«Open Science Ambassadors» stärken offene Forschungskultur

An den Zentralschweizer Hochschulen ist ein neues Programm gestartet: Mit den Open Science Ambassadors wurde ein Forschenden-Netzwerk aufgebaut, das sich für mehr Transparenz, Zugänglichkeit und Zusammenarbeit in der Wissenschaft einsetzt.

Das von swissuniversities unterstützte Open Science Ambassador Programm der Zentralschweizer Hochschulen verfolgt das Ziel, Open Science in der Region stärker zu verankern. Open Science steht für einen möglichst offenen und transparenten Umgang mit wissenschaftlichen Prozessen. Ziel ist es, wissenschaftliche Inhalte – wie Publikationen, Daten, Software oder Lernmaterialien – möglichst frei zugänglich und nutzbar zu machen. Die Ambassadors geben ihre Erfahrungen weiter, unterstützen Kolleginnen und Kollegen und zeigen bewährte Wege für einen offenen Umgang mit Forschungsabläufen. Ein besonderer Fokus des Programms liegt auf Austausch, Vernetzung und gemeinsamem Lernen über Institutions- und Disziplinengrenzen hinweg. Organisiert wird die Initiative von der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) in Kooperation mit den Zentralschweizer Hochschulen (Universität Luzern, Hochschule Luzern und Pädagogische Hochschulen Luzern, Schwyz und Zug).

Inzwischen stehen die ersten Botschafterinnen und Botschafter der Universität Luzern fest. Sie setzen sich aktiv dafür ein, dass Open Science an der Universität Luzern gelebt wird und stehen als Ansprechpersonen für Fragen rund um das Thema zur Verfügung. Die Motivation innerhalb des zurzeit aus 13 Forschenden bestehenden Netzwerks ist klar – so sagt etwa Dr. Agatha Brandão, wissenschaftliche Assistentin an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät: «Dank Open Science können Forschungsergebnisse weiter und schneller verbreitet werden.» Auch Prof. Dr. Matthias Ertl, Ausserordentlicher Professor für experimentelle Rehabilitationswissenschaft an der Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie, unterstreicht die Bedeutung des Ansatzes: «Open Science ist für mich alternativlos.» 

Mit dem neuen Programm «Lucerne Open Science Dissemination» (LUCID), das von swissuniversities mitfinanziert wird, wollen die Zentralschweizer Hochschulen ein Signal für eine offene, transparente und kollaborative Forschungskultur setzen und damit nicht nur die wissenschaftliche Qualität stärken, sondern auch den gesellschaftlichen Nutzen von Forschung erhöhen.

Mehr Infos zum Ambassador-Programm

Erste Netzwerkveranstaltung

Am 12. März trafen sich die Ambassadors am ersten Netzwerktreffen, das zum Thema Citizen Science und offene Wissenschaft durchgeführt wurde. Im Zentrum stand die Frage, welche Chancen sich eröffnen, wenn Forschung offener und partizipativer gestaltet wird. Den inhaltlichen Teil lancierte Tizian Zumthurm (Schweiz forscht/Science et Cité) mit einer Keynote. Er gab einen Überblick über unterschiedliche Formen und Ausgestaltungen von Citizen Science, stellte aktuelle Projekte vor und präsentierte hilfreiche Tools – darunter einen Projektleitfaden für eigene Vorhaben sowie den «Kompass», ein Glossar mit zentralen Begriffen aus der Wissenschaftswelt. Im Anschluss gewährten Dr. Katharina Roser, Lehr- und Forschungsbeauftragte für Epidemiologie und Public Health an der Universität Luzern, und Dr. Sebastian Stuppan von der Pädagogischen Hochschule Luzern in kurzen Beiträgen Einblicke in ihre eigene Forschungspraxis und zeigten auf, wie partizipative und offene Forschung konkret umgesetzt werden kann. Zum Abschluss legte Prof. Dr. Stephen Wittkopf (HSLU Technik & Architektur) den Fokus auf Herausforderungen und Chancen von Citizen Science in Kooperation mit Wirtschaftspartnern. In der darauffolgenden Diskussion standen Fragen zur Rollenabgrenzung zwischen Bürgerinnen und Bürger als Forschenden und Forschungssubjekten, zum globalen Interesse an partizipativer Forschung sowie ganz allgemein die Gemeinsamkeiten von Open Science und Citizien Science im Zentrum.