Professor für Wissenschaftsforschung

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CV

Christoph Hoffmann, geboren 1963, Studium der Germanistik und Geschichte in Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau. Promotion 1995 (»Der Dichter am Apparat. Medientechnik, Experimentalpsychologie und Texte Robert Musils 1899–1942«; München: W. Fink, 1997) und Habilitation 2004 (»Unter Beobachtung. Naturforschung in der Zeit der Sinnesapparate«; Göttingen: Wallstein, 2006). Postdoktorand an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Von 2004 bis 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Co-Leiter der Forschungsgruppe "Wissen im Entwurf" am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Seit März 2010 o. Professor für Wissenschaftsforschung an der Universität Luzern.

Gast am Zentrum für Literaturforschung Berlin (2001), an der Akademie Schloß Solitude Stuttgart (2004) und am IFK Wien (2006). Im Herbstsemester 2008 Gastprofessor am Department for Germanic Languages & Literatures, Columbia University, New York. 

Forschung

Forschungsschwerpunkte

  • Geistes- und Sozialwissenschaften bei der Arbeit
    Zugespitzt gesagt ist die ‚praktische Wende’ der Wissenschaftsforschung seit den 1970er Jahren auf halbem Wege stecken geblieben: Untersucht werden fast ausschliesslich die Arbeitsformen und materiellen Erkenntnisumstände der Naturwissenschaften, während die Geistes- und Sozialwissenschaften von diesem Zugriff bis heute kaum erfasst worden sind. Dabei liegt es auf der Hand, dass ihre Praxis sich nicht im reinen Raum des Denkens erschöpft, sondern ebenfalls in Instrumente und Vorgehensweisen eingelagert ist, die Erkenntnisinteressen, Argumentationsformen und Begründungszusammenhänge dieser Wissenschaften durchdringen. Bibliothek, Archiv, Museum, Sammlung und Büro bilden Forschungsszenen, schriftgebundene Verfahren der Erkenntnisproduktion interagieren mit den Untersuchungsgegenständen und neue Instrumente - gegenwärtig zum Beispiel die Digitalisierung der kulturellen Überlieferung - greifen in die Konstitution von Gegenständen und Forschungsfragen ein. Die Rückwendung der Wissenschaftsforschung auf ihren methodischen und theoretischen Ausgangsbereich folgt ihrem eigenen Symmetriegebot und rückt jene Randbedingungen geistes- und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse in den Blick, die von herkömmlichen ‚ideologiekritischen’ Ansätzen nicht nur nicht erfasst, sondern - man möchte sagen - ideologisch bedingt ausgeschlossen werden.
  • Die Versuchsgeschichte des Tiers im 20. Jahrhundert 
    Welche Begriffe und Vorstellungen sich mit Tieren in der Tätigkeit der Wissenschaften verbinden, ist nicht abzutrennen von den kontextspezifischen Vorgehensweisen, unter denen Tiere zu Trägern wissenschaftlicher Erkenntnisse werden. Im Mittelpunkt dieser ‚Ideengeschichte’ des Tiers entlang der Forschungspraxis stehen die experimentelle Arbeit mit Tieren in der Tierpsychologie, Sinnesphysiologie und Ethologie, der Gebrauch von Tiermodellen in der Biochemie, Genetik, Neurophysiologie und Medizin sowie der Einsatz von Tieren in Testverfahren im 20. Jahrhundert. Geleistet werden soll eine Zusammenschau der bislang getrennt untersuchten Bereiche mit der Perspektive, die Vielfalt von Tierbegriffen im Bereich der Lebenswissenschaften systematisch zu erschliessen und deren Implikationen für die jeweiligen Erkenntnisabsichten herauszuarbeiten. Im Hintergrund steht die Überlegung, dass im Forschen mit und an Tieren zugleich pragmatisch Begriffe des spezifisch Menschlichen verhandelt werden. Zugespitzt könnte man von einer Anthropologie im Medium des Tierversuchs sprechen.  

Publikationen

Zeitschriftenartikel

Buchkapitel, Beitrag in Sammelband

Rezension, Editorial