Von Chicago nach Luzern: Forschungspraktika am Lehrstuhl von Prof. Dr. Klaus Mathis

In den vergangenen zwei Monaten waren Claire Walton und Wyatt Elsner von der University of Chicago Law School für ein Forschungspraktikum am Lehrstuhl von Prof. Dr. Klaus Mathis, Direktor des Instituts für Wirtschaft und Regulierung – WiRe, an der Universität Luzern zu Gast. Beide verbindet die Neugier, rechtliche Fragen aus einer vergleichenden und über die eigene Rechtsordnung hinausreichenden Perspektive zu betrachten.

Claire Walton verfügt über einen vielseitigen akademischen und beruflichen Werdegang. Sie studierte Geschichte an der Cornell University, absolvierte einen Master im Programm «History of War» an der University of Oxford und arbeitete in New York als Kommunikationsverantwortliche einer internationalen Non-Profit-Organisation, bevor sie ihr Rechtsstudium in Chicago aufnahm. In Luzern forschte sie zu den Critical Legal Studies, einer rechtstheoretischen Strömung, die davon ausgeht, dass Recht eng mit gesellschaftlichen Verhältnissen und Machtungleichgewichten verwoben ist. Am Forschungsumfeld in Luzern schätzte Claire insbesondere den interdisziplinären Zugang zum öffentlichen Recht und den Schwerpunkt auf Law and Economics. Ihr Aufenthalt bot ihr zudem die Gelegenheit, sich im Rahmen der Lucerne Graduate Academy for Law and Economics und der Lucerne Academy for Human Rights Implementation fachlich auszutauschen. Auch die Stadt Luzern gewann sie rasch für sich: «Lucerne is a beautiful city, and everyone I have met has been very welcoming.»

Wyatt Elsner fand über einen ungewöhnlichen Weg zum Recht: Vor seinem Jurastudium schloss er ein Studium der Neurowissenschaften an der University of California, San Diego, ab. In Luzern widmete er sich der richterlichen Normenkontrolle und untersuchte aus rechtsvergleichender Perspektive, wie sich unterschiedlich stark ausgeprägte gerichtliche Kontrollbefugnisse auf die Auslegung von Gesetzen auswirken. Vom Blick über den eigenen Tellerrand erhoffte er sich neue Einsichten: Wer sich ausschliesslich im US-amerikanischen Rechtssystem bewege, laufe Gefahr, den Blick zu verengen und die Vorzüge anderer Strukturen zu übersehen. Dass er sich während seiner Forschungsarbeit täglich in unmittelbarer Nähe zu See und Bergen aufhalten konnte, wusste er ebenfalls zu schätzen: «It is hard to imagine a more beautiful place to spend two months diving into research.»

Mit den Forschungsaufenthalten von Claire Walton und Wyatt Elsner wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl von Klaus Mathis und der University of Chicago Law School fortgesetzt. Seit mehr als zehn Jahren kommen im Rahmen dieser Kooperation regelmässig Studierende für Forschungspraktika nach Luzern.