Wissenschaftsforschung in Luzern verbindet empirische, theoretische und historische Ansätze. Untersucht werden einzelne wissenschaftliche Unternehmungen, grössere konzeptionelle Zusammenhänge sowie die Herausbildung neuer Forschungsgegenstände und Forschungspraktiken. Insgesamt wird das Phänomen ‚Wissenschaften’ als geschichtlich veränderliche, je nach Kontext und Gegenstand variable Erkenntnisform untersucht. Ziel ist es, sich zu wissenschaftlichen Erkenntnissen in ein eigenständiges Verhältnis zu setzen. Thematisch gilt das Interesse in gleicher Weise den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte und ausgewählte Publikationen finden Sie hier.

Wissenschaftsforschung kann im Masterbereich als Major (Hauptfach) im Integrierten Studiengang Kulturwissenschaft und als Nebenfach in Kombination mit einer Reihe von Fachstudiengängen auf Masterstufe (Geschichte, Ethnologie, Judaistik, Philosophie, Politikwissenschaft, Religionswissenschaft) studiert werden. Das Nebenfachangebot steht auch Studierenden anderer Schweizer Universitäten offen. Näheres hierzu auf der Seite Studium und Lehrveranstaltungen. Das Studienangebot zielt darauf ab, die Arbeit der Wissenschaften in ihren Voraussetzungen zu erfassen und in grössere historische und gesellschaftliche Zusammenhänge einzuordnen. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit den Grundlagen und Praktiken wissenschaftlichen Wissens. Dabei geht es zum Beispiel um die Wechselwirkungen zwischen Forschungsinstrumenten und Erkenntnismöglichkeiten, um die Geschichte von Forschungsproblemen oder um das veränderliche Verständnis von Grundbegriffen wie „Objektivität“. Darüber hinaus wird die Rolle wissenschaftlichen Wissens im Alltag und im politischen Entscheidungsprozess verfolgt. Insgesamt sollen die Umstände und Bedingungen durchsichtig werden, die wissenschaftliche Erkenntnisse jeweils charakterisieren. Eine Liste mit Lektürevorschlägen gibt einen ersten Eindruck von den theoretischen Positionen und dem Interessenspektrum der Wissenschaftsforschung.

Wissenschaftsforschung ergänzt sich als Spezialisierung sehr gut mit einem vorhergehenden Bachelorabschluss in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach. Besonders geeignet ist der Studiengang auch für Bewerberinnen und Bewerber mit einem naturwissenschaftlichen Hintergrund, die Interesse an den Voraussetzungen wissenschaftlichen Wissens haben und ihre fachwissenschaftlichen Kenntnisse auf neue Tätigkeitsfelder hin öffnen wollen.

 

 

Bild: H. Wieners und P. Treutleins Sammlungen mathematischer Modelle, Tafel 1, Leipzig/Berlin: Verlag B.G. Teubner, 1912.