Microcredential „Gesundheitsversorgung im Migrationskontext“
Cultural Humility, Bias und Kommunikation
3 Tage | 20 Lektionen | 1 ECTS
Über 40 % der ständigen Wohnbevölkerung in der Schweiz hat einen Migrationshintergrund. Gesundheitsfachpersonen begegnen daher täglich Patient:innen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen – eine Realität, die in vielen Grundausbildungen bisher wenig berücksichtigt wird. Dieses Microcredential vermittelt zentrale Kompetenzen für eine kultursensible, reflektierte und wirksame Kommunikation im klinischen Alltag. Im Fokus stehen Cultural Humility, der Umgang mit eigenen Bias sowie kulturspezifische Erklärungsmodelle von Gesundheit und Krankheit.
Der Kurs bietet eine fundierte Einführung in interkulturelle Kommunikation im Gesundheitswesen. Behandelt werden u. a.:
- Cultural Humility und Reflexion eigener Prägungen (Bias)
- soziale Determinanten von Gesundheit (SDH), Health Literacy & Health Equity
- kultursensible Erklärungsmodelle, insbesondere im Bereich psychischer Gesundheit
- interprofessionelle Zusammenarbeit und Einsatz von Dolmetschenden
- praxisnahe Fallbeispiele und Rollenspiele mit simulierten Patient:innen
- kritische Reflexion des eigenen Arbeitsumfelds (SWOT Analyse)
Kursdauer: 3 Tage (20 Lektionen)
Selbststudium: 10 Stunden
Dieser Kurs richtet sich an alle im Gesundheitswesen tätigen Fachpersonen, die ihre Handlungs- und kommunikative Kompetenz im klinischen Alltag stärken möchten. Dazu gehören Ärzt:innen, Pflegefachpersonen, Physiotherapeut:innen, Hebammen, Psycholog:innen, Sozialarbeitende sowie weitere Akteur:innen der Gesundheitsversorgung
- Erwerb vom theoretischen Verständnis in Bezug auf soziale Determinanten von Gesundheit (SDH), Health Literacy und Health Equity im Migrationskontext.
- Kenntnisse über aktuelle Konzepte wie „Cultural Humility“, die Reflexion eigener Stereotypen/Bias sowie die Anwendung kultursensibler Erklärungsmodelle (insbesondere bei psychischer Gesundheit).
- Praktische Erfahrungen und Anwendung durch interaktive Fallbeispiele und Rollenspiele mit simulierten Patient:innen.
- Kritische und lösungsorientierte Evaluation des eigenen Arbeitsumfelds bezüglich Stärken, Schwächen, Problemen und Chancen (SWOT-Analyse), um die eigene interkulturelle Praxis zu stärken und Handlungspläne abzuleiten.
Dr. med. Anne Jachmann
Kursleitung und Dozentin
Lehr- und Forschungsbeauftragte für Migration and Refugee Health
Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Universität Luzern

Ass. Prof. Dr. med. Dr. phil. nat. Monika Müller
Dozentin
Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Universität Luzern
Leitende Ärztin, Luzerner Psychiatrie AG

Dr. Brigitte Hofstetter
Dozentin
Lehr- und Forschungsbeauftragte für qualitative Methoden
Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Universität Luzern
- interaktiver Unterricht
- Fallbeispiele & Gruppendiskussionen
- Rollenspiele mit simulierten Patient:innen
- Praxistransfer & Erfahrungsaustausch
- Early Bird bis Ende Juni 2026: CHF 675.00
- Regular Rate bis Anfang August 2026: CHF 760.00
In den Kosten sind die Einschreibegebühren, das Kursmaterial und zwei Kaffeepausen pro Tag inbegriffen. Das Mittagessen wird von den Teilnehmenden selbst organisiert.
Zugelassen sind Personen mit einem Abschluss in einer Gesundheitsdisziplin an einer anerkannten Hochschule und mindestens 1 Jahr qualifizierter Berufserfahrung. Zusätzlich kann die Studienleitung Personen “sur dossier” zulassen, wenn vergleichbare Kompetenzen und relevante Berufserfahrung nachgewiesen werden können (z. B. diplomierte Pflegefachpersonen mit Praxiserfahrung). Für sur dossier-Zulassungen muss die Kursleitung angefragt werden.
Die maximale Anzahl Teilnehmenden ist auf 20 Personen beschränkt.
- Teilnahmebestätigung
- 1 ECTS im Rahmen des Microcredential‑Formats
Microcredentials sind kompakte Kurse, in denen man sich gezielt in ein spezifisches Thema vertieft, dafür ECTS-Punkte erhält und nach Abschluss ein Mikrozertifikat – also einen Qualifikationsnachweis für eine kurze Lerneinheit – bekommt.