Liturgiegeschichte des Bistums St. Gallen

Dr. Ann-Katrin Gässlein

In der Erforschung der Liturgiegeschichte des Bistums St. Gallen stehen historische Quellen und religiöse Traditionen mit Fragen nach ihrer Bedeutung für die Gegenwart in Verbindung. Untersucht werden liturgische Praktiken, Frömmigkeitsformen und kirchlicher Feiern im Raum St. Gallen von den Anfängen des Klosters über die Entstehung des Bistums bis in die jüngere Zeitgeschichte. Besonderes Interesse gilt dabei den Wechselwirkungen zwischen Liturgie, Gesellschaft und kirchlichem Leben sowie den Prozessen liturgischer Erneuerung und Transformation.

Die Forschungen nehmen sowohl historische Persönlichkeiten und lokale Heiligenkulte als auch liturgische Entwicklungen des 20. und 21. Jahrhunderts in den Blick. Für das Jubiläumsjahr der ersten Schweizer Heiligen, Wiborada von St. Gallen, wurden Zugänge zu mittelalterlicher Spiritualität, zum Stundengebet und zu Fragen heutiger liturgischer Praxis erschlossen. Daneben werden die religiöse Vielfalt des Kantons St. Gallen, die Geschichte bedeutender Kirchenorte sowie neuere Formen kirchlichen Handelns und Feierns untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aufarbeitung liturgischer Innovationen im Bistum St. Gallen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, etwa der Entstehung neuer Gottesdienstformen und Beauftragungsfeiern.

Durch die Verbindung von historischer Forschung, liturgischer Analyse und gegenwartsbezogenen Fragestellungen trägt das Forschungsfeld dazu bei, die liturgische Identität des Bistums St. Gallen in ihren historischen Entwicklungen und aktuellen Ausdrucksformen besser zu verstehen.

Veröffentlichungen und Vorträge zum Thema