An der Kinderuni können neugierige und wissensdurstige Primarschülerinnen und Primarschüler der 4. bis 6. Klasse Universitätsluft schnuppern. Die Vorlesungen finden an der Universität Luzern und am Luzerner Kantonsspital statt. Der genaue Termin für die  Kinderuni 2019 wird noch bekannt gegeben.

 

 

 

 

 

Impressionen von der ersten Vorlesung der Kinderuni 2018

Kinderuni: Was ist das?

Die Kinderuni ist fast wie eine Universität für Erwachsene: Professoren und Professorinnen reden über Themen, zu denen sie viel wissen und sogar Bücher geschrieben haben. Ihr seid die Studentinnen und Studenten, kommt an die Uni, in den Hörsaal, hört zu und könnt auch Fragen stellen. Wir möchten euch die Türen öffnen zur Welt der Wissenschaft und euch Themen näher bringen, zu denen an der Uni Luzern geforscht wird. Eine Doppelvorlesung findet am Kantonsspital statt.

Die Vorlesungen werden alle von "richtigen" Professoren und Professorinnen, Dozentinnen und Dozenten der Universität Luzern und des Kantonsspitals gehalten. Aber keine Angst, sie werden kein Fachchinesisch reden, sondern so, dass ihr sie versteht.

Wer darf an die Kinderuni?

Teilnehmen können alle Primarschülerinnen und Primarschüler, welche die 4. / 5. oder 6. Klasse besuchen. Einen bestimmten Notendurchschnitt braucht ihr nicht, es gibt kein Büffeln, keine Prüfungen und auch keine Hausaufgaben. Was zählt, sind euer Interesse, Neues zu lernen und der Wille, alle vier Vorlesungen zu besuchen. Als junge Studentinnen und Studenten erhält ihr wie die echten Studierenden eine Legi. Diesen Studentenausweis müsst ihr bei jeder Vorlesung zeigen. Wer alle Vorlesungen besucht, bekommt am Ende der letzten Vorlesung ein Diplom.

Und eure Eltern? Da sind wir streng: Auch wenn das Thema noch so spannend ist, sie müssen draussen bleiben.

Themen, Dozierende und Termine der Kinderuni 2018

Die "Milchkässeli-Bande": Welche Strafen drohen Albert, Daniela und Theo?

Freitag, 02. März 2018, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. Andreas Eicker

Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1  

Das Strafrecht will verhindern, dass Böses geschieht. Es regelt, welches Verhalten verboten ist und welche Strafe es gibt, wenn gegen ein solches Verbot verstossen wird. So kann zum Beispiel ein Dieb dafür bestraft werden, dass er etwas geklaut bzw. gestohlen hat; auch das mutwillige Zerstören von fremden Sachen sowie das Schlagen und Verletzen einer anderen Person können bestraft werden. Dafür muss die Person, die sich nicht an die geltenden Regeln hält, aber mindestens zehn Jahre alt sein. Natürlich ist dann die Strafe für ein Kind oder einen Jugendlichen nicht dieselbe wie für einen Erwachsenen. In schlimmen Fällen kann die Strafe ab einem bestimmten Alter aber sogar Gefängnis sein.

Besprochen wird der Fall von drei jugendlichen Freunden, welche aus Langeweile auf dumme Ideen kommen. Anhand dieses Falles wird den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie das Strafrecht angewendet wird und welche Strafe dem Trio für ihr Verhalten droht.

Professor Eicker hat Recht bzw. Rechtswissenschaft an der Universität Bremen studiert und dort auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter ein Projekt im Gefängnis geleitet. Seine praktische Ausbildung hat er unter anderem am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und an der deutschen Botschaft in Ankara/Türkei absolviert. Für seine Doktorarbeit im Bereich des europäischen Strafrechts ging er an die Universität St. Gallen und anschliessend als Assistenzprofessor an die Universität Bern, um dort zu habilitieren. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität St. Gallen kam Prof. Eicker an die Universität Luzern, wo er heute Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Nebenstrafrecht und Verwaltungsstrafrecht unterrichtet und in diesen Bereichen forscht. Zudem engagiert sich Prof. Eicker an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät unter anderem als Prodekan und lehrt in verschiedenen Weiterbildungsprogrammen. Aktuelle Forschungen zum Thema "Ehre im Strafrecht" führen ihn an Universitäten in Istanbul und Antalya. 

Kinderrechte

Freitag, 09. März 2018, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. theol. Peter G. Kirchschläger
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1  

Alle Kinder haben Rechte - ALLE Kinder, überall auf der Welt, immer. Diese Rechte schützen alle Kinder in denjenigen Elementen des menschlichen Lebens, die Kinder zum Überleben (z. B. Nahrung) und zum Leben als Menschen (z. B. Bildung) brauchen. Da alle Kinder die Kinderrechte haben, bedeutet dies auch, dass alle Kinder auch jeweils die Rechte der anderen Kinder zu respektieren haben. Kinder haben also auch eine entsprechende Verantwortung. 

In der Vorlesung werden die Kinderrechte vorgestellt. Zudem werden wir uns mit der Frage beschäftigen, warum Kinder Kinderrechte haben. Schliesslich werden wir uns mit der Verantwortung von Kindern auseinandersetzen.

Geboren wurde Peter G. Kirchschläger in Wien (Österreich). Nach dem 1. Jahr Kindergarten kam er mit seiner Familie in die Schweiz und wuchs in Luzern auf. Im Laufe des Gymnasiums entdeckte er neben seiner Freude am Fussball und am Basketball seine Leidenschaft für religiöse und philosophische Fragen. Insbesondere das Nachdenken über die Wahrheit sowie über das Gute und das Richtige packten ihn. So studierte er dann Theologie und Judaistik in Luzern, Rom (Italien) und Jerusalem (Israel). Anschliessend widmete er sich einem zweiten Studium der Philosophie, Religionswissenschaften und Politikwissenschaften in Zürich. Anschliessend führte in seine Forschung u. a. nach Chicago (USA), Fribourg, Sydney (Australien), Leuven (Belgien), Lund (Schweden), Bloemfontein (Südafrika) und an die Yale University (USA). Seit August 2017 ist er Ordinarius für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern.

Hand aufs Herz / Reanimation und Erfolge

Freitag, 16. März 2018, 16:15 – 18:00 Uhr 
Doppelvorlesung Luzerner Kantonsspital
, grosser Hörsaal, Hauptgebäude, 3. Stock 

"Hand auf's Herz." Habt Ihr das schon bei einem Eurer eigenen Freunde oder Verwandten, bei Eurem Opa oder Onkel beobachtet? Es wurde plötzlich alles sehr hektisch, der Rettungsdienst ist mit Blaulicht angefahren und die uns bekannte Person wurde in die Klinik gebracht. Wie froh waren wir dann, als die uns vertraute und gewohnte Person wenige Tage später wieder bei uns war? Diese erfolgreiche Versorgungen akut erkrankter Patienten sind für uns selbstverständlich, wir erwarten reibungslose Abläufe. Dahinter steckt aber Knochenarbeit und eine grosse Menge an Wissen. In der Vorlesung wollen wir gemeinsam hinter die Kulissen blicken und verstehen, was notwendig ist, damit alles optimal klappt. Und vielleicht könnt ihr auch Eure eigenen Erfahrungen erzählen.

Prof. Michael Christ ist seit Februar 2017 als Chefarzt am Notfallzentrum des Luzerner Kantonsspitals tätig und für die Weiterentwicklung der Notfall- und Akutmedizin am Ort verantwortlich. Er hat von 1984 bis 1990 an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert und ist seit 1991 als Arzt an verschiedenen Orten in Deutschland und der Schweiz tätig. Sein Werdegang ermöglichte ihm, den Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Klinische Pharmakologie zu erwerben und später auch seine wissenschaftliche Karriere zu entwickeln.

Als Student hat er erstmalig eine Operation am offenen Herzen gesehen und war auf der Stelle fasziniert von der Arbeitsweise dieses im Körper einzigartigen Organs. Er hat sich denn auch von Beginn seiner beruflichen Tätigkeit an damit auch wissenschaftlich auseinandergesetzt.

Prof. Christoph Konrad leitet den Bereich Anästhesie und Rettungsmedizin. Seine Ausbildung hat er in Luzern und Mannheim sowie in den USA gemacht. Spezialisiert hat er sich auf Notfallmedizin und Anästhesie. In diesen Themen hat er sich auch wissenschaftlich beschäftigt.

Die Herausforderung, in Notfällen schnell und kompetent zu handeln, begeistert ihn seit Jahren. So hat er bereits vor dem Studium eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und dann nach dem Studium die Weiterbildung zum Notarzt. Jetzt ist er am Luzerner Kantonsspital auch für diesen Bereich verantwortlich, vom Notruf 144 bis hin zur Versorgung auf der Strasse und dann in der Klinik.

Bei den Indianern in Nordamerika

Freitag, 23. März 2018, 16:15 – 17:00 Uhr
Dr. phil. Manuel Menrath
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1

Wenn von Indianern die Rede ist, denkt man oft an bemalte Krieger mit Federschmuck, die auf schönen Pferden durch die Prärie galoppieren. Vielleicht kommen einem auch Winnetou, Tipis, Totempfähle und Lagerfeuer in den Sinn. Doch stimmen diese Bilder? Warum nennt man die Menschen, die lange vor Ankunft der Europäer Amerika besiedelten, eigentlich "Indianer"? Haben sie wirklich eine rote Haut? Und gibt es heute noch viele Indianer?

In der Vorlesung lernen wir zwei indianische Völker kennen: Die Sioux aus den USA und die Cree aus Kanada. Dabei erfahren wir etwas über ihre Geschichte und Kultur. Zudem schauen wir uns an, wie sie heute leben.

Manuel Menrath arbeitete von 1998 bis 2006 als Sekundarlehrer in Beromünster. In den Jahren 2007 und 2008 hatte er ein Mandat als Kultur- und Eventmanager für die Burg Zug. Er hat an der Universität Luzern die Fächer Geschichte, Philosophie und Religionswissenschaft studiert und mit dem Lizentiat abgeschlossen. Seit 2009 arbeitet er am Historischen Seminar der Universität Luzern als Assistent und seit 2014 als Oberassistent. Er promovierte mit der Dissertationsstudie "Martin Marty O.S.B. (1834–1896) – Vom Einsiedler Mönch zum Indianermissionar und Bischof in Amerika". Gegenwärtig forscht er zur Geschichte der Cree und Ojibway in Kanada. Seit einigen Jahren bereist er regelmässig abgelegene Indianergebiete in den USA und Kanada.

Diplom-Abgabe

Die Diplom-Abgabe findet im Anschluss an die letzte Vorlesung statt.

Kontakt

Simone Mainolfi

Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit
T +41 41 229 50 96
F +41 41 229 51 85
simone.mainolfiremove-this.@remove-this.unilu.ch
Raum: 4.A19
Präsenzzeit: Di. Vormittag, Mi. - Do.  



In Zusammenarbeit mit dem Luzerner Kantonsspital