An der Kinderuni können neugierige und wissensdurstige Primarschülerinnen und Primarschüler der 4. bis 6. Klasse Universitätsluft schnuppern. Die nächste Kinderuni findet im Frühling 2020 statt.

 

 

 

 

 

Impressionen der Kinderuni 2019

Kinderuni: Was ist das?

Die Kinderuni ist fast wie eine Universität für Erwachsene: Professoren und Professorinnen reden über Themen, zu denen sie viel wissen und sogar Bücher geschrieben haben. Ihr seid die Studentinnen und Studenten, kommt an die Uni, in den Hörsaal, hört zu und könnt auch Fragen stellen. Wir möchten euch die Türen öffnen zur Welt der Wissenschaft und euch Themen näher bringen, zu denen an der Uni Luzern geforscht wird. Eine Doppelvorlesung findet am Kantonsspital statt.

Die Vorlesungen werden alle von "richtigen" Professoren und Professorinnen, Dozentinnen und Dozenten der Universität Luzern und des Kantonsspitals gehalten. Aber keine Angst, sie werden kein Fachchinesisch reden, sondern so, dass ihr sie versteht.

Wer darf an die Kinderuni?

Teilnehmen können alle Primarschülerinnen und Primarschüler, welche die 4. / 5. oder 6. Klasse besuchen. Einen bestimmten Notendurchschnitt braucht ihr nicht, es gibt kein Büffeln, keine Prüfungen und auch keine Hausaufgaben. Was zählt, sind euer Interesse, Neues zu lernen und der Wille, alle vier Vorlesungen zu besuchen. Als junge Studentinnen und Studenten erhält ihr wie die echten Studierenden eine Legi. Diesen Studentenausweis müsst ihr bei jeder Vorlesung zeigen. Wer alle Vorlesungen besucht, bekommt am Ende der letzten Vorlesung ein Diplom.

Und eure Eltern? Da sind wir streng: Auch wenn das Thema noch so spannend ist, sie müssen draussen bleiben.

Themen, Dozierende und Termine der Kinderuni 2019

Der Reiz des Verbotenen - Welche Strafe bekommt Max?

Freitag, 15. März 2019, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. Andreas Eicker

Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 9 

Das Strafrecht will verhindern, dass Böses geschieht. Es regelt, welches Verhalten verboten ist und welche Strafe es gibt, wenn gegen ein solches Verbot verstossen wird. So kann zum Beispiel ein Dieb dafür bestraft werden, dass er etwas geklaut bzw. gestohlen hat; auch das mutwillige Zerstören von fremden Sachen sowie das Schlagen und Verletzen einer anderen Person können bestraft werden. Dafür muss die Person, die sich nicht an die geltenden Regeln hält, aber mindestens zehn Jahre alt sein. Natürlich ist dann die Strafe für ein Kind oder einen Jugendlichen nicht dieselbe wie für einen Erwachsenen. In schlimmen Fällen kann die Strafe ab einem bestimmten Alter aber sogar Gefängnis sein.

Besprochen wird der Fall von zwei Jugendlichen, zwischen denen ein zunächst harmloser Streit mit schlimmen Folgen eskaliert. Anhand dieses Falles wird den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie das Strafrecht angewendet wird und welche Strafe droht.

Professor Eicker hat Recht bzw. Rechtswissenschaft an der Universität Bremen studiert und dort auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter ein Projekt im Gefängnis geleitet. Seine praktische Ausbildung hat er unter anderem am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und an der deutschen Botschaft in Ankara/Türkei absolviert. Für seine Doktorarbeit im Bereich des europäischen Strafrechts ging er an die Universität St. Gallen und anschliessend als Assistenzprofessor an die Universität Bern, um dort zu habilitieren. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität St. Gallen kam Prof. Eicker an die Universität Luzern, wo er heute Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Nebenstrafrecht und Verwaltungsstrafrecht unterrichtet und in diesen Bereichen forscht. Zudem engagiert sich Prof. Eicker an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät unter anderem als Prodekan und lehrt in verschiedenen Weiterbildungsprogrammen. Aktuell forscht er auch zum Thema "Ehre im Strafrecht" im Zusammenwirken mit der Theologischen Fakultät und zwei Rechtsfakultäten in Istanbul und Antalya. 

Wer entscheidet eigentlich, was wir kaufen?

Freitag, 22. März 2019, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. Leif Brandes

Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1  

Ihr alle habt Euch bestimmt schon einmal etwas von Eurem Sackgeld gekauft, oder Eure Eltern dazu gebracht, ein bestimmtes Produkt zu kaufen. Vielleicht war es ein Buch, ein Spielzeug, etwas zu Essen, oder etwas ganz anderes. Wie aber genau habt Ihr entschieden, was Ihr wolltet? War es wirklich nur Eure Entscheidung (und die Eurer Eltern), oder könnte es sein, dass auch jemand ganz anderes die Finger im Spiel hatte, ohne dass Ihr es wusstet?

Das Kaufverhalten von Menschen - also was Menschen kaufen und warum - ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags. In dieser Vorlesung schauen wir uns an, wie Menschen Kaufentscheidungen treffen, und welche Massnahmen Firmen sich ausdenken, um diese Entscheidungen zu beeinflussen; manchmal, ohne dass die Käuferinnen und Käufer es überhaupt merken.

Leif Brandes ist seit April 2018 Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Luzern. Zu seinen Aufgaben gehören Forschung und Lehre in den Bereichen Unternehmensführung und Marketing. Dabei findet er es besonders spannend, zu verstehen, wie sich Menschen zwischen verschiedenen Produkten entscheiden, und was sie danach anderen über ihre Erfahrungen mit diesen Produkten erzählen.

Leif Brandes hat viele Interessen. Dies zeigt sich auch in seinem abwechslungsreichen Lebenslauf: Nach seinem Studium in Mathematischer Finanzökonomie an der Universität Konstanz (Deutschland), schrieb er seine Doktorarbeit in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich. Von dort führte ihn seine Forschung erst an die Yale University (USA) und dann an die University of Warwick (England), wo er auch unterrichtete. Ausserdem hatte er Lehraufträge am University College Dublin in Irland. Jetzt ist er aber sehr glücklich, wieder in der Schweiz zu sein. Er ist verheiratet und hat eine kleine Tochter (4 Jahre).

Die Reise der Speise

Freitag, 29. März 2019, 16:15 – 18:00 Uhr 
Dr. med. Patrick Aepli

Doppelvorlesung Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1  

Der Magendarmtrakt und die mit ihm zusammen hängenden Bauchorgane erbringen tagtäglich eine (meist unterschätzte) grandiose Leistung. Sie ermöglichen uns nicht nur zu essen und zu trinken sondern zerlegen die zugeführte Nahrung damit unser Körper überlebenswichtige Nährstoffe aufnehmen und weiter verarbeiten kann. Wie ist der Magendarmtrakt aufgebaut? Was passiert in Mundhöhle und Rachen? Wie gelangen Essen und Trinken in den Magen und wie geht’s von dort weiter? Wieso produziert der Magen Säure und welche Aufgaben haben Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse? Wie wieviele Meter misst der Magendarmtrakt eigentlich und was haben der Dünndarm und ein Tennisplatz gemeinsam? All diese Fragen und noch viel mehr werden die Teilnehmer nach der Vorlesung beantworten können.

Dr. med. Patrick Aepli ist als Chefarzt der Gastroenterologie / Hepatologie am Luzerner Kantonsspital für den gesamten Magendarmtrakt inkl. Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse verantwortlich. Patrick Aepli kommt aus Luzern und studierte in Basel Medizin. Danach kehrte er für die klinische Ausbildung primär wieder in die Innerschweiz zurück. Nach Erhalt des Facharzttitels Innere Medizin absolvierte er seine Ausbildung zum Magendarm-Spezialisten in Luzern,  St. Gallen und Sydney (Australien).

Mittlerweile beschäftigt er sich hauptsächlich mit modernsten, endoskopischen Verfahren (mit seinen flexiblen Endoskopen / Spiegelungsgeräten gelangt er fast an jeden Ort im Magendarmtrakt), mit welchen den Patienten minimal-invasiv geholfen und oft sogar eine Operation erspart werden kann. Patrick Aepli ist verheiratet und Vater von zwei Töchter.

Den Geheimnissen des Auges auf der Spur

Freitag, 29. März 2019, 17:10 – 18:00 Uhr
Dr. med. Maria Helfenstein
Doppelvorlesung (Teil 2) 
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1  

Den grössten Teil aller Informationen aus unserer Umwelt nehmen wir mit den Augen auf. Unser menschliches Auge ist ein faszinierendes Organ: Es ist ein komplexes System mit einer Präzision, die hochentwickelte Technologien übertrifft. Permanent liefert das Auge Informationen aus unserer Umwelt an das Gehirn, dieses interpretiert die Informationen auf individuelle Weise.

Wie sieht ein Auge von innen aus? Warum haben wir zwei Augen? Wie sehen wir? Wie entsteht die Augenfarbe? Warum brauchen manche Menschen eine Brille? Sehen Tiere anders? Auf diese und andere interessante Fragen rund um das Auge versuchen wir in dieser Vorlesung eine Antwort zu finden.

Dr. med. Maria Helfenstein arbeitet seit Sommer 2016 als Oberärztin an der Augenklinik Luzern auf der Abteilung für Neuroophthalmologie und Kinderophthalmologie. Nach dem Medizinstudium in Bern hat sie ihre Ausbildung zur Augenärztin in Luzern und Zürich absolviert.

Was ist schön? Und Wer bestimmt das?

Freitag, 05. April 2019, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. Bettina Beer
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1

Was bedeutet "schön sein" überhaupt? Piercings, Tätowierungen und Nasenstäbe, schwarze Haut und weiße Haut, dick und dünn – der Körper, seine Form und Dekoration sind in vielen Gesellschaften von großer Bedeutung. Wer sieht besser aus: Luc oder Leduc – oder doch Nemo? Warum sind so viel Fernsehzuschauer von "Switzerland's next Topmodel" fasziniert? In dieser Vorlesung erfahrt Ihr von den Unterschieden und Gemeinsamkeiten dessen, was Menschen schön finden. Schon die Frage, ob "Schönheit" – im Sinne von "Aussehen" – überhaupt wichtig ist, beantworten Menschen von Papua-Neuguinea bis Luzern ganz unterschiedlich.

Ethnologen ("Völkerkundler") erforschen solche Fragen in vielen verschiedenen Kulturen. Sie vergleichen die Antworten miteinander und versuchen so, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen allen Menschen herauszufinden. Ihr werdet auch hören, wie es sich anfühlt, als Ethnologin bei Menschen zu leben, die alle ganz anders aussehen und für die eine große weiße Frau ebenso exotisch ist wie für eine Luzerner Schulklasse ein Krieger aus Papua-Neuguinea.

Aufgewachsen und zur Schule gegangen bin ich in Hamburg: Eine weltoffene Hafenstadt, in der Einflüsse aus vielen Ländern und fremden Kulturen täglich spürbar sind. Einige meiner Verwandten leben in Schweden, und schon als Kind faszinierte es mich, dass sie eine andere Sprache sprechen und manche alltäglichen Dinge anders machten als wir. Vielleicht hat mich das beeinflusst Ethnologie zu studieren. Ethnologen möchten Fremdes verstehen und vergleichen es mit dem Bekannten, es geht darum, sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen Menschen zu entdecken.

Für meine Forschungen habe ich  jeweils mehrere Monate auf den Philippinen und in Papua-Neuguinea gelebt. Da musste ich –fast wie ein Kind– viele Dinge des täglichen Lebens neu erlernen. In beiden Ländern haben einheimischen Familien mich aufgenommen, seit dreißig Jahren forsche und lebe ich immer wieder bei ihnen. In Hamburg habe ich studiert, war dann Professorin in Heidelberg und heute lehre und lebe ich in Luzern. Ich bringe Studierenden mehr über andere, ihnen zunächst fremde, Lebensweisen und die Veränderungen in unserer globalisierten Welt bei.

Diplom-Abgabe

Die Diplom-Abgabe findet im Anschluss an die letzte Vorlesung statt.

Kontakt

Simone Mainolfi

Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit
T +41 41 229 50 96
F +41 41 229 51 85
simone.mainolfiremove-this.@remove-this.unilu.ch
Raum: 4.A19
Präsenzzeit: Di. Vormittag, Mi. - Do.  



In Zusammenarbeit mit dem Luzerner Kantonsspital