KVVHS11Ethno Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Ethnologisches Seminar Lehrveranstaltungen INFORMATION eThNOlOgIe KOMMeNTIeRTeS VORleSUNgSVeRZeIChNIS heRBSTSeMeSTeR 2011 Deckblatt: Simmons, D.R. 2003 Ta Moko. The Art of Maori Tattoo. Auckland: Reed. 3 Ethnologie Die Ethnologie beschäftigt sich mit der Vielfalt verschiedener menschlicher Lebensweisen und Gesellschaften. In seinen empirischen Methoden (Feldforschung mit Methodenvielfalt und Teilnehmender Beobachtung) ist das Fach vorwiegend auf heute existierende Gesellschaften ausgerichtet, wobei sie auch deren historische Entwicklung berücksichtigt. Die Ethnologie untersucht die politische Organisation, verwandtschaftliche Beziehungen, religiöse Vorstellungen und Wirtschaftsweise lokaler Gemeinschaften. Dabei werden regionale und globale Zusammenhänge berücksichtigt. Sie untersucht auch Aspekte komplexer Gesellschaften, einschließlich der Einbindung lokaler Gemeinschaften in staatliche Organisationen, und globale Prozesse, wie Migration, transkulturelle Beziehungen, Ethnizität, soziale Bewegungen und Bürgerkriege. Der Blick auf lokale Ordnungsmuster und Handlungspraktiken, die Betonung der vergleichenden Perspektive sowie die ethnologische Feldforschung, haben das Profil der Ethnologie innerhalb der Sozialwissenschaften von Beginn an geprägt. Ethnologie in Luzern Schwerpunkte des Lehrangebots des Ethnologischen Seminars der Universität Luzern bilden die Bereiche Wirtschaft & Ökologie und Politik & Recht. (Einzelheiten siehe Website des Ethnologischen Seminars) Das Besondere am Luzerner Studiengang sind nicht nur die inhaltlichen Schwerpunkte, sondern auch die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen kultur- und sozialwissenschaftlichen Fächern, die sich an der Universität Luzern bieten, sowie die Verbindung von Forschung und Lehre auf der Masterstufe. Ein weiterer Vorteil sind die guten Betreuungsverhältnisse. In kleinen Seminaren und Einzelgesprächen ist die individuelle Förderung Studierender möglich. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Ethnologischen Seminars (-> http://www.unilu.ch/deu/kultur--und-sozialanthropologie_167802.aspx ) Inhaltsverzeichnis Adressen und Öffnungszeiten……………………………………..……...4 Neuigkeiten und Ankündigungen………………………………………….5 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA …………………………..6 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im MA …………………………10 Wie kann ein Studienverlauf konkret aussehen? ………………………13 Vorschläge für Lektüregruppen…………………………………………..14 Lehrveranstaltungen des ethnologischen Seminars…………………...15 Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen…....30 Sonderveranstaltung………………………………………………………34 Stundenplan HS11…………………………………………………………36 4 Adressen und Öffnungszeiten Universität Luzern Ethnologisches Seminar Frohburgstr. 3 Postfach 4466 6002 Luzern ethnosem@unilu.ch Professuren: Bettina Beer, Prof. Dr., bettina.beer@unilu.ch Seminarleitung (Sprechstunde nach Vereinbarung) Jürg Helbling, Prof. Dr., juerg.helbling@unilu.ch (Sprechstunde nach Vereinbarung) Fachstudienberatung: Werner Egli, Prof. Dr., werner.egli@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 229 55 73 (Sprechstunde siehe Website) Mobilitätsverantwortlicher: Don Gardner, Dr., donald.gardner@unilu.ch Tel . ++41 (0)41 229 56 65 (Sprechstunde nach Vereinbarung) Sekretariat: Luzia Weber, luzia.weber@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 229 55 71 Öffnungszeiten Sekretariat: Montag: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr Dienstag: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr Mittwoch: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr 5 Neuigkeiten und Ankündigungen 1. Neuer Standort des Ethnologischen Seminars Ab dem 1. Septemper 2011 befinden sich die Räumlichkeiten des Ethnologischen Seminars im 3. Obergeschoss des Westflügels des neuen Universitätsgebäudes. 2. Neue Studien- und Prüfungsordnung an der KSF Bitte Beachten Sie, dass ab 1. August 2011an der Kultur- und Sozialwissenschftlichen Fakultät eine neue Studien- und Prüfungsordnung gilt. Weitere Informationen finden sich auf der Website der Fakultät: http://www.unilu.ch/deu/reglemente_und_merkblaetter_3206.html 3. Veranstaltungen Seminar- und Forschungskolloquium Das Kolloquium findet Mittwochs von 17-19 Uhr statt und ist für alle Interessierten offen. Das Programm hängt bei Semesterbeginn aus und ist auf der Homepage zu finden. Weitere Informationen siehe Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA Informationskompetenz ZHB Ab HS11 wird einmal im Jahr jeweils im Herbstsemester von der ZHB ein Modul zur Informationskompetenz angeboten, das an die Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" gekoppelt ist. Eine Doppelstunde findet im Rahmen der Vorlesung statt, zwei Doppelstunden werden als Block angeboten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Für Studierende ist der Besuch der Veranstaltung zur Informationskompetenz verpflichtend (für Studierende mit Studienbeginn HS2011). Ohne den Nachweis des Besuchs der Veranstaltung ist eine Zulassung zur BA- Prüfung nicht möglich. Studierende aus integrierten Studiengängen können wählen, in welchem der an ihrem Studiengang beteiligten Fächer sie daran teilnehmen. Studierenden der Ethnologie wird dringend empfohlen diese im Rahmen der Einführungsvorlesung zu absolvieren. 4. Umzug Bibliothek Der Umzug beginnt Ende Juli 2011. Rund 180'000 Bücher, 600m Regale und diverse Einrichtungen werden von fünf verschiedenen Standorten ins neue Universitätsgebäude verschoben (Magazin Sempacherstrasse, Präsenzbibliothek Fak. I/RPI, Studienbibliothek PHZ/Präsenzbibliothek Fak. II, Rechtsbibliothek, Präsenzbibliothek Judaistik). Der Ausleihbetrieb wird während der gesamten Umzugsphase aufrecht erhalten; bestellte Bücher können während des Umzugs im ZHB Standort Sempacherstrasse abgeholt werden. Die bisherigen Teilbibliotheken schliessen wie folgt: 2. August 2011: Rechtsbibliothek ZHB am Hirschengraben (ab dem 28. Juli ist die RB nur eingeschränkt zugänglich); 8. August 2011: Präsenzbibliothek Judaistik (Kasernenplatz); 10. August 2011: Studienbibliothek PHZ und Präsenzbibliothek der Fak. II (Museggstrasse); 23. August 2011: Präsenzbibliothek der Fakultät I (Pfistergasse). Für die Zeit des Umzugs können Medien aus den Präsenzbibliotheken der Fak. I&II ausgeliehen werden. Die entsprechenden Daten finden Sie in den Bibliotheken an den Infotafeln. 5. Studentische Mobilität Wer einige Semester an einer anderen Universität im In- oder Ausland studieren möchte - was sehr zu empfehlen ist -, sollte sich angesichts der Fristen und relativ kurzen Regelstudienzeit von 6 Semestern im BA möglichst frühzeitig über die Modalitäten der Studierendenmobilität informieren und mit den für die Mobilität zuständigen Personen im Dekanat und im Seminar sowie mit der Fachstudienberatung Kontakt aufnehmen. Besonders vorteilhaft sind Austauschsemester an ausländischen Partneruniversitäten im Rahmen des ERASMUS- Programms. Weitere Informationen finden sich auf der Website der Universität Luzern (-> http://www.unilu.ch/deu/outgoing_students_4182.aspx) 6. eHRAF Die Human Relations Area Files (eHRAF), sind eine umfangreiche Datenbank mit kodiertem ethnographischen Quellenmaterial, die online auf dem Netz der Universität Luzern und der Luzerner Hochschulbibliothekenabrufbar ist: http://ehrafWorldCultures.yale.edu 6 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA für Studienbeginn ab HS 2011 (Bachelor of Arts in Ethnologie / BA in Cultural and Social Anthropology) Musterstudienplan Es wird hier nur der Musterstudienplan für das BA-Studium im Major aufgeführt. Auf Unterschiede zum Minorstudium wird in der anschliessenden Beschreibung der Veranstaltungstypen und Anforderungen ein- gegangen. Ein wichtiger Unterschied betrifft die Wahl zwischen Major und Minor, die nicht erst – wie in anderen Fächern - mit der Entscheidung, in welchem Fach die Bachelorarbeit geschrieben wird, getroffen werden sollte. Die Musterstudienpläne für Major und Minor befinden sich im PDF-Format auf der Website der Kultur- und Sozial- wissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Ebenfalls finden Sie dort Musterstudienpläne für Studenten mit Studienbeginn vor HS 2011. (-> http://www.unilu.ch/deu/musterstudienplaene_135893.aspx ). I BA-Abschluss Schriftliche BA-Prüfung Minor 5 Mündliche BA-Prüfung Major 5 BA-Arbeit Major 25 II Studienleistungen Major VL (benotet) Einführung in die Ethnologie 2 PS Einführung in die Ethnologie 4 MS Einführung in die Methoden der Ethnologie 4 PS Ethnographie 4 PS Klassiker der Ethnologie 4 (benotet) 1. Proseminararbeit zu PS oder MS* 4 (benotet) 2. Proseminararbeit zu PS 4 Orientierungsgespräch Major 0 A ssessm entstufe (1. & 2. S em ester) VL (benotet) Einführung in Bereiche der Ethnologie 2 HS Hauptseminar im Bereich Wirtschaft und Ökologie 4 (benotet) Hauptseminararbeit im Bereich Wirtschaft und Ökologie 6 HS Hauptseminar imBereich Politik und Recht 4 (benotet) Hauptseminararbeit im Bereich Politik und Recht 6 HS Hauptseminar in einem Bereich freier Wahl 4 (benotet) Hauptseminararbeit in einem Bereich freier Wahl 6 Weitere Leistungen Major 17 H auptstudium (3.-6. S em ) III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 50 IV Sozialkompetenz und Studienleistungen im Major, Minor oder in anderen Fächern Sozialkompetenz 4 Freie Leistungen Major, Minor o. davon unterschiedene Fächer 16 * Auch Arbeiten, die zum Methodenseminar geschrieben werden, müssen inhaltlichen Charakter haben. Veranstaltungstypen und Anforderungen im Bachelorstudium Vorlesung (VL): Einführung in die Ethnologie Diese Pflichtveranstaltung ist als Überblick und Einführung in das Studium der Ethnologie, in Gegenstand, Methodik, Grundbegriffe und Geschichte des Faches angelegt. Sie soll Antworten auf die Fragen geben, was Ethnologie ist und welche Fragestellungen mit welchen Methoden verfolgt werden. Neben fachspezifischen Methoden und Theorien werden auch fächerübergreifende wissenschaftliche Arbeitsweisen vorgestellt. Sowohl praktische Studien- und Arbeitstechniken als auch wissenschaftstheoretische Grundlagen sind Gegenstand der Lehrveranstaltung, da diese Kenntnisse nach dem Schulabschluss nicht vorausgesetzt werden können. In der Einführung sollen Erstsemester außerdem eine eigene Vorstellung davon entwickeln können, welchen Sinn das Studium der Ethnologie haben kann und welches ihre eigenen Zielsetzungen sind. Aus diesem Grund wird auch die Frage der Berufsperspektiven berücksichtigt. 7 Während der Vorlesung werden regelmäßig kleine Aufgaben gestellt, die zur Übung und Überprüfung des Erlernten dienen. Für die Teilnahme und Lösung der Aufgaben gibt es 2 Credits. Die erfolgreiche Lösung der Aufgaben sowie das Bestehen der Klausur sind Voraussetzung für die Vergabe der Credits. Die studentischen Leistungen werden in dieser wie in allen anderen Vorlesungen benotet. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten und kann bei erfolgreichem Abschluss nicht wiederholt werden. Vorgeschlagene Werke zur Einführung: Beer, Bettina und Hans Fischer (Hg.), 2006. Ethnologie. Einführung und Überblick. (6. Aufl.). Berlin: Reimer. Thomas Hylland Eriksen, 2010, Small Places, Large Issues: An Introduction to Social and Cultural Anthropology, (3. Aufl.) Edition Pluto Press Paul Durrenberger & Suzan Erem, 2010, Anthropology Unbound: A Field Guide to the 21st Century, (2. Aufl.), Paradigm Publishers Informationskompetenz ZHB Einmal im Jahr jeweils im Herbstsemester bietet die ZHB ein Modul zur Informationskompetenz gekoppelt an die Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" an. Eine Doppelstunde findet im Rahmen der Vorlesung statt, zwei Doppelstunden werden als Block angeboten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Für Studierende ist der Besuch der Veranstaltung zur Informationskompetenz verpflichtend. Ohne den Nachweis des Besuchs der Veranstaltung ist eine Zulassung zur BA- Prüfung nicht möglich. Studierende aus integrierten Studiengängen können wählen, in welchem der an ihrem Studiengang beteiligten Fächer sie daran teilnehmen. Studierenden der Ethnologie wird dringend empfohlen diese im Rahmen der Einführungsvorlesung zu absolvieren. Proseminar (PS): Einführung in die Ethnologie Ergänzend zur Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" wird im ebenfalls obligatorischen Proseminar basierend auf einem Lehrbuch und zusätzlichen Artikeln ein Überblick über das Fach gegeben. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten und kann bei erfolgreichem Abschluss nicht wiederholt werden. Vorlesung (VL): Einführung in Teilgebiete der Ethnologie Zusätzlich zur Vorlesung „Einführung in die Ethnologie“ werden regelmäßig einführende Vorlesungen in die Wirtschafts-, Politik- und Rechtsethnologie sowie in Religions- und Verwandtschaftsethnologie angeboten. Von den Vorlesungen zur Einführung in die Teilgebiete der Ethnologie ist ebenfalls eine obligatorisch zu besuchen. In diesen Vorlesungen wird ein erster Überblick über Bereiche der Ethnologie und die dort behandelten Themen gegeben, die dann vor allem in den Schwerpunkten Wirtschafts-, Politik- und Rechtsethnologie in Hauptseminaren vertieft werden können. Die auch zu diesem Vorlesungstyp gehörende „Einführung in Geschichte und Schulen der Ethnologie“ soll einen Überblick über Fragestellungen, Grundannahmen und Methoden von Hauptrichtungen der Ethnologie geben. Wissenschaftsgeschichtliche Kenntnisse sind in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung: Für die Ausbildung ist es häufig praktischer, mit leichter verständlichen älteren Autoren und Publikationen zu beginnen, die Grundlage und Bezug für komplexere neuere sind. Zentrales Anliegen der Vorlesung ist die Zielsetzung, Wissenschaft als Prozess verständlich zu machen, in dem auch das heute Modernste vielleicht morgen schon als "out" gilt, andererseits aber scheinbar neueste Ideen Jahrhunderte alt sein können. Die Betonung der Vorlesung wird auf früheren Perioden liegen. Grundlegende Kenntnisse in der Geschichte ethnologischer Theorien und Methoden der Ethnologie werden bei der BA-Abschlussprüfung vorausgesetzt. Methodenseminar (MS): Einführung in Methoden der Ethnologie In dieser Pflichtveranstaltung wird anhand von einer oder mehrerer ethnologischer Monographien gezeigt, wie Ethnologen Forschungsfragen entwickeln, sich Problemen annähern und mit welchen empirischen Methoden sie Daten erheben und mit welchen Verfahren sie diese analysieren. Auch Strategien der Darstellung von Forschungsergebnissen werden diskutiert. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten und kann bei erfolgreichem Abschluss nicht wiederholt werden. 8 Proseminar (PS): Ethnographie In diesem ebenfalls obligatorischen Proseminar werden abwechselnd zu verschiedenen regionalen Schwerpunk- ten Veranstaltungen angeboten. Im Mittelpunkt steht die Lektüre und Diskussion klassischer und vorbildlicher ethnographischer Texte. Die Auseinandersetzung mit ethnographischen Quellen dient sowohl der Vertiefung des Stoffes des methodischen Seminars als auch dem Erwerb regionaler Kompetenz (Südostasien, Ozeanien u.a.). Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten und kann aufgrund wechselnder Inhalte auch mehrmals besucht werden. Zudem dient dieses Proseminar dem Einüben wissenschaftlicher Arbeitstechniken der Ethnologie. Pflichtlektüre: Beer, Bettina & Hans Fischer, Wissenschaftliche Arbeitstechniken in der Ethnologie. Berlin: Reimer 2003. Proseminar (PS): Klassiker der Ethnologie Im Zentrum dieses obligatorischen Proseminars steht die Lektüre und Diskussion klassischer Texte aus der Geschichte des Faches von der Zeit der Aufklärung bis zu rezenten theoretischen Debatten. Das Proseminar ergänzt die Vorlesung zur „Einführung in die Geschichte und Schulen der Ethnologie“. Die Veranstaltung wird einmal jährlich angeboten und kann aufgrund wechselnder Inhalte auch mehrmals besucht werden. Proseminararbeiten Zu zwei der in einem Proseminar oder im Methodenseminar behandelten Themen muss eine schriftliche Hausarbeit im Umfang von 15 Seiten nach Absprache mit der jeweiligen Dozentin bzw. dem Dozenten angefertigt werden. Die Arbeiten werden benotet. Orientierungsgespräch Das im Major obligatorische Orientierungsgespräch bildet den Abschluss des Grundstudiums bzw. der Assessmentstufe und soll zum einen die Studierenden hinsichtlich der generellen Eignung zum Studium orientieren und zum zweiten zu Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung des Hauptstudiums führen. Es findet nach dem zweiten oder spätestens nach dem dritten Fachsemester statt. Die Termine sind direkt mit den Dozierenden zu vereinbaren. Mit der Anmeldung ist eine ca. zweiseitige Reflexion über das bisherige Studium einzureichen, die eine Selbsteinschätzung in Bezug auf die erworbenen Fähigkeiten sowie auf Stärken und Schwächen enthalten soll. Des Weiteren muss ein aktueller Leistungsnachweis mit allen bislang erworbenen Scheinen sowie die Kopie einer schriftlichen Arbeit vorgelegt werden. Hauptseminare (HS) Hauptseminare werden vorwiegend zu Schwerpunkten des Ethnologischen Seminars angeboten. Neben den beiden Schwerpunktbereichen werden regelmäßig Lehrveranstaltungen zu weiteren aktuellen Themen wie beispielsweise Migration, neuen Medien, Themen der Religionsethnologie oder der Kindheitsforschung in das Lehrprogramm aufgenommen, in der Absicht, lokale Lebenszusammenhänge in einer globalisierten Welt besser zu begreifen. Es muss aus beiden Schwerpunktgebieten mindestens ein Hauptseminar besucht werden. Im Major sind weitere Hauptseminare zu frei wählbaren Themen zu besuchen. Im Minor können diese durch andere Veranstaltungen oder schriftliche Arbeiten ersetzt werden. Hauptseminararbeiten Es sind drei schriftliche Hausarbeiten im Umfang von 20-25 Seiten, im allgemeinen im Anschluss an ein Haupt- seminar, nach Absprache mit dem jeweiligen Dozierenden anzufertigen. Zwei der Arbeiten müssen in einem der Schwerpunktgebiete liegen. Die Bindung von zwei Arbeiten an die Schwerpunktgebiete gilt nur für Studierende im Fach Ethnologie, nicht für Studierende der Kulturwissenschaften. Die Arbeiten werden benotet. 9 Sozialkompetenz Wenigstens fünf Studierende können sich zusammenfinden und eine Lektüregruppe organisieren. Zu Lehrveranstaltungen sind auch Tutorate möglich. Das Vorhaben muss in jedem Fall vor Semesterbeginn mit einer/-m Lehrenden abgesprochen werden, bei dem auch abschließend ein Protokoll eingereicht wird. Eine Liste von Themen, Literatur und den jeweils zuständigen Dozierenden findet sich weiter unten. Wird die regelmässige Teilnahme am wöchentlichen Forschungskolloquium des Ethnologischen Seminars durch eine Lektüregruppe ergänzt, können zusätzlich zu 2 Credits für freie oder weitere Leistungen 2 Social Credits erworben werden. Weiter Möglichkeiten, siehe auch unter: Weisungen zur Vergabe für Credit Points für Sozialkompetenz (SCP) an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern, http://www.unilu.ch/files/flyer-plus- weisungen-scp_280111.pdf Weitere und freie Studienleistungen Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie sind weder an Veranstaltungen besonderen Typs noch besonderen Inhalts gebunden. Letzteres gilt auch für die freien Studienleistungen, die sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Faches Ethnologie erbracht werden können. Hier sei insbesondere darauf hingewiesen, dass anstelle von Veranstaltungsbesuchen auch das Verfassen von schriftlichen Arbeiten möglich ist, was jenen Studierenden entgegenkommt, denen der Besuch von Präsenzveranstaltung nur in eingeschränkter Weise möglich ist. Seminar- und Forschungskolloquium Im ethnologischen Forschunskolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen, Fragestellungen und Ergebnissen ihrer laufenden Forschungen berichten. Bei regelmässiger Teilnahme können 2 Credits erworben werden, die bei freien oder weiteren Studienleistungen anrechenbar sind. Wird die regelmässige Teilnahme durch eine Lektüregruppe ergänzt, können zusätzlich 2 Social Credits erworben werden. BA-Abschluss Um das Studium mit dem BA abzuschließen, muss eine schriftliche Arbeit im Umfang von nicht mehr als 60 Seiten angefertigt werden. Das Thema wird gemeinsam mit einer/m der Dozierenden entwickelt. Außerdem wird eine mündliche Prüfung von 30 Minuten zu zwei verschiedenen Themen abgelegt. Für die mündliche Prüfung werden 5 und für die schriftliche Arbeit 25 Credits vergeben. 10 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im MA (Master of Arts in Ethnologie / MA in Cultural and Social Anthropology) Voraussetzungen Ein Masterstudium in Ethnologie setzt ein Bachelorstudium voraus. Im Fach Ethnologie müssen mind. 60 Credits vorhanden sein. Von Inhaberinnen und Inhabern eines Bachelordiploms eines andern Faches wird vor Aufnahme des Masterstudiums der Erwerb zusätzlicher Leistungen in Ethnologie zur Bedingung gemacht. Zudem können in allen Fällen für den Abschluss des Masterstudiums weitere Auflagen gemacht werden. Über die formellen Zulassungbedingungen der Universität Luzern gibt folgende Website Auskunft: https://portal.unilu.ch/site/besucher/anmeldung/default.aspx Musterstudienplan Masterstudium Das Masterstudium wird in zwei Varianten angeboten, die optional gewählt werden können: Ein Masterstudium mit Feldforschungspraktikum und eines ohne Feldforschungspraktikum. In letzterem kann, in ersterem muss ein Masterseminar zu empirischen Methoden der Datenerhebung besucht werden. Das Methodenseminar, in dem insbesondere qualitative Methoden der ethnologischen Feldforschung behandelt und auch geübt werden, bereitet auf einen mindestens dreimonatigen Forschungsaufenthalt im Aus- oder Inland vor. Wird der Studiengang mit Forschungspraktikum gewählt, reduzieren sich die frei wählbaren Studienleistungen im Major oder Minor um etwa die Hälfte. Die Social Credits werden mit den Credits für das Praktikum verrechnet, da letzteres Sozialkompetenz in hohem Masse einschliesst. Im Folgenden wird nur der Musterstudienplan im Major aufgeführt. Auf Unterschiede zum Minorstudium wird in der anschliessenden Beschreibung der Veranstaltungstypen und Anforderungen eingegangen. Musterstudienplan Major mit Feldforschungspraktikum I MA-Abschluss Schriftliche MA-Prüfung Minor 5 Mündliche MA-Prüfung Major 10 MA-Arbeit Major 30 II Studienleistungen Major MAS Masterseminar in Schwerpunktgebiet Wirtschaft und Ökologie oder in Schwerpunktgebiet Politik und Recht 4 Schriftliche, benotete Arbeit zu MAS Schwerpunkt 4 MAS Masterseminar Methoden 4 Schriftliche, benotete Arbeit zu MAS Methoden (Forschungskonzept) 4 Forschungspraktikum Major 18 Sozialkompetenz Major 4 III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 26 IV Freie Studienleistungen im Major oder Minor Freie Leistungen Major oder Minor 11 Musterstudienplan Major ohne Feldforschungspraktikum I MA-Abschluss Schriftliche MA-Prüfung Minor 5 Mündliche MA-Prüfung Major 10 MA-Arbeit Major 30 I Studienleistungen Major MAS Masterseminar in Schwerpunktgebiet Wirtschaft und Ökologie oder in Schwerpunktgebiet Politik und Recht 4 Schriftliche, benotete Arbeit zu MAS Schwerpunkt 4 MAS Masterseminar in Gebiet freier Wahl 4 Schriftliche, benotete Arbeit zu MAS 4 11 Weitere Leistungen Major 10 III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 26 IV Freie Studienleistungen im Major oder Minor Freie Studienleistungen Major oder Minor 19 V Sozialkompetenz Sozialkompetenz 4 Veranstaltungstypen und Anforderungen im Masterstudium Masterseminare (MAS) Die in der Regel Masterstudierenden vorbehaltenen Masterseminare werden vorwiegend zu Schwerpunkten des Ethnologischen Seminars angeboten. Außerdem werden regelmäßig Lehrveranstaltungen zu weiteren aktuellen Themen in das Lehrprogramm aufgenommen. Im MA-Major ohne Feldforschungspraktikum und im MA-Minor müssen in jedem Schwerpunktgebiet ein Masterseminar absolviert werden, im MA-Major mit Feldforschungspraktikum ist nur ein Masterseminar in einem Schwerpunktgebiet zu belegen. Masterseminar empirische Methoden Das im MA-Majorstudium mit Feldforschungspraktikum obligatorisch zu besuchende Seminar zu empirischen Methoden, in dem insbesondere qualitative Methoden behandelt und auch praktisch geübt werden, bereitet auf einen mindestens dreimonatigen Forschungsaufenthalt im Aus- oder Inland vor, und schliesst mit der Erarbeitung eines Feldforschungskonzeptes ab. Masterseminararbeit Zu einem der in einem Masterseminar behandelten Themen muss eine schriftliche Hausarbeit nach Absprache mit der jeweiligen Dozentin bzw. dem Dozenten angefertigt werden. Diese Arbeit wird benotet und ist auch als Übung für die Masterarbeit anzusehen. Sie soll einen Umfang von 20-25 Seiten haben. Im Major ohne Feldforschungspraktikum und im Minor werden zwei Arbeiten gefordert, von denen eine in einem der beiden Schwerpunktbereiche liegen muss. Im Major mit Feldforschungspraktikum muss eine der beiden Arbeiten ebenfalls in einem Schwerpunktgebiet und eine im Rahmen des Seminars empirische Methoden verfasst werden. Letztere stellt das Forschungskonzept für das Feldpraktikum dar. Feldforschungspraktikum Das Feldforschungspraktikum von in der Regel 3 Monaten Dauer soll Studierenden die Möglichkeit geben, ein eigenes empirisches Forschungsvorhaben durchzuführen. Vorbereitung, Abfassen eines Exposés, Durchführung und Auswertung werden von den Lehrpersonen des Ethnologischen Seminars- die alle über Forschungserfahrung und Vertrautheit mit unterschiedlichen Regionen (Südostasien, Ozeanien u.a.) verfügen - intensiv betreut. Das Praktikum kann selbstständig einzeln oder in Kleingruppen nach Absprache mit einem der Lehrenden oder als von einem Lehrenden betreutes eigenständiges Projekt durchgeführt werden. Bringen Organisations- und Betreuungsform eine intensivere Forschungstätigkeit mit sich, kann sich die Dauer des Praktikums auch verkürzen. Zielsetzungen des Feldforschungspraktikums: − Die Formulierung einer konkreten Fragestellung und eines Forschungsantrags soll geübt, − regionale Kenntnisse sollen vermittelt bzw. vertieft werden, − möglichst verschiedene Methoden sollen erlernt, − und die Erfahrung der Teilnahme am täglichen Leben in einer fremden Gesellschaft gemacht werden. Durch eigene Erfahrungen mit der ethnologischen Feldforschung können Studierende zum einen Ethnographien besser beurteilen und zum anderen ermöglichen sie die notwendige fundierte Quellenkritik. Neben der Stärkung der Methodenkompetenz kann ein Feldforschungspraktikum auch Regionalkompetenz vermitteln, die sich bei der späteren Stellensuche positiv auswirken kann, liegen doch Berufsperspektiven von AbsolventInnen sozial- und kulturanthropologischer Studiengänge erfahrungsgemäß auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, von Institutionen, die sich mit Migration befassen, oder im Museums- und Ausstellungsbereich. Hier sind regionale Kompetenzen meist ebenso gefragt wie fachliche. Ein erfolgreich 12 durchgeführtes Feldforschungspraktikum kann außerdem die Grundlage der Masterarbeit bilden. Diese kann jedoch in jedem Fall auch auf einem Literaturstudium basieren. Am Ende des Feldforschungspraktikums ist ein Feldforschungsbericht im Umfang einer Hausarbeit auf Masterebene obligatorisch. Erst nach der Abgabe des Berichtes können die Credits angerechnet werden. Sozialkompetenz Siehe Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA Weitere und freie Studienleistungen Siehe Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA MA-Abschluss Um das Studium mit dem MA abzuschließen, muss eine schriftliche Arbeit im Umfang von nicht mehr als 100 Seiten angefertigt werden. Das Thema wird gemeinsam mit einer/-m der Dozenten entwickelt. Außerdem wird eine mündliche Prüfung von 60 Minuten zu vier verschiedenen Themen abgelegt. Für die mündliche Prüfung werden 10 und für die schriftliche Arbeit 30 Credits vergeben. 13 Wie kann ein Studienverlauf konkret aussehen? Hier wird eine von verschiedenen möglichen Varianten geschildert, wie ein Studium in der Regelstudienzeit von 6 Semestern konkret gestaltet werden kann. Die Regelstudienzeit kann sowohl unterschritten als auch überschritten werden, wobei letzteres wohl wahrscheinlicher ist, gerade wenn parallel zum Studium noch teilweise einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wird. Auch die Reihenfolge von Pflichtveranstaltungen kann variieren, so kann etwa das Proseminar „Ethnographien“ im ersten Semester oder später besucht werden. Bachelorstudium 1.Semester Vorlesung: Einführung in die Ethnologie Proseminar: Einführung in die Ethnologie Proseminar: Ethnographie Verfassen einer Proseminararbeit 2.Semester Vorlesung: Einführung in Geschichte und Schulen der Ethnologie Methodenseminar: Einführung in die Methoden der Ethnologie Verfassen einer Proseminararbeit Proseminar: Klassiker der Ethnologie 3.Semester Orientierungsgespräch Vorlesung: Einführung in einen Bereich der Ethnologie Hauptseminar nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltung 4.Semester Hauptseminar zu Schwerpunkt I Hauptseminararbeit zu Schwerpunkt I Hauptseminar nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltungen 5.Semester Hauptseminar zu Schwerpunkt II Hauptseminararbeit zu Schwerpunkt II Hauptseminararbeit nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltungen 6.Semester Anfertigen der Bachelorarbeit Vorstellen der Bachelorarbeit in Kolloquium Weitere Lehrveranstaltungen Prüfungen Masterstudium (mit Feldforschungspraktikum) 1.Semester Masterseminar Schwerpunkt I Masterseminararbeit zu Masterseminar Schwerpunkt I Weitere Lehrveranstaltungen 2.Semester Masterseminar empirische Methoden Masterseminararbeitzu Seminar empirische Methoden (Forschungskonzept) Weitere Lehrveranstaltungen 3.Semester Feldforschungspraktikum (vorzugsweise in den Semesterferien) Weitere Lehrveranstaltungen 4.Semester Anfertigen der MA-Arbeit Vorstellen Masterarbeit in Kolloquium Prüfungen 14 Vorschläge Reader für Lektüregruppen (Sozialkompetenz) Religionsethnologie (zuständiger Dozent: Don Gardner) Lambek, Michael (ed.), A Reader in the Anthropology of Religion. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2002. Rechtsethnologie (Bettina Beer, Jürg Helbling, Werner Egli) Moore, Sally Falk (ed.), Law and Anthropology. A Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2005. Verwandtschaft (Bettina Beer) Parkin, Robert and Linda Stone (ed.), Kinship and Family. An Anthropological Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2004. Feldforschung (Bettina Beer) Robben, Antonius C.G.M and Jeffrey A. Shuka (ed.), Ethnographic Fieldwork. An Anthropological Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2007. Politikethnologie (Bettina Beer, Jürg Helbling, Tobias Schwörer) Vincent, Joan (ed.), The Anthropology of Politics. A Reader in Ethnography, Theory, and Critique. Oxford: Blackwell 2002. Sharma, Aradhana and Gupta, Akhil (eds.), The anthropology of the state. Oxford: Blackwell 2005. Nancy Scheper-Hughes (ed.), Violence in war and peace. Oxford: Blackwell 2003. Geschichte ethnologischer Theorien (Bettina Beer, Don Gardner, Jürg Helbling, Werner Egli) Bohannan, Paul and Mark Glazer (ed.), High Points in Anthropology. New York: Knopf 1988. Moore, Henrietta L. (ed.), Anthropological Theory Today. Cambridge, Oxford, Malden: Polity Press & Blackwell 1999. Wirtschaftsethnologie (Jürg Helbling, Esther Leemann) Plattner, Steward (ed.), Economic Anthropology. Stanford: Stanford University Press 1989. Shanin, Theodor (ed.), 1989 Peasants and peasant societies. Middlesex: Penguin 1989. Dove, Michael and Carpenter, Carol (eds.), Environmental anthropology. Oxford: Blackwell 2007. 15 Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Die Angaben zu den Zuordnungen beziehen sich auf die bislang geltende Studien- und Prüfungsordnung. Neustudierende, die zum HS11 ihr Studium an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät aufnehmen, studieren nach einer neuen Studien- und Prüfungsordnung. Sie können sich ab Mitte August im UniPortal https://portal.unilu.ch über die Zuordnungen der einzelnen Lehrveranstaltungen informieren. Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mo, 13.15 - 15.00, ab 19.09.2011 FRO, 3.A05 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über das Studium der Ethnologie. Dabei wird es sowohl um grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken als auch um zentrale Fragestellungen, Begriffe, Themenbereiche, aber auch Geschichte und Methoden des Faches gehen. "Kultur" und "Ethnie" etwa sind für die Ethnologie entscheidende und umstrittene Konzepte, die in der Vorlesung erläutert werden. Außerdem wird die ethnologische Feldforschung als Bündel von Methoden der Datenerhebung vorgestellt. Nur wer Grundkenntnisse der empirischen Methoden hat, kann die Ergebnisse ethnologischer Forschungen nachvollziehen und kritisieren. Die wichtigsten thematischen Bereiche der Ethnologie – Religion, Verwandtschaft/soziale Organisation, Wirtschaft und Politik – werden einführend vorgestellt und dabei gleichzeitig erste Einblicke in Theorien der Ethnologie vermittelt. Ein solcher Überblick hilft, weiterführende Informationen und Kenntnisse aus vertiefenden Seminaren in einen größeren Rahmen einzuordnen und dadurch besser zu verstehen. Während des Semesters werden kurze schriftliche Aufgaben gestellt, deren Lösung Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme sind. Unterrichtsmaterial, Texte und Illustrationen sowie ein Online-Forum sind auf OLAT bereit gestellt. Die Selbstorganisation eines begleitenden Lektürekurses, für den Social Credit Points vergeben werden, ist möglich. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Benotete Prüfung / 2 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Hinweise: Bitte zusätzlich auf OLAT für den Kurs anmelden und Rückfragen über das Forum stellen. Abonnieren Sie die Benachrichtigungen des Kurs-Forums, dann sind Sie immer auf dem neuesten Stand. Hörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Beer, Bettina und Hans Fischer 2009: Wissenschaftliche Arbeitstechniken in der Ethnologie. (3., überarbeitete und erweiterte Auflage). Berlin: Reimer. Pflichtlektüre: Beer, Bettina und Hans Fischer (Hg.) 2011: Ethnologie. Einführung und Überblick. (7. Auflage). Berlin: Reimer. 16 Tribale Kriege Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Di, 10.15 - 12.00, ab 20.09.2011 FRO, 4.B47 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Krieg ist zweifellos ein wichtiger Aspekt der menschlichen Geschichte. Im Zentrum der Vorlesung stehen tribale Kriege, Kriege zwischen politisch autonomen Dörfern, die noch nicht oder nicht mehr von einer staatlichen Zentralgewalt kontrolliert werden, über die wir aus archäologischen und kolonialhistorischen Forschungen, aber auch durch zeitgenössische Ethnographien informiert sind. Zunächst geht es um eine Diskussion der Beziehung zwischen tribalem Krieg einerseits und Bürger- und Staatenkriege anderseits. Zudem sollen die Modalitäten des tribalen Krieges (u. a. Formen der Kriegführung, Bewaffnung und Mortalitätsraten) diskutiert werden. Vor dem Hintergrund ethnographischer Beispiele aus Amazonien, Neuguinea und Ostafrika und mit Bezügen zu Biologie, Geschichte, Politologie und Philosophie sollen anschliessend diverse Erklärungen des tribalen Krieges diskutiert werden: Wird Krieg durch angeborene Aggressivität des Menschen, durch kulturelle Faktoren oder durch spezifische Sozialisationsmodalitäten verursacht? Steckt die Konkurrenz um knappe Ressourcen dahinter, oder werden Kriege von politisch ambitionierten Führern angezettelt? Hat es schon immer Krieg gegeben oder gibt es auch Gesellschaften ohne Kriege? Schliesslich wird eine alternative Theorie des tribalen Krieges entwickelt, die von Theorien der internationalen Beziehungen und der Spieltheorie inspiriert ist. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Benotete Prüfung / 2 Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch Literatur Helbling, Jürg (2006) Tribale Kriege: Konflikte in Gesellschaften ohne Zentralgewalt Frankfurt: Campus Verlag. 17 Einführung in die Ethnologie Dozent/in: lic. phil. Tobias Schwörer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mi, 15.15 - 17.00, ab 21.09.2011 FRO, E.416 / HS 3 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In diesem obligatorischen und insbesondere an Studierende im Grundstudium gerichteten Proseminar wird anhand eines Lehrbuchs ein Einblick in die zentralen Themenbereiche des Fachs Ethnologie gegeben. Anhand einer Fülle von ethnographischen Beispielen aus aller Welt wird die Vielfalt und Breite des Fachs veranschaulicht und kulturelle Phänomene jeweils auch im Vergleich zur eigenen Gesellschaft erläutert. Wichtige Themengebiete welche zusammen diskutiert werden sind die Strukturen des sozialen Zusammenlebens, Verwandtschaft und Gender, politische und wirtschaftliche Organisation, Religion und Rituale, sowie klassische Begriffe wie Taboo, Gabentausch, Symbolismus, aber auch moderne Phänomene wie Tourismus und interkulturelle Zusammenarbeit sowie Globalisierung und Transnationalismus. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: tobias.schwoerer@unilu.ch Hörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Einführung in die Politikethnologie Dozent/in: lic. phil. Tobias Schwörer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Do, 10.15 - 12.00, ab 22.09.2011 FRO, 3.B56 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Diese Einführungsveranstaltung bietet einen Einblick in klassische und aktuelle Themenbereiche und Fragestellungen der Politikethnologie. Anhand zahlreicher ethnographischer Fallbeispiele aus aller Welt werden politische Prozesse und sich daraus ergebende Konflikte in einfachen wie in komplexen Gesellschaftssystemen (Wildbeuter, tribale Gesellschaften, Staaten) untersucht. Es wird aufgezeigt, wie politische Macht zustande kommt und wie sie sich in unterschiedlichen Gesellschaftsformen - auch unserer heutigen globalisierten Welt - manifestiert. Es wird analysiert, welche Legitimationsstrategien politische Führer anwenden, um Macht zu erlangen und zu verteidigen, und unter welchen Bedingungen sich Beherrschte gegen die Forderungen und Dominanz politischen Eliten zur Wehr setzen können. Politische Konflikte zwischen Individuen, Interessengruppen oder Lokalgruppen und Staaten, sowie die Institutionen und Formen zu deren Beilegung durch Schlichtung, Vermittlung, Rechtsprechung oder Krieg werden ebenso thematisiert wie die vielfältigen Bezüge von politischen Strukturen zu Wirtschaft, Verwandtschaft und Religion. All diesen Themen gemeinsam ist, dass sie aus einer ausgeprägt ethnologischen Sichtweise - d.h. mit Blick auf die daran beteiligten Individuen und das soziale und kulturelle Umfeld, in dem sie sich bewegen - analysiert werden sollen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: tobias.schwoerer@unilu.ch Hörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Lewellen, Ted C. 2003. Political Anthropology: An Introduction. 3rd Edition. Westport und London: Praeger. 18 Ethnographie aus Lateinamerika: Ethnicity at Work Dozent/in: Dr. phil. Esther Leemann Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Di, 13.15 - 15.00, ab 20.09.2011 FRO, E.416 / HS 3 Ausnahme Termin: Di, 25.10.2011, 13.15 - 15.00 FRO, 4.B54 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In diesem Proseminar lesen wir die Ethnographie von Philippe Bourgeois (1989) Ethnicity at Work: Divided Labor on a Central American Banana Plantation. Bourgeois hat zwei Jahre auf der United Fruit Company Plantage ‘Boca del Toro’ verbracht, die sich beiderseits der Grenze von Costa Rica und Panama erstreckt. Er liefert uns eine faszinierende Erzählung über das Leben auf der Plantage für die unterschiedlichen ethnischen Gruppen. Seine Beschreibung der Entwicklung und Aufrechterhaltung eines multiethnischen Arbeitssystems basiert auf historischen Quellen und Material aus seiner Feldforschung. Bourgeois untersucht die Beziehung zwischen Ethnizität und Macht innerhalb des Produktionsprozesses. Die Ethnographie bietet überdies einen guten Überblick zur historischen Entwicklung der Bananenindustrie an der Atlantikküste Zentralamerikas. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: esther.leemann@unilu.ch Anthropology of displacement Dozent/in: Dr. phil. Esther Leemann Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mi, 13.15 - 15.00, ab 21.09.2011 FRO, 4.B47 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: In dieser Veranstaltung lernen wir die neuere ethnologische Forschung und Literatur zum Thema Vertreibung kennen. Das Problem der Vertreibungen ist in der Ethnologie in den letzten beiden Jahrzehnten nicht nur als Folge von gewaltsamen Auseinandersetzungen thematisiert geworden, sondern zunehmend auch im Zusammenhang mit bestimmten Typen von Entwicklungsprojekten (Dammbauten, Bergbau, agroindustrielle Plantagen etc.). Neben den Themen Entwurzelung, Identität und den ökonomischen Folgen werden wir uns mit sozialen Bewegungen auseinandersetzen, welche der Vertreibung trotzen wollen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: esther.leemann@unilu.ch Literatur Als grundlegende Lektüre empfohlen sei: Oliver-Smith, Anthony 2009. Introduction: Development-Forced Displacement and Resettlement: A Global Human Rights Crisis. In: Anthony Oliver-Smith (ed.) Development and Dispossession: The Crisis of Forced Displacement and Resettlement, Santa Fe: School for Advanced Research Press, pp. 3-23. http://sarweb.org/media/files/sar_press_development_and_dispossession_chapter_1.pdf 19 Ethnologie des Tourismus Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mo, 15.15 - 17.00, ab 19.09.2011 FRO, 3.B52 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Die Tourismusethnologie ist ein ethnologisches Teilgebiet, das sich im angelsächischen Raum bereits in den 1970er Jahren, im deutschen Sprachraum jedoch erst Ende der 1990er Jahre etabliert hat. Der anfänglichen Abgrenzung von Touristen und der kritischen Beurteilung der Auswirkungen des Tourismus auf die Bereisten seitens vieler EthnologInnen, ist nebst einer pragmatischeren Haltung ein Interesse an einer Vielzahl von Fragen des Tourismus gewichen. Wer sind Touristen und was bedeutet das Reisen für sie? Wie nehmen sie die Bereisten und ihre Kultur wahr? Wie nehmen umgekehrt die Bereisten ihre Gäste wahr und wie verhalten sie sich zu ihnen? Was sind die Motivationen von Reisenden und welche Motivationen und Interessen, auch nicht-ökonomischer Art, finden sich bei den Gastgebern und Reiseveranstaltern? Welche körperlichen und sinnlichen Erlebnisse werden auf Reisen erwartet, versprochen und gemacht? Welche Arten von Tourismus lassen sich überhaupt unterscheiden und welche Voraussetungen und Auswirkungen haben sie? Und wie lassen sich diese Fragen mit ethnographischen Methoden klären und in ethnologische Theoriediskussionen integrieren? Auch stellt sich die Frage, wie sich EthnologInnen im potenziellen Berufsfeld Tourismus einbringen können. Im Proseminar sollen diese Fragen v.a. am zeitgenössischen Outdoor-, Kultur- und Ethnotourismus in Ländern des Südens diskutiert werden, wobei Nepal ein Hauptbezugspunkt sein wird. Mit seiner landschaftlichen, kulturellen und ethnischen Vielfalt ist Nepal eine predestinierte Touristendestination. 30% seiner Devisen stammen aus dem Tourismus. Mit der Ausrufung eines "Nepal Tourism Year 2011" haben zudem in den nepalesischen Medien Diskussionen eingesetzt, die interessante Einblicke in die Perspektive von lokalen Anbietern und den Bereisten bieten. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: werner.egli@unilu.ch Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Zur Einführung empfohlen: Peter Burns, An Introduction to Tourism and Anthropology. London1999. GATE (ed.), Ethnologie und Tourismus, Berlin 2005 (http://www.gate-tourismus.de/downloads/gate_konferenz04_dokumentation.pdf) 20 Ritual & Ritualisierung: Eine Einführung in die Ritualtheorie Dozent/in: Johannes Quack Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: 14-täglich Mi, 13.15 - 17.00, ab 28.09.2011 FRO, 3.B58 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Dieses Seminar führt in die für die Ethnologie wichtigsten Ansätze der Ritualtheorie ein. Zum einen werden wir die Vor- und Nachteile spezifischer Definitionsversuche von "Ritual" und "Ritualisierung" erarbeiten und diskutieren. Zum anderen sollen vor dem Hintergrund der sogenannten "Rationalitätsdebatte", spezifische Ansätze einzelner TheoretikerInnen genauer untersucht werden. Das Augenmerk liegt hier auf dem performativen Ansatz Stanley Tambiahs und der in den 1990er Jahren erfolgten ritualtheoretischen Neuausrichtung auf Prozesse der Ritualisierung, wie sie unabhängig voneinander durch Cathrine Bell, C.Humphrey & J. Laidlaw sowie M. Houseman & C. Severi vorgetragenen wurde. Voraussetzungen: Voraussetzung für die Teilnahme ist Interesse an theoretischen Fragestellungen. Diese werden wir gemeinsam ausführlich und textnah diskutieren. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: 2-wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: Interessierte können den Lehrbeauftragte Johannes Quack vorab per Email kontaktieren: j.quack@asia-europe.uni-heidelberg.de Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Bell, C. M. (1992). Ritual Theory, Ritual Practice. New York, Oxford: Oxford University Press. Bell, C. M. (1997). Ritual. Perspectives and Dimensions. New York, Oxford: Oxford University Press. Belliger, A. (ed.) (2006). Ritualtheorien : Ein Einführendes Handbuch. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften. Gardner, D. S. (1983). "Performativity in Ritual. The Mianmin Case" Man 18: 346-360. Goffman, E. (1967). Interaction Ritual. Essays on Face-to-Face Behavior. Garden City (NY): Anchor Books / Doubleday. Goody, J. (1961). "Religion and Ritual: The Definitional Problem" The British Journal of Sociology 12(2): 142-164. Goody, J. (1977). "Against "Ritual". Loosely Structured Thoughts on a Loosely Defined Topic" In: Secular Ritual. S. F. Moore and B. G. Myerhoff (eds.). Assen, Amsterdam: Van Gorcum: 25-35. Harth, D. (2004). Ritualdynamik: Kulturübergreifende Studien Zur Theorie Und Geschichte Rituellen Handelns. Heidelberg: Synchron Wissenschaftsverlag Houseman, M. and C. Severi (1998). Naven or the Other Self. A Relational Approach to Ritual Action. Leiden: E.J. Brill. Houseman, M. and C. Severi (1998). Naven or the Other Self. A Relational Approach to Ritual Action. Leiden: E.J. Brill. Humphrey, C. and J. Laidlaw (1994). The Archetypal Actions of Ritual. A Theory of Ritual Illustrated by the Jain Rite of Worship. Oxford: Claradon Press / Oxford University Press. Kippenberg, H. G. and B. Luchesi (1995 [1978]). Magie: Die Sozialwissenschaftliche Kontroverse Über Das Verstehen Fremden Denkens. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Kreinath, J., J. Snoek, et al. (2006). Theorizing Rituals: Issues, Topics, Approaches, Concepts. Leiden, Boston: Brill. Michaels, A. (2003). "Zur Dynamik Von Ritualkomplexen" Diskussionsbeiträge des SFB 619 der Ruprecht-Karls- Universität Heidelberg 3. (http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/4583); Nachdruck in: „Ritualbegriff und Ritualanalyse. Beiträge des Workshops vom 30./31. Oktober 2003 in Konstanz“, hrsg. vom SFB 485 „Norm und Symbol“, Arbeitspapiere Nr. 47, Juli 2004. Moore, S. F. and B. G. Myerhoff (eds.) (1977). Secular Ritual. Assen, Amsterdam: Van Gorcum. Skorupski, J. (1976). Symbol and Theory: A Philosophical Study of Theories of Religion in Social Anthropology. Cambridge: Cambridge University Press. Wirth, U. (ed.) (2002). Performanz: Zwischen Sprachphilosophie Und Kulturwissenschaften. Suhrkamp- Taschenbuch Wissenschaft ; 1575. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. 21 Transcultural childhood, kinship and identity Dozent/in: Doris Lorna Bacalzo Schwörer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Do, 15.15 - 17.00, ab 22.09.2011 FRO, 3.B58 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In today’s globalized world, more and more marriages occur between people from different countries and of different cultural backgrounds. Children born from such unions face multiple challenges regarding their identity. Their lives are akin to transnational and migrant children who grow up in different social worlds. They could have parents and relatives with conflicting worldviews and cultural practices. Under these circumstances, how do children navigate transcultural kinship and different environments? How do they negotiate their relationships with transcultural kindred? How do they make sense of their identity? In this course, we will explore practices of kinship, notions of relatedness and belonging with a particular focus on children and their agency in navigating relationships, reckoning kinship and constructing identity. Through readings plus ethnographic illustrations, this course will introduce concepts from new kinship studies, anthropology of childhood, and identity. We will cover a wide range of examples from various parts of the world (e.g., US, Europe, Africa, Melanesia and Asia) and discuss them in connection with a current research project on transcultural childhood in Papua New Guinea. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: doris.bacalzo@unilu.ch Hörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Carsten, Janet (ed.) 2000. Cultures of Relatedness. New Approaches to the Study of Kinship. Cambridge: Cambridge University Press. Montgomery, Heather 2009. An Introduction to Childhood. Anthropological Perspectives on Children's Lives. Chichester, UK: Wiley- Blackwell. 22 Conception of culture in 21st Century anthropology Dozent/in: Ph. D. Donald Gardner Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Do, 15.15 - 17.00, ab 22.09.2011 FRO, 3.B56 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: By the end of the 20th century, there was much ambivalence among anthropologists about ‘the fate of “culture”’ (to use Sherry Ortner’s words), given the uptake of this anthropological master concept by so many other (new and established) disciplines. The productive but contested relations that “culture” had at that time with concepts of power and history (as well as with notions of practice, agency and performance) in the “post-modern” academy has provoked debate--even anxiety--about the concept’s theoretical place in socio-cultural anthropology. An established US anthropologist, Bruce Knauft, suggested, in 2006, that although "sociocultural anthropology is now betwixt and between--between theory and practice, general and particular, global and local, historical sweep and present fixation, academic understanding and activism or advocacy," it remains "the most humanistic and the most critically engaged of the American social sciences". By contrast, in 2007, Thomas Hylland Eriksen (a decidedly engaged anthropologist), wondered whether "the party is over" for anthropology, given its theoretical "timidity" and "its failure to attract intellectual interest from outside;" this, despite anthropology's important role in post-modernist thought, its critical analysis of global processes and the development of novel perspectives on the state, its instruments and its techno-scientific foundations. Other well-known figures (Marshall Sahlins, for example), argue vigorously against the idea that anthropology and its most important analytical tool have been fundamentally transformed by the developments of the second half of the 20th century; yet others suggest that the concept of culture can only be rehabilitated if it is integrated within a framework that takes account of the cognitive sciences. So, these are interesting times for anthropology and the concept of culture, which seemed for so long to define its essence. In this seminar we will follow some of these discussions in the work of the discipline’s most influential scholars in an effort to map current ideas about “culture”., Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: donald.gardner@unilu.ch Literatur All readings will be made available electronically 23 Eigentum und Vererbung in tribalen, bäuerlichen und post-sozialistischen Gesellschaften Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mo, 13.15 - 15.00, ab 19.09.2011 FRO, 4.B54 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Eigentum und Vererbung waren zentrale Themen in der Entstehung der Ethnologie im 19. Jht. Bis zum Ende des 20. Jhts. wurde ihnen jedoch nur von wenigen Ethnologen systematisch Beachtung geschenkt, bis u.a. Entwicklungen in postsozialistischen Gesellschaften das Interesse wieder vermehrt auf sie lenkten. Konzeptionen des Eigentums und seiner Ausformungen hängen eng mit kulturspezifischen Auffassungen von Person und Kollektiv zusammen. Und Vererbung von Eigentum verbindet an der Schnittstelle von Verwandtschaftsbeziehungen, ökonomischer Organisation und Lebensperspektiven materielle Interessen und Emotionen untrennbar miteinander. Auch äusseren sich rechtspluralistische Verhältnisse meist in einem Neben- und Ineinander eigentums- und erbrechtlicher Regelungen. Ganz besondere Bedeutung kommt Eigentumskonzeptionen und der Vererbung in vorindustriellen Bauern- und Viehzüchtergesellschaften zu, sowie in ruralen Gebieten industrieller Gesellschaften. Eigentums- und erbrechtliche Sonderregelungen für Bauern, wie sie etwa in der Schweiz politisch gewollt sind, bilden in Ländern des Südens oder neuerdings in postsozialistischen Verhältnissen oft den Normalfall. In diesem Hauptseminar gehen wir zuerst auf die zentralen Begriffe ein und verschaffen uns einen Überblick über die frühe ethnologischen Beschäftigung mit dem Thema. Im zweiten Teil behandeln wir die wenigen ethnographisch gut dokumentierten Fallbeispiele (Ghana, Papua Neuguinea, Sumatra, Tirol, Trentino, Wallis, Nepal). Im dritten Teil befassen wir uns dann mit Entwicklungen in postsozialistischen Ländern (Polen, Rumänien, Ungarn, Estland Russland, Mongolei). Zum Schluss wollen wir ausgehend von historischen und vergleichenden Studien die behandelten Fallbeispiele einordnen und ein Fazit ziehen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: werner.egli@unilu.ch Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Zur Einführung empfohlen: Chris Hann (ed.), Property Relations: Renewing the Anthropological Tradition. Cambridge 1998. Chris Hann, Reproduction and Inheritance: Goody Revisited, in: Annu. Rev. Anthropol. 2008. 37:145-58 (http://www.eth.mpg.de/cms/en/people/d/hann/pdf/hann_on_goody.pdf); 24 Tradition und postkoloniale Moderne: Ethnologie der Philippinen Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Do, 13.15 - 15.00, ab 22.09.2011 FRO, 3.B48 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Das Seminar dient zur Vorbereitung eines geplanten Feldforschungspraktikums, das maximal fünfzehn Studierenden die Möglichkeit geben soll, auf der philippinischen Insel Bohol ein eigenes Forschungsvorhaben durchzuführen. An dem Seminar können auch Studierende teilnehmen, die nicht auf die Exkursion mitkommen. Die Teilnehmer werden jeweils vier Wochen in Familien untergebracht, um an deren Alltag teilzunehmen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, länger in den Familien zu bleiben, die Recherche an philippinischen Universitäten und in Bibliotheken zu ergänzen oder die Untersuchung vergleichend an einem anderen Ort auf den Philippinen fortzusetzen. Die Studierenden werden darin unterstützt, ein Exposé zu schreiben und einen Antrag auf einen finanziellen Zuschuss beim Rektorat der Universität Luzern einzureichen. Das Forschungspraktikum ist im MA-Studiengang Ethnologie anrechenbar und/oder kann als Grundlage für eine Mastersemi- nar-Arbeit oder die eigentliche Masterarbeit dienen. Zielsetzungen der Exkursion sind: • Die Formulierung einer konkreten Fragestellung und eines Forschungsantrages soll geübt, • regionale Kenntnisse über die Philippinen sollen vermittelt, • möglichst verschiedene empirische Methoden sollen erprobt • und die Erfahrung der Teilnahme am täglichen Leben in einer fremden Gesellschaft gemacht werden. Durch eigene Erfahrungen mit der ethnologischen Feldforschung lassen sich Ethnographien besser beurteilen, das ist eine wichtige Basis für die notwendige Quellenkritik. Die Philippinen sind eine heterogene Nation mit bewegter Kolonialgeschichte. Der Süden des Inselstaates ist islamisch, der Rest vorwiegend katholisch und heute stark unter dem Einfluss amerikanischer Erweckungsbewegungen. Der Regionalismus ist ausgeprägt. Die offizielle Landessprache ist Tagalog, gleichzeitig werden Englisch und Visaya (Cebuano) gesprochen. Zunächst spanische Kolonie, dann unter amerikanischer Verwaltung sind die Philippinen ein Land Südostasiens, über das häufig geschrieben wird, es sei besonders früh in Prozesse der Globalisierung eingebunden worden. Tatsache ist, dass die Migration auf und aus den Philippinen extrem hoch ist und die Heterogenität der Bevölkerung groß: Neben der philippinische Mehrheitsbevölkerung spielen nach wie vor ethnische Minderheiten sowie chinesische und indische Gemeinschaften eine wichtige Rolle. Auch Remigranten verschiedener Epochen aus den USA und Europa haben einen besonderen Status. Mit ihrer kulturell-sprachlichen Nähe zu Mikronesien, asiatischen Einflüssen und europäisch-amerikanischen Kolonialgeschichte entziehen sich die Philippinen gängigen regional Zuordnungen der Ethnologie. Die Philippinen sind somit sehr gut geeignet, neuere Theorien zu Kulturwandel, Modernität, Globalisierung, Staatlichkeit und politischer Organisation kritisch zu diskutieren. In dem Seminar wird es sowohl um ethnische Minderheiten gehen, als auch um die "modernen" Philippinen, die gekennzeichnet sind durch Tourismus, Prostitiution, Arbeits- und Heiratsmigration, ethnische Konflikte, moderne Piraterie, Korruption, Klientelismus, Beliebtheit von Technik und neuen Medien sowie politische Umwälzungen. Durch klassische und neue problemorientierte Ethnographien werden Einblicke in Geschichte und Alltag gegeben. 25 Beispiele für Themen: - Migration Wie leben Kinder, Partner und andere Verwandte von Migrantinnen und Migranten? Wie gestaltet sich der Kontakt zwischen Migrantinnen und Migranten und den Familien auf den Philippinen? - Freundschaft und Freundescliquen - Fischfang und -verkauf - Kleingewerbe und Handel auf dem Markt - Kinderalltag und -spiele - Medizinische Vorstellungen und Heilmittel - Verwandtschaft und Haushalt: Wie entsteht Verbundenheit und Zugehörigkeit? - Neue Technologien Kinder, Computerspiele und Chatten Social network sites Cellphones und text mates Voraussetzungen: Für die Teilnahme an der Exkursion: Abgeschlossenes BA-Studium, Persönliche Anmeldung bei Bettina Beer (bettina.beer@unilu.ch) und Vorgespräch, Teilnahme im HS 2011 an dem Hauptseminar "Methoden der ethnologischen Feldforschung" Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Hinweise: Bitte zusätzlich auf OLAT für den Kurs anmelden und Rückfragen über das Forum stellen. Abonnieren Sie die Benachrichtigungen des Kurs-Forums, dann sind Sie immer auf dem neuesten Stand. Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Cannel, F. 1999. Power and Intimacy in the Christian Philippines. (Cambridge Studies in Social and Cultural Anthropiology 109). Cambridge: Cambridge University Press. Constable, N. 2003. Romance on a global stage. Pen pals, virtual ethnography and 'mail order' marriages. Berkeley and Los Angeles, California: University of California Press. Eder, James F. 1993. On the Road To Tribal Extinction. Depopulation, Deculturation, and Adaptive Well-Being among the Batak of the Philippines. Quezon City: New Day Publishers. Griffin, P. Bion and Agnes Estioko-Griffin (Hg.) 1985. The Agta of Northeastern Luzon: Recent Studies. Cebu City: University of San Carlos. Headland, Thomas N. (ed.) 1992. The Tasaday Controversy: Assessing the Evidence. (AAA scholarly series, special publication no. 28). Washington: American Anthropological Association. Johnson, M. 1997. Beauty and Power: Transgendering and Cultural Transformation in the Southern Philippines. Oxford: Berg. MacDonald, C. J.-H. & G. M. Pesigan (eds.) 2000. Old Ties and New Solidarities. Studies on Philippine Communities. Manila: Ateneo de Manila University Press. Ness, S. A. 2003. Where Asia smiles: an ethnography of Philippine tourism. Philadelphia, Pennsylvania: University of Pennsylvania Press. Nimmo, Harry 2002. Magosaha. An ethnography of the Tawi Tawi Sama Dilaut. Manila: Ateneo de Manila Press. Rosaldo, R. 1985. Ilongot Headhunting 1883-1974. A study in society and history. Stanford/California: Stanford Univ. Press. 26 Grenzen der Staatlichkeit: Grenzräume im Vergleich Dozent/in: Dr. des. Daniel Geiger Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mo, 10.15 - 12.00, ab 19.09.2011 FRO, 4.B02 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Zu den überraschendsten und konzeptuell innovativsten Beiträgen zur Anthropologie des Staates gehören Arbeiten, die letzteren von seinen Rändern her betrachten. Frontiers sind häufig im Landesinneren gelegene, rohstoffreiche Gebiete, in denen schwach ausgebildete staatliche Institutionen mit indigenen Gemeinschaften und anderen Akteuren um die Vorherrschaft ringen. Borderlands sind Regionen dies- und jenseits einer internationalen Staatengrenze, deren Dynamik und Textur von den konkurrierenden Ansprüchen zweier zentralstaatlicher Souveräne geprägt werden. Während frontiers durch Expansion entstehen, ist für borderlands das Moment der Abriegelung oder Grenzziehung konstitutiv. Das Zusammenleben der Menschen und das Wirken des Staates in beiden Arten von Grenzräumen folgt eigenen Gesetzen und unterscheidet sich von der Form der Gouvernanz und den sozialen und ethnischen Beziehungen im staatlichen Kernland. Diese Besonderheiten vergleichend herauszuarbeiten, stellt eine spannende Forschungsaufgabe dar, zu der unter den Rubriken Frontier Studies und Borderland Studies seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts reichhaltiges Fallmaterial aus verschiedenen Epochen und Erdteilen erschienen ist. Die Veranstaltung fragt nach den Erfahrungen, die die Bewohner beider Formen von Grenzland mit dem Staat und seinen Herrschafts- und Kontrollpraktiken machen, und will diese Praktiken benennen und inventarisieren. Sie schliesst thematisch an das Proseminar zu frontiers vom vergangenen Semester an, setzt dessen Besuch jedoch weder voraus, noch wiederholt sie daraus bekannte ethnographische Stoffe. Das Programm umfasst zum einen theoretische Texte, zum anderen illustratives Fallmaterial aus Europa, Lateinamerika, Afrika und Asien, ergänzt mit Dokumentar- und Spielfilmmaterial. Kenntnisnachweise können wahlweise über ein Referat oder einen Essay mit Thesen zu borderlands oder einem Vergleich der beiden Typen von Grenzland erworben werden. Voraussetzungen: Die Veranstaltung schliesst thematisch an das Proseminar zu frontiers vom vergangenen Semester an, setzt dessen Besuch jedoch weder voraus, noch wiederholt sie daraus bekannte ethnographische Stoffe. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: daniel.geiger@doz.unilu.ch Eine Literaturliste wird im Lauf des Seminars abgegeben. Zur Einstimmung auf das Thema eignen sich folgende Texte/Sammelbände: - Baud, Michiel und Willem van Schendel. 1997. Toward a Comparative History of Borderlands. Journal of World History 8(2):211-242. - Das, Veena und Deborah Poole (Hrsg.). 2004. Anthropology in the Margins of the State. Santa Fé: School of American Research Press. - Horstmann, Alexander und Reed L. Wadley (Hrsg.). 2006. Centering the Margin: Agency and Narrative in Southeast Asian Borderlands. New York: Berghahn. - Geiger, Danilo. 2008. „Turner in the Tropics: The Frontier Concept Revisited“, in: Frontier Encounters: Indigenous Communities and Settlers in Asia and Latin America. Herausgegeben von Danilo Geiger, S. 77- 215. IWGIA Document 120. Kopenhagen: International Work Group for Indigenous Affairs (IWGIA). - Rieber, A. J. 2001. „Frontiers in History“, in: International Encyclopedia of the Social and Behavioral Sciences, S. 5812-5818. 27 Methoden ethnologischer Feldforschung Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mo, 15.15 - 17.00, ab 19.09.2011 FRO, 4.B54 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Feldforschung ist die zentrale empirische Methode der Ethnologie. Kenntnisse der verwendeten Verfahren und Techniken sind nicht nur zur Planung und Durchführung eigener Forschung Voraussetzung, sondern auch zur Quellenkritik. Nur wer versteht, wie Ethnologen ihre Daten gewinnen, kann die Ergebnisse beurteilen, einordnen und kritisieren. In der Übung sollen alle TeilnehmerInnen praktische Erfahrungen mit verschiedenen Verfahren der Feldforschung gewinnen. An Beispielen wird die Aufnahme, Aufbereitung und Auswertung von Daten geübt. Die Studierenden erproben alle Verfahren jeweils an einander, und lernen dabei die Rolle des Forschers und des Informanten kennen. Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren werden so deutlich und deren Eignung für bestimmte Fragestellungen kann besser eingeschätzt werden. Gleichzeitig werden Daten über Interessen, Probleme und Alltag Luzerner Studierender erhoben. Diese Kenntnisse wiederum können in die Verbesserung der Lehre und des Lehrplans einfließen. Durchführung: Von Woche zu Woche sind verschiedene praktische Aufgaben zu lösen, deren Ergebnisse am Ende des Semesters zu einer Seminararbeit zusammengestellt werden. Regelmäßige, pünktliche Teilnahme und Durchführung der Aufgaben sind die Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsscheins. Anmeldungen per E-Mail an Bettina.Beer@unilu.ch. Geben Sie bitte Semesterzahl und Fächerkombination an. Themen Phasen der Feldforschung Der ethnographische Zensus Zur Bedeutung der Sprache Beobachtung (teilnehmend und systematisch) Befragung und Interviewformen Netzwerke und ihre Analyse Die Genealogische Methode extended case method Fotografie und Video Dokumentation Voraussetzungen: TeilnehmerInnen studieren in der Masterphase oder höher. Auch Bachelor- Studierende, die eine eigene empirische Arbeit planen, können teilnehmen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Hinweise: Prüfungsmodus: Durchführung von Übungen und deren Zusammenstellung am Ende des Semesters zu einem Lernportfolio (4 CP). Bitte zusätzlich auf OLAT für den Kurs anmelden und Rückfragen über das Forum stellen. Abonnieren Sie die Benachrichtigungen des Kurs-Forums, dann sind Sie immer auf dem neuesten Stand. Für Studierende des Majors Wissenschaftsforschumg im Rahmen des ISK (MA) ist dieses Seminar anrechenbar für den Grundlagenbereich. Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Pflichtlektüre: Bettina Beer (Hg.), 2008: Methoden ethnologischer Feldforschung. (Überarbeitete und erweiterte 2. Auflage). Berlin: Reimer. Das Buch kann bei Angabe der Lehrveranstaltung vergünstigt mit Hörerschein beim Studiladen gekauft werden. Weitere Literatur steht im Handapparat der Präsenzbibliothek. 28 Zentrum und Peripherie: Südchina und Mitteleuropa im historisch-ethnographischen Vergleich Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Prof. Dr. Jon Mathieu Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Di, 15.15 - 17.00, ab 20.09.2011 FRO, 3.B48 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Ausgangspunkt des Seminars ist die These von Fernand Braudel, der zufolge die Tiefland-Hochland-Beziehungen in Europa und Asien ganz unterschiedlich strukturiert waren: durchlässig und kulturell weitgehend homogen in Europa – kulturell dichotomisiert und ethnisch differenziert in Asien. Lässt sich die These des grossen Sozialhistorikers empirisch verifizieren, und welche Gründe könnten den unterschiedlichen Entwicklungswegen zugrunde gelegen haben? Der erste Teil der Veranstaltung befasst sich mit der Untersuchung und Diskussion von Beziehungen zwischen Zentrum und Peripherie im südchinesischen Berggebiet, vor allem in Yunnan, worüber gute historische und ethnographische Studien vorhanden sind. Wirtschaftliche Beziehungen wie Austausch, Arbeitsmigration und Handel sollen ebenso thematisiert werden wie die Präsenz des Staates in Form von Beamten, Katastrophenschutz, staatlichen Infrastrukturinvestitionen. Als Kontrast betrachten wir Zentrum und Peripherie in den Alpen und ihrem Umland, besonders im Raume Lombardei-Schweiz. Die Metropole Mailand gehörte lange zu den grössten Städten Europas und übte einen erheblichen Einfluss auch auf Berggebiete der Zentralschweiz aus, so dass diese von Historikern schon als „lombardische Alpentäler“ bezeichnet wurden. Mit dem Viehhandel, dem transalpinen Verkehr, der Söldner- und Berufsmigration sowie politischen Auseinandersetzungen entstand ein dichtes Netz von Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen montagna und pianura. Im Anschluss an das Seminar gibt es die Möglichkeit, an einer mehrwöchigen Exkursion nach China teilzunehmen (Januar/Februar 2012). Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch 29 Wildbeuter: Theorie und Ethnographie Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mi, 10.15 - 12.00, ab 21.09.2011 FRO, E.415 / HS 4 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: In diesem Seminar wird zunächst in Form einer Vorlesung ein Überblick über Ökonomie, Politik und Sozialstruktur in Wildbeutergesellschaften gegeben. In einem zweiten Teil sollen sich studentische Arbeitsgruppen anhand von ethnographischen Beispielen mit den Themen: Demographie, Umwelt und Ökonomie sowie mit Sozialstruktur, gruppeninternen Machtverhältnisse und Konfliktregelung zwischen Gruppen in Wildbeutergesellschaften auseinandersetzen. Anhand eines theoretisch orientierten Fragekataloges soll ethnographisches Material zu den Inuit Zentralalaskas, den !Kung San der Kalahari, den BaMbuti im Ituri-Gebiet, zu den Aborigines in Zentralaustralien, den Schoschonen und Chipewyan (Nordamerika) sowie zu den Yaghan und Ona (Feuerland) bearbeitet werden. Im letzten Teil werden die Theorien und Thesen anhand eines Vergleichs der ethnographischen Daten überprüft und diskutiert. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch Forschungskolloquium Dozent/in: Ph. D. Donald Gardner Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Termine: Wöchentlich Mi, 17.15 - 19.00, ab 21.09.2011 FRO, 4.B02 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Kolloquium Inhalt: Im Kolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen und Problemen aus ihren laufenden Forschungen berichten. Studierende können am Kolloquium teilnehmen und bei regelmäßiger Teilnahme sowie aktiver Vorbereitung 2 CP erhalten. Gründen Studierende eine Lektüregruppe, in der sie jeweils einen ausgewählten Text der Vortragenden lesen und diskutieren, können außerdem 2 Social Credits vergeben werden. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Bestätigte Teilnahme / 2 Kontakt: donald.gardner@unilu.ch Hinweise: Das Programm des Kolloquiums findet sich auf der Website des Ethnologischen Seminars. Die Durchführungssprachen sind Deutsch und Englisch. Hörer/innen: Offen für Gasthörer/innen 30 Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen Michel Foucault: Überwachen und Strafen Dozent/in: Prof. Dr. Martin Hartmann Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen Termine: Wöchentlich Mi, 13.15 - 15.00, ab 21.09.2011 FRO, U1.308 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Das Seminar ist als Text- oder Lektüreseminar geplant. Es soll ein Buch ganz gelesen und diskutiert werden. Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses (1975) ist in der sozialphilosophischen Diskussion der letzten 30 Jahre zu einer klassischen Referenz geworden, Begriff wie "panoptische Gesellschaft" oder "Disziplinargesellschaft" sind fast schon ein selbstverständlicher Bestandteil kritischer Gesellschaftsanalyse geworden.Wie läßt sich das begründen, wo es sich doch vordergründig um ein rein historisches Buch handelt? In der Diskussion des nicht ganz leichten Textes sollen die philosophischen Annahmen und Argumente freigelegt und einer kritischen Analyse unterzogen werden. Leitfragen werden sein: Wie beschreibt Foucault das Funktionieren und die Mechanismen sozialer Macht? Schließen sich Macht und Freiheit aus? Wie kann eine historische Darstellung kritisch sein/werden? (Was ist eine Genealogie?) Neben der Lektüre und Diskussion des Haupttextes soll auch ein Blick in Foucualts "Sexualität und Wahrheit" (Band 1) geworfen werden, weil auch in diesem Text wichtige Elemente des Foucaultschen Machtbegriffs erläutert werden. . Lernziele: Im Zentrum soll eine Analyse des Machtbegriffs stehen. Was ist Macht? Wir wirkt Macht? Welche Rolle spielt körperliche Disziplinierung für Macht? Zusätzlich soll es um die Frage gehen, wie Foucaults Art der Geschichtsschreibung zu verstehen ist. Warum überhaupt sollte eine Geschichte des Gefängnisses philosophisch interessant sein? Wie weicht Foucaults Modell der Genealogie von herkömmlichen Modellen der Geshichtsschreibung ab? Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: Wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat, Protokoll) / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 Kontakt: Silvia Cavelti (silvia.cavelti@unilu.ch) Hinweise: Die Veranstaltung wird dem Bereich Praktische Philosophie zugeordnet. Übung (2): Die Übung ist ein Lektürekurs, der sich besonders für Bachelorstudierende im Hauptstudium (3. - 6. Semester) eignet. 4 CP können (je nach Teilnehmerzahl) über Referate oder Protokolle (die am Anfang der nachfolgenden Sitzung kurz vorgestellt werden) erworben werden. Für weitere 4 CP ist eine Hausarbeit (Umfang ca. 15-20 Seiten) in der vorlesungsfreien Zeit zu verfassen. Hörer/innen: Offen für Gasthörer/innen 31 Einführung in die Religionsgeschichte Tibets Dozent/in: Dr. Katja Rakow Veranstaltungsart: Proseminar Vorbesprechung: Fr, 23.09.2011, 13.15 - 17.00 FRO, 4.B02 Fr, 14.10.2011, 13.15 - 20.00, Sa, 15.10.2011, 09.15 - 14.00, Fr, 04.11.2011, 13.15 - 20.00, Sa, 05.11.2011, 09.15 - 14.00 FRO, 4.B02 Inhalt: Tibet, der tibetische Buddhismus und natürlich die prominente Figur des 14. Dalai Lama begegnen uns in den letzten Jahren häufiger in den Medien – ob in Form von Leitartikeln in zentralen Printmedien, in Dokumentationen zur Tibet-Frage oder in unterhaltsamen Hollywood-Spielfilmen. Viel von dem, was im öffentlichen Diskurs zum Thema Tibet und Buddhismus verhandelt wird, ist geprägt von exotischen und orientalistischen Projektionen, die uns ein ahistorisches Bild von Tibet präsentieren. Das Seminar möchte daher eine sozialgeschichtlich orientierte Einführung jenseits des „Mythos Tibet“ in die tibetische Religionsgeschichte geben. Ausgehend von der ersten Verbreitung des Buddhismus im 7. Jahrhundert bis zur Gegenwart, werden wir uns mit den wichtigsten Institutionen des tibetischen Buddhismus, ihrer Entstehung und ihrem Wandel befassen. Wir werden u.a. die Herausbildung der verschiedenen tibetischen Lehrtraditionen, der tibetischen Institution der Inkarnationslinien (Tulku) und des tibetisch-buddhistischen Kanons (Kanjur und Tenjur) betrachten. Des Weiteren wollen wir uns mit der Vielfalt der religiösen Akteure und Rollen im tibetischen Kontext beschäftigen und die Verflechtungen mit politischen und herrschaftlichen Strukturen, sowohl innerhalb Tibets als auch mit benachbarten Regionen (China und Mongolei), herausarbeiten. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: Blockseminar 23.9.11: 13.15 - 17.00 h Einführung Fr 14.10.11 : 13.15-19.00h / Sa 15.10.11: 10.15 - 16.00 h . Block I Fr 4.11.11: 13.15 19.00h / Sa 5.11.11: 10.15 - 16.00 h Block II Studienstufe: Bachelor / Master Prüfung: regelmässige, aktive Teilnahme mit Referat, 4 ECTS schriftliche Hausarbeit, 4 ECTS Prüfungsmodus / Credits: KSF: Regelmässige, aktive Teilnahme mit Referat / 4 Schriftliche Hausarbeit / 4 Kontakt: Religionswissenschaftliches Seminar, Frau Ch. Waghorn, Frohburgstr. 3, 6002 Luzern; Tel.-Nr. 041 229 55 82; relsem@unilu.ch Begrenzung: 25 Studierende Diversity, Gender und Chancengleichheit. Erkenntnisse aus den Fachdisziplinen der UniLu, PHZ und der HS Luzern Dozent/in: Dr. theol. habil. Ursula Rapp Termine: Wöchentlich Mi, 17.15 - 19.00, ab 21.09.2011 FRO, 4.B01 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Diversity, Gender und Chancengleichheit sind gesellschaftlich hochaktuelle Fragen. Es werden Fragen erörtert, wie die Vielfalt der gegenwärtigen Gesellschaften, beeinflusst durch Globalisierung und demografischen Wandel, das wirtschaftliche, politische und künstlerische Leben prägt. Wie wird der Diversity-Ansatz im Bankenwesen umgesetzt und wie in der soziokulturellen Animation? Was bedeutet Gender im Strafrecht und in der Instrumentenauswahl? Die Studierenden sollen die aktuelle Gender- und Diversity-Diskussion nachvollziehen und eigene Standpunkte und Perspektiven entwickeln lernen. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre eigenen Fachkenntnisse in gesellschaftspolitische, wirtschaftliche und künstlerische zusammenhänge einzubetten, Problemlagen zu identifizieren und zu analysieren und abschliessend ihre Erkenntnisse zu präsentieren. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Prüfungsmodus / Credits: KSF: Bestätigte Teilnahme / 2 Kontakt: ursula.rapp@unilu.ch 32 The Politics of Identity and Difference Dozent/in: Xavier Guillaume, PhD Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie \ Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen Termine: Fr, 23.09.2011, 13.15 - 15.00, Fr, 07.10.2011, 13.15 - 17.00, Fr, 14.10.2011, 13.15 - 16.00, Fr, 04.11.2011, 13.15 - 17.00, Fr, 18.11.2011, 13.15 - 17.00, Fr, 02.12.2011, 13.15 - 17.00, Fr, 16.12.2011, 13.15 - 17.00 FRO, 3.B06 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: The principal aim of this course is to introduce students to key theoretical and normative issues related to questions pertaining to the politics of identity and difference in a globalized world. What are the normative questions at the heart of the presence of 'others' in liberal democracies? Should minorities – whether defined by their religious beliefs, ascribed belongings, or other criteria – be granted differentiated rights in order to foster their integration in a political community? How globalized forms of liberal governmentality are impacting contemporary questions pertaining to questions such as (im)migration and so-called societal security? Those are few of the questions that will be broached upon during the semester. The first part of the course will be dedicated to unpacking key notions, such as identity, difference or governmentality, that will be at the heart of later developments. The second part will be dedicated to several theroretical and normative debates pertaining to questions related to the politics of identity and difference such as the debate on recognition and redistribution, minority rights, the place of identity politics in liberal democracies, or the question of resistance from a postcolonial perspective. Turnus: 14-tägig, ab 23.09.11 Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat), kurzes Research Desing / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 Anmeldung: anrechenbar für den Studienschwerpunkt Politische Theorie Begrenzung: Begrenzung der Teilnehmendenzahl vorbehalten; bevorzugt werden Studierende ab dem 3. Semster. Kontakt: xavier.guillaume@unige.ch Hinweise: Politische Theorie Material: wir auf der Online-Plattform OLAT zur Verfügung gestellt Note: The following are indicative readings material, the actual readings will be included in the syllabus. · Seyla Benhabib (ed) (1996). Democracy and Difference. Contesting the Boundaries of the Political. Princeton: Princeton University Press. · Seyla Benhabib, Ian Shapiro and Danilo Petranovic (eds) (2007). Identities, Affiliations, and Allegiances. Cambridge: Cambridge University Press. · David Campbell and Michael J. Shapiro (eds) (1999). Moral Spaces. Rethinking Ethics and World Politics. Minneapolis: University of Minnesota Press. · William F. Connolly (1991). Identity\Difference. Democratic Negotiations of Political Paradox. Ithaca: Cornell University Press. · William F. Connolly (1995). The Ethos of Pluralization. Minneapolis: University of Minnesota Press. · Nancy Fraser and Axel Honneth (2003). Redistribution or Recognition? A Political-Philosophical Exchange. London: Verso. · Amy Gutmann (ed) (1994). Multiculturalism. Examining the Politics of Recognition. Princeton: Princeton University Press. · Barbara Hobson (ed) (2003). Recognition Struggles and Social Movements. Contested Identities, Agency and Power. Cambridge: Cambridge University Press. · Wendy Larner and William Walters (eds) (2004). Global Governmentality. Governing International Spaces. London: Routledge. · William Walter and Jens Henrik Haahr (eds) (2005). Governing Europe. Discourse, Governmentality and European Integration. London: Routledge. · Iris M. Young (1990). Justice and the Politics of Difference. Princeton: Princeton University Press · Iris M. Young (2000). Inclusion and Democracy. Oxford: Oxford University Press. 33 Einführung in die Postcolonial Studies Dozent/in: Dr. Patricia Purtschert Durchführender Fachbereich: KSF \ Integrierter Studiengang Kulturwissenschaften \ Lehrveranstaltungen des Kulturwissenschaftlichen Instituts Termine: Wöchentlich Mo, 14.15 - 16.00, ab 26.09.2011 FRO, U1.414 Vorbesprechung: Mo, 19.09.2011, 14.15 - 16.00 FRO, E.404 / HS 7 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Umfang: 2 SWS Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Essay oder Referat) / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 Kontakt: patricia.purtschert@gess.ethz.ch Inhalt: Unter dem Begriff der „Postcolonial Studies" wird eine Reihe heterogener Ansätze zusammengefasst, die sich mit den Auswirkungen des Kolonialismus auf die nachkoloniale Zeit befassen. Ausgangsthese ist, dass mit der kolonialen Herrschaft nicht nur politische und ökonomische Ordnungen, sondern auch spezifische Wissensformationen und Wahrnehmungsweisen entstanden und durchgesetzt worden sind. Entscheidend ist die dabei vertretene These, dass diese bis in die Gegenwart hinein wirkmächtig sind. Das Verständnis des „kolonialen Erbes" wird damit unabdingbar für die Auseinandersetzung mit aktuellen globalisierten Gesellschaften. Im Seminar lesen wir einige grundlegende Texte der Postcolonial Studies (u.a. von Edward Said, Gayatri Chakravorty Spivak, Homi Bhabha, Achille Mbembe und Anne McClintock) mit dem Ziel, uns mit den Fragestellungen und Arbeitsweisen dieser neueren Forschungsrichtung vertraut zu machen. Hörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Rasse: Geschichte eines politischen und wissenschaftlichen Leitkonzeptes der Moderne Dozent/in: Dr. Pascal Germann/ Dr. Frank Schubert Durchführender Fachbereich: KSF \ Integrierter Studiengang Kulturwissenschaften \ Lehrveranstaltungen des Kulturwissenschaftlichen Instituts Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: Wöchentlich, Mi, 08.15 – 10.00, ab 21.09.2011 FRO, 3.B56 Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Essay oder Referat) / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 Kontakt: germann@fsw.uzh.ch/ f.schubert@access.uzh.ch Inhalt:: Da Rassenvorstellungen weltweit verbreitet waren und sich keineswegs auf den Nationalsozialismus beschränkten, wollen wir bewusst eine globale Perspektive einnehmen. Welche Wirkungen entfaltete das Rassenkonzept in der zunehmend global verflochtenen Welt des 20. Jahrhunderts und wie wandelten sich seine Bedeutungen und Funktionen? Welche Rolle spielte das Rassenkonzept in der wissenschaftlichen Forschung im Jahrhundert der Genetik? In welchem Verhältnis standen die wissenschaftlichen Deutungen mit politischen Herrschafts-, Ausgrenzungs- und Verfolgungspraktiken und wie interagierten wissenschaftliche Rassenklassifikationen und politische Identitäts- und Differenzkonstruktionen? Hörer/innen: Offen für Gasthörer/innen 34 Sonderveranstaltung Research design for grant applications Dozent: Prof. Dr. H. Russel Bernard Veranstaltungsart: Course Studienstufe: Doktorat und Master Termin: 17. – 19.10.2011, 9.15 – 15.00 h, U1.418 / HS 11 Voraussetzungen (requirements): The course is for doctoral candidates and master students with a research agenda in mind or a draft of a research proposal. Kommentar: This short course is about writing effective research proposals in the social sciences. We begin with the basics of research design, including units of analysis, measurement, independent and dependent variables, validity, reliability, and cause and effect. Then we cover sampling (probability and nonprobability sampling) and methods for collecting and analyzing data. Throughout the course, the focus will be on research design—that is, formulating a research question; tying the question to existing knowledge or theory; developing hypotheses; and laying out the methods for testing the hypotheses. The objective is to produce intellectually convincing, fundable research proposals at the Master’s and Ph.D. level of study. Students should come to the course with a research agenda in mind or a draft of a research proposal. We will spend a lot of the time in class going over students’ proposals and/or student’s ideas for research. Topics: Although the emphasis of the course is on research design and proposal writing, we will also discuss the following: 1. The language of social research 2. Experimental thinking 3. The logic of hypothesis testing 4. The logic of representative and non-representative sampling 5. Collecting and analyzing quantitative data: profile matrices and relational matrices 6. Collecting and analyzing qualitative data: content analysis, grounded theory, and decision models. Hinweise: Please note that additional to this course there’s another short course (in German) about the peculliarities of Swiss grant application procedures. The courses can be taken independently. But members of the GSL should attend to both courses for crediting. Kontakt (E-Mail): ufruss@ufl.edu / franziska.struzek@unilu.ch Credits: Regular attendance and presentation of a research project: 3 CP E th n o lo g is c h e s S e m in a r L e h rv e ra n s ta lt u n g e n i m H e rb s ts e m e s te r 2 0 1 1 M O N T A G D IE N S T A G M IT TW O C H D O N N E R S T A G 08 .1 5- 10 .0 0 10 .1 5- 12 .0 0 D an ie l G ei ge r, H au pt se m in ar , „G re nz en d er S ta at lic hk ei t: G re nz rä um e im V er gl ei ch “ 4. B 02 Jü rg H el bl in g, V or le su ng , „T rib al e K rie ge “ 4. B 47 Jü rg H el bl in g, H au pt se m in ar , „W ild be ut er : T he or ie un d E th no gr ap hi e“ E .4 15 T ob ia s S ch w ör er , P ro se m in ar , „E in fü hr un g in d ie P ol iti ke th no lo gi e“ 3. B 56 12 .1 5- 13 .0 0 13 .1 5- 15 .0 0 B et tin a B ee r, V or le su ng , „E in fü hr un g in d ie E th no lo gi e“ 3. A 05 W er ne r E gl i, H au pt se m in ar , „E ig en tu m u nd V er er bu ng in tr ib al en , bä ue rli ch en u nd po st - so zi al is tis ch en G es el ls ch af te n“ 4. B 54 E st he r Le em an n, P ro se m in ar , „E th no gr ap hi e au s La te in am er ik a: E th n ic ity a t W o rk “ E .4 16 (A us na hm e: 2 5. 10 .1 1 4. B 54 ) E st he r Le em an n, H au pt se m in ar , „A nt hr op ol og y of di sp la ce m en t“ 4. B 47 Jo ha nn es Q ua ck , P ro se m in ar , „R itu al & R itu al is ie ru ng : E in e E in fü hr un g in d ie R itu al th eo rie “, 14 -t äg ig a b 28 .9 .1 1 3. B 58 B et tin a B ee r, H au pt se m in ar , „T ra di tio n un d po st ko lo ni al e M od er ne : E th no lo gi e de r P hi lip pi ne n“ 3. B 48 15 .1 5- 17 .0 0 W er ne r E gl i, P ro se m in ar , “E th no lo gi e de s T ou ris m us ” 3. B 52 B et tin a B ee r, H au pt se m in ar , „M et ho de n et hn ol og is ch er F el df or sc hu ng “ 4. B 54 Jü rg H el bl in g & Jo n M at hi eu , H au pt se m in ar , „Z en tr um u nd P er ip he rie : S üd ch in a un d M itt el eu ro pa im hi st or is ch -e th no gr ap hi sc he n V er gl ei ch “ 3. B 48 T ob ia s S ch w ör er , P ro se m in ar , “E in fü hr un g in d ie E th no lo gi e” E .4 16 Jo ha nn es Q ua ck , P ro se m in ar , „R itu al & R itu al is ie ru ng : E in e E in fü hr un g in d ie R itu al th eo rie “, 14 -t äg ig a b 28 .9 .1 1 3. B 58 D or is B ac al zo , P ro se m in ar , „T ra ns cu ltu ra l ch ild ho od , k in sh ip an d id en tit y“ 3. B 58 D on G ar dn er , H au pt se m in ar , “C on ce pt io ns o f cu ltu re in 2 1st C en tu ry an th ro po lo gy ” 3. B 56 17 .1 5- 19 .0 0 D on G ar dn er , K ol lo qu iu m , “F or sc hu ng s- ko llo qu iu m ” 4. B 02