Gut aufgestellt für die Zukunft

Jahresbericht 2025: Vorwort Armin Hartmann, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Luzern, Präsident Universitätsrat

Das erfolgreiche 25-Jahr-Jubiläum hat der  breiten Öffentlichkeit ein vielfältiges Bild der Universität Luzern offenbart. Die Entwicklung der höheren Bildung seit  der Gründung des Jesuitengymnasiums vor über 450 Jahren, die gescheiterten Anläufe zur Gründung einer  Universität, der erfolgreiche Urnengang im Jahr 2000, das  Wachstum auf sechs Fakultäten sowie die hervorragenden  Zukunftschancen sind dabei nur Blitzlichter einer stetigen  Weiterentwicklung. Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres, der  vielbeachtete Tag der offenen Tür, zeigte eindrücklich, was  die Universität Luzern von anderen Universitäten unter scheidet: Sie ist näher am Volk, sie ist offener und sie darf  auf eine riesige Zahl von Unterstützerinnen und Unterstützern zählen. Diese Ausgangslage bringt mit sich, dass sich  die breite Öffentlichkeit für die Entwicklungen interessiert  und dass Herausforderungen kontrovers thematisiert und  engagiert diskutiert werden. Dieser Diskurs ist wichtig.  Diese lokale Nähe erdet die Institution, behält sie nah an der  Bevölkerung, nah an der Wirtschaft und nah an der Realität.  Es ist deshalb nicht überraschend, dass die wichtigsten  Entwicklungen auch dank des Jubiläumsjahres eine willkommene Plattform fanden – und auch medial vertieft aufgegriffen wurden.

Der Aufbau des Zuger Instituts für Blockchainforschung (ZIBR) ist abgeschlossen, die Gründung erfolgt. Das neue extern getragene Institut bringt bis zu neun neue Professuren an die Universität Luzern, die meisten Berufungen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Das bedeutet einen gewaltigen Impuls für die Lehr- und Forschungstätigkeiten der Universität. Der Impuls ist breit, da die neuen Professuren in die Fakultätslandschaft integriert werden.

Die Entwicklung der Studierendenzahlen ist je nach Fakultät unterschiedlich. Die neuen Fakultäten sind sehr erfolgreich. Ältere Fakultäten hatten in den letzten Jahren teilweise Mühe, die uniinternen Erwartungen zu erfüllen. Sie haben grösseren Druck, die Angebote anzupassen und neu auszurichten. Das öffentliche Interesse an den Studierendenzahlen ist legitim, da damit zahlreiche Fragen der Hochschulpolitik verbunden sind: Welches Wachstum strebt die Universität Luzern an? Wie wichtig ist die Entwicklung der Studierendenzahlen – insbesondere angesichts einer im nationalen Vergleich tiefen Grundfinanzierung? Ist die Anzahl der Studierenden Ausdruck einer hohen Qualität? Dürfen die uniinternen Mittel zu den Angeboten gelenkt werden, die sich hoher Beliebtheit erfreuen, oder ist eine wirtschafts- und gesellschaftspolitische Relevanz nicht ebenso wichtig?

Diese Fragen erhielten auch deshalb öffentliches Gewicht, weil ein strukturelles Defizit die Universität zu einem internen Sparprogramm zwang. Dank der rasch eingeleiteten Massnahmen hat die Universität nun wieder an Handlungs- und Gestaltungsspielraum gewonnen. Diesen wollen Universitätsrat und Hochschulleitung nutzen. Nach dem erfolgreichen Aufbau der beiden neuen Fakultäten und dem Übertritt in das Szenario Konsolidierung tritt die Universität in eine neue Strategieperiode ein. Es geht darum, den Rahmen für die mittel- und langfristige Weiterentwicklung abzustecken. Sicher ist, es wird auch dazu einen öffentlichen Diskurs geben.

Für das erfolgreiche Jahr 2025 möchte ich mich bei allen Verantwortlichen der Universität ganz herzlich für die sehr geschätzte Arbeit bedanken. Rektor Martin Hartmann und seine Hochschulleitung führen die Organisation umsichtig und setzen einerseits auf den persönlichen Kontakt, anderseits auf ein starkes Netzwerk. Darüber hinaus haben viele kompetente und engagierte Menschen die Universität Luzern im Berichtsjahr weiterentwickelt. Diesen Weg wollen wir auch in den nächsten Jahren weitergehen – gemeinsam, zielgerichtet, nahe am Volk, im breiten Diskurs und mit viel Leidenschaft und Freude.

Armin Hartmann, im Juni 2026