

Hier müsse das RPI wach bleiben und die Ausbildung ständig an die sich verändernde Wirklichkeit anpassen. Wer den nun pensionierten Studienleiter so reden hört, glaubt nicht, dass hier jemand in den Ruhestand tritt. Und das wird Markus Arnold auch nicht. Seit einigen Jahren wohnt er im Kanton Luzern und wird dort in einer Landpfarrei mit einem 40-Prozent-Pensum als Seelsorger tätig sein. 

Für ihn ist dies auch eine Frage der Solidarität in einer Zeit, in der es immer weniger Seelsorger gibt. Zudem wird er am RPI noch in einigen Modulen mitwirken, so auch in seinem Thema «Busse und Versöhnung». – «Ich kann nicht nichts machen», sagt Markus Arnold schmunzelnd.

Dieser Artikel erschien zuerst auf kath.ch; Abdruck mit freundlicher Genehmigung.