Annähernd 70 Jahre ist es her, dass in dem kleinen Ort Seelisberg mitten im Herzen der Innerschweiz die internationale «Dringlichkeitskonferenz gegen den Antisemitismus» stattfand. Führende Intellektuelle aus aller Welt berieten über die Ursachen des christlichen Antisemitismus und die Mitschuld der Christen an der Shoah. In der Folge wurde der Internationale Rat der Christen und Juden (ICCJ) gegründet.

Die Schweiz stellt mit den seinerzeit verabschiedeten «10 Thesen von Seelisberg» daher einen wichtigen Meilenstein im Dialog zwischen Juden und Christen dar. Der neue Band der Theologischen Berichte beleuchtet die Pionierphase dieses Dialogs in der Schweiz mit ihren internationalen Ausläufern, fragt nach der Zukunft des interreligiösen Gesprächs und nimmt in den Blick, wie angesichts schwelender interreligiöser Konflikte das geschwisterliche Miteinander gefördert werden kann.

Die «Theologischen Berichte» werden in Zusammenarbeit der Theologischen Fakultät der Universität Luzern und der Theologischen Hochschule Chur herausgegeben. Sie wollen den Leserinnen und Lesern einen guten Überblick und zuverlässige Informationen über den aktuellen Themenbereich der theologischen Forschung und Diskussion bieten. Sie bemühen sich dabei, nicht nur den gegenwärtigen Stand einer Fragestellung von seiner Entstehung her darzustellen, sondern auch prospektiv auf deren weitere Entwicklung einzugehen. Damit versuchen sie, selbst ein Teil in diesem forschenden Gespräch um die im Glauben begründete Erkenntnis der theologischen Wahrheit zu sein.

Birgit Jeggle-Merz/Michael Durst (Hg.), Juden und Christen im Dialog. Fribourg 2016 (ThB 36).

15. November 2016