CV

Helena Mettler, geb. 1980, studierte an der Universität Luzern Philosophie und Geschichte. Ihren Master erwarb 2017 mit einer Arbeit über die satirische Rationalismuskritik im 17. Jahrhundert. Seit 2017 arbeitet sie an einer Dissertation, die die in ihrer Masterarbeit entworfenen Thesen anhand eines erst spärlich rezipierten Quellentextes von 1691 (Gabriel Daniel: Voyage du Monde de Descartes, Paris 1691) vertieft analysiert. Die entsprechende Satire hat sie im Zuge des Projektes erstmals auf Deutsch übersetzt.

Helena Mettler, die ihre Erstausbildung in der Privatwirtschaft erwarb, arbeitet seit Anfang 2017 bei einer Zürcher Stiftung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Zuvor war sie unter anderem als Projektleiterin des Kunst-Forums Luzernhttp://www.kunst-forum.ch und als Direktionsassistentin bei einer grossen Krankenkasse tätig. Daneben engagiert sie sich regelmässig als Kulturmanagerin für verschiedene Theater-und Filmprojekte im In- und Ausland.

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Forschung

Forschungsschwerpunkte

    • Französische Klassik
    • Rationalismuskritik im 17. Jh.
    • Philosophische Satire
    • Literarische Mehrstimmigkeit
    • Philosophie in Literatur

      Forschungsprojekt

      Laufendes Forschungsprojekt

      Dissertationsprojekt:

      Im Jahr 1691 – René Descartes ist bereits seit über vierzig Jahren tot – erscheint in Paris ein bemerkenswerter Roman: Die Voyage du Monde de Descartes. Es ist nichts weniger als ein gigantischer Verriss des Cartesischen Gedankengebäudes – und ein grosser Publikumserfolg. Die Satire wird umgehend in die wichtigsten Europäischen Sprachen übersetzt und in den Folgejahren immer wieder neu aufgelegt. Mein Forschungsprojekt fragt, grundsätzlich betrachtet, nach den Gründen für diesen Erfolg und versucht die These zu belegen, dass sich in dem Roman frühaufklärerische Argumentationsstränge geradezu exemplarisch nachverfolgen lassen. Dazu analysiere ich den Text u.a. im Hinblick auf die Polyphonie-Konzeption nach Michail Bachtin sowie den Regeln des klassischen Französischen Dramas. Es wird sich dabei zeigen, dass die literarische Mehrstimmigkeit integraler Bestandteil der Descartes-Kritik im 17. Jahrhunderts ist. Neben diesen literaturwissenschaftlichen Analysen versucht das Projekt darüber hinaus die Frage zu beantworten, weshalb Ende des. 17. Jh. die auf Erkenntnis gerichteten Fragen der Philosophie nicht mehr in schlichten Thesen definiert werden können.

      Eine Erstübersetzung der Voyage du Monde de Descartes auf Deutsch bildet Bestandteil und Basis des Dissertationsprojektes.

      Publikation:

      Helena Mettler, Die Sammlung Frieda Wick-Willi, in: Grosse Welt ganz klein, Schriftenreihe Haus Appenzell, Band 13, Zürich 2017, S. 18 – 23.