An der Kinderuni können neugierige und wissensdurstige Primarschülerinnen und Primarschüler der 4. bis 6. Klasse Universitätsluft schnuppern. Die nächste Kinderuni findet vom 10. bis 31. März 2017 statt, mit Vorlesungen an der Universität Luzern und am Luzerner Kantonsspital.

Anmeldungen sind nicht mehr möglich.

 

 

 

 

 

Kinderuni: Was ist das?

Die Kinderuni ist fast wie eine Universität für Erwachsene: Professoren und Professorinnen reden über Themen, zu denen sie viel wissen und sogar Bücher geschrieben haben. Ihr seid die Studentinnen und Studenten, kommt an die Uni, in den Hörsaal, hört zu und könnt auch Fragen stellen. Wir möchten euch die Türen öffnen zur Welt der Wissenschaft und euch Themen näher bringen, zu denen an der Uni Luzern geforscht wird. Eine Doppelvorlesung findet am Kantonsspital statt.

Die Vorlesungen werden alle von "richtigen" Professoren und Professorinnen, Dozentinnen und Dozenten der Universität Luzern und des Kantonsspitals gehalten. Aber keine Angst, sie werden kein Fachchinesisch reden, sondern so, dass ihr sie versteht.

Wer darf an die Kinderuni?

Teilnehmen können alle Primarschülerinnen und Primarschüler, welche die 4. / 5. oder 6. Klasse besuchen. Einen bestimmten Notendurchschnitt braucht ihr nicht, es gibt kein Büffeln, keine Prüfungen und auch keine Hausaufgaben. Was zählt, sind euer Interesse, Neues zu lernen und der Wille, alle vier Vorlesungen zu besuchen. Als junge Studentinnen und Studenten erhält ihr wie die echten Studierenden eine Legi. Diesen Studentenausweis müsst ihr bei jeder Vorlesung zeigen. Wer alle Vorlesungen besucht, bekommt am Ende der letzten Vorlesung ein Diplom.

Und eure Eltern? Da sind wir streng: Auch wenn das Thema noch so spannend ist, sie müssen draussen bleiben.

Wann und wo findet die Kinderuni 2017 statt?

Freitag, 10. März 2017
16:15 - 17:00 Uhr

Universität Luzern, Hörsaal 1, Frohburgstrasse 3, Luzern 

Freitag, 17. März 2017
16:15 - 18:00 Uhr

Universität Luzern, Hörsaal 10, Frohburgstrasse 3, Luzern
(Doppelvorlesung)

Freitag, 24. März 2017
16:15 - 17:00 Uhr

Universität Luzern, Hörsaal 1, Frohburgstrasse 3, Luzern 

Freitag, 31. März 2017
16:15 - 17:00 Uhr 

Universität Luzern, Hörsaal 1, Frohburgstrasse 3, Luzern

Themen, Dozierende und Termine der Kinderuni 2017

Vom Dschungel Papua-Neuguineas in den Dschungel des Internets: Wie forschen Ethnologen?

Freitag, 10. März 2017, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. Bettina Beer

Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1  

Ethnologen forschen in allen Regionen der Welt und untersuchen viele verschiedene Aspekte menschlicher Lebensweisen. Selbst wenn wir eine ganz spezielle Frage – etwa welche Bedeutung haben Gerüche in verschiedenen Kulturen? – beantworten wollen, versuchen wir dennoch, zunächst ganzheitlich die Lebensweise zu verstehen. Voraussetzung dazu ist die "Teilnehmende Beobachtung": Ethnologinnen und Ethnologen leben mit den Menschen vor Ort und lernen von ihnen die Sprache und einfachste alltäglichen Dinge – das kann von der Frage wie man im dichten Dschungel Tiere jagt, seine Wäsche im Fluss richtig wäscht oder Bananen auf offenem Feuer kocht, bis zur Fähigkeit sich richtig zu streiten reichen. Wenn man dann nach Hause zurückkehrt sieht man auch seine eigene Welt mit anderen Augen. Ein Beispiel meiner eigenen Forschungen in Papua-Neuguinea werde ich in der Vorlesung vorstellen.

Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist Frau Bettina Beer in Hamburg. Einige ihrer Verwandten leben in Schweden, und es hat sie immer fasziniert, dass sie eine andere Sprache sprechen und einige alltägliche Dinge anders tun als wir. Das hat sie wahrscheinlich auch beeinflusst, Ethnologie zu studieren. In der Ethnologie geht es darum, Fremdes zu verstehen, zu vergleichen, zu übersetzen und zu analysieren. Für ihre Forschung hat sie viele Monate auf den Philippinen gelebt und später in Papua-Neuguinea. Da musste sie Dinge des täglichen Lebens neu erlernen, fast wie ein Kind. Sie ist in beiden Ländern in Familien aufgenommen worden und forscht dort seit 30 Jahren immer wieder. Sie war Professorin in Heidelberg und lehrt jetzt in Luzern. 

Wofür brauchen wir Hormone?

Freitag, 17. März 2017, 16:15 – 17:00 Uhr 
PD Dr. med. Christoph Henzen
Doppelvorlesung (Teil 1)
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 10 

Hormone sind Botenstoffe im menschlichen Körper und es gibt viele verschiedene davon, die unterschiedliche Wirkungen haben. Dazu einige Beispiele:

  • Das Stresshormon Cortisol hilft uns morgens aufzustehen, es wirkt beim Rennen oder wenn wir hohes Fieber haben
  • Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass der Blutzucker normal ist und wir genügend Energie haben
  • Das Schilddrüsenhormon reguliert die Körpertemperatur und den Herzschlag
  • Geschlechtshormone, ohne diese wäre keine Schwangerschaft und keine Geburt möglich, ohne Wachstumshormon kein Längenwachstum, d.h. wir wären dann alle nur ca. 130 cm gross.

Es gibt viele Hormone, die den Hunger, Durst und die Gewichtszunahme regulieren. Haben wir zuviel oder zuwenig Hormone im Körper werden wir krank.

Die Aufgabe des Endokrinologen (Hormonspezialist) ist es, diese Krankheiten zu erkennen und die Unterfunktion der Hormone zu ersetzen bzw. die Überfunktion zu blockieren.

Prof. Christoph Henzen  hat sein Medizinstudium erfolgreich in Bern abgeschlossen. Seine Ausbildung absolvierte er in Oberwalliser Spitälern (Brig und Visp), in Luzern, Basel und London. Anschliessend spezialisierte er sich in Innerer Medizin und Hormonkrankheiten. Seit 2005 ist er Chefarzt am Luzerner Kantonsspital und 2007 habilitierte er sich an der Universität Basel. Christoph Henzen ist Vater von vier Kinder und beschäftigt sich gerne in seiner Freizeit mit Sport (Fussball, Skifahren), Musik (Gitarre spielen) und Lesen (alles, von Comics bis Philosophie).

Unser Gehirn kann mehr als wir denken

Freitag, 17. März 2017, 17:10 – 18:00 Uhr
Dr. med. Thomas Schmitt-Mechelke
Doppelvorlesung (Teil 2)
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 10

Der Vortrag soll einige Fähigkeiten und Fehlfunktionen unseres Gehirns aus der Sicht des Kinderneurologen beleuchten. Dabei werden alte und neue Erkenntnisse über normale Funktionen, über Bewusstes und Unbewusstes, über Verstand und Gefühle und über einige krankhafte Störungen anhand von Beispielen erläutert.

Dr. med. Thomas Schmitt-Mechelke ist seit 1993 Leiter der Abteilung für Neuropädiatrie am Kinderspital Luzern und seit 2016 als Co-Chefarzt. Er hat sein Medizinstudium, seine Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendkrankheiten sowie seine Spezialisierung in Kinderneurologie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz absolviert. Neben seinen Spezialgebieten (Anfallskrankheiten im Kindesalter, neurologische Störungen bei Neugeborenen) interessiert er sich für moderne Gehirnforschung. In seiner Freizeit sitzt er gerne auf dem Velosattel oder spielt Kontrabass.

Wie Dagobert Duck seinen Glückstaler vor Gundel Gaukeley schützen könnte

Freitag, 24. März 2017, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. Konstantin Beck
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1  

Dagobert hat einen sehr wertvollen Glückstaler. Und die Hexe Gundel Gaukeley versucht immer wieder, ihm diesen Taler zu stehlen. Was könnte Dagobert dagegen tun? Er könnte eine Versicherung abschliessen. Diese ersetzt ihm den Schaden, falls Gundel zuschlägt. Schön und gut, aber wieso kann die Versicherung das? Woher nimmt sie das Geld, um den Schaden zu bezahlen? Ist sie einfach weniger geizig als Dagobert? Oder kann sie sogar zaubern?

Nichts von all dem! Die Versicherung profitiert von einem uralten Schweizer. Der musste beim Kaiser von Russland arbeiten. Und dabei fühlte er sich sehr einsam. Darum spielte er oft mit Würfeln. Und weil er Mathematiker war, entdeckte er ein einfaches aber wichtiges Würfel-Gesetz. Und genau damit arbeitet die Versicherung.

Konstantin Beck ging in Zürich Riesbach in die Primarschule. An der Universität in Zürich studierte er ein Fach, von dem er kurz vorher noch glaubte, dass es schrecklich langweilig sei. Es hiess "Wirtschaft". Es war dann aber überhaupt nicht langweilig. Darum schrieb er dort auch noch ein dickes Buch, seine Doktorarbeit.

Darauf verschlug es ihn in ein Kinderhilfswerk und von dort zu einer Krankenkasse. Auch das fanden viele seiner Freunde sehr langweilig. Er selber hatte nicht vor, lange bei einer langweiligen Kasse zu bleiben. Weil aber immer viel los war und spannende Arbeiten zu erledigen waren, ist er jetzt nach über 20 Jahren immer noch bei der Krankenkasse.

Daneben hat er noch einmal ein noch dickeres Buch geschrieben, seine Habilitationsschrift. Wegen diesem Buch durfte er Professor an der Universität Zürich werden. Das Buch hat den Übernahmen "das Schlaue Buch" bekommen. (Wer das Fähnlein Fieselschweif von Tick, Trick und Track kennt, weiss Bescheid.) Auch dieses Buch scheint nicht sehr langweilig zu sein, denn es wurde schon über 1000 mal gekauft. Seit 2016 ist er nun Professor an der Universität Luzern. 

Ein brandgefährlicher Besuch im Stadion — Wird der Fussball-Fan für seine zündende Idee bestraft?

Freitag, 31. März 2017, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. iur. Andreas Eicker
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1

Das Strafrecht will verhindern, dass Böses geschieht. Es regelt, welches Verhalten verboten ist und welche Strafe es gibt, wenn gegen ein solches Verbot verstossen wird. So kann zum Beispiel ein Dieb dafür bestraft werden, dass er etwas geklaut bzw. gestohlen hat; auch das Schlagen und Verletzen einer anderen Person kann bestraft werden. Dafür muss die Person, die sich nicht an die geltenden Regeln hält, aber mindestens zehn Jahre alt sein. Natürlich ist dann die Strafe für ein Kind oder einen Jugendlichen nicht dieselbe wie für einen Erwachsenen. In schlimmen Fällen kann die Strafe ab einem bestimmten Alter sogar Gefängnis sein.

Besprochen wird der Fall eines jugendlichen Fussball-Fans, der aus Frust und Ärger über das verlorene Match "seiner" Mannschaft eine zündende, aber nicht erlaubte Idee hat. Anhand dieses Falles wird den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie das Strafrecht angewendet wird und welche Strafe dem Fussball-Fan für sein Verhalten droht. 

Prof. Dr. Andreas Eicker ist seit 2009 Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Luzern. Dies unter besonderer Berücksichtigung des Verwaltungs- und des Nebenstrafrechts. Er hat Rechtswissenschaften mit strafrechtlicher Schwerpunktausbildung an der Universität Bremen studiert und anschliessend das Anwaltspatent erworben. In seiner Dissertation an der Universität St. Gallen zum Thema "Transstaatliche Strafverfolgung" befasste er sich mit der Europäisierung, Internationalisierung und Fortentwicklung des Doppelbestrafungsverbots. Er habilitierte sich 2009 an der Universität Bern mit einer Arbeit zur Prozeduralisierung materiellen Strafrechts.

Vor seiner Berufung an die Universität Luzern war er Vertreter des Lehrstuhls für Strafrecht an der Universität St. Gallen und Assistenzprofessor am Institut für Strafrecht und Kriminologie (ISK) der Universität Bern. Bevor Andreas Eicker seinen wissenschaftlichen Werdegang in der Schweiz mit einer Assistenztätigkeit an der Universität St. Gallen begann, war er Mitarbeiter in Lehre und Forschung an der Universität Bremen. Dort realisierte er insbesondere ein Forschungsprojekt zur Untersuchung der Lebenswirklichkeit im Strafvollzug, wofür er von der Körber-Stiftung (Hamburg) ausgezeichnet wurde. Ausserdem war er Rechtsreferendar bei der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht Oldenburg. Weitere Stationen führten ihn ans Bundesverfassungsgericht und an die deutsche Botschaft in der Türkei. 

Diplom-Abgabe

Die Diplom-Abgabe findet im Anschluss an die letzte Vorlesung statt.

Kontakt

Simone Mainolfi

Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit
T +41 41 229 50 96
F +41 41 229 51 85
simone.mainolfiremove-this.@remove-this.unilu.ch
Raum: 4.A19
Präsenzzeit: Di. Vormittag, Mi. - Do.  



In Zusammenarbeit mit dem Luzerner Kantonsspital