Diese religiöse Gemeinschaft ist erloschen. (Stand: 2016)

Eine Jeschiwa ist eine religiöse Ausbildungsstätte, die junge jüdische Männer zum Studium der Thora (Fünf Bücher Mose, Propheten und Schriften), des Talmud (Thora-Interpretation), der Religionsvorschriften, Recht und Ethik anleitet.

Die Schweizerische Talmudhochschule wurde 1952 zuerst in Lugano gegründet. 1954 erfolgte der Umzug nach Luzern auf den Bramberg, 1968 konnte ein grosser Neubau in Kriens-Obernau bezogen werden. Vielen Krienserinnen und Kriensern waren die Jugendlichen mit Schläfenlocken und in weissen Hemden, schwarzen Anzügen und Borsalino-Hüten gekleidet zu Beginn fremd, doch mit den Jahren gewöhnten sie sich an die jungen Männer im Alter von 14 bis 19 Jahren. Anfangs bildete die jüdisch-orthodoxe Hochschule 80 bis 100 Schüler aus, die aus vielen orthodoxen Gemeinden im In- und Ausland kamen. In den 1980er Jahren wuchs die Studierendenzahl auf 150 Schüler an. In den letzten Jahren setzte jedoch ein markanter Schrumpfungsprozess bis hin zur möglichen Schliessung wegen ausbleibender Schüler und damit fehlender finanzieller Mittel ein. Die als Privatinstitution geführte jüdische Hochschule droht damit das Aus, was zugleich die Fortexistenz der kleinen orthodoxen jüdischen Gemeinde Luzern gefährden würde. Nur zu oft verhalfen die orthodoxen Schüler der Gemeinde, die für einen jüdischen Gottesdienst benötigte Mindestanzahl von zehn jüdischen Männern zu erreichen.

Eine Jeschiwa bildet die Vorstufe zur Rabbinerausbildung. Die Schüler können danach eine der Jeschiwot in Israel, England oder den USA absolvieren. Die Jeschiwa ist aus Angst vor Antisemitismus sehr öffentlichkeitsscheu.

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«Religionsvielfalt im Kanton Luzern» (www.unilu.ch/rel-LU) ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: 08.12.2016