Soziologischer Standpunkt: «Der Weltfussball als Polittheater»
Die Welt ist wieder im WM-Fieber. Und während sich die Spieler auf dem Platz messen, spielen im Hintergrund geopolitische Interessen mit. Denn obwohl die Fifa beteuert, dass der Fussball nicht politisch sei, treffen unterschiedliche Machtordnungen aufeinander.
Im Sommer 1934 fand die Fifa-Weltmeisterschaft im faschistischen Italien statt: Mit übersteigertem Männlichkeitsbild, faschistischem Gruss und römisch-antiker-imperialer Architektur. Ein starkes Beispiel wie politische Interessen beim Fussball mitspielen. Dr. phil. Roman Gibel erklärt in der Kolumne «Soziologischer Standpunkt», dass die Fifa mehr ist als eine internationale Sportorganisation. Laut den Soziologen John Sugden und Alan Tomlinson kann sie auch als transnationale politische Arena verstanden werden. Mit einer Machtstruktur, die geprägt ist durch Patronage, politischen Allianzen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Wie Nationsbildung, Diplomatie, historische Rivalitäten und Kommerz zusammenwirken – und weshalb diese Verbindungen zentral sind – zeigt die Kolumne auf. Zur Kolumne!
