KSF LEHRVERANSTALTUNGEN ETHNOLOGIE VORLESUNGSVERZEICHNIS HERBSTSEMESTER 2021 KULTUR- UND SOZIALWISSEN- SCHAFTLICHE FAKULTÄT ETHNOLOGISCHES SEMINAR 2 3 Inhaltsverzeichnis Adressen und Öffnungszeiten 4 Informationen 5 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA 8 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im MA 12 Wie kann ein Studienverlauf konkret aussehen? 15 Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars 16 Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen 28 Stundenplan HS 2021 32 4 Adressen und Öffnungszeiten Universität Luzern Ethnologisches Seminar Frohburgstr. 3 Postfach 4466 6002 Luzern ethnosem@unilu.ch Professuren: Bettina Beer, Prof. Dr., bettina.beer@unilu.ch Seminarleitung (Sprechstunde nach Vereinbarung) Büro 3.A28 Sandra Bärnreuther, Ass.-Prof. Dr. phil., sandra.baernreuther@unilu.ch (Sprechstunde nach Vereinbarung) Büro 3.A31 Studienberatung: Tobias Schwörer, Dr., tobias.schwoerer@unilu.ch Fachstudienberater und Mobilitätsverantwortlicher Tel. ++41 (0)41 229 55 73 Büro 3.A20 Sekretariat: Luzia Weber, luzia.weber@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 229 55 71 Büro 3.A27 Öffnungszeiten Sekretariat: Montag: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr Dienstag: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr Mittwoch: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr mailto:bettina.beer@unilu.ch mailto:sandra.baernreuther@unilu.ch mailto:luzia.weber@unilu.ch 5 Informationen 1. Abschlüsse Promotion Ibrahim Ankaoglu: “Anarchie und Subsistenzwirtschaft bei den Tau´t Batu. Eine ethnologische Fallstudie im Hochland von Palawan (Philippinen).“ (Betreuerin: Bettina Beer) Willem Church: “Anticipating Gold: Factional Competition around a Prospective Copper-Gold Mine, Morobe Province, Papua New Guinea” (Betreuerin: Bettina Beer) Master Irina Picmous: “Eine kritische Diskussion der ethnologischen Literatur zu den Berdaches-Two-Spirits in Nordamerika. Perspektiven aus der Queer(ing) Anthropology“ (Betreuerin: Bettina Beer) Anina Koch: “Beauty is in the skin“: Ein Vergleich der Hautaufhellungspraktik in Jamaika, Tansania und Japan (Betreuerin: Anika König) Sarah Suter: “Every Drop. The Anti-Politics Machine of Drilling Boreholes in Isiolo, Kenya“ (Betreuer: Tobias Haller) Kendra Bätschers: “Nachhaltigkeit” – global vs. lokal. Eine ethnologische Begriffsanalyse anhand des Fallbeispiels der Huaorani in Ecuador und der Ressourcenextraktion (Betreuerin: Bettina Beer) Joy Amendola: “Kultur in der Schule: Das Kulturkonzept im Zürcher Bildungssystem. Eine ethnologische Analyse des Kulturbegriffs im Unterrichtsfach Religionen, Kulturen, Ethik“ (Betreuerin: Bettina Beer) Simon Jäggi: “Instead of Waiting: Eine visuelle Ethnologie zur Wartesituation von Menschen im Bundesasylzentrum Basel“ (Betreuer: Tobias Schwörer) Bachelor Lisa Studer: “Wenn Trauma zum Beweis der Wahrheit wird: eine ethnologische Analyse der Bedeutung von Traumadiagnose in der europäischen Asylpolitik“ (Betreuerin: Sandra Bärnreuther) Latest Publications Bettina Beer 2020 Der Brief als Forschungsfeld. Ethnologie. In: Marie Isabel Matthews-Schlinzig, Jörg Schuster, Jochen Strobel (Hg.), Handbuch Brief. Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, 125-140, Band 1. Berlin: De Gruyter. Bettina Beer und Anika König (Hg.) 2020 Methoden Ethnologischer Feldforschung. (3. völlig überarbeitete und erweiterte Neuauflage). Berlin: Dietrich Reimer Verlag. Sandra Bärnreuther 2021 Racializing Infertility: How South/Asian-ness has been Constituted as an Independent Risk Factor in Infertility Research and IVF Practice. In: Social Science and Medicine 2020 Traders of Gametes, Brokers of Values: Mediating Commercial Gamete Donations in Economy & Society 49(3): 455-473. https://doi.org/10.1080/03085147.2020.1743074 2. Studentische Mobilität Wer ein oder mehrere Semester an einer anderen Universität im In- oder Ausland studieren möchte, sollte sich angesichts der Fristen und relativ kurzen Regelstudienzeit von 6 Semestern im BA und 4 Semestern im MA möglichst frühzeitig über die Modalitäten der Studierendenmobilität informieren und mit den für die Mobilität zuständigen Personen im Dekanat und im Seminar sowie mit der Fachstudienberatung Kontakt aufnehmen. Besonders vorteilhaft sind Austauschsemester an ausländischen Partneruniversitäten im Rahmen des ERASMUS- Programms. Weitere Informationen befinden sich auf der Website der Universität Luzern: https://www.unilu.ch/international/mobilitaet/studierendenmobilitaet/studierende-outgoing/ https://doi.org/10.1080/03085147.2020.1743074 https://www.unilu.ch/international/mobilitaet/studierendenmobilitaet/studierende-outgoing/ 6 3. Facebook-Gruppe „Ethnologie Luzern“ Am Ethnologischen Seminar ist eine offene Facebook-Gruppe („Ethnologie Luzern“) entstanden, zu der alle Studierenden und Interessierten herzlich eingeladen sind! 4. Informationskompetenz Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) Einmal im Jahr wird jeweils im Herbstsemester von der ZHB ein Modul zur Informationskompetenz angeboten, das Teil der Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" ist. Eine Doppelstunde findet im Rahmen der Vorlesung statt, zwei Doppelstunden werden als Block angeboten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Der Besuch der Veranstaltung zur Informationskompetenz ist für alle Studierenden verpflichtend. Ohne den Nachweis des Besuchs der Veranstaltung ist eine Zulassung zur BA- Prüfung nicht möglich. Studierende aus integrierten Studiengängen können wählen, in welchem der an ihrem Studiengang beteiligten Fächer sie daran teilnehmen. Studierenden der Ethnologie wird dringend empfohlen, diese im Rahmen der Einführungsvorlesung zu absolvieren. 5. News Rachel E. Smith Since last year, Rachel E. Smith is joining the department as a Lecturer, and is also a Research Associate in the Max Planck Cambridge Centre for the Study of Ethics, Human Economy and Social Change (MaxCam). Her PhD research, completed in 2016, examined the relationships between kinship and economy in island Vanuatu. Her thesis was based on 16 months’ fieldwork (November 2011-March 2013) looking at social changes due to a high degree of engagement in New Zealand’s ‘Recognised Seasonal Employer’ (RSE) program, in which islanders engage in overseas seasonal labour in the horticultural industry. Her research was part of an ESRC- funded comparative research project, 'Domestic Moral Economy: an ethnographic study of value in the Asia- Pacific region’. From 2016-2018, Rachel was a Postdoctoral Fellow in Anthropology at Stanford University conducting research in Vanuatu as part of the interdisciplinary research project, 'Mind and Spirit’, focussed on comparative spiritual experience and theory of mind. Her current research explores the ethics and economy of kava, a soporific beverage with relaxant and medicinal properties. Kava is associated in Vanuatu with ritual and customary medicine but there are now flourishing domestic and international markets for recreational, and pharmaceutical uses, leading to great hopes for economic development but also uncertainties and contestations over its economic, political and ethical values. Willem E. Church From October 2021, Willem Church will be commencing a two-year post-doctoral research stay at the Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology in the Department of Human Behaviour, Ecology and Culture, funded by the Swiss National Science Foundation. His research will involve developing computational models of changing social norms in multi-cultural populations. Through such simulations, the project asks: what conditions shape the dynamics of norms when individuals interact in a heterogeneous population of actors, each with different normative expectations? Which norms become dominant, to what extent, and why? Winteruniversiade 2021 Im Dezember 2021 findet die 30. Austragung der Winteruniversiade mit Luzern als Host City statt. Das Programm besteht aus Sportwettkämpfen mit internationalen Gästen in insgesamt zehn Wintersportarten und einem wissenschaftlichen Austausch im Rahmen der FISU-Weltkonferenz für Innovation - Bildung - Sport an der Universität Luzern. Das Universitätsgebäude der Uni Luzern ist eine der zentralen Örtlichkeiten für die Organisation dieser Veranstaltung und wird deshalb vom 1. Dezember 2021 bis zum 2. Januar 2022 für die Öffentlichkeit gesperrt. Alle Veranstaltungen finden deshalb ab dem 01. Dezember 2021 bis Ende des Semesters per Zoom statt. 7 6. Schwerpunkte Neben theoretischen, methodischen und regionalen Lehrveranstaltungen bietet das Ethnologische Seminar Lehrveranstaltungen zu folgenden Schwerpunkten an: 1) Politik und Wirtschaft, 2) Medizin und Technologie, 3) Soziale Nahbeziehungen. Veranstaltungen und Vorträge von Gastwissenschaftler*innen ergänzen das Lehrprogramm. Unser Unterrichtskonzept betont die enge Verbindung von Forschung und Lehre: Wir verwenden Probleme und Ergebnisse aus laufenden Forschungsprojekten als Beispiele in der Lehre und ermutigen Studierende, eigene Projekte zu entwickeln und an Feldforschungsexkursionen teilzunehmen. Politik und Wirtschaft Im Mittelpunkt der Politik- und Wirtschaftsethnologie stehen zum Einen die politische und wirtschaftliche Organisation unterschiedlichster Gesellschaften. Zum Anderen beschreiben Ethnolog*innen wie lokale Kontexte von nationalen sowie globalen politischen und wirtschaftlichen Dynamiken beeinflusst werden. Weiterhin untersuchen Ethnolog*innen zunehmend diese Prozesse selbst und nehmen zum Beispiel den Nationalstaat, Bürokratien oder kapitalintensive Großprojekte unter die Lupe. Am Seminar erforschen wir zum Beispiel die Folgen von Ressourcen-Nutzung durch Plantagenwirtschaft und Bergbau in verschiedenen Gebieten der Welt. Wir fragen aber auch: Wie wird eine staatliche Krankenversicherung in Indien für ärmere Bevölkerungsschichten geplant und umgesetzt? Oder auf welche Art und Weise setzten sich ökonomische Logiken in der Gesundheitsversorgung durch und restrukturieren diese? Medizin und Technologie Medizin und Technologie aus ethnologischer Perspektive zu beleuchten bedeutet, diese (oft als objektiv oder „natürlich“ erfahrenen) Phänomene als Untersuchungsobjekte zu betrachten und zum Gegenstand sozialwissenschaftlicher Analysen zu machen. Dies geschieht im engen interdisziplinären Austausch, zum Beispiel mit den science and technology studies oder der Wissen(schaft)sgeschichte. Auf welche Art und Weise sind Medizin und Technologie im täglichen Leben präsent? Wie werden sie in spezifischen Kontexten hergestellt, wahrgenommen, genutzt und evtl. umgedeutet? Inwiefern werden diese Erfahrungen durch historische, politische und ökonomische Einflüsse geprägt, und in welchem Zusammenhang stehen sie mit sozialen Ungleichheiten? In unseren Forschungen arbeiten wir über Ideale einer universalen Gesundheitsversorgung, Gesundheitspolitik, Biotechnologien und Digitalisierung vorwiegend in Südasien und Ostafrika. Ein weiterer Fokus liegt auf globalen Vernetzungen und Asymmetrien, insbesondere in Form von Süd-Süd Beziehungen. Soziale Nahbeziehungen Seit Beginn der Ethnologie als wissenschaftlicher Disziplin besteht ein großes Interesse an der Organisation der Beziehungen, die sowohl für das alltägliche Leben als auch für die Reproduktion des kollektiven Lebens zentral sind: Familie, Haushalte, die erweiterte Verwandtschaft sowie das Zusammenleben in Siedlungen oder Nachbarschaften. Diese Nahbeziehungen sind Grundlage der weiteren sozialen Organisation, etwa des wirtschaftlichen und politischen Lebens. Gleichzeitig reagieren Nahbeziehungen auf historische Transformationen. Wenn sie sich wandeln, verändern sich auch andere Bereiche des sozialen Lebens. Heute fragen wir uns zum Beispiel: Wie verändert internationale Migration soziale Nahbeziehungen? Oder was geschieht mit familiären Beziehungen, wenn neue Reproduktionstechnologien die Möglichkeiten Kinder zu bekommen verändern? 8 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA (Bachelor of Arts in Ethnologie / BA in Social and Cultural Anthropology) Musterstudienplan Im Folgenden wird der Musterstudienplan für das BA-Studium im Major aufgeführt. Auf Unterschiede zum Minorstudium gehen die anschliessenden Beschreibung der Veranstaltungstypen und Anforderungen ein. Der Musterstudienplan entspricht der Wegleitung Bachelorstufe der Studien- und Prüfungsordnung 2016 vom 29. Juni 2016 (Stand 1. August 2020). Download unter: www.unilu.ch/ksf-reglemente Musterstudienplan: BA Ethnologie Major Studienbeginn ab HS 2021 I Studienleistungen Major Kolloquialvorlesung Einführung in die Ethnologie 3 A s s e s s m e n ts tu fe (1 . & 2 . S e m e s te r) Proseminar Einführung in die Ethnologie 4 Methodenseminar Einführung in die Methoden der Ethnologie 4 Proseminar Regionale Einführung 4 Proseminararbeit1 4 Proseminar Geschichte der Ethnoloige 4 Proseminararbeit 4 Informationskompetenz Im Rahmen einer ausgewiesenen Lehrveranstaltung Orientierungsgespräch Kolloquialvorlesung Einführung in Bereiche der Ethnologie 3 H a u p ts tu d iu m (3 .-6 . S e m e s te r) Zwei Hauptseminare Aus zwei verschiedenen Bereichen wählbar (Politik und Wirtschaft, Medizin und Technologie, Soziale Nahbeziehungen) 8 Zwei Hauptseminararbeiten Aus zwei verschiedenen Bereichen wählbar (Politik und Wirtschaft, Medizin und Technologie, Soziale Nahbeziehungen) 12 Hauptseminar 4 Hauptseminararbeit 6 Weitere Studienleistungen 15 II Studienleistungen im Minor Studienleistungen Minor2 50 III Freie Studienleistungen ganzes Studium Freie Studienleistungen Studienleistungen, inklusive Sozialkompetenz (0-4 Cr) 20 IV BA-Abschluss BA-Arbeit Major 25 Mündliche BA-Prüfung Major 5 Schriftliche BA-Prüfung Minor 5 1 Auch Arbeiten, die zum Methodenseminar geschrieben werden, müssen inhaltlichen Charakter haben. 2 Siehe Musterstudienplan des gewählten Minors http://www.unilu.ch/ksf-reglemente 9 Veranstaltungstypen und Anforderungen im Bachelorstudium Kolloquialvorlesung (KVL): Einführung in die Ethnologie Diese Pflichtveranstaltung ist als Überblick und Einführung in das Studium der Ethnologie, in Gegenstand, Methodik, Grundbegriffe und Geschichte des Faches angelegt und sollte im ersten oder zweiten Semester besucht werden. Sie soll Antworten auf die Fragen geben, was Ethnologie ist und welche Fragestellungen mit welchen Methoden verfolgt werden. Neben fachspezifischen Methoden und Theorien werden auch fächerübergreifende wissenschaftliche Arbeitsweisen vorgestellt. Sowohl praktische Studien- und Arbeitstechniken als auch wissenschaftstheoretische Grundlagen sind Gegenstand der Lehrveranstaltung. In der Einführung sollen Erstsemester außerdem eine eigene Vorstellung davon entwickeln, welchen Sinn das Studium der Ethnologie hat und welches ihre eigenen Zielsetzungen sind. Aus diesem Grund wird auch die Frage der Berufsperspektiven berücksichtigt. Informationskompetenz Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) Einmal im Jahr jeweils im Herbstsemester bietet die ZHB ein Modul zur Informationskompetenz an. Eine Doppelstunde findet im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" statt, zwei Doppelstunden werden als Block angeboten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Für Studierende ist der Besuch der Veranstaltung zur Informationskompetenz verpflichtend. Ohne den Nachweis des Besuchs der Veranstaltung ist eine Zulassung zur BA-Prüfung nicht möglich. Studierende aus integrierten Studiengängen können wählen, in welchem der an ihrem Studiengang beteiligten Fächer sie daran teilnehmen. Studierenden der Ethnologie wird dringend empfohlen diese im Rahmen der Einführungsvorlesung zu absolvieren. Proseminar (PS): Einführung in die Ethnologie Ergänzend zur Kolloquialvorlesung "Einführung in die Ethnologie" wird im ebenfalls obligatorischen Proseminar basierend auf einem Lehrbuch und zusätzlichen Artikeln ein Überblick über das Fach gegeben. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten. Kolloquialvorlesung (KVL): Einführung in Bereiche der Ethnologie Zusätzlich zur Kolloquialvorlesung „Einführung in die Ethnologie“ werden regelmäßig einführende Vorlesungen in die Schwerpunkte der Mitarbeiter*innen des Ethnologischen Seminars angeboten. Von den Vorlesungen zur Einführung in die verschiedenen Bereiche der Ethnologie ist ebenfalls eine obligatorisch zu besuchen. In diesen Vorlesungen wird ein erster Überblick über die behandelten Themen gegeben, die dann in Haupt- und Masterseminaren vertieft werden können. Methodenseminar (MS): Einführung in Methoden der Ethnologie In dieser Pflichtveranstaltung wird anhand von einer oder mehrerer ethnologischer Monographien gezeigt, wie Ethnologen Forschungsfragen entwickeln, sich Problemen annähern und mit welchen empirischen Methoden sie Daten erheben und wie sie diese auswerten. Auch Strategien der Darstellung von Forschungsergebnissen werden diskutiert. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten. Proseminar (PS): Regionale Einführung In diesem ebenfalls obligatorischen Proseminar werden abwechselnd zu verschiedenen regionalen Gebieten Veranstaltungen angeboten. Im Mittelpunkt steht die Lektüre und Diskussion klassischer und vorbildlicher ethnographischer Texte. Die Auseinandersetzung mit ethnographischen Quellen dient sowohl der Vertiefung des Stoffes des methodischen Seminars als auch dem Erwerb regionaler Kompetenzen (Süd- und Südostasien, Ostafrika, Ozeanien u.a.). Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten und kann aufgrund wechselnder Inhalte auch mehrmals besucht werden. Zudem dient dieses Proseminar dem Einüben wissenschaftlicher Arbeitstechniken der Ethnologie. Proseminar (PS): Geschichte der Ethnologie Im Zentrum dieses obligatorischen Proseminars steht die Lektüre und Diskussion klassischer Texte aus der Geschichte des Faches von der Zeit der Aufklärung bis zu rezenten theoretischen Debatten. Die Vorlesung „Einführung in die Geschichte der Ethnologie“ kann ebenfalls angerechnet werden. Sie gibt einen Überblick über Fragestellungen, Grundannahmen und Methoden von Hauptrichtungen der Ethnologie. Die Veranstaltungen werden regelmäßig angeboten und können aufgrund wechselnder Inhalte auch mehrmals besucht werden. Wissenschaftsgeschichtliche Kenntnisse sind in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung: Für die Ausbildung ist es häufig praktischer, mit leichter verständlichen älteren Autoren und Publikationen zu beginnen, die Grundlage und Bezug für komplexere neuere sind. Zentrales Anliegen der Lehrveranstaltungen ist es, Wissenschaft als Prozess verständlich zu machen, in dem auch das heute Modernste vielleicht morgen schon als "out" gilt, andererseits aber scheinbar neueste Ideen Jahrhunderte alt sein können. Grundlegende Kenntnisse in der Geschichte ethnologischer Theorien und Methoden der Ethnologie werden bei der BA-Abschlussprüfung vorausgesetzt. Proseminararbeiten Zu zwei der in einem Proseminar oder im Methodenseminar behandelten Themen muss eine schriftliche Hausarbeit im Umfang von 15 Seiten nach Absprache mit der jeweiligen Dozentin bzw. dem Dozenten angefertigt werden. Die Arbeiten werden benotet. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit 10 dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. Orientierungsgespräch Das im Major obligatorische Orientierungsgespräch soll zum einen die Studierenden hinsichtlich der generellen Eignung zum Studium orientieren und zum zweiten Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung des Hauptstudiums geben. Es findet nach dem zweiten oder spätestens nach dem dritten Fachsemester mit einem der Professorinnen statt. Die Termine sind direkt mit ihnen zu vereinbaren. Mit der Anmeldung ist eine ca. zweiseitige Reflexion über das bisherige Studium einzureichen, die eine Selbsteinschätzung in Bezug auf die erworbenen Fähigkeiten sowie auf Stärken und Schwächen enthalten soll. Des Weiteren müssen ein aktueller Leistungsnachweis mit allen bislang erworbenen Credit Points sowie die Kopie einer schriftlichen Arbeit vorgelegt werden. Hauptseminare (HS) Hauptseminare werden zu verschiedenen Bereichen der Ethnologie (Politik, Wirtschaft, Verwandtschaft, Mensch- Umwelt-Beziehungen) angeboten. Daneben gibt es regelmäßig Lehrveranstaltungen zu weiteren Themen der Ethnologie wie beispielsweise Migration, neue Medien, Religionsethnologie oder Kindheitsforschung. Es muss jeweils aus verschiedenen Bereichen der Ethnologie mindestens ein Hauptseminar besucht werden. Im Major sind weitere Hauptseminare zu frei wählbaren Themen zu besuchen. Im Minor können diese durch andere Veranstaltungen oder schriftliche Arbeiten ersetzt werden. Hauptseminararbeiten Es sind drei schriftliche Hausarbeiten im Umfang von 20-25 Seiten, im allgemeinen im Anschluss an ein Haupt- seminar, nach Absprache mit dem jeweiligen Dozierenden anzufertigen. Die Arbeiten werden benotet. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. Sozialkompetenz Wenigstens fünf Studierende können sich zusammenfinden und eine Lektüregruppe organisieren. Zu Lehrveranstaltungen sind auch Tutorate möglich. Listen für empfohlene Literatur sind im Sekretariat 3.A27 erhältlich. Das Vorhaben muss in jedem Fall vor Semesterbeginn mit einer/-m Lehrenden abgesprochen werden, bei dem abschließend ein Protokoll eingereicht wird. Wird die regelmässige Teilnahme am wöchentlichen Forschungskolloquium des Ethnologischen Seminars durch eine Lektüregruppe ergänzt, können zusätzlich zu 2 Credits für freie oder weitere Leistungen 2 Social Credits erworben werden. Weitere Möglichkeiten siehe auch unter: Weisungen zur Vergabe für Credit Points für Sozialkompetenz (SCP) an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät: https://www.unilu.ch/fileadmin/fakultaeten/ksf/Dekanat/dok/Reglemente_Merkblaetter_Formulare/Neuste_Version en/Merkblaetter_und_Formulare/WeisungenSocialCredits_KSF.pdf Weitere und freie Studienleistungen Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie sind weder an Veranstaltungen besonderen Typs noch besonderen Inhalts gebunden. Letzteres gilt auch für die freien Studienleistungen, die sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Faches Ethnologie erbracht werden können. Anstelle von Veranstaltungsbesuchen ist auch das Verfassen von schriftlichen Arbeiten (in Absprache mit dem Dozierenden) möglich. Seminar- und Forschungskolloquium Im ethnologischen Forschunskolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen, Fragestellungen und Ergebnissen ihrer laufenden Forschungen berichten. Bei regelmässiger Teilnahme können 2 Credits erworben werden, die bei freien oder weiteren Studienleistungen anrechenbar sind. Ergänzen Studierende die regelmässige Teilnahme durch eine Lektüregruppe, können sie zusätzlich 2 Social Credits erwerben. BA-Abschluss Um das Studium mit dem BA abzuschließen, muss eine schriftliche Arbeit im Umfang von nicht mehr als 60 Seiten angefertigt werden. Das Thema wird gemeinsam mit einer/m der Dozierenden entwickelt. Außerdem wird eine mündliche Prüfung von 30 Minuten zu zwei verschiedenen Themen abgelegt. Für die mündliche Prüfung werden 5 und für die schriftliche Arbeit 25 Credits vergeben. 11 12 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im MA (Master of Arts in Ethnologie / MA in Cultural and Social Anthropology) Voraussetzungen Ein Masterstudium in Ethnologie setzt ein Bachelorstudium voraus. Im Fach Ethnologie müssen mind. 60 Credits erworben worden sein. Von Inhaberinnen und Inhabern eines Bachelordiploms eines andern Faches können vor Aufnahme des Masterstudiums zusätzliche Leistungen in Ethnologie zur Bedingung gemacht werden. Zudem können in allen Fällen für den Abschluss des Masterstudiums weitere Auflagen gemacht werden. Musterstudienplan Masterstudium Das Masterstudium wird in zwei Varianten angeboten, die gewählt werden können: Ein Masterstudium mit Feldforschungspraktikum und eines ohne Feldforschungspraktikum. Für beide Varianten wird empfohlen im Rahmen der freien oder weiteren Studienleistungen im Fachbereich Ethnologie ein Seminar zu empirischen Methoden der Datenerhebung zu besuchen. Das Methodenseminar, in dem insbesondere qualitative Methoden der ethnologischen Feldforschung behandelt und auch geübt werden, bereitet auf einen mindestens dreimonatigen Forschungsaufenthalt im Aus- oder Inland vor. Wird der Studiengang mit Forschungspraktikum gewählt, reduzieren sich die Freien Studienleistungen im Major oder Minor um vier Credits. Es gibt die Möglichkeit Social Credits im Rahmen des Forschungspraktikums zu erwerben. Im Folgenden wird nur der Musterstudienplan im Major aufgeführt. Auf Unterschiede zum Minorstudium wird in der anschliessenden Beschreibung der Veranstaltungstypen und Anforderungen eingegangen. Musterstudienplan Major mit Feldforschungspraktikum I Studienleistungen Major Masterseminar Zu empirischen Methoden der Datenerhebung 4 Schriftliche Masterseminararbeit 6 Masterseminar 4 Schriftliche Masterseminararbeit 6 Forschungspraktikum 18 II Studienleistungen im Minor Studienleistungen Minor1 20 III Freie Studienleistungen im Major oder Minor Freie Studienleistungen Studienleistungen, inklusive Sozialkompetenz (0-4 Cr)2 17 Musterstudienplan Major ohne Feldforschungspraktikum I Studienleistungen Major Masterseminar Aus zwei verschiedenen Bereichen wählbar (Politik und Wirtschaft, Medizin und Technologie, Soziale Nahbeziehungen) 4 Schriftliche Masterseminararbeit Aus zwei verschiedenen Bereichen wählbar (Politik und Wirtschaft, Medizin und Technologie, Soziale Nahbeziehungen) 6 Masterseminar Aus zwei verschiedenen Bereichen wählbar (Politik und Wirtschaft, Medizin und Technologie, Soziale Nahbeziehungen) 4 Schriftliche Masterseminararbeit Aus zwei verschiedenen Bereichen wählbar (Politik und Wirtschaft, Medizin und Technologie, Soziale Nahbeziehungen) 6 Weitere Leistungen Major 14 II Studienleistungen im Minor Studienleistungen Minor1 20 III Freie Studienleistungen im Major oder Minor Freie Studienleistungen Studienleistungen, inklusive Sozialkompetenz (2-6 Cr) 21 IV Masterverfahren MA-Arbeit Major 30 Mündliche MA-Prüfung Major 10 Schriftliche MA-Prüfung Minor 5 1 Siehe Musterstudienplan des gewählten Minors 2 Zwei Credits in Sozialkompetenz werden als Teil des Forschungspraktikums (als Forschungsbeitrag) verrechnet. Es können noch bis zu vier weitere Credits in Sozialkompetenz geleistet werden. 13 Veranstaltungstypen und Anforderungen im Masterstudium Masterseminare (MAS) Masterseminare werden zu verschiedenen Bereichen der Ethnologie (Politik und Wirtschaft, Soziale Nahbeziehungen/Verwandtschaft, Medizin und Technologie) angeboten. Außerdem werden regelmäßig Lehrveranstaltungen zu weiteren aktuellen Themen in das Lehrprogramm aufgenommen. Im MA-Major ohne Feldforschungspraktikum und im MA-Minor sollten die Masterseminare aus zwei verschiedenen Bereichen der Ethnologie gewählt werden. Masterseminararbeit Zu zwei in den Masterseminarien behandelten Themen sollten zwei schriftliche Masterseminararbeiten nach Absprache mit der jeweiligen Dozentin bzw. dem Dozenten angefertigt werden. Diese Arbeiten werden benotet und sind auch als Übung für die Masterarbeit anzusehen. Sie sollen einen Umfang von 20-25 Seiten haben. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. Die schriftliche Arbeit, die zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Masterverfahren noch ausstehend sein darf, muss – wenn mit der/dem betreuenden Dozierenden nichts anderes vereinbart wurde - mindestens 4 Wochen vor dem letztmöglichen Abgabetermin eingereicht werden. Feldforschungspraktikum Das Feldforschungspraktikum von in der Regel 3 Monaten Dauer soll Studierenden die Möglichkeit geben, ein eigenes empirisches Forschungsvorhaben durchzuführen. Vorbereitung, Abfassen eines Exposés, Durchführung und Auswertung werden von den Lehrpersonen des Ethnologischen Seminars – die alle über Forschungserfahrung und Vertrautheit mit unterschiedlichen Regionen (Südostasien, Ozeanien u.a.) verfügen – intensiv betreut. Das Praktikum kann selbstständig, einzeln oder in Kleingruppen nach Absprache mit einem der Lehrenden oder als von einem Lehrenden betreutes eigenständiges Projekt durchgeführt werden. Bringen Organisations- und Betreuungsform eine intensivere Forschungstätigkeit mit sich, kann sich die Dauer des Praktikums auch verkürzen. Das Konzept des Feldforschungspraktikum ist im Rahmen des Seminar- und Forschungskolloquiums zu präsentieren. Zielsetzungen des Feldforschungspraktikums: o Die Formulierung einer konkreten Fragestellung und eines Forschungsantrags soll geübt, o regionale Kenntnisse sollen vermittelt bzw. vertieft werden, o möglichst verschiedene Methoden sollen erlernt, o und die Erfahrung der Teilnahme am täglichen Leben in einer fremden Gesellschaft gemacht werden. Durch eigene Erfahrungen mit der ethnologischen Feldforschung können Studierende zum einen Ethnographien besser beurteilen und zum anderen ermöglichen sie die notwendige fundierte Quellenkritik. Neben der Stärkung der Methodenkompetenz kann ein Feldforschungspraktikum auch Regionalkompetenz vermitteln, die sich bei der späteren Stellensuche positiv auswirken kann, liegen doch Berufsperspektiven von AbsolventInnen sozial- und kulturanthropologischer Studiengänge erfahrungsgemäß auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, von Institutionen, die sich mit Migration befassen, oder im Museums- und Ausstellungsbereich. Hier sind regionale Kompetenzen meist ebenso gefragt wie fachliche. Ein erfolgreich durchgeführtes Feldforschungspraktikum kann außerdem die Grundlage der Masterarbeit bilden. Diese kann jedoch in jedem Fall auch auf einem Literaturstudium basieren. Am Ende des Feldforschungspraktikums ist ein Feldforschungsbericht im Umfang einer Hausarbeit auf Masterebene obligatorisch. Erst nach der Abgabe des Berichtes können die Credits angerechnet werden. Für die formelle Anrechnung des Feldforschungpraktikums ist der Fachstudienberater zu konsultieren, da eine Buchung der einzelnen Bestandteile des Praktikums online nicht möglich ist. MA-Abschluss Um das Studium mit dem MA abzuschließen, muss eine schriftliche Arbeit im Umfang von nicht mehr als 100 Seiten angefertigt werden. Das Thema wird gemeinsam mit einer/-m der Dozenten entwickelt. Außerdem wird eine mündliche Prüfung von 60 Minuten zu vier verschiedenen Themen abgelegt. Für die mündliche Prüfung werden 10 und für die schriftliche Arbeit 30 Credits vergeben. 14 15 Wie kann ein BA- oder MA-Studienverlauf konkret aussehen? Hier wird eine von verschiedenen möglichen Varianten dargestellt, wie ein Studium in der Regelstudienzeit von vier, bzw. sechs Semestern gestaltet werden kann. Die Regelstudienzeit kann sowohl unter- als auch überschritten werden, wobei letzteres wahrscheinlicher ist, vor allem wenn Studierende neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Reihenfolge des Besuchs von Veranstaltungen kann variieren, so kann etwa das Proseminar „Regionale Einführung“ im ersten Semester oder später besucht werden. Bachelorstudium 1.Semester Vorlesung: Einführung in die Ethnologie Proseminar: Geschichte der Ethnologie Proseminar: Regionale Einführung Verfassen einer Proseminararbeit 2.Semester Vorlesung: Geschichte der Ethnologie Proseminar: Einführung in die Ethnologie Methodenseminar: Einführung in die Methoden der Ethnologie Verfassen einer Proseminararbeit 3.Semester Vorlesung: Einführung in einen Bereich1 der Ethnologie Hauptseminar zu einem Bereich der Ethnologie Hauptseminararbeit zu einem Bereich der Ethnologie Weitere Lehrveranstaltung Orientierungsgespräch 4.Semester Hauptseminar zu einem zweiten anderen Bereich der Ethnologie Hauptseminararbeit zu einem zweiten anderen Bereich der Ethnologie Weitere Lehrveranstaltungen 5.Semester Hauptseminar nach freier Wahl Hauptseminararbeit nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltungen 6.Semester Anfertigen der Bachelorarbeit Weitere Lehrveranstaltungen Prüfungen Masterstudium (mit Feldforschungspraktikum) 1.Semester Masterseminar zu empirischen Methoden der Datenerhebung Masterseminararbeit Weitere Lehrveranstaltungen 2.Semester Masterseminar Masterseminararbeit Weitere Lehrveranstaltungen 3.Semester Feldforschungspraktikum (vorzugsweise in den Semesterferien) Weitere Lehrveranstaltungen 4.Semester Anfertigen der MA-Arbeit Prüfungen 1 Die am Ethnologischen Seminar unterrichteten Schwerpunkte sind auf Seite 7 beschrieben 16 Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Desire and Danger: Food, Drink and Drugs in Anthropological Perspective Dozent/in: Dr. Rachel Elizabeth Smith Veranstaltungsart: Proseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor Termine: Wöchentlich Mo., 12:15 - 14:00, ab 20.09.2021 FRO, 4.B02 Wöchentlich Mo., 12:15 - 14:00, ab 06.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Food, drink and drugs are fundamental necessities of survival, but are also suffused with rich cultural and social meanings, and ethical, and religious, as well as economic values. This course will focus on the central place of these comestibles in daily life, and social relationships, at local and global levels. Ingestible substances often provoke desire, providing pleasure and the basis for shared sociality, but can also be deemed dangerous, disgusting, immoral and anti-social. Drawing on foundational texts in anthropology, as well as contemporary case studies, we will examine ideas and practices surrounding food, drink and drugs from symbolic, social, and political economic perspectives. We will consider different foodstuffs and intoxicants in the context of issues such as ethnic and religious identities and practices; class, race and inequality; health, addiction and disorder; crime and regulation; colonialism and globalization; mass production and industrialisation; and social movements. Sprache: Englisch Anrechnungsmöglichkeit/en: Ethik: Weitere Leistungen Fachbereich Ethik Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar im Bereich Systematische Religionswissenschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Kontakt: rachel.smith@unilu.ch 17 Einführung in die Medizinethnologie Dozent/in: Ass.-Prof. Dr. phil. Sandra Bärnreuther Veranstaltungsart: Proseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor Termine: Wöchentlich Di., 12:15 - 14:00, ab 21.09.2021 FRO, 3.B55 Wöchentlich Di., 12:15 - 14:00, ab 07.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Medizin ist eng mit zentralen Lebenserfahrungen verknüpft und ein wichtiger Bestandteil sozialen Lebens. In diesem Proseminar beschäftigen wir uns mit Gesundheit, Krankheit und Heilung aus ethnologischer Perspektive. Lokale Medizinkulturen stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie Kulturen der Biomedizin und die globale Zirkulation von medizinischen Praktiken, Technologien und Substanzen. Anhand aktueller ethnographischer Studien aus unterschiedlichen Teilen der Welt diskutieren wir u.a. folgende Fragen: Wie beeinflussen Körperbilder und Krankheitsverständnisse therapeutische Praktiken in spezifischen historischen und soziokulturellen Kontexten? Wie verhalten sich biomedizinische Heilmethoden zu sogenannten alternativen Praktiken? Welche asymmetrischen politisch-ökonomischen Strukturen und globalen Dynamiken prägen das medizinische Feld? Was sind die Konsequenzen sozialer Ungleichheiten für den Zugang zu Medikamenten und medizinischer Versorgung? Und wie wirkt sich Gesundheitspolitik auf verschiedene Lebensbereiche aus? Ziel des Seminars ist es, Studierenden einen Einblick in das vielfältige Themenspektrum der Medizinethnologie zu geben. Studierende lernen ausserdem grundlegende Konzepte, theoretische Strömungen und methodische Herangehensweisen kennen, die diese Subdisziplin geprägt haben. Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Ethik: Weitere Leistungen Fachbereich Ethik Freie Studienleistungen Ethnologie BA Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Hinweise: Für Studierende der Wissenschaftsforschung zählt die Veranstaltung für den Bereich Konzepte. Kontakt: sandra.baernreuther@unilu.ch Literatur Dilger, H. und B. Hadolt. 2017. Medizinethnologie. In B. Beer, H. Fischer und J. Pauli (Hrsg.), Ethnologie. Einfu¨hrung in die Erforschung kultureller Vielfalt. Neunte Auflage. Berlin: Reimer Verlag. Singer, M. und H. Baer. 2012. Introducing Medical Anthropology. A Discipline in Action. Zweite Auflage. Lanham: AltaMira Press 18 Genderfragen im Kontext Südostasiens Dozent/in: PD Dr. phil. Angelica Wehrli Veranstaltungsart: Proseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor Terminierung 1: Do., 23.09.2021, 14:15 - 18:00 INE, 220 14-täglich Do., 14:15 - 18:00, ab 07.10.2021 FRO, 3.B52 Terminierung 3: Do., 18.11.2021, 14:15 - 18:00 INE, 214 14-täglich Do., 14:15 - 18:00, ab 02.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: 14-tägig Inhalt: In diesem Seminar werden wir uns mit Genderfragen im Kontext Südostasiens auseinandersetzen. Dabei werden wir verschiedene Konzepte und theoretische Ansätze thematisieren und dabei ergründen, wie die Kategorie Gender definiert und verstanden werden kann. Ferner werden wir der Frage nachgehen, weshalb Gender sowohl in sozialwissenschaftlichen Forschungen als auch im Alltag omnipräsent ist. Ein besonderes Augenmerk werden wir dabei auf sozialanthropologische Forschungen legen. Nebst theoretischen Texten, die sich der Region Südostasien widmen, werden wir uns konkreten Fallbeispielen aus den politischen Kontexten von Thailand, Kambodscha und Vietnam widmen. In diesem Zusammenhang analysieren wir unter anderem folgenden Fragen: Wie wirkt sich das staatliche System auf konkrete Gender Beziehungen aus? Welchen Einfluss hat beispielsweise die bis vor Kurzem in Vietnam vorherrschende „Zwei-Kind-Politik“ auf die Anzahl Kinder? Und inwiefern kann diese staatlich, verordnete „Zwei-Kind Politik“ zu Konflikten führen, wenn man bedenkt, dass in weiten Teilen der vietnamesischen Gesellschaft ein Sohn als Voraussetzung für eine „glückliche Familie“ gilt? In diesem Hauptseminar werden sowohl schriftliche Quellen wie auch audiovisuelle Medien Verwendung finden. Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit anhand eigener Recherchen und in Absprache mit der Dozentin weiterführende on-line und offline Materialien beizuziehen. Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Ethnographie Proseminar in Ethnographie Proseminar Regionale Einführung Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Kontakt: angelica.wehrli@unisg.ch Literatur Eine Literaturliste zu den einzelnen Themen sowie zu den Sitzungen wird am Anfang des Seminars elektronisch bereitgestellt. Zur Einstimmung und Vorbereitung auf das Thema eignen sich folgende Quellen: Beeson, Mark 2002: Southeast Asia and the Politics of Vulnerability. Third World Quarterly. 23 (3): 549-64. Jerneck, Anne 2010: Globalzation, Growth and Gender: Poor Workers and Vendorts in Urban Vietnam. In: Rydstorm, Helle (ed.): Gendered Inequalities in Asia. Configuring, Contesting and Recognizing Women and Men. Copenhagen: Nias Press. 99-123. Lee, Hock Guan 2004: Civil Society in Southeast Asia. Copenhagen, Singapore: NIAS Press; Institute of Southeast Asian Studies. Rydstrøm, Helle (Ed.) 2010: Gendered Inequalities in Asia. Configuring, Contesting and Recognizing Women and Men. Copenhagen: NIAS Press. Peletz, Michael 2012: Gender, Sexuality, and the State in Southeast Asia. The Journal of Asian Studies. Vol. 71 (4): 895-917. 19 Geschichte und Klassiker der Ethnologie Dozent/in: Dr. phil. Tobias Schwörer Veranstaltungsart: Proseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor Termine: Wöchentlich Mo., 10:15 - 12:00, ab 20.09.2021 FRO, 4.B47 Wöchentlich Mo., 10:15 - 12:00, ab 06.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Wie in jeder wissenschaftlichen Disziplin gibt es auch in der Ethnologie eine Reihe von klassischen Texten, die für die Entstehung des Fachs und die Entwicklung unterschiedlicher theoretischer Strömungen zentral sind. Die Kenntnis dieser Klassiker ermöglicht ein tieferes Verständnis des Fachs und hilft zeitgenössische Forschungsliteratur besser verstehen und einordnen zu können. In diesem Proseminar werden wir deshalb Texte einiger der wichtigsten und bekanntesten Ethnologinnen und Ethnologen lesen und in ihren Entstehungskontext einbetten. Dadurch lernen die Studierenden unterschiedliche theoretische Ansätze kennen, werden vertraut mit verschiedenen Forschungsmethoden und erfahren viel über ethnographische Beispiele aus aller Welt. Wir üben dabei auch den Umgang mit wissenschaftlichen Texten, insbesondere das (kritische) Lesen, die Zusammenfassung von Information in Form von Exzerpten, sowie die Diskussion theoretischer Erkenntnisse. Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Geschichte der Ethnologie Proseminar Klassiker der Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Kontakt: tobias.schwoerer@unilu.ch Literatur - Barnard, Alan. 2000. History and Theory in Anthropology. Cambridge: Cambridge University Press. - Petermann, Werner. 2004. Die Geschichte der Ethnologie. Wuppertal: Peter Hammer Verlag. 20 Fundamental issues in cross-cultural understanding Dozent/in: Donald Gardner, PhD Veranstaltungsart: Hauptseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor / Master Termine: Wöchentlich Mi., 14:15 - 16:00, ab 22.09.2021 FRO, 4.B02 Wöchentlich Mi., 14:15 - 16:00, ab 01.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Socio-cultural anthropology, like other social sciences, has faced several quite general challenges to its claims to important and useful knowledge; but, because it seeks cross-cultural understanding, anthropology has often been thought to face more conceptual difficulties than other social sciences. More recently, however, anthropology's experience of cross-cultural encounters has given it a central place in the dialogues that followed „the crisis of representation“, in which an appropriate sensitivity to difference and its effects came to be regarded as crucial to adequate social science. Furthermore, globalization and the 'deterritorialization of cultures' has produced multi-cultural cities and suburbs around the world, which, in turn, have posed questions to governments no less than to the social sciences, questions that make the politics of interpretation highly salient.In this course we will examine these and related issues; not only because they are interesting and important in their own right, but because an appreciation of them is helpful in dealing with the various strands that constitute theory in the social sciences. A word of caution: the issues we will discuss are interconnected in ways that are not always obvious, and each of them is steeped in debate and controversy. Accordingly, we must not expect our considerations to produce definitive answers. We can hope, though, that we will learn to recognise some of the bad answers that are on offer, as well as to appreciate the extent of the subtle interconnections between different issues, so that the implications of deciding for or against any particular position will become clearer. This course would be helpful for later year students who have already found themselves bumping against the points where issues are sharpest, but it should also appeal to newcomers wishing for a broader context for their particular disciplinary or interdisciplinary studies. Die Ethnologie, wie andere Sozialwissenschaften auch, muss sich Herausforderungen bezüglich ihrer Wissensbasis stellen. Sie wird sogar als eine Wissenschaft wahrgenommen, die aufgrund ihres Ansatzes des interkulturellen Verstehens mit größeren konzeptionellen Schwierigkeiten als andere Sozialwissenschaften konfrontiert ist. In jüngerer Zeit hat die Ethnologie durch ihre Beschäftigung mit interkulturellem Verstehen in den sich auf die sogenannte "Krise der Repräsentation" beziehenden Diskursen eine zentrale Bedeutung gewonnen. Im Rahmen dieser Krise der Repräsentation wird die angemessene Sensitivität im Umgang mit Differenzen und ihren Auswirkungen als zentrales Moment der Sozialwissenschaften betrachtet. Darüber hinaus haben Globalisierung und die "Deterritorialisierung von Kulturen" weltweit multikulturelle Städte und Vorstädte hervorgebracht, die nicht nur an Regierungen sondern auch an die Sozialwissenschaften Fragen stellen. Diese Fragen betonen ganz besonders die Politik von Interpretationen. In diesem Seminar werden wir solche und damit zusammenhängende Fragen diskutieren, nicht nur weil sie an und für sich wichtig und interessant, sondern auch weil ihre Behandlung dabei helfen kann, die verschiedenen theoretischen Richtungen zu verstehen, die heute die Sozialwissenschaften ausmachen. Eine Mahnung zur Vorsicht: Die Themen, die wir diskutieren sind in einer Weise miteinander verbunden, die nicht immer offensichtlich ist, und ein jedes von ihnen ist durchdrungen von Debatten und Kontroversen. Dementsprechend sollten wir keine definitiven Antworten erwarten. Dennoch können wir hoffen zu lernen, einige der schlechten Antworten auf die diskutierten Fragen zu erkennen und zu meiden. Ausserdem werden wir die subtilen Verbindungen zwischen verschiedenen Themen würdigen können, so dass die Folgen einer Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Position klarer werden. Dieses Seminar ist für fortgeschrittene Studierende hilfreich, die bereits über einige 21 der grössten Schwierigkeiten der Debatten über die Grundlagen interkulturellen Verstehens gestolpert sind; es ist jedoch auch für Anfänger geeignet, die ihre (inter-)disziplinären Interessen gerne in einen weiteren theoretischen Kontext einbetten möchten. Sprache: Englisch / Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar anrechenbar für alle Schwerpunkte der Ethnologie Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft BA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft und Weltpolitik Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Kontakt: donald.gardner@alumni.anu.edu.au Literatur All readings will be made available electronically. Forschungskolloquium Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Veranstaltungsart: Kolloquium Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor / Master / Doktorat Termine: Wöchentlich Di., 16:15 - 18:00, ab 21.09.2021 FRO, 4.B02 Wöchentlich Di., 16:15 - 18:00, ab 07.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Im Kolloquium stellen Mitarbeiter*innen des Seminars aktuelle Forschungen vor. Ausserdem sind Gäste eingeladen, die ebenfalls von Themen und Problemen aus ihren laufenden Forschungen berichten. Studierende können am Kolloquium –ohne einen eigenen Beitrag leisten zu müssen – teilnehmen und bei regelmässiger Teilnahme sowie aktiver Vorbereitung 2 CP erhalten. Gründen Studierende eine Lektüregruppe, in der sie jeweils einen ausgewählten Text der Vortragenden lesen und diskutieren, können sie ausserdem 2 Social Credits bekommen. In the colloquium, staff and doctoral students, as well as invited speakers from other institutions, present their current research. Students can participate in the colloquium and receive 2 CP for regular participation and active preparation. If students form a reading group, in which they read and discuss selected texts of the colloquium presenter 2 social CP can be awarded. Sprache: Englisch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (2 Cr) Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Kontakt: bettina.beer@unilu.ch 22 Samen und Rassen: die Politik der Pflanzen- und Tierzucht aus Sicht einer Lebewesen-umfassenden Ethnologie Dozent/in: Dr. Irina Wenk Veranstaltungsart: Hauptseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor / Master Termine: Wöchentlich Do., 12:15 - 14:00, ab 23.09.2021 FRO, 4.B01 Wöchentlich Do., 12:15 - 14:00, ab 02.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: In diesem Hauptseminar betrachten wir die Politik der Pflanzen- und Tierzucht vor dem Hintergrund neuer theoretischer Ansätze der More-Than- Human Anthropology und der Ethnologie der Mensch-Tier Beziehungen. Nach einer Einführung in diese Ansätze befassen wir uns mit dem anhaltenden Prozess der Domestikation. Danach vertiefen wir uns in die globalen Zusammenhänge von Saatgutpolitik und -monopol und ihren vielfältigen Gegenbewegungen. Wir betrachten inner- und aussereuropäische Fallbeispiele und besuchen, wenn möglich, das Herz der unabhängigen Saatgutproduktion in der Schweiz. Im Bereich der Tierzucht befassen wir uns mit der Kreation und der Idee und Ideologie von (Nutz)Tierrassen und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung. Hier werden wir, wenn möglich, eine Zuchtveranstaltung besuchen. Ziel dieser Veranstaltung ist es, die ethnologische Betrachtungsweise um die Dimension der Tiere und Pflanzen zu erweitern. Dabei erkennen wir, dass das Wie und Warum der Produktion von Lebewesen und Nahrung von gesamtgesellschaftlicher und globaler Bedeutung ist. Dieses Seminar verbindet Theorie und Praxis und kann als Auftakt zu einer Forschung zu diesem Themenbereich für eine BA- oder Masterarbeit gelten. Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Ethik: Hauptseminar oder benotete Leistungen Ethik: Weitere Leistungen Fachbereich Ethik Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Medizin und Technologie Hauptseminar im Bereich Politik und Wirtschaft Hauptseminar in Ethik Hauptseminar in Wissenschaftsforschung Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Wissenschaftsforschung MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Hinweise: Für Studierende der Wissenschaftsforschung zählt die Veranstaltung für den Bereich Praktiken. Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Kontakt: irina.wenk@uzh.ch 23 Vaterschaft im 21sten Jahrhundert Dozent/in: Dr. Carole Ammann Veranstaltungsart: Hauptseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor / Master Termine: Wöchentlich Di., 10:15 - 12:00, ab 21.09.2021 FRO, HS 2 Wöchentlich Di., 10:15 - 12:00, ab 07.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Im 21sten Jahrhundert kommt Vaterschaft in verschiedenen Konstellationen vor und wird auf unterschiedlichste Weise gelebt. Was es heisst, ein ‚guter Vater’ zu sein, ist von Ort zu Ort unterschiedlich und untersteht einem historischen Wandel. Welche Formen der biologischen und sozialen Vaterschaft erlaubt und erwünscht sind und wie Vaterschaft im Alltag gelebt wird, ist Resultat von konstanten individuellen und gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen. In zahlreichen europäischen Ländern wird zurzeit zum Beispiel diskutiert, wie Vaterschaft und Arbeit besser in Einklang gebracht werden können (Vaterschaftsurlaub, Elternzeit, etc.). In afrikanischen Staaten – vor allem in Südafrika – hat die Forschung sich lange auf abwesende oder sogenannt unverantwortliche Väter konzentriert. In letzter Zeit hingegen wurden vermehrt verantwortungsvolle Formen von väterlicher Zuwendung (caring fatherhood) untersucht. Vaterschaft ist eng mit Männlichkeiten und den Beziehungen der Geschlechter verbunden. Daher ermöglicht uns eine Analyse von Vaterschaft auch Einblicke in Beziehungen zwischen Männern* und derjenigen zwischen Männern* und Frauen*. Wir nähern uns dem Phänomen Vaterschaft in dieser Veranstaltung aus einer nicht-eurozentrischen Perspektive indem wir uns neben theoretischen und konzeptionellen Fragen auch vertieft mit Fallstudien zu unterschiedlichen Formen von Vaterschaft in verschiedenen Ländern befassen. Diese Lehrveranstaltung geht aus einer sozialanthropologischen Perspektive der Frage nach, wie Vaterschaft in einer globalen Welt verstanden, gelebt und verhandelt wird. Wie sind individuelle Erfahrungen von Vaterschaft mit Veränderungen auf der kulturellen, sozialen, politischen und ökonomischen Ebene verbunden? Wie überschneiden sich Formen von Vaterschaft mit anderen Identitäten, etwa Alter, Geschlecht, Klasse, Ethnizität, Hautfarbe, Bildung, Körperlichkeiten oder sexueller Orientierung? Und wie gehen Väter mit sozialen Erwartungen um, welche täglich von verschiedenen Seiten an sie herangetragen werden? Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Soziale Nahbeziehungen Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Kontakt: c.ammann@uva.nl Literatur Dahl, U., & Gabb, J. (2019). Trends in Contemporary Queer Kinship and Family Research. lambda nordica, 24(2-3), 209-237. Henriksson, H. W. (2020). Exploring fatherhood in critical gender research. In L. Gottzén, U. Mellström, & T. Shefer (Eds.), Routledge international handbook of masculinity studies (pp. 320-330). New York: Routledge.Inhorn, M. C., Chavkin, W., & Navarro, J.-A. (Eds.). (2015). Globalized Fatherhood. New York/Oxford: Berghahn Books.Johansson, T., & Andreasson, J. (2017). Fatherhood in Transition: Masculinity, Identity and Everyday Life. London: Palgrave MacMillan.Schoppe-Sullivan, S. J., & Fagan, J. (2020). The evolution of fathering research in the 21st century: Persistent challenges, new directions. Journal of Marriage and Family, 82(1), 175-197. Shwalb, D. W., Shwalb, B. J., & Lamb, M. E. (Eds.). (2013). Fathers in Cultural Context. New York/London: Routledge.Sigle- Rushton, W., Goisis, A., & Keizer, R. (2013). Fathers and fatherhood in the European Union. In C. S. Tamis-LeMonda & N. Cabrera (Eds.), Handbook of father involvement: Multidisciplinary perspectives (2 ed., pp. 81-96). New York: Routledge.Thelen, T., & Haukanes, H. (Eds.). (2016). Parenting After the Century of the Child. Travelling Ideals, Institutional Negotiations and Individual Responses. London/New York: Routledge. 24 Gedächtnis, Erinnerung, Geschichte: Ethnologische Perspektiven Dozent/in: Dr. Olivia Killias Veranstaltungsart: Masterseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Master Termine: Wöchentlich Mo., 14:15 - 16:00, ab 20.09.2021 INE, 214 Wöchentlich Mo., 14:15 - 16:00, ab 06.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Das interdisziplinäre Feld der ‘memory studies’ hat sich vor allem dem kollektiven Erinnern gewidmet, wie zum Beispiel stark ritualisierten nationalen Gedenkfeiern (Halbwachs, 1925; 1997; Assmann 1992). Seit den 1990er Jahren haben Ethnolog*innen dank ethnographischer Feldforschung wichtige Beiträge zu diesem Feld geleistet, und mehr Forschung über alltägliche Praktiken des Erinnerns gefordert (Kidron 2016; s. auch Antze & Lambek 1996; Stoller 1997; Werbner 1998; Cole 2001; Stoler & Strassler, 2000; Berliner 2005; Smith 2006; Argenti 2007; Palmberger & Tošic 2017). Die Vergangenheit kann sich auch auf stillere Art und Weise offenbaren, wie zum Beispiel Carole Kidron (2009) in ihrer Arbeit über die Erinnerungen von Kindern von Holocaust-Überlebenden gezeigt hat – in Spuren auf Körpern, in alltäglichen Gewohnheiten oder in der Beziehung einer Person zu Objekten. In diesem Seminar werden wir uns ethnologischen Forschungen zu Erinnern und Vergessen annähern, und dabei Texte aus unterschiedlichen Kernbereichen (Politik, Verwandtschaft, Medizin) der Sozialanthropologie lesen und besprechen. Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Politik und Recht Masterseminar im Bereich Medizin und Technologie Masterseminar im Bereich Politik und Wirtschaft Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Literatur Berliner, David C. 2005. ‘The Abuses of Memory: Reflections on the Memory Boom in Anthropology’. Anthropological Quarterly 78 (1): 197–211. Carsten, Janet (ed.). 2007. Ghosts of Memory: Essays on Remembrance and Relatedness. Malden, MA: Blackwell. Kidron, Carol A. 2009. ‘Toward an Ethnography of Silence: The Lived Presence of the Past in the Everyday Life of Holocaust Trauma Survivors and Their Descendants in Israel’. Current Anthropology 50 (1): 5–27. Kidron, Carol A. 2016. "Memory". In Oxford Bibliographies in Anthropology, http://www.oxfordbibliographies.com/view/document/obo-9780199766567/obo- 9780199766567-0155.xml (accessed 08 March 2021). Lambek, Michael and Paul Antze. 1996. “Introduction”. In Antze, Paul and Michael Lambeck (eds.). Tense Past: Essays in Trauma and Memory. New York: Routledge: xi-xxxviii. Leibing, Annette, and Lawrence Cohen (eds.). 2006. Thinking about dementia: Culture, loss, and the anthropology of senility. New Brunswick: Rutgers University Press. Palmberger, Monika, and Jelena Tos?ic´. 2017. Memories on the Move: Experiencing Mobility, Rethinking the Past. London: Palgrave Macmillan. Stoler, Ann Laura, and Karen Strassler. 2000. "Castings for the Colonial: Memory Work in ‘New Order’ Java." Comparative S tudies in Society and History 42.01: 4-48. Stoler, Ann Laura. 2016. Duress: Imperial Durabilities in Our Times. Durham: Duke University Press. 25 Vorbereitung eines ethnographischen Feldforschungspraktikums Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Veranstaltungsart: Masterseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Master Termine: Wöchentlich Mo., 16:15 - 18:00, ab 20.09.2021 FRO, 4.B01 Wöchentlich Mo., 16:15 - 18:00, ab 06.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: "Versetzen Sie sich in die Situation, allein an einem tropischen Strand, umgeben von allen Ausrüstungsgegenständen, nahe bei einem Eingeborenendorf abgesetzt zu sein, während die Barkasse oder das Beiboot, das Sie brachte, dem Blick entschwindet. [...] Stellen Sie sich weiter vor, dass Sie Anfänger sind ohne vorhergehende Erfahrung, ohne irgendeine Anleitung und jemand, der ihnen hilft; ..." (Bronislaw Malinowski 1922, Argonauten des westlichen Pazifik) In diesem Masterseminar werden Studierende bei der inhaltlichen und methodischen Vorbereitung von ethnographischen Forschungspraktika unterstützt. Forschungspraktika sind sowohl in selbstorganisierten Projekten möglich, als auch – abhängig von Teilnehmerzahl und Interesse – bei einer Gruppen-Exkursion nicht auf einer tropischen Insel, sondern in den Schweizer Bergen, die 2022 stattfinden wird. In Vorbereitung auf die Forschungspraktika üben wir eine konkrete Fragestellung zu formulieren und ethnographische Methoden der Datenerhebung (z.B. Teilnehmende Beobachtung, die Genealogische oder Biographische Methode) anzuwenden. Zur Vorbereitung gehört es auch, ein Exposé zu schreiben und eventuell einen Antrag auf einen finanziellen Zuschuss zu den Reisekosten einzureichen. Zielsetzungen: • Studierende üben, konkreten Fragestellungen zu formulieren und einen Forschungsantrag zu schreiben, • sie eignen sich regionale Kenntnisse über das jeweilige Untersuchungsgebiet an, • erproben während des Forschungspraktikums möglichst verschiedene empirische Methoden • und sammeln Erfahrungen mit der Teilnahme an einer ihnen fremden Lebenswelt. • Auf der Basis eigener Erfahrungen mit ethnographischen Methoden lassen sich Ethnographien besser beurteilen, was wiederum Voraussetzung für die notwendige Quellenkritik ist. Anrechenbarkeit: Das Forschungspraktikum ist im MA-Studiengang Ethnologie anrechenbar und kann Grundlage einer Masterseminararbeit oder Masterarbeit sein. Im Studiengang Weltgesellschaft und Weltpolitik ist das Forschungspraktikum als Praktikum anrechenbar, und Grundlage der methodischen Forschungsarbeit, Masterseminararbeit oder Masterarbeit. Für Studierende der Kulturwissenschaften kann das Praktikum ebenfalls Voraussetzung für eine Masterseminararbeit sein. Studierende im BA können nach vorheriger Absprache mit der Dozentin zugelassen werden. Voraussetzungen für die Teilnahme: Anmeldung per E-Mail bei Prof. Bettina Beer (bettina.beer@unilu.ch). Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie MA Methodenseminar Anrechenbar je nach Thema für alle Schwerpunkte Methodenseminar in Ethnologie (MA) Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: bettina.beer@unilu.ch 26 Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Veranstaltungsart: Kolloquialvorlesung Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Studienstufe: Bachelor / Master Termine: Wöchentlich Mo., 14:15 - 16:00, ab 20.09.2021 FRO, 4.B01 Wöchentlich Mo., 14:15 - 16:00, ab 06.12.2021 FRO, ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Die Kolloquiuamvorlesung "Einführung in die Ethnologie" vermittelt einen Überblick über das Fach und das Studium der Ethnologie. Dabei geht es sowohl um wissenschaftliche Arbeitstechniken als auch um zentrale Fragestellungen, Begriffe und Themenbereiche sowie Geschichte und Methoden des Faches. "Kultur" und "Ethnie" beispielsweis sind für die Ethnologie zentrale und umstrittene Konzepte, die in der Vorlesung erläutert werden. Außerdem stelle ich die empirische Methode der ethnologischen Feldforschung, die dabei angewandten Verfahren der Datenerhebung, sowie den Kulturvergleich als Methode der Ethnologie vor. Die Vorlesung gibt ausserdem einen einführenden Überblick über die wichtigsten thematischen Teilbereiche der Ethnologie (Religion, Verwandtschaft/soziale Nahbeziehungen, Wirtschaft und Politik) und vermittelt dabei gleichzeitig erste Einblicke in ethnologische Theorien. Die Teilbereiche werden jeweils an konkreten ethnographischen Beispielen aus Forschungen auf den Philippinen, in Papua-Neuguinea und Afrika erläutert. Die Vorlesung schliesst mit einem Einblick in Berufsfelder, in denen Ethnolog*innen tätig sind. Ein solcher Überblick dient der ersten Orientierung. Er hilft Studierenden, weiterführende Informationen und Kenntnisse aus vertiefenden Seminaren in einen größeren Rahmen einzuordnen und dadurch besser zu verstehen. Teilnehmer*innen müssen während des Semesters kurze schriftliche Aufgaben lösen. Deren termingerechte Abgabe sowie die Klausur am Ende des Semesters sind Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme. Unterrichtsmaterial, Texte und Illustrationen sowie ein Online-Forum sind auf OLAT bereitgestellt. Interessierte Studierende können einen begleitenden Lektürekurs, für den Social Credits vergeben werden, organisieren. Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Vorlesung Einführung in die Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Benotete Prüfung (3 Cr) Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Literatur Bettina Beer, Hans Fischer und Julia Pauli, Hg. 2017: Ethnologie. Einführung in die Erforschung kultureller Vielfalt. Berlin: Dietrich Reimer Verlag. Eriksen, Thomas Hylland 2001: Small Places, Large Issues. An Introduction to Social and Cultural Anthropology. London, Sterling VA: Pluto Press. 27 Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen Schreibwerkstatt: Wissenschaftliches Schreiben Dozent/in: Katharina Bursztyn, MA Dr. Cyrill Mamin Guy Schwegler, MA Veranstaltungsart: Methodisches Seminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Diverse Studienstufe: Bachelor / Master Termine: Wöchentlich Mi., 18:15 - 20:00, ab 22.09.2021 FRO, 3.B57 Wöchentlich Mi., 18:15 - 20:00, ab 01.12.2021 FRO ZOOM Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Inhalt: Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften sind textintensive Disziplinen. Das Lesen, Verstehen und Schreiben von Texten sind Kernkompetenzen eines solchen Studiums. Dies fällt nicht immer allen gleich leicht. Mit praktischen Übungen und Techniken werden in diesem Kurs die Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens vermittelt. Im Fokus steht das Schreiben von Seminararbeiten: Zunächst wird deshalb die Planung und erste Herangehensweise beim Schreiben einer Seminararbeit thematisiert und praktisch umgesetzt (Themenwahl, BetreuuerInnen, Fragestellung und Exposé). In einem weiteren Schritt werden Aufbau, Inhaltsverzeichnisse und Zitierregeln behandelt. Darüber hinaus bietet der Kurs Hilfestellungen, Tipps und Tricks (mit Techniken wie Mindmaps, 6-Zeiler, Literaturrecherche). Das Seminar ist fächerübergreifend angelegt und begleitet das Schreiben einer eigenen Seminararbeit. D.h.: Die Studierenden suchen eine Betreuungsperson für eine Pro-/Hauptseminararbeit, die sie in ihrem Studium verpflichtend schreiben müssen. In der Schreibwerkstatt werden keine Arbeiten betreut, sondern reale Seminararbeiten begleitend unterstützt. Voraussetzungen: Weil wir das Gelernte unmittelbar umsetzen, wird erwartet, dass die Studierenden bereit sind, während des Kurses eine Seminararbeit zu verfassen (siehe Kursbeschreibung). Begrenzung: 30 Studierende. Studierende der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät haben gegenüber Studierenden anderer Fakultäten den Vortritt. Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Geschichte BA Freie Studienleistungen Gesundheitswissenschaften und Gesundheitspolitik BA Freie Studienleistungen Judaistik BA Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften BA Freie Studienleistungen Philosophie BA Freie Studienleistungen Politikwissenschaft BA Freie Studienleistungen Politikwissenschaft MA Freie Studienleistungen Soziologie BA Freie Studienleistungen Wissenschaftsforschung BA Methodenseminar in Judaistik (BA) Philosophie: Weitere Leistungen Profilierungsbereich Weitere Studienleistungen im Fach Judaistik BA Weitere Studienleistungen im Fach Judaistik MA Anmeldung: Eine Anmeldung im Uni Portal ist keine Garantie für die Teilnahme. Übersteigt die Anzahl der Anmeldungen die Zahl der verfügbaren Seminarplätze, werden die Seminarplätze unter den angemeldeten und in der ersten Sitzung anwesenden Studierenden verlost. Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (Referat) (2 Cr) Hinweise: Das Seminar richtet sich hauptsächlich an Studierende des 2. und 3. Semesters (da man für die Teilnahme ein Arbeitsthema und eine Betreuung braucht) sowie an Studierende, denen das Aufgleisen und Schreiben von Seminararbeiten Mühe bereitet. Kontakt: cyrill.mamin@unilu.ch / katharina.steiner@unilu.ch / / guy.schwegler@unilu.ch Material: Olat-Plattform 28 Literatur · Eco, Umberto (1990): Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt: Doktor-, Diplom- und Magisterarbeiten in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Heidelberg: Müller. (=UTB 1512) · Groebner, Valentin (2012): Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanweisung. Paderborn: Konstanz University Press (Essay). · Kornmeier, Martin (2013): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht. Für Bachelor, Master und Dissertation. 6., aktualisierte Aufl. Stuttgart: UTB (UTB, 3154). · Krämer, Walter (1999): Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? Frankfurt/Main: Campus. · Kruse, Otto (1994): Keine Angst vorm leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. Frankfurt/Main: Campus. · Kruse, Otto (Hg.) (1998): Handbuch Studieren. Von der Einschreibung bis zum Examen. Frankfurt/Main: Campus. · Reiners, Ludwig (2011): Stilfibel. Der sichere Weg zum guten Deutsch. 3. Aufl., ungekürzte Ausg. München: Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv Sachbuch, 34358). . Schneider, Wolf (2001): Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil. 15. Aufl., überarb. Taschenbuchausg. München: Mosaik bei Goldmann 29 Grounded Theory Dozent/in: Prof. Dr. Günter Mey Veranstaltungsart: Masterseminar Durchführender Fachbereich: KSF \ Soziologie Studienstufe: Master Vorbesprechung: Do., 23.09.2021, 12:15 - 14:00 FRO 3.B47 Terminierung 1: Fr., 01.10.2021, 14:15 - 18:00, Fr., 08.10.2021, 14:15 - 18:00, Fr., 05.11.2021, 14:15 - 18:00, Sa., 06.11.2021, 10:15 - 14:00 Terminierung 2: Fr., 03.12.2021, 14:15 - 18:00, FRO ZOOM Sa., 04.12.2021, 10:15 - 14:00, Fr., 17.12.2021, 16:15 - 18:00 Umfang: 2 Semesterwochenstunden Inhalt: Die Grounded-Theory-Methodologie (GTM) ist seit ihrer Begründung vor mehr als 50 Jahren durch Barney Glaser und Anselm Strauss eine der am weitest verbreiteten qualitativen Forschungsansätze, zu der mittlerweile unterschiedlich ausgearbeitete Positionen und Verfahrensvorschläge vorliegen. In dem Masterseminar erfolgt nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der GTM die Darlegung von deren spezifischen Forschungslogik und leitenden Konzepte (z.B. Theoretical Sampling, Theoretische Sensibilität, All is Data). Der Schwerpunkt des Lehrangebots liegt auf die Auswertungsarbeit der GTM. Dazu werden die einzelnen Kodierprozeduren behandelt. An ausgewählten Materialien werden dann v.a. das offene und axiale Kodieren, wie es in der GTM-Variante nach Strauss/Corbin vorgeschlagen wird, erprobt und begleitende Techniken (z.B. Memowriting, Kategorienbildung, Netzwerk) in Gruppenarbeit umgesetzt. Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie MA Freie Studienleistungen Soziologie MA Masterseminar aus dem Bereich qualitative Sozialforschung Masterseminar in Ethnologie Masterseminar in Soziologie Methodenseminar Methodische Lehrveranstaltungen Profilierungsbereich Religionswissenschaft: Hauptseminar Religionswissenschaft: Weitere Leistungen Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft MA Weitere Studienleistungen im Fach Soziologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (Protokolle) (4 Cr) Kontakt: mey@qualitative-forschung.de/ guenter.mey@doz.unilu.ch Literatur Basistext: Mey, Günter & Mruck, Katja (2009). Methodologie und Methodik der Grounded Theory. In Wilhelm Kempf & Marcus Kiefer (Hrsg.). Forschungsmethoden der Psychologie. Zwischen naturwissenschaftlichem Experiment und sozialwissenschaftlicher Hermeneutik. Band 3: Psychologie als Natur- und Kulturwissenschaft. Die soziale Konstruktion der Wirklichkeit (S.100-152). Berlin: Regener. Überblicksbeiträge: Mey, Günter & Berli, Oliver (2019). Grounded Theory in der Kultursoziologie. In Stephan Moebius, Frithjof Nungesser & Katharina Scherke (Hrsg.), Handbuch Kultursoziologie. Band 2: Theorien – Methoden – Felder (S.243-259). Wiesbaden: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-658-07645-0_16 Mey, Günter & Mruck, Katja (2020). Grounded-Theory-Methodologie. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Band 2: Designs und Verfahren (2., aktualisierte u. https://doi.org/10.1007/978-3-658-07645-0_16 30 erweiterte Auflage, S.513-535). Heidelberg: Springer Reference Psychologie. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3- 658-26887-9_46. Zentrale Schriften Glaser, Barney G. & Strauss, Anselm L. (1967). The discovery of grounded theory: Strategies for qualitative research. New York: Aldine de Gruyter. [Dt. 1998: Bern: Huber Verlag] Strauss, Anselm L. & Corbin, Juliet (1996). Grounded Theory. Weinheim: Beltz. [Orig: 1990, London: Sage] Charmaz, Kathy (2014). Constructing grounded theory (2. Aufl.). London: Sage. Weiterführende Literatur Bryant, Anthony & Charmaz, Kathy (Eds.) (2019). The Sage Handbook of Current Developments in Grounded Theory. London: Sage. Mey, Günter & Mruck. Katja (Hrsg.) (2011). Grounded Theory Reader (2. erweiterte u. überarbeite Aufl.). Wiesbaden: VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-26887-9_46 https://doi.org/10.1007/978-3-658-26887-9_46 31 Ethnologisches Seminar Lehrveranstaltungen im Herbstsemester 2021 32 10.15-11.00 Tobias Schwörer Proseminar Geschichte und Klassiker der Ethnologie 4.B47 Carole Ammann HS Vaterschaft im 21sten Jahrhundert HS2 11.15-12.00 12.15-13.00 Rachel Smith Proseminar Desire and Danger: Food, Drink and Drugs in Anthropological Perspective 4.B02 Sandra Bärnreuther Proseminar Einführung in die Medizinethnologie 3.B55 Irina Wenk Hauptseminar Samen und Rassen: die Politik der Pflanzen- und Tierzucht aus Sicht einer Lebewesen-umfassenden Ethnologie 4.B01 13.15-14.00 14.15-15.00 Bettina Beer Kolloquial- vorlesung Einführung in die Ethnologie 4.B01 Olivia Killias Masterseminar Gedächtnis, Erinnerung, Geschichte: Ethnologische Perspektiven Inseli, 214 Don Gardner Hauptseminar Fundamental issues in cross-cultural understanding 4.B02 Angelica Wehrli Proseminar 14-tägig Genderfragen im Kontext Südostasiens Inseli 214 15.15-16.00 16.15-17.00 Bettina Beer Masterseminar Vorbereitung eines ethnographischen Forschungspraktikums 4.B01 Bettina Beer Forschungskolloquium 4.B02 17.15-18.00 Bettina Beer: PHD Kolloquium Termine nach Vereinbarung