Nationale Befragung in Hausarztpraxen gestartet
Trotz ihrer tragenden Rolle in Hausarztpraxen liegen bisher kaum nationale Daten zur Berufsgruppe der Medizinischen Praxisassistentinnen und -koordinatoren vor. Eine neue Studie des Zentrums für Hausarztmedizin und Community Care will diese Lücke schliessen.
Medizinische Praxisassistentinnen/-assistenten und -koordinatorinnen/-koordinatoren (MPA/MPK) übernehmen in Hausarztpraxen wichtige Aufgaben in Organisation, Koordination und Patientenversorgung. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die hausärztliche Grundversorgung im Praxisalltag funktioniert.
Gleichzeitig steht die Grundversorgung vor zunehmenden Herausforderungen bei der Rekrutierung und langfristigen Bindung von MPA und MPK. Diskutiert werden dabei unter anderem Fragen der Arbeitsbelastung, der beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und der Attraktivität des Tätigkeitsfeldes.
Schweizweite Studie zu MPA und MPK
Obwohl MPA und MPK (MPK sind speziell weitergebildete MPA, die zusätzliche Aufgaben in der Patientenbetreuung, der Koordination von Behandlungsprozessen oder im Praxismanagement übernehmen) eine wichtige Rolle in Hausarztpraxen einnehmen, gibt es bislang nur begrenzte nationale Daten zu ihren Aufgabenprofilen, Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven. Die Studie «CHIP – Swiss Interprofessional Primary Care Survey» des Zentrums für Hausarztmedizin und Community Care an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin setzt hier an.
Die Studie kombiniert eine Online-Befragung mit vertiefenden Interviews. Ziel ist es, eine wissenschaftliche Grundlage zu schaffen, um Aufgaben, Rollen und Herausforderungen dieser Berufsgruppen in der hausärztlichen Grundversorgung besser zu verstehen. Die Ergebnisse sollen aktuelle Diskussionen zur Weiterentwicklung interprofessioneller Versorgungsmodelle in der Grundversorgung wissenschaftlich fundieren.
Darüber hinaus untersucht das Projekt, welche Bedeutung technologische Innovationen, beispielsweise KI-gestützte Unterstützungssysteme, im Praxisalltag künftig haben könnten. Im Fokus steht dabei, wie solche Ansätze von Praxisteams eingeschätzt werden und welche Voraussetzungen für eine praxistaugliche Umsetzung relevant sind.
Befragung bis Anfang Juli
Die nationale Befragung ist Ende Mai 2026 gestartet. Hausarztpraxen in der ganzen Schweiz wurden per Post angeschrieben und erhielten ein Einladungsschreiben mit einem individuellen Zugangscode. Die Befragung läuft bis zum 3. Juli 2026. Die qualitative Erhebung mittels Interviews erfolgt in einem nächsten Schritt nach Abschluss der Befragung.
Ansprechpersonen am Zentrum für Hausarztmedizin und Community Care sind Ass.-Prof. Dr. Thekla Brunkert und Patricia Lampart.
Eine Teilnahme für interessierte MPA und MPK ist auch direkt über folgenden Link möglich: redcap.link/pnsuxftv
