«Energie!» – Lesung und Podiumsgespräch mit Seraina Kobler
Wie gestalten wir die Energiezukunft der Schweiz, ohne die alpine Landschaft aus dem Blick zu verlieren? Im Anschluss an die Lesung «Energie!» diskutierten die Autorin Seraina Kobler, Prof. Dr. Max Baumgart und Prof. Dr. Boris Previšić über technologische Innovation, alpine Identität und die gesellschaftliche Bedeutung der Energiegewinnung.
Seraina Kobler ist freie Autorin und Dozentin für kreatives Schreiben. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin im Inland-Ressort der «Neuen Zürcher Zeitung», wo sie sich mit gesellschaftlichen Fragen befasste. Ihr Kriminalroman «Tiefes, dunkles Blau» stand monatelang auf der Schweizer Bestsellerliste. 2026 war sie zudem für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert.
Der Anlass bildete den Auftakt der Themenabende «Alpen – Energie – Innovation» zu alpiner Identität und ihrer Bedeutung für die Schweiz und fand am 14. September 2026 an der Universität Luzern statt. Im Zentrum des Abends stand Seraina Koblers Zukunftsroman «Tal der Schwalben»: Der junge Energiewissenschaftler Alesch kehrt in sein abgelegenes Heimatdorf in den Schweizer Alpen zurück, das zur Sperrzone für die Stromversorgung durch Wasserkraft erklärt wurde. Da die neu angelegten Stauseen nur so lange Energie liefern, bis die letzten Gletscher abgeschmolzen sind, gerät Alesch mit seiner ebenso vielversprechenden wie riskanten Forschung in einen Konflikt zwischen dem Erhalt der Bergwelt und der Hoffnung auf technischen Fortschritt.
Ausgehend vom Roman näherten sich Kobler, Baumgart und Previšić der Frage, welche Bedeutung Energie für unsere Wirtschaft und Gesellschaft haben, was ihre Gewinnung und Nutzung für das Leben in der Schweiz bedeutet und welche Rolle die Alpen dabei spielen – aus literarischer, kulturhistorischer und energierechtlicher Perspektive. Es ging um die Hoffnung auf technologischen Fortschritt und die Frage, wo Energie und welche Energie gewonnen werden soll.

