Bettina Zürcher hat ein Mobilitätssemester an der Universität Oslo verbracht. Die Studentin des Masterstudiengangs Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften vermisste die «Bärner Ankezüpfe», entdeckte dafür aber die norwegischen Kanelboller.

Markante Architektur: Bettina Zürcher vor dem Opernhaus in Oslo.

Bettina Zürcher, was ist die wichtigste Erkenntnis, die Sie mit nach Hause genommen haben?

Bettina Zürcher: Dass man auch mit Ende Zwanzig noch nicht zu alt ist für ein Ausland-Abenteuer und dass es guttut, die eigene Komfortzone auch mal zu verlassen.

Was hat Sie an der Gastgeber-Uni am meisten überrascht?

Die Uni war trotz ihrer Grösse überraschend übersichtlich und die Atmosphäre entspannt. Ich bin jeden Tag gerne hingegangen und habe meine Zeit auf dem Campus fast schon zelebriert.

Welche Lehrveranstaltungen haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen?

Bei einer war die Thematik besonders spannend, dafür die Prüfung herausfordernd, bei einer anderen der Dozent sehr engagiert und bei der letzten hatte ich die Möglichkeit, etwas Norwegisch zu lernen.

Was würden Sie am liebsten an die Universität Luzern importieren?

Die unkomplizierte Art der Norwegerinnen und Norweger. Es gibt weniger Hierarchien; die Studierenden und die Professorinnen und Professoren
duzen sich. Ausserdem ist ein Campus mit allem Drumherum schon toll.

Was schätzen Sie an der Universität Luzern nun mehr denn je?

Die Lage mitten in der Stadt und am See ist unschlagbar.

Wo haben Sie Ihre erste Freundschaft geschlossen?

Beim Sandwich-Essen in einer Pause in der Buddy-Week. Die meisten Leute, mit denen ich die Freizeit verbracht habe, habe ich bereits in der ersten Woche in Oslo kennengelernt.

Was erwies sich als komplizierter oder aber einfacher als gedacht?

Ich habe mir zu Beginn vorgenommen, mich vor allem mit Einheimischen anzufreunden, um das «echte» Ausland-Feeling zu erleben. Aber man ist doch relativ schnell in einer Erasmus-Bubble, das lässt sich fast nicht vermeiden.

Faszinierende Nordlichter

Welches war das grösste kulturelle Missverständnis?

Wohl die riesige Unordnung und die schmutzigen Pfannen, die mein norwegischer Mitbewohner regelmässig in der Küche hinterliess. Kultur spielte da aber eher eine untergeordnete Rolle.

Wen oder was haben Sie am meisten vermisst?

Eine frisch gebackene «Bärner Ankezüpfe» und meinen Freund.

Wie schmeckte das Essen in der Mensa?

Im Taco-Restaurant hat’s am besten geschmeckt! Ansonsten habe ich vor allem Bäckereien mit ihren Kanelboller – das sind Zimtschnecken, eine der dortigen Spezialitäten – bevorzugt.

Haben Sie mehr oder weniger Geld ausgegeben als gedacht?

Überraschenderweise habe ich eher weniger ausgegeben, würde ich sagen. Die Fixkosten waren tiefer als zuhause, gekocht habe ich häufiger als in der Schweiz, und im und im Ausgang gab es aufgrund der hohen Preise statt ein paar Bier eher nur eins. Gut, es waren noch ein paar Ausflüge und Reisen dabei, welche die Kosten dann wieder hochgejagt haben.

Welches war Ihr prägendstes Erlebnis abseits des Uni-Alltags?

Die norwegische Natur! Norwegen ist ein atemberaubend schönes Land. Die Aussicht von ihrem Hausberg aus auf das arktische Tromsø und den Fjord werde ich nie mehr vergessen. Ebenso die Nordlichter, die Wälder, die Seen, das Meer.

Was ist ein wirklich originelles Mitbringsel?

Ich habe vor allem Schoggi mitgebracht – nicht sehr originell. Aber wer einmal Kvikk Lunsj, einen Schoko- Keks-Riegel, probiert hat, will nicht mehr ohne.

Andrea Leardi
Outgoing Mobility Coordinator

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