Perspektiven auf das Leitbild
Prof. Dr. med. Rami Sommerstein über die Nachwuchsförderung

Unser Leitbild hält fest, dass die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und akademischer Karrieren zu den zentralen Aufgaben und Zielen unserer Fakultät gehört. Dieser Aspekt ist mir persönlich ein besonderes Anliegen.
Das Besondere an meinem Fach – der Infektiologie und Infektionsprävention – ist, dass neben der Behandlung des Individuums stets auch eine Systemkomponente vorhanden ist. Ein wichtiges Beispiel: Der sparsame Gebrauch von Antibiotika verhindert das Auftreten resistenter Bakterien und deren Übertragung im Gesundheitswesen.
Diese Zusammenhänge bereits früh in der Ausbildung zu vermitteln, halte ich für äusserst wichtig. Ich bin überzeugt, dass viele junge Studierende und Forschende ein grosses Interesse daran haben, diese Zusammenhänge über die Therapie des Einzelnen hinaus zu verstehen und später in der Praxis umzusetzen. Besonders freut es mich, wenn die vermittelten Inhalte das Interesse des akademischen Nachwuchses wecken und in Masterarbeiten und Dissertationen vertieft werden.
Nachwuchsförderung bedeutet für mich deshalb nicht nur Wissensvermittlung, sondern gemeinsames Weiterdenken und Weiterentwickeln unserer Fachgebiete.
Prof. Dr. Gisela Michel über interdisziplinäre Forschung
Als Fakultät haben wir uns in unserem Leitbild zum Ziel gesetzt, zukunftsweisende Forschung zu betreiben, die Grenzen der Disziplinen durchbricht.
In meiner Arbeit im Bereich der pädiatrischen Onkologie ist die Verknüpfung von medizinischen, psychologischen und sozialwissenschaftlichen Ansätzen zentral, um die komplexen Bedürfnisse erkrankter Kinder und ihrer Familien ganzheitlich zu verstehen.
Denn wenn ein Kind an Krebs erkrankt, steht die medizinische Behandlung zuerst im Vordergrund. Aber ebenso zentral ist der Einbezug des familiären Umfeldes. Eltern, Geschwister, Grosseltern und Freunde sind betroffen und Teil des Prozesses.
Zukunftsweisende Forschung bedeutet für mich daher, gemeinsam mit betroffenen Familien, Kinderonkologinnen und Kinderonkologen sowie Fachpersonen aus verschiedenen Disziplinen zu Themen zu forschen, die über klassische Fachgrenzen hinausgehen. Immer mit dem Ziel, evidenzbasierte Unterstützungsangebote zu schaffen, die dort ansetzen, wo Familien tatsächlich Unterstützung benötigen.
