WiRe-Nachwuchstagung
Regulierung? – Deregulierung! – Staatliche Markteingriffe aus interdisziplinärer Perspektive
3. Nachwuchstagung des Instituts für Wirtschaft und Regulierung - WiRe
Freitag, 4. Dezember 2026 | Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern | 2.A44

Doktorierende und Postdocs aus dem In- und Ausland präsentieren in vier Panels ihre Forschung zum Spannungsverhältnis von Regulierung und Deregulierung.
Die Themen reichen von der Selbstregulierung internationaler Sportverbände über Gesundheitsdatenräume und die Regulierung der Fusionsenergie bis zum europäischen Energiegrosshandel.
Datum und Ort:
Freitag, 4. Dezember 2026, 09.00 bis 18.00 Uhr
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, Raum 2.A44
Tagungsprogramm:
Das detaillierte Programm folgt.
Anmeldung:
Die Teilnahme ist kostenlos.
► Das Anmeldeformular wird im Oktober aufgeschaltet. Bis dahin nehmen wir Ihre Anmeldung gerne per E-Mail an wire-nachwuchstagung@unilu.ch entgegen. Bitte geben Sie dabei Vorname, Name und Organisation an.
Vergangene Tagungen
Am 13. und 14. Dezember 2024 fand an der Universität Luzern die erste Nachwuchstagung des Instituts für Wirtschaft und Regulierung (WiRe) statt.
«Die Vielfalt der rechtlichen Regulierungsinstrumente: Eine kritische Betrachtung»
Unter dem Titel «Die Vielfalt der rechtlichen Regulierungsinstrumente: Eine kritische Betrachtung» trafen sich rund 40 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Ausland, um aktuelle Fragen der Rechts- und Wirtschaftsforschung zu diskutieren. Die Tagung beleuchtete die Vielfalt an Regulierungsinstrumenten und ihre Bedeutung für die Praxis. Schwerpunkte waren unter anderem innovative Regulierungsansätze, die Herausforderungen durch Klimawandel und Digitalisierung sowie die Rolle sogenannter «weicher» Instrumente wie Nudges oder finanzielle Anreize. Besonders spannend war die Frage, ob diese Instrumente tatsächlich als «weich» bezeichnet werden können oder ob sie in ihrer Wirkung eher den Charakter harter Regulierungen annehmen.
Beispiele zeigten, wie Subventionen und Empfehlungen zusammen genutzt werden, um Anreize für Innovationen zu schaffen. Ein weiteres zentrales Thema war der zunehmende Einsatz innovativer Regulierungsmodelle wie Sandbox-Regulierungen − darunter versteht man ein kontrolliertes Testumfeld für Innovationen −, Quoten und Zertifikate sowie die verstärkte Einbeziehung privater Akteure wie Unternehmen, Verbände oder Forschungseinrichtungen in Regulierungsdialoge. Auch die Auswirkungen der Regulierungsdichte und mögliche kontraproduktive Effekte wurden diskutiert.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich intensiv über die Wirksamkeit von Regulierungen und die Frage von unbeabsichtigten Folgen aus. Insbesondere Beispiele wie der CO2-Emissionshandel und die Regulierung von Green Bonds verdeutlichten die Herausforderung, Effizienz, Akzeptanz und Verhältnismässigkeit in Einklang zu bringen. Weitere spannende Diskussionen drehten sich um das Private Enforcement, also die Rolle privater Akteure bei der Umsetzung staatlicher Regulierung.
Die Tagung zeigte neue Ansätze, wie rechtliche Instrumente so gestaltet werden können, dass sie Effizienz, Innovationsförderung und gesellschaftliche Akzeptanz unterstützen. Die Diskussionen und Beiträge lieferten wichtige Anregungen für die juristische Forschung und Praxis, vor allem in Bezug darauf, wie man Regulierungskosten vermeiden und sicherstellen kann, dass die Massnahmen angemessen und verhältnismässig bleiben.

