KSF Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Ethnologisches Seminar INFORMATION ETHNOLOGIE VORLESUNGSVERZEICHNIS HERBSTSEMESTER 2018 Lehrveranstaltungen 2 3 Inhaltsverzeichnis Adressen und Öffnungszeiten 4 Informationen 5 Wie kann ein Studienverlauf konkret aussehen? 7 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA 8 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im MA 12 Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars 16 Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen 32 Stundenplan HS 2018 36 4 Adressen und Öffnungszeiten Universität Luzern Ethnologisches Seminar Frohburgstr. 3 Postfach 4466 6002 Luzern ethnosem@unilu.ch Professuren: Bettina Beer, Prof. Dr., bettina.beer@unilu.ch Seminarleitung (Sprechstunde nach Vereinbarung) Büro 3.A28 Jürg Helbling, Prof. Dr., juerg.helbling@unilu.ch (Sprechstunde nach Vereinbarung) Büro 3.A26 Studienberatung: Werner Egli, Prof. Dr., werner.egli@unilu.ch Fachstudienberater für Mobilität und Zulassungen Tel. ++41 (0)41 229 55 73 (Sprechstunde siehe Website) Büro 3.A20 Katharina Steiner, MA, katharina.steiner@unilu.ch Fachstudienberaterin für allg. Fragen (Planung des Studiums), Beratung und Ablauf von Feldforschung, Abschlussverfahren Büro 3.A19 Sekretariat: Luzia Weber, luzia.weber@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 229 55 71 Büro 3.A27 Öffnungszeiten Sekretariat: Montag: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr Dienstag: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr Mittwoch: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr 5 Informationen 1. Abschlüsse Frühjahrssemester 2018 Dissertation von Juliane Martin «Ballett, Habitus und Empowerment: Zu einem Projekt der Kinder- und Jugendförderung in Manila» (Erstgutachter: Prof. Werner Egli, Zweitgutachter: Prof. Jürg Helbling) MA-Arbeit von Serena Moreira «Informelle Märkte. Eine Analyse der Entstehungsgründe und der Wirkungen informeller Wirtschaftsaktivitäten in Entwicklungsländer im Vergleich» (Erstgutachter: Prof. Jürg Helbling, Zweitgutachter: Dr. Adrian Itschert) MA-Arbeit von Rebekka Balzarini «Aus welchem sozialen Kontext heraus haben sich Konvertitinnen aus dem Verein Dar an’Nur dazu entschieden, zum Islam zu konvertieren?» (Erstgutachterin: Prof. Bettina Beer, Zweitgutachterin: Dr. Anika König) BA-Arbeit von Louise Marvel «Inwiefern tragen Hersteller innovativer Regionalprodukte des Labels „Echt Entlebuch“ als Kooperationspartner von Landwirten zur agrarwirtschaftlichen Struktursicherung des UNESCO Biosphären Reservates (Zentralschweiz) bei?» (Gutachter: Julius Riese) BA-Arbeit von Rahel Julia Masaeli «Sind die durch die Organisation International Cultural Youth Exchange (ICYE) vermittelten internationalen Sozialeinsätze zielführend für junge Erwachsene, um sich interkulturelle Kommunikationskompetenzen anzueignen?» (Gutachter: Julius Riese) Herbstsemester 2017 MA-Arbeit von George Francis Xavier «Ausländische Priester in der Schweiz und ihre Tätigkeiten: Liturgie- Tourismus oder Rückmissionierung? Eine empirische und explorative Studie am Beispiel des Bistums Basel» (Erstgutachter: Prof. Werner Egli, Zweitgutachter: Prof. Heinz Käufeler) BA-Arbeit von Joséphine Chamoulaud «Die Bedeutung von Privatsphäre im digitalen Zeitalter» (Gutachter: Prof. Jürg Helbling) BA-Arbeit von Alexandra Hofer «Ist soziokulturelle und ökologische Nachhaltigkeit mit Luxustourismus vereinbar? Eine kritische ethnologische Untersuchung in Französisch Polynesien» (Gutachter: Julius Riese) BA-Arbeit von Adina Puseljic «Ethnizität im Werk von Thomas Hylland Eriksen am Beispiel von Mauritius» (Gutachterin: Prof. Bettina Beer) BA-Arbeit von Nadja Rek ««Green Image». Praktische Umsetzung eines ökologisch und sozial nachhaltigen Tourismus oder reine Marketingstrategie? Eine vergleichende ethnologische Untersuchung der InterContinental Resorts in Französisch Polynesien» (Gutachter: Julius Riese) BA-Arbeit von Ayla Schudel «Die Bedeutung der eritreisch-orthodoxen Kirche für eine (entpolitisierte?) kollektive Identität geflüchteter Eritreerinnen und Eritreer in der Schweiz» (Gutachter: Prof. Jürg Helbling) BA-Arbeit von Natalia Skowronek «Soziokulturelle Aspekte sexueller Belästigung am Arbeitsplatz am Beispiel von polnischen Migrantinnen in Holland» (Gutachter: Prof. Jürg Helbling) 2. Studentische Mobilität Wer ein oder mehrere Semester an einer anderen Universität im In- oder Ausland studieren möchte, sollte sich angesichts der Fristen und relativ kurzen Regelstudienzeit von 6 Semestern im BA und 4 Semestern im MA möglichst frühzeitig über die Modalitäten der Studierendenmobilität informieren und mit den für die Mobilität zuständigen Personen im Dekanat und im Seminar sowie mit der Fachstudienberatung Kontakt aufnehmen. Besonders vorteilhaft sind Austauschsemester an ausländischen Partneruniversitäten im Rahmen des ERASMUS-Programms. Weitere Informationen befinden sich auf der Website der Universität Luzern: https://www.unilu.ch/international/mobilitaet/studierendenmobilitaet/studierende-outgoing/ 6 3. Facebook-Gruppe „Ethnologie Luzern“ Am Ethnologischen Seminar ist eine offene Facebook-Gruppe („Ethnologie Luzern“) entstanden, zu der alle Studierenden und Interessierten herzlich eingeladen sind! 4. Informationskompetenz Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) Einmal im Jahr wird jeweils im Herbstsemester von der ZHB ein Modul zur Informations-kompetenz angeboten, das Teil der Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" ist. Eine Doppelstunde findet im Rahmen der Vorlesung statt, zwei Doppelstunden werden als Block angeboten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Seit dem HS 2011 ist der Besuch der Veranstaltung zur Informationskompetenz für Studierende verpflichtend. Ohne den Nachweis des Besuchs der Veranstaltung ist eine Zulassung zur BA- Prüfung nicht möglich. Studierende aus integrierten Studiengängen können wählen, in welchem der an ihrem Studiengang beteiligten Fächer sie daran teilnehmen. Studierenden der Ethnologie wird dringend empfohlen, diese im Rahmen der Einführungsvorlesung zu absolvieren. 5. News Ab HS 2018 wird Dr. Anika König als Oberassistentin am Ethnologischen Seminar angestellt sein. Sie hat mehrere Jahre zu ethnischen Konflikten in Kalimantan, Indonesien, gearbeitet und zu diesem Thema an der Australian National University promoviert. In den letzten Jahren hat sie sich stärker der Medical Anthropology zugewandt und hier insbesondere Themen im Bereich Reproduktion. Sie habilitiert derzeit zum Thema transnationale Leihmutterschaft. Im Januar 2019 wird eine Feldforschungsexkursion auf die Philippinen durchgeführt. Das Feldforschungspraktikum wird maximal 15 Studierenden die Möglichkeit bieten, auf der philippinischen Insel Bohol ethnologische Methoden zu üben und ein eigenes Forschungsprojekt durchzuführen. Interessentinnen und Interessenten wenden sich direkt an Prof. Dr. Bettina Beer (Bettina.Beer@unilu.ch). Zur Vorbereitung empfehlen wird das Seminar „Praktische Einführung in die ethnologische Feldforschung“ (Dr. Anika König). 7 Wie kann ein Studienverlauf konkret aussehen? Hier wird eine von verschiedenen möglichen Varianten dargestellt, wie ein Studium in der Regelstudienzeit von 6 Semestern gestaltet werden kann. Die Regelstudienzeit kann sowohl unter- als auch überschritten werden, wobei letzteres wahrscheinlicher ist, vor allem wenn neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wird. Die Reihenfolge des Besuchs von Veranstaltungen kann variieren, so kann etwa das Proseminar „Ethnographien“ im ersten Semester oder später besucht werden. Bachelorstudium 1.Semester Vorlesung: Einführung in die Ethnologie Proseminar: Einführung in die Ethnologie Proseminar: Ethnographien Verfassen einer Proseminararbeit 2.Semester Vorlesung: Geschichte der Ethnologie Methodenseminar: Einführung in die Methoden der Ethnologie Proseminar: Klassiker der Ethnologie Verfassen einer Proseminararbeit 3.Semester Vorlesung: Einführung in einen Bereich der Ethnologie Hauptseminar nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltung Orientierungsgespräch 4.Semester Hauptseminar zu einem Bereich der Ethnologie Hauptseminararbeit zu einem Bereich der Ethnologie Hauptseminar nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltungen 5.Semester Hauptseminar zu einem zweiten anderen Bereich der Ethnologie Hauptseminararbeit zu einem zweiten anderen Bereich der Ethnologie Hauptseminararbeit nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltungen 6.Semester Anfertigen der Bachelorarbeit Weitere Lehrveranstaltungen Prüfungen Masterstudium (mit Feldforschungspraktikum) 1.Semester Masterseminar zu einem Bereich der Ethnologie Masterseminararbeit Weitere Lehrveranstaltungen 2.Semester Masterseminar zu einem zweiten anderen Bereich der Ethnologie Masterseminararbeit Weitere Lehrveranstaltungen 3.Semester Feldforschungspraktikum (vorzugsweise in den Semesterferien) Weitere Lehrveranstaltungen 4.Semester Anfertigen der MA-Arbeit Prüfungen 8 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA (Bachelor of Arts in Ethnologie / BA in Cultural and Social Anthropology) Musterstudienplan Im Folgenden wird der Musterstudienplan für das BA-Studium im Major aufgeführt. Auf Unterschiede zum Minorstudium gehen die anschliessenden Beschreibung der Veranstaltungstypen und Anforderungen ein. Die Musterstudienpläne für Major und Minor befinden sich im PDF-Format auf der Website der Kultur- und Sozial- wissenschaftlichen Fakultät. Ebenfalls finden Sie dort Musterstudienpläne für Studenten mit Studienbeginn vor HS 2011: https://www.unilu.ch/studium/lehrveranstaltungen-pruefungen-reglemente/ksf/musterstudienplaene/ I BA-Abschluss Schriftliche BA-Prüfung Minor 5 Mündliche BA-Prüfung Major 5 BA-Arbeit Major 25 II Studienleistungen Major VL (benotet) Einführung in die Ethnologie 2*) Assessm entstufe (1. & 2. Sem ester) PS Einführung in die Ethnologie 4 MS Einführung in die Methoden der Ethnologie 4 PS Ethnographie 4 PS Klassiker der Ethnologie 4 (benotet) 1. Proseminararbeit zu PS oder MS**) 4 (benotet) 2. Proseminararbeit zu PS 4 Orientierungsgespräch Major 0 VL (benotet) Einführung in Bereiche der Ethnologie 2*) H auptstudium (3.-6. Sem ester) HS Hauptseminar aus einem Bereich der Ethnologie 4 (benotet) Hauptseminararbeit aus einem Bereich der Ethnologie 6 HS Hauptseminar aus einem zweiten Bereich der Ethnologie 4 (benotet) Hauptseminararbeit aus einem zweiten Bereich der Ethnologie 6 HS Hauptseminar freier Wahl 4 (benotet) Hauptseminararbeit 6 Weitere Leistungen Major 17 III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 50 IV Sozialkompetenz und Studienleistungen im Major, Minor oder in anderen Fächern Sozialkompetenz (2-6 Cr) 4 Freie Leistungen Major, Minor o. davon unterschiedene Fächer 16 *) Für Vorlesungen können je nach Arbeitsaufwand auch 3 Credit Points vergeben werden. Veranstaltungstypen und Anforderungen im Bachelorstudium Vorlesung (VL): Einführung in die Ethnologie Diese Pflichtveranstaltung ist als Überblick und Einführung in das Studium der Ethnologie, in Gegenstand, Methodik, Grundbegriffe und Geschichte des Faches angelegt und sollte im ersten oder zweiten Semester besucht werden. Sie soll Antworten auf die Fragen geben, was Ethnologie ist und welche Fragestellungen mit welchen Methoden verfolgt werden. Neben fachspezifischen Methoden und Theorien werden auch fächerübergreifende wissenschaftliche Arbeitsweisen vorgestellt. Sowohl praktische Studien- und Arbeitstechniken als auch wissenschaftstheoretische Grundlagen sind Gegenstand der Lehrveranstaltung. In der Einführung sollen Erstsemester außerdem eine eigene Vorstellung davon entwickeln, welchen Sinn das Studium der Ethnologie hat und welches ihre eigenen Zielsetzungen sind. Aus diesem Grund wird auch die Frage der Berufsperspektiven berücksichtigt. 9 Informationskompetenz Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) Einmal im Jahr jeweils im Herbstsemester bietet die ZHB ein Modul zur Informationskompetenz an. Eine Doppelstunde findet im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" statt, zwei Doppelstunden werden als Block angeboten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Für Studierende ist der Besuch der Veranstaltung zur Informationskompetenz verpflichtend. Ohne den Nachweis des Besuchs der Veranstaltung ist eine Zulassung zur BA-Prüfung nicht möglich. Studierende aus integrierten Studiengängen können wählen, in welchem der an ihrem Studiengang beteiligten Fächer sie daran teilnehmen. Studierenden der Ethnologie wird dringend empfohlen diese im Rahmen der Einführungsvorlesung zu absolvieren. Proseminar (PS): Einführung in die Ethnologie Ergänzend zur Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" wird im ebenfalls obligatorischen Proseminar basierend auf einem Lehrbuch und zusätzlichen Artikeln ein Überblick über das Fach gegeben. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten. Vorlesung (VL): Einführung in Bereiche der Ethnologie Zusätzlich zur Vorlesung „Einführung in die Ethnologie“ werden regelmäßig einführende Vorlesungen in die Wirtschafts-, Politik- und Rechtsethnologie sowie in Religions- und Verwandtschaftsethnologie angeboten. Von den Vorlesungen zur Einführung in die verschiedenen Bereiche der Ethnologie ist ebenfalls eine obligatorisch zu besuchen. In diesen Vorlesungen wird ein erster Überblick über die behandelten Themen gegeben, die dann in Haupt- und Masterseminaren vertieft werden können. Methodenseminar (MS): Einführung in Methoden der Ethnologie In dieser Pflichtveranstaltung wird anhand von einer oder mehrerer ethnologischer Monographien gezeigt, wie Ethnologen Forschungsfragen entwickeln, sich Problemen annähern und mit welchen empirischen Methoden sie Daten erheben und wie sie diese auswerten. Auch Strategien der Darstellung von Forschungsergebnissen werden diskutiert. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten. Proseminar (PS): Ethnographien In diesem ebenfalls obligatorischen Proseminar werden abwechselnd zu verschiedenen regionalen Gebieten Veranstaltungen angeboten. Im Mittelpunkt steht die Lektüre und Diskussion klassischer und vorbildlicher ethnographischer Texte. Die Auseinandersetzung mit ethnographischen Quellen dient sowohl der Vertiefung des Stoffes des methodischen Seminars als auch dem Erwerb regionaler Kompetenzen (Südostasien, Ozeanien u.a.). Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten und kann aufgrund wechselnder Inhalte auch mehrmals besucht werden. Zudem dient dieses Proseminar dem Einüben wissenschaftlicher Arbeitstechniken der Ethnologie. Proseminar (PS): Klassiker der Ethnologie Im Zentrum dieses obligatorischen Proseminars steht die Lektüre und Diskussion klassischer Texte aus der Geschichte des Faches von der Zeit der Aufklärung bis zu rezenten theoretischen Debatten. Es kann auch erstetzt werden durch die Vorlesung „Geschichte der Ethnologie“. Die Veranstaltung wird einmal jährlich angeboten und kann aufgrund wechselnder Inhalte auch mehrmals besucht werden. Auch die Vorlesung „Einführung in die Geschichte der Ethnologie“ kann als Veranstaltung aus dem Bereich „Klassiker der Ethnologie“ angerechnet werden. Sie gibt einen Überblick über Fragestellungen, Grundannahmen und Methoden von Hauptrichtungen der Ethnologie. Wissenschaftsgeschichtliche Kenntnisse sind in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung: Für die Ausbildung ist es häufig praktischer, mit leichter verständlichen älteren Autoren und Publikationen zu beginnen, die Grundlage und Bezug für komplexere neuere sind. Zentrales Anliegen der Vorlesung ist die Zielsetzung, Wissenschaft als Prozess verständlich zu machen, in dem auch das heute Modernste vielleicht morgen schon als "out" gilt, andererseits aber scheinbar neueste Ideen Jahrhunderte alt sein können. Die Betonung der Vorlesung wird auf früheren Perioden liegen. Grundlegende Kenntnisse in der Geschichte ethnologischer Theorien und Methoden der Ethnologie werden bei der BA-Abschlussprüfung vorausgesetzt. Proseminararbeiten Zu zwei der in einem Proseminar oder im Methodenseminar behandelten Themen muss eine schriftliche Hausarbeit im Umfang von 15 Seiten nach Absprache mit der jeweiligen Dozentin bzw. dem Dozenten angefertigt werden. Die Arbeiten werden benotet. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. 10 Orientierungsgespräch Das im Major obligatorische Orientierungsgespräch soll zum einen die Studierenden hinsichtlich der generellen Eignung zum Studium orientieren und zum zweiten Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung des Hauptstudiums geben. Es findet nach dem zweiten oder spätestens nach dem dritten Fachsemester mit einem der Professoren statt. Die Termine sind direkt mit ihnen zu vereinbaren. Mit der Anmeldung ist eine ca. zweiseitige Reflexion über das bisherige Studium einzureichen, die eine Selbsteinschätzung in Bezug auf die erworbenen Fähigkeiten sowie auf Stärken und Schwächen enthalten soll. Des Weiteren müssen ein aktueller Leistungsnachweis mit allen bislang erworbenen Credit Points sowie die Kopie einer schriftlichen Arbeit vorgelegt werden. Hauptseminare (HS) Hauptseminare werden zu verschiedenen Bereichen der Ethnologie (Politik, Wirtschaft, Verwandtschaft, Mensch- Umwelt-Beziehungen) angeboten. Daneben gibt es regelmäßig Lehrveranstaltungen zu weiteren Themen der Ethnologie wie beispielsweise Migration, neue Medien, Religionsethnologie oder Kindheitsforschung. Es muss jeweils aus verschiedenen Bereichen der Ethnologie mindestens ein Hauptseminar besucht werden. Im Major sind weitere Hauptseminare zu frei wählbaren Themen zu besuchen. Im Minor können diese durch andere Veranstaltungen oder schriftliche Arbeiten ersetzt werden. Hauptseminararbeiten Es sind drei schriftliche Hausarbeiten im Umfang von 20-25 Seiten, im allgemeinen im Anschluss an ein Haupt- seminar, nach Absprache mit dem jeweiligen Dozierenden anzufertigen. Die Arbeiten werden benotet. Die schriftliche Arbeit, die zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Bachelorverfahren noch ausstehend sein darf, muss – wenn mit der /dem betreuenden Dozierenden nichts anderes vereinbart wurde - mindestens 4 Wochen vor dem letztmöglichen Abgabetermin eingereicht werden. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. Sozialkompetenz Wenigstens fünf Studierende können sich zusammenfinden und eine Lektüregruppe organisieren. Zu Lehrveranstaltungen sind auch Tutorate möglich. Listen für empfohlene Literatur sind im Sekretariat 3.A27 erhältlich. Das Vorhaben muss in jedem Fall vor Semesterbeginn mit einer/-m Lehrenden abgesprochen werden, bei dem abschließend ein Protokoll eingereicht wird. Wird die regelmässige Teilnahme am wöchentlichen Forschungskolloquium des Ethnologischen Seminars durch eine Lektüregruppe ergänzt, können zusätzlich zu 2 Credits für freie oder weitere Leistungen 2 Social Credits erworben werden. Weitere Möglichkeiten siehe auch unter: Weisungen zur Vergabe für Credit Points für Sozialkompetenz (SCP) an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät: https://www.unilu.ch/fileadmin/fakultaeten/ksf/Dekanat/dok/Reglemente_Merkblaetter_Formulare/Neuste_Version en/Merkblaetter_und_Formulare/WeisungenSocialCredits_KSF.pdf Weitere und freie Studienleistungen Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie sind weder an Veranstaltungen besonderen Typs noch besonderen Inhalts gebunden. Letzteres gilt auch für die freien Studienleistungen, die sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Faches Ethnologie erbracht werden können. Anstelle von Veranstaltungsbesuchen ist auch das Verfassen von schriftlichen Arbeiten (in Absprache mit dem Dozierenden) möglich. Seminar- und Forschungskolloquium Im ethnologischen Forschunskolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen, Fragestellungen und Ergebnissen ihrer laufenden Forschungen berichten. Bei regelmässiger Teilnahme können 2 Credits erworben werden, die bei freien oder weiteren Studienleistungen anrechenbar sind. Ergänzen Studierende die regelmässige Teilnahme durch eine Lektüregruppe, können sie zusätzlich 2 Social Credits erwerben. BA-Abschluss Um das Studium mit dem BA abzuschließen, muss eine schriftliche Arbeit im Umfang von nicht mehr als 60 Seiten angefertigt werden. Das Thema wird gemeinsam mit einer/m der Dozierenden entwickelt. Außerdem wird eine mündliche Prüfung von 30 Minuten zu zwei verschiedenen Themen abgelegt. Für die mündliche Prüfung werden 5 und für die schriftliche Arbeit 25 Credits vergeben. 11 12 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im MA (Master of Arts in Ethnologie / MA in Cultural and Social Anthropology) Voraussetzungen Ein Masterstudium in Ethnologie setzt ein Bachelorstudium voraus. Im Fach Ethnologie müssen mind. 60 Credits erworben worden sein. Von Inhaberinnen und Inhabern eines Bachelordiploms eines andern Faches können vor Aufnahme des Masterstudiums zusätzliche Leistungen in Ethnologie zur Bedingung gemacht werden. Zudem können in allen Fällen für den Abschluss des Masterstudiums weitere Auflagen gemacht werden. Musterstudienplan Masterstudium Das Masterstudium wird in zwei Varianten angeboten, die gewählt werden können: Ein Masterstudium mit Feldforschungspraktikum und eines ohne Feldforschungspraktikum. In letzterem kann, in ersterem muss ein Seminar zu empirischen Methoden der Datenerhebung besucht werden. Das Methodenseminar, in dem insbesondere qualitative Methoden der ethnologischen Feldforschung behandelt und auch geübt werden, bereitet auf einen mindestens dreimonatigen Forschungsaufenthalt im Aus- oder Inland vor. Wird der Studiengang mit Forschungspraktikum gewählt, reduzieren sich die frei wählbaren Studienleistungen im Major oder Minor um etwa die Hälfte. Die Social Credits werden mit den Credits für das Praktikum verrechnet, da letzteres Sozialkompetenz in hohem Masse einschliesst. Im Folgenden wird nur der Musterstudienplan im Major aufgeführt. Auf Unterschiede zum Minorstudium wird in der anschliessenden Beschreibung der Veranstaltungstypen und Anforderungen eingegangen. Musterstudienplan Major mit Feldforschungspraktikum I MA-Abschluss Schriftliche MA-Prüfung Minor 5 Mündliche MA-Prüfung Major 10 MA-Arbeit Major 30 II Studienleistungen Major MAS Masterseminar in einem Bereich der Ethnologie 4 Schriftliche, benotete Arbeit zum MAS 6 MAS Masterseminar freier Wahl 4 Schriftliche, benotete Arbeit zum MAS 6 Forschungspraktikum Major 18 Sozialkompetenz Major (2-6 Cr) 4 III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 20 IV Freie Studienleistungen im Major oder Minor Freie Leistungen Major oder Minor 13 Musterstudienplan Major ohne Feldforschungspraktikum I MA-Abschluss Schriftliche MA-Prüfung Minor 5 Mündliche MA-Prüfung Major 10 MA-Arbeit Major 30 I Studienleistungen Major MAS Masterseminar in einem Bereich der Ethnologie 4 Schriftliche, benotete Arbeit zum MAS 6 MAS Masterseminar in zweiten Bereich der Ethnologie 4 Schriftliche, benotete Arbeit zum MAS 6 Weitere Leistungen Major 14 III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 20 IV Freie Studienleistungen im Major oder Minor Freie Studienleistungen Major oder Minor 17 V Sozialkompetenz Sozialkompetenz (2-6 Cr) 4 13 Veranstaltungstypen und Anforderungen im Masterstudium Masterseminare (MAS) Masterseminare werden zu verschiedenen Bereichen der Ethnologie (Politik, Wirtschaft, Verwandtschaft, Migration und Ethnizität) angeboten. Außerdem werden regelmäßig Lehrveranstaltungen zu weiteren aktuellen Themen in das Lehrprogramm aufgenommen. Im MA-Major ohne Feldforschungspraktikum und im MA-Minor sollten die Masterseminare aus zwei verschiedenen Bereichen der Ethnologie gewählt werden. Masterseminararbeit Zu einem der in einem Masterseminar behandelten Themen sollte eine schriftliche Masterseminararbeit nach Absprache mit der jeweiligen Dozentin bzw. dem Dozenten angefertigt werden. Diese Arbeit wird benotet und ist auch als Übung für die Masterarbeit anzusehen. Sie soll einen Umfang von 20-25 Seiten haben. Im Major ohne Feldforschungspraktikum und im Minor werden zwei Arbeiten gefordert. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. Die schriftliche Arbeit, die zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Masterverfahren noch ausstehend sein darf, muss – wenn mit der /dem betreuenden Dozierenden nichts anderes vereinbart wurde - mindestens 4 Wochen vor dem letztmöglichen Abgabetermin eingereicht werden. Feldforschungspraktikum Das Feldforschungspraktikum von in der Regel 3 Monaten Dauer soll Studierenden die Möglichkeit geben, ein eigenes empirisches Forschungsvorhaben durchzuführen. Vorbereitung, Abfassen eines Exposés, Durchführung und Auswertung werden von den Lehrpersonen des Ethnologischen Seminars – die alle über Forschungserfahrung und Vertrautheit mit unterschiedlichen Regionen (Südostasien, Ozeanien u.a.) verfügen – intensiv betreut. Das Praktikum kann selbstständig, einzeln oder in Kleingruppen nach Absprache mit einem der Lehrenden oder als von einem Lehrenden betreutes eigenständiges Projekt durchgeführt werden. Bringen Organisations- und Betreuungsform eine intensivere Forschungstätigkeit mit sich, kann sich die Dauer des Praktikums auch verkürzen. Zielsetzungen des Feldforschungspraktikums: o Die Formulierung einer konkreten Fragestellung und eines Forschungsantrags soll geübt, o regionale Kenntnisse sollen vermittelt bzw. vertieft werden, o möglichst verschiedene Methoden sollen erlernt, o und die Erfahrung der Teilnahme am täglichen Leben in einer fremden Gesellschaft gemacht werden. Durch eigene Erfahrungen mit der ethnologischen Feldforschung können Studierende zum einen Ethnographien besser beurteilen und zum anderen ermöglichen sie die notwendige fundierte Quellenkritik. Neben der Stärkung der Methodenkompetenz kann ein Feldforschungspraktikum auch Regionalkompetenz vermitteln, die sich bei der späteren Stellensuche positiv auswirken kann, liegen doch Berufsperspektiven von AbsolventInnen sozial- und kulturanthropologischer Studiengänge erfahrungsgemäß auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, von Institutionen, die sich mit Migration befassen, oder im Museums- und Ausstellungsbereich. Hier sind regionale Kompetenzen meist ebenso gefragt wie fachliche. Ein erfolgreich durchgeführtes Feldforschungspraktikum kann außerdem die Grundlage der Masterarbeit bilden. Diese kann jedoch in jedem Fall auch auf einem Literaturstudium basieren. Am Ende des Feldforschungspraktikums ist ein Feldforschungsbericht im Umfang einer Hausarbeit auf Masterebene obligatorisch. Erst nach der Abgabe des Berichtes können die Credits angerechnet werden. Für die formelle Anrechnung des Feldforschungpraktikums ist der Fachstudienberater zu konsultieren, da eine Buchung der einzelnen Bestandteile des Praktikums online nicht möglich ist. MA-Abschluss Um das Studium mit dem MA abzuschließen, muss eine schriftliche Arbeit im Umfang von nicht mehr als 100 Seiten angefertigt werden. Das Thema wird gemeinsam mit einer/-m der Dozenten entwickelt. Außerdem wird eine mündliche Prüfung von 60 Minuten zu vier verschiedenen Themen abgelegt. Für die mündliche Prüfung werden 10 und für die schriftliche Arbeit 30 Credits vergeben. 14 15 Vorschläge Reader für Lektüregruppen (Sozialkompetenz) Religionsethnologie Lambek, Michael (ed.), A Reader in the Anthropology of Religion. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2008. Rechtsethnologie Moore, Sally Falk (ed.), Law and Anthropology. A Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2005. Verwandtschaft Parkin, Robert and Linda Stone (ed.), Kinship and Family. An Anthropological Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2004. Feldforschung Robben, Antonius C.G.M and Jeffrey A. Shuka (ed.), Ethnographic Fieldwork. An Anthropological Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2011. Politikethnologie Vincent, Joan (ed.), The Anthropology of Politics. A Reader in Ethnography, Theory, and Critique. Oxford: Blackwell 2002. Sharma, Aradhana and Gupta, Akhil (eds.), The anthropology of the state. Oxford: Blackwell 2009. Nancy Scheper-Hughes (ed.), Violence in war and peace. Oxford: Blackwell 2003. Geschichte ethnologischer Theorien Bohannan, Paul and Mark Glazer (ed.), High Points in Anthropology. New York: Knopf 1988. Moore, Henrietta L. (ed.), Anthropological Theory Today. Cambridge, Oxford, Malden: Polity Press & Blackwell 1999. Wirtschaftsethnologie Plattner, Steward (ed.), Economic Anthropology. Stanford: Stanford University Press 1989. Shanin, Theodor (ed.), 1989 Peasants and peasant societies. Middlesex: Penguin 1989. Dove, Michael and Carpenter, Carol (eds.), Environmental anthropology. Oxford: Blackwell 2008. 16 Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mo., 14:15 - 16:00, ab 17.09.2018 FRO, 3.B58 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Die Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" vermittelt einen Überblick über das Fach und das Studium der Ethnologie. Dabei geht es sowohl um wissenschaftliche Arbeitstechniken als auch um zentrale Fragestellungen, Begriffe, Themenbereiche, aber auch Geschichte und Methoden des Faches. "Kultur" und "Ethnie" etwa sind für die Ethnologie zentrale und umstrittene Konzepte, die in der Vorlesung erläutert werden. Außerdem werden die empirische Methode der ethnologischen Feldforschung und die dabei angewandten Verfahren der Datenerhebung vorgestellt. Nur wer Grundkenntnisse der empirischen Methoden hat, kann die Ergebnisse ethnologischer Forschungen nachvollziehen und bewerten. Die wichtigsten thematischen Bereiche der Ethnologie – Religion, Verwandtschaft/soziale Organisation, Politik und Wirtschaft – werden einführend vorgestellt und dabei gleichzeitig erste Einblicke in Theorien der Ethnologie vermittelt. Ein solcher Überblick dient der ersten Orientierung. Er hilft, weiterführende Informationen und Kenntnisse aus vertiefenden Seminaren in einen größeren Rahmen einzuordnen und dadurch besser zu verstehen. Während des Semesters werden kurze schriftliche Aufgaben gestellt. Deren Lösung und termingerechte Abgabe sowie die Klausur am Endes des Semesters sind Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme. Unterrichtsmaterial, Texte und Illustrationen sowie ein Online-Forum sind auf OLAT bereitgestellt. Die Selbstorganisation eines begleitenden Lektürekurses, für den Social Credit Points vergeben werden, ist möglich. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Vorlesung Einführung in die Ethnologie Vorlesung im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Benotete Prüfung (3 Cr) Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Hinweise: Eventuell wird ein begleitendes Tutorat stattfinden Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Literatur NEU: Bettina Beer, Hans Fischer und Julia Pauli, Hg. 2017: Ethnologie. Einführung in die Erforschung kultureller Vielfalt. Berlin: Dietrich Reimer Verlag. 17 Geschichte der Ethnologie: Paradigmas und Kontexte I Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Di., 10:15 - 12:00, ab 18.09.2018 FRO, HS 3 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Mit dieser Vorlesung beginnt ein zweisemestriger Zyklus, der einen Überblick über die in der Ethnologie gängigen Theorien der Gesellschaft vermitteln soll. Im Herbstsemester werden die Ethnologie der Aufklärungszeit (des 18. Jh.), klassische sowie neuere Spielformen des Evolutionismus und des Historischen Materialismus im 19. und 20. Jh., sowie Kulturgeschichte und Diffusionismus der ersten Hälfte des 20. Jh. behandelt. Es soll bei der Diskussion dieser Denkschulen ein Mittelweg zwischen einer paradigmatisch orientierten und einer chronologischen Darstellungsform beschritten werden. Die grundlegenden Elemente dieser Denkschulen (Grundbegriffe und Haupthemen, Erklärungsmodalitäten etc.) werden ebenso berücksichtigt wie die kulturell-historischen Kontexte, in denen diese Denkansätze ihre Wirksamkeit entwickelt haben. Das Seminar richtet sich an BA- und MA-Studierende. Abschlussform: kurze schriftliche Prüfung am Ende des Semesters, 3CP Es werden zu den einzelnen Blöcken jeweils Handouts auf Olat zur Verfügung gestellt. Es besteht die Möglichkeit, in einer studentischen Arbeitsgruppe Literatur zu diskutieren und schriftlich zu protokollieren und dafür Social Credits zu erhalten. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Vorlesung Einführung in Bereiche der Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Benotete Prüfung (3 Cr) Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch Literatur Einen allgemeinen Überblick über die Theoriengeschichte vermitteln: Barnard, Alan (2000) History and Theory in Anthropology. Cambridge: Cambridge University Press. Eriksen, Thomas (2001) History of Anthropology. In: Smelser, Neil/ Baltes, Paul (eds.) International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences (pp. 523–529). Oxford: Elsevier. Harris, Marvin (2000) The Rise of Anthropological Theory. New York: Altamira. Layton, Robert (1998) An Introduction to Theory in Anthropology. Cambridge: Cambridge University Press. Petermann, Werner (2004) Die Geschichte der Ethnologie. Wuppertal: Peter Hammer Verlag. 18 Ehe und Elternschaft: Wandel und Kontinuität im heutigen Afrika Dozent/in: Laura Katharina Preissler, M.A. Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi., 10:15 - 12:00, ab 19.09.2018 FRO, 1.B05 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Das Seminar beschäftigt sich mit der Vielfalt afrikanischer Verwandtschaftsbeziehungen, die als „Familie“ bezeichnet werden können. Ein Schwerpunkt liegt auf Ehe und Elternschaft, die wir anhand verschiedener ethnographischer Fallstudien diskutieren werden. Die Frage nach Wandel und Kontinuität im Kontext von Migration und Globalisierung wird uns dabei besonders beschäftigen. Eheliche Beziehungen nehmen in afrikanischen Kulturen vielfältige Formen an und trotz des sich verbreitenden Ideals der Liebesheirat, haben Polygynie oder Gynaegamie (Frauenheirat) nicht an Bedeutung verloren. Die Wahl der Heiratspartner, Praktiken was Brautpreiszahlungen angehen oder die Art wie Ehen gelebt werden, wandeln sich jedoch aufgrund der Einführung der Geldwirtschaft sowie zunehmender Urbanisierung und transnationaler Migration. Ein weiterer Grund für Veränderungen von Familien, ganz besonders was die Versorgung von Kindern betrifft, ist HIV/AIDS. Der HIV-Status spielt ebenfalls eine grosse Rolle in Liebesbeziehungen, denn HIV-Tests werden nicht nur genutzt, um eine Infektion auszuschliessen, sondern auch um dem/der PartnerIn Treue oder Sittsamkeit zu beweisen. Auch das Aufziehen von Kindern ist ein sich wandelnder aber nach wie vor wichtiger Bestandteil des Erwachsenenwerdens. Eine Vielzahl ethnographischer Studien dokumentieren die negativen Konsequenzen von Kinderlosigkeit in afrikanischen Gesellschaften. Die voranschreitende Globalisierung der Reproduktionstechnologien bedeutet jedoch, dass heute auch unfruchtbare Paare in Afrika von diesen Gebrauch machen können, um Eltern zu werden. Folgende Fragen können im Seminar behandelt werden: Wie werden transnationale Ehen zwischen senegalesischen Migranten in Europa und ihren Frauen in der „Heimat“ geschlossen und gelebt? Welche Gründe für Kindspflegschaft gibt es in Benin? Wie verstehen Leihmütter in Mali das Verhältnis zu dem Kind, das sie für die Wunscheltern austragen? Wie gehen stillende Mütter in Malawi mit dem Risiko einer Ansteckung ihres Kindes mit HIV um und inwiefern haben sich Konzepte von Muttermilch und Mutterschaft in diesem Zusammenhang verändert? Voraussetzungen: Bereitschaft englische Texte zu lesen, aktive Teilnahme. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Proseminar Ethnographie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: laura.preissler@unilu.ch Hinweise: English-speaking students are welcome to attend the course as well. Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur: · Alber, Erdmute (2014): Soziale Elternschaft im Wandel: Kindheit, Verwandtschaft und Zughörigkeit in Westafrika, Berlin: Reimer. · Conroy, Amy (2014): ‘It means there is doubt in the house’: perceptions and experiences of HIV testing in rural Malawi, Cult, Health, Sex, Vol.16(4), S. 397-411. · Hannaford, Dinah (2017): Marriage Without Borders: Transnational Spouses in Neoliberal Senegal, Philadelphia: University of Pennsylvania Press. · Hörbst Viola (2006): Infertility and In-vitro Fertilization in Bamako, Mali: Women's Experience, Avenues for Solution and Social Contexts Impacting on Gynaecological Consultations, Curare, Vol. 29, S. 35-46. · Porter , Karen A. (2004): "Marriage Is Trouble". An Analysis of Kinship, Gender Identity, and Sociocultural Change in Rural Tanzania, Anthropos, Bd. 99, H. 1, S. 3-13. 19 Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi., 08:15 - 10:00, ab 19.09.2018 FRO, 3.B01 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In diesem einführenden Proseminar (für Studierende der Ethnologie obligatorisch) wird auf der Basis eines Lehrbuchs und einer Reihe ausgewählter Filme ein Einblick in die zentralen Themenbereiche und Grundbegriffe des Fachs gegeben. Anhand einer Auswahl ethnographischer Beispiele aus aller Welt wird die Vielfalt und Breite des Fachs veranschaulicht und kulturelle Phänomene jeweils auch im Vergleich zur eigenen Gesellschaft diskutiert. Es werden klassische Themengebiete (Strukturen des sozialen Zusammenlebens, Verwandtschaft und Gender, politische und wirtschaftliche Organisation, Kosmologie, Ritual, etc.), Grundbegriffe (Reziprozität, Symbolismus, Habitus etc.), sowie aktuelle Themen und Debatten der Ethnologie behandelt. Das Proseminar ergänzt die Vorlesung zur Einführung in die Ethnologie und kann parallel dazu oder zur Vor- oder Nachbereitung besucht werden. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Proseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: werner.egli@unilu.ch Das Lehrbuch wird zu Beginn der Veranstaltung auf OLAT zur Verfügung gestellt. From plantation workers to wall street traders: anthropological perspectives on global capitalism Dozent/in: Willem Edward Church, MA Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Di., 12:15 - 14:00, ab 18.09.2018 FRO, 4.B01 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: The intricate web of production and consumption that constitutes capitalism is more extensive now than ever before. Remote villagers in Oceania, South America, Asia and Africa incorporate the products of capitalism into their daily lives from axes and Coca-Cola to cars and smart phones. These entanglements link them to manufacturing processes they can scarcely imagine, much less control. At the same time, villagers are incorporated into capitalist production as the state and capital invest in their lands, timber, mineral resources and labour. How do these processes inflect patterns of cultural difference? Can local ways of life shape or “domesticate” capitalist practices? Or will local cultural variety disappear as the pursuit of profit enter more and more life-worlds? What role do new patterns of inequality have in reshaping local relations? This course will address these and related questions using theoretical and ethnographic resources. By considering the cross-cultural breadth and historical depth of capitalism, from 18th century British mercantilists to sweat-shop workers in contemporary Sri Lanka, we will explore how really-existing capitalism works “on the ground”. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Proseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: willemedward.church@unilu.ch Literatur: Fulcher, James. 2015. Capitalism: A Very Short Introduction. 2nd edition.Oxford University Press:Oxford 20 Politik- und Rechtsethnologie. Eine Einführung anhand von Filmen Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi., 14:15 - 16:00, ab 19.09.2018 FRO, HS 11 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Diese Einfu¨hrungsveranstaltung bietet einen Überblick über klassische und aktuelle Themenbereiche und Fragestellungen der Ethnologie von Politik und Recht. Anhand von sieben Filmen werden Themen wie Konflikte und Konfliktbeilegung, Autorität und Macht, Krieg und Frieden, Staat und indigene Völker präsentiert. Parallel dazu sollen Texte vorgestellt und vor dem Hintergrund der Filme diskutiert werden. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch Als Basisliteratur und Einführung in die Politikethnologie eignet sich: Spencer, J. (2004) Political Anthropology. In: Smelser, Neil/ Baltes, Paul (eds.) International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences (pp. 11621–11631). Oxford: Elsevier. Merry, S. E. (2004) Law: Anthropological Aspects. In: Smelser, Neil/ Baltes, Paul (eds.) International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences (pp. 8489–8492). Oxford: Elsevier. Lewellen, Ted (2003) Political Anthropology: An Introduction. 3rd Edition. Westport und London: Praeger. (verfügbar auf Olat) Kurtz, Donald (2001) Political Anthropology: Power and Paradigms. Boulder: Westview Press. Forschungskolloquium Dozent/in: Dr. phil. Anika König Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi., 16:15 - 18:00, ab 19.09.2018 FRO, 3.B48 Studienstufe: Bachelor / Master / Doktorat Veranstaltungsart: Kolloquium Inhalt: The colloquium presents current on-going research of department members and invited guest speakers on a range of themes and problems. Students are highly encouraged to participate (and receive 2 credit points for this). They may also set-up reading groups, where selected texts are analyzed and discussed for which they receive additional 2 social competency points. Im Kolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen und Problemen aus ihren laufenden Forschungen berichten. Studierende können am Kolloquium teilnehmen und bei regelmäßiger Teilnahme sowie aktiver Vorbereitung 2 CP erhalten. Gründen Studierende eine Lektüregruppe, in der sie jeweils einen ausgewählten Text der Vortragenden lesen und diskutieren, können außerdem 2 Sozialkompetenzpunkte vergeben werden Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (2 Cr) Kontakt: anika.koenig@doz.unilu.ch Hörer/innen: Offen für Hörer/innen 21 Polyreligiosität im Sozialismus Dozent/in: Dr. phil. Angelica Wehrli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Do., 12:15 - 14:00, ab 20.09.2018 FRO, 1.B05 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Gemeinhin wird der Sozialismus nicht mit einer Vielfalt von Religion in Verbindung gebracht. Vielmehr tritt wohl das bekannte Diktum von Karl Marx in Erinnerung, wonach Religion "Opium des Volkes" sei und somit Religion in einer sozialistischen Gesellschaft keinen Platz einnehmen dürfe. Die Staatsdoktrin zahlreicher sozialistischer Staaten beinhaltete den offiziell proklamierten Atheismus, der zuweilen mit einer konsequenten Unterdrückung von religiösen Aktivitäten und Bewegungen einherging. Der Zusammenbruch des Ostblocks im Jahr 1989 ging jedoch nicht nur in ökonomischer und sozialer, sondern auch in religiöser Hinsicht mit Öffnungen einher. In diesem Proseminar werden wir uns einigen der letzten offiziell, sozialistischen Staaten widmen und die Polyreligiosität im Sozialismus exemplarisch anhand von Kuba und Venezuela analysieren. Welche Religionen werden zurzeit in Kuba und Venezuela praktiziert und weshalb schenken zahlreiche Personen mehreren Religionen gleichzeitig Glauben? Inwiefern kann von "Synkretismus" gesprochen werden? Wie hat sich das Verhältnis zwischen Staat und Religion seit dem Beginn der kubanischen Revolution im Jahre 1959 entwickelt? Mit diesen und weiteren Fragen werden wir uns im Rahmen dieses Seminars detailliert auseinander setzen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Proseminar im Bereich Religionsgeschichte Proseminar im Bereich Systematische Religionswissenschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: angelica.wehrli@unilu.ch Eine Literaturliste zu den einzelnen Themen sowie zu den Sitzungen wird am Anfang des Seminars elektronisch bereitgestellt. Als Einstimmung eignen sich folgende Texte: Barnet, Miguel 2000: Afrokubanische Kulte. Frankfurt am Main: Suhrkamp; Durkheim, Emile 1994 (1915): Die elementaren Formen des religiösen Lebens. Frankfurt: Suhrkamp; Lienhard, Martin 2001: Afro-kubanische Oralität und ihre Darstellung in ethnologischen und literarischen Texten. In: Ette, Ottmar und Martin Franzbach (Hg.): Kuba Heute. Politik. Wirtschaft, Kultur. Frankfurt am Main: Vervuert. 393-409 oder Matibag, Eugenio 1997: Ifá and Interpretation. An Afro-Caribbean Literary Practice. In: Fernández Olmos, Margarite and Lizabeth Paravisini-Gebert (eds.): Sacred Possessions. Vodou, Santería, Obeah, and the Caribbean. New Brunswick etc.: Rutgers University Press. 151-170. 22 Von Neufundland über Nunavut nach Grönland, Island und Lappland - Kulturen und Gesellschaften des Nord-Atlantik zwischen Klimawandel, wirtschaftlicher Entwicklung und indigener Selbstbehauptung Dozent/in: Julius Riese, M.A. Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Blockseminar: Do., 20.09.2018, 10:15 - 16:00 FRO, 4.B55 Fr., 21.09.2018, 08:15 - 15:00 FRO, 4.B54 Do., 25.10.2018, 08:15 - 15:00 Fr., 26.10.2018, 08:15 - 15:00 FRO, 3.A05 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Von den Indianern der Ostküste Nordamerikas über die Inuit im kanadischen Nunavut und auf Grönland (Kalaallit Nunaat) bis zu den Samen in Lappland (Sápmi) säumen vielfältige indigene Kulturen und Gesellschaften die Küsten des Nord-Atlantik. Trotz ihrer grossen sozio-kulturellen Vielfalt teilen sie gemeinsame Herausforderungen: Die weitreichenden Folgen des rapiden Klimawandels in der Region, Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen wirtschaftlichen Wachstums sowie das Streben nach politischer und kultureller Selbstbestimmung. In einem transdisziplinären Seminar, das die Neue Welt mit der Alten Welt, die ethnohistorische Vergangenheit mit der ethnographischen Gegenwart und der Zukunft verbindet, gehen wir diesen Themen nach. Wir unternehmen dazu eine Reise entlang der Küsten und Inseln des Nord-Atlantik: Wir starten in Neufundland (Newfoundland), wo Europäer (Wikinger) 500 Jahre vor Kolumbus zum ersten Mal auf indigene amerikanische Populationen trafen. Über das autonome kanadische Inuit- Territorium Nunavut und das nach vollständiger staatlicher Unabhängigkeit strebende Grönland/Kalaallit Nunaat gelangen wir nach Island: Die von der globalen Finanzkrise gebeutelte Insel orientiert sich immer stärker zum Tourismus – ähnlich wie die kleinen Gesellschaften der Färöer, Shetland und Orkney nördlich der britischen Inseln. Schliesslich begeben wir uns zu den Samen im nördlichen Skandinavien – dem „letzte[n] indigene[n] Volk Europas“ (Roth 2018). Auf unserem Weg hinterfragen wir das Verhältnis von aussereuropäischer Ethnologie und „Europäischer Ethnologie“, diskutieren die Verbindung von Archäologie und Geschichte zur Ethnographie und reflektieren kritisch Bezeichnungen wie „indigen“, „Volk“, „Kultur“ und „Nation“. Im Zentrum des Seminars steht aber die Suche nordatlantischer Kulturen und Gesellschaften nach einer ökologisch und gesamtgesellschaftlich nachhaltigen Entwicklung im Spannungsfeld zwischen Klima- und Umweltwandel, ökologischen Problemen, wirtschaftlichen Herausforderungen sowie kultureller und politischer Selbstbestimmung in einer globalisierten Welt. Voraussetzungen: Keine. Die Veranstaltung wird vom Ethnologischen Seminar angeboten, ist aber offen für Studierende aller Fachrichtungen. English-speaking students are invited to join the course, too. They are welcome to make all their contributions in English. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: 14-tägig Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Proseminar Ethnographie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: julius.riese@doz.unilu.ch Hinweise: Alle Studierenden sind eingeladen, Seminararbeiten zu schreiben sowie diese in Hinblick auf eigene Forschungsprojekte, Feldforschungspraktika weiterzuentwickeln. Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Literatur Curran, Peter 2017. Spirit of the Midnight Sun. London: BBC. Dugmore, Andrew J., Christian Keller, Thomas H. McGovern 2007. Norse Greenland Settlement: Reflections on Climate Change, Trade, and the Contrasting Fates of Human Settlements in the North Atlantic Islands. Arctic Anthropology 44 (1): 12-36. 23 Dugmore, Andrew J., Thomas H. McGovern, Orri Vésteinsson, Jette Arneborg, Richard Streeter, Christian Keller 2012. Cultural adaptation, compounding vulnerabilities and conjunctures in Norse Greenland. PNAS 109 (10): 3658-3663. Durrenberger, E. Paul & Gisli Palsson (eds.) 2015. Gambling Debt: Iceland’s Rise and Fall in the Global Economy. Boulder: University Press of Colorado. Egede, Hans [1737, 1741] 1986. Die Heiden im Eis. Als Forscher und Missionar in Grönland 1721-1736. Nach den dänischen Originalen übertragen und herausgegeben von Heinz Barüske. Stuttgart und Wien: Thienemann, Edition Erdmann Gérin-Lajoie, José, Alain Cuerrier, Laura Siegwart Collier (eds.) 2016. “The Caribou Taste Different Now”. Inuit Elders Observe Climate Change. Iqaluit: Nunavut Arctic College Media. Hastrup, Kirsten 2016. A history of climate change: Inughuit responses to changing ice conditions in North-West Greenland. Climatic Change DOI: 10.1007/s10584-016-1628-y, published online: 19 February 2016. Larsen, Joan Nymand, Oleg A. Anisimov, Andrew Constable, Anne B. Hollowed, Nancy Maynard, Pål Prestrud, Terry D. Prowse, John M. R. Stone 2014. Polar regions. In: V. R. Barros, C. B. Field, D. J. Dokken, M. D. Mastrandrea, K. J. Mach, T. E. Bilir, M. Chatterjee, K. L. Ebi, Y. O. Estrada, R. C. Genova, B. Girma, E. S. Kissel, A. N. Levy, S. MacCracken, P. R. Mastrandrea, and L. L. White (eds.), Climate Change 2014: Impacts, Adaptation, and Vulnerability. Part B: Regional Aspects. Contribution of Working Group II to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge and New York: Cambridge University Press, pp. 1567-1612. Noël, Michel 2003. Native Peoples of Québec. Québec City: Éditions Sylvain Harvey. Patterson, William P., Kristin A. Dietrich, Chris Holmden, John T. Andrews 2010. Two millennia of North Atlantic seasonality and implications for Norse colonies. PNAS 107 (12): 5306-5310. Roth, Jenni 2018. Meine Rentiere. Bei den Samen in Lappland. Köln: Deutschlandfunk (DLF). Simek, Rudolf 2016a. Vinland! Wie die Wikinger Amerika entdeckten. München: Verlag C. H. Beck. Simek, Rudolf 2016b. Die Wikinger. München: Verlag C. H. Beck. 24 Praktische Einführung in die ethnologische Feldforschung Dozent/in: Dr. phil. Anika König Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi., 14:15 - 16:00, ab 19.09.2018 FRO, 4.B02 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Methodisches Seminar Inhalt: Feldforschung ist die zentrale empirische Methode der Ethnologie. Kenntnisse der verwendeten Verfahren und Techniken sind nicht nur zur Planung und Durchführung eigener Forschung Voraussetzung, sondern auch zur Quellenkritik. Nur wer versteht, wie Ethnologen ihre Daten gewinnen, kann die Ergebnisse beurteilen, einordnen und kritisieren. In diesem Seminar werden theoretische Ansätze und praktische Übungen miteinander kombiniert, damit die TeilnehmerInnen lernen, das erarbeitete Wissen direkt anzuwenden. An Beispielen wird die Erhebung, Aufbereitung und Auswertung von Daten geübt. So können auch Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren und die Auswahl der geeigneten Forschungsmethode für unterschiedliche Fragestellungen kennengelernt werden. Durchführung: das Seminar findet wöchentlich statt. In der Woche zwischen den Sitzungen werden jeweils die Texte erarbeitet und die Übungen durchgeführt. Die TeilnehmerInnen dokumentieren ihre Übungen in kurzen schriftlichen Zusammenfassungen, die jeweils zur nächsten Sitzung abgegeben werden müssen. Regelmässige, pünktliche Teilnahme und Durchführung der Aufgaben sind die Voraussetzungen für den Erwerb eines Teilnahmescheins. Für einen Leistungsschein kann eine zusätzliche schriftliche Aufgabe eingereicht werden. Voraussetzungen: TeilnehmerInnen studieren in der Masterphase oder höher. Auch Bachelor- Studierende, die eine eigene empirische Arbeit planen, können teilnehmen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Methodenseminar in Ethnologie (BA) Profilierungsbereich Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: anika.koenig@doz.unilu.ch Hinweise: Prüfungsmodus: Durchführung von Übungen und deren Zusammenstellung am Ende des Semesters zu einem Lernportfolio (4 CP). Bitte melden Sie sich auch auf OLAT für den Kurs an. Literatur Pflichtlektüre: Bettina Beer (Hg.), 2008: Methoden ethnologischer Feldforschung. (Überarbeitete und erweiterte 2. Auflage). Berlin: Reimer. Das Buch kann bei Angabe der Lehrveranstaltung vergünstigt mit Hörerschein beim Studiladen gekauft werden. Weitere Literatur steht im Semesterapparat der Präsenzbibliothek. 25 Bauern weltweit: Haushalt, Acker, Markt Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi., 10:15 - 12:00, ab 19.09.2018 FRO, 3.B47 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Das Seminar beschäftigt sich mit Themen, Modellen und Theorien, welche die Ethnologie zur Analyse von kleinbäuerlichen Lebens- und Produktionsverhältnissen entwickelt hat. Kleinbauern machen immer noch einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung in weniger industrialisierten Ländern aus. Das Seminar stellt verschiedene Modelle von Produktionsstrategien bäuerlicher Haushalte zur Diskussion. Die Ausstattung kleinbäuerlicher Haushalte mit Land, Kapital und Arbeitskräften wird ebenso diskutiert wie die demographische Dimension der Kleinfamilien bzw. Reproduktionsstrategien bäuerlicher Haushalte. Als nächstes kommen Eigentumsverhältnisse und die Modalität der Landnutzung zur Sprache, die anhand der ”Tragödie der Allmende” (Hardin) diskutiert werden sollen. Daran schliesst sich die Diskussion des Zusammenhangs zwischen Bevölkerungswachstum und Produktionsintensivierung an. Es folgen Texte zu Subsistenz- und Marktproduktion, zu Bauernmärkten und zur Marktintegration von Bauern. Den Abschluss des Seminars bildet die Diskussion um die These des rationalen Bauern versus jene der bäuerlichen Moralökonomie. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Wirtschaft und Ökologie Hauptseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Hauptseminar in Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch Allgemeine Einführungsliteratur Ellis, Frank (2003) Peasant economics. Cambridge: Cambridge University Press. Netting, Robert (1993) Smallholders, householders. Stanford: Stanford University Press. Gudeman, Stephen (2001) The Anthropology of Economy: Community, Market, and Culture. Oxford: Blackwell. 26 Gender: Konzepte und Theorien in den Sozialwissenschaften Dozent/in: Dr. phil. Angelica Wehrli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Do., 10:15 - 12:00, ab 20.09.2018 FRO, 1.B05 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: In diesem Seminar werden wir uns mit der relevanten und zuweilen höchst divers diskutieren Kategorie Gender auseinandersetzen. Dabei werden wir uns verschiedenen Konzepten und theoretischen Ansätzen widmen und dabei ergründen, wie die Kategorie Gender definiert und verstanden werden kann. Ferner werden wir der Frage nachgehen, weshalb Gender sowohl in sozialwissenschaftlichen Forschungen als auch im Alltag omnipräsent ist. Ein besonderes Augenmerk werden wir dabei auf sozialanthropologische Forschungen legen. Bereits im Jahr 1949 sorgte die These von Simone de Beauvoir für Aufsehen, wonach man nicht als Frau geboren wird, sondern zur Frau werde („on ne naît pas femme, on le devient“) [de Beauvoir 1949]. Jahrzehnte danach wurde der Begriff Gender populär und verwies darauf, dass Geschlecht sozial konstruiert wird. Dabei wurde zwischen dem biologischen Geschlecht „sex“ und dem sozial und kulturell konstruierten Geschlecht „gender“ unterschieden. Diese Unterscheidung zwischen „sex“ und „gender“ wurde in den 1990er Jahren durch Judith Butler kritisiert, indem Butler hinterfragte, ob nicht auch das biologische Geschlecht („sex“) kulturell geprägt sei. Anhand dieser Überlegungen wird deutlich, wie kontrovers die Debatte um Gender in den Sozialwissenschaften ist. In diesem Seminar werden wir des Weiteren anhand von praktischen Beispielen analysieren, wie Forschende das Konzept Gender in ihren Forschungen verwenden. Audiovisuelle Medien werden in diesem Seminar ebenfalls Verwendung finden. Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit anhand eigener Recherchen und in Absprache weiterführende on-line und offline Materialien beizuziehen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Politik und Recht Hauptseminar in Ethnologie Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: angelica.wehrli@unilu.ch Literatur Eine Literaturliste zu den einzelnen Themen sowie zu den Sitzungen wird am Anfang des Seminars elektronisch bereitgestellt. Zur Einstimmung und Vorbereitung auf das Thema eignen sich folgende Quelle: Beauvoir, Simone de 2001 [1949]: Le deuxième sexe. [Paris]: Gallimard. Butler, Judith 1999 [1990]: Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity. New York: Routledge 27 Historische Anthropologie Dozent/in: Dr. phil. Joachim Görlich Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Di., 16:15 - 18:00, ab 18.09.2018 FRO, 4.B51 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: m Unterschied zur traditionellen, stark westlich geprägten Kolonialgeschichte begreift die Historische Anthropologie den "colonial encounter" als eine Auseinandersetzung und Verhandlung vielfältig perspektivierter, kultureller Interaktionen. In der Veranstaltung sollen einige ihrer zentralen theoretischen Fragestellungen und Methoden anhand von Fallbeispielen aus Afrika, Mittelamerika, Ozeanien und Südostasien dargelegt werden. Folgende Themen stehen im Mittelpunkt: der strukturhistorische Ansatz von M. Sahlins und dessen Kritik (G. Obeyesekere); die Politik der Tradition (Konstruktion und Objektivierung); Mimesis, Aneignung und Hybridisierung beim kolonialen Transformationsprozess; das Konzept der "Modernität(en)" im kolonialen Diskurs; Transformationen des Personenkonzeptes; Ausübung kolonialer Dominanz durch kulturelle Repräsentation (Gouvernementalität und Ethnographie des Archivs). Ziel der Veranstaltung ist es den Austausch zwischen Geschichte und Ethnologie zu stärken. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Neuzeit Hauptseminar in Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Geschichte BA Weitere Studienleistungen im Fach Geschichte MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft und Weltpolitik Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: joachim.goerlich@unilu.ch Hörer/innen: Offen für Hörer/innen Literatur Baud, M. 1997 Imaging the other: Michael Taussig on mimesis, colonialism and identity. Critique of Anthropology 17: 103-112. Cooper, F. 2005 Colonialism in question. Theory, knowledge, history. Berkeley: University of California Press. Sahlins, M. 1986 Der Tod des Kapitän Cook. Geschichte als Metapher und Mythos als Wirklichkeit in der Frühgeschichte des Königreiches Hawaii. Berlin: Wagenbach. Stoler, A. L. 2009 Along the archival grain. Epistemic anxieties and colonial common sense. Princeton: Princeton University Press.. Thomas, N. 1992 The inversion of tradition. American Ethnologist 19: 213-232. 28 Ressourcenfluch in Südostasien und im Pazifik Dozent/in: Dr. des. Tobias Schwörer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Di., 14:15 - 16:00, ab 18.09.2018 FRO, 4.B51 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Mit dem Begriff Ressourcenfluch kennzeichnet man das Paradox, dass in gewissen Ländern des globalen Südens trotz grossen Reichtums an natürlichen Ressourcen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung kaum vom Fleck kommt. Ressourcenreichtum führt dabei laut vielen Ökonomen und Sozialwissenschaftlern nicht nur zu wirtschaftlicher Fehlentwicklung, Exportabhängigkeit und Verschuldung, sondern auch zu grassierender Korruption, politischer Instabilität, bis hin zu bewaffneten Konflikten um diese Ressourcen. Der Abbau von Ressourcen ist zudem oft mit grossflächigen Umweltzerstörungen verbunden, welche insbesondere die ärmeren Schichten der Bevölkerung hart trifft. Während die Forschung bislang sich vor allem auf Afrika und Lateinamerika konzentriert hat, wollen wir in diesem regional ausgerichteten Seminar diese Zusammenhänge am Beispiel von Südostasien und dem Pazifikraum untersuchen. Nebst der Öl- und Gasförderung sowie den Bergbau, beispielsweise in Papua-Neuguinea oder auf den Philippinen, werden wir auch weitere Formen des Raubbaus an natürlichen Ressourcen thematisieren, so etwa den grossflächigen Holzschlag in Malaysia, die Anlage von Palmölplantagen in Indonesien oder Kautschukplantagen in Kambodscha. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen untersuchen wir somit aus einer ethnologischen Perspektive die vielfältigen wirtschaftlichen, ökologischen, politischen, sozialen wie kulturellen Auswirkungen des Ressourcenabbaus in diesen Ländern. Gleichzeitig analysieren wir die unterschiedlichen Beziehungen zwischen lokalen Gemeinschaften, transnationale Firmen und staatlicher Verwaltung, welche beim Abbau von Ressourcen zu Trage kommen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Wirtschaft und Ökologie Hauptseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Hauptseminar in Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft und Weltpolitik Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: tobias.schwoerer@doz.unilu.ch 29 Schamanismus – traditionelle und zeitgenössische Formen und ihre theo-retische Interpretation Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mo., 12:15 - 14:00, ab 17.09.2018 FRO, 4.B47 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Das Phänomen des Schamanismus – dem man in Gesellschaften von Sammlerinnen & Jägern ebenso begegnet wie in post-sozialistischen Staaten, bei Bergbauern in Nepal ebenso wie in europäischen Grossstädten – wurde in ethnologischer Perspektive mit unterschiedlichen Schwerpunkten untersucht: mit Fokus auf die Person des Schamanen, seine Funktionen, Tätigkeiten und Bewusstseinszustände; mit Fokus auf die kulturelle Ideologie (Symbolsystem, Kosmologie) und mit Fokus auf die rituelle Praxis. Im ersten Teil des Seminars erarbeiten wir uns einen Überblick über die ersten beiden Schwerpunkte, die auch den Beginn der wissenschaftlichen Schamanismusforschung bei ihrer Auseinandersetzung mit dem sibirischen Schamanismus kennzeichnen. Im zweiten Teil der Veranstaltung beschäftigen wir uns mit dem schamanischen Ritual in seinem weiteren gesellschaftlichen Kontext, sowie mit verschiedenen theoretischen Interpretationen dieser rituellen Praxis (Heilverfahren, Psychotherapie, Rollenspiel, rechtliche Mediation, Identitätskonstruktion u.a.m.). Im dritten Teil des Seminars werden wir uns dann mit Fallbeispielen schamanischer Rituale befassen, um die Relevanz dieser Interpretationen zu prüfen. Dabei werden wir uns auf ethnographisch gut dokumentierte Beispiele aus Asien beschränken (Mongolei, Nepal, Tibet, China, Indonesien). Besondere Beachtung werden wir Südkorea schenken, wo der Staat Ende der 1990er Jahren u.a. mit einer Wiederbelebung des Schamanismus auf die Wirtschaftskrise reagiert hat und wo der Schamanismus interessante Verbindungen mit dem charismatischen Christentum und dem emanzipatorischen Feminismus eingegangen ist. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Systematische Religionswissenschaft Hauptseminar in Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft BA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: werner.egli@unilu.ch Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Jane Atkinson, Shamanisms Today, Annual Review of Anthropology 21, 1992: 307-330 (https://de.scribd.com/document/91275865/Shaman-Isms-Today-Atkinson); Thomas DuBois, Trends in Contemporary Research on Shamanism, Numen 58, 2011: 100–128 (http://tadubois.com/varying-course-materials/shamanism_352/Contemporary_Research_on_Shamanism.pdf); Michael Oppitz über Schamanismus (Video, SRF-Sternstunden, 2008) (https://www.youtube.com/watch?v=W3jQ_ZqR_WQ). 30 Mythos – Tropen – wildes Denken: Lévi-Strauss lesen Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Prof. Dr. phil. Christiane Schildknecht Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi., 12:15 - 14:00, ab 19.09.2018 FRO, 3.B55 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Masterseminar Inhalt: „Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende. Trotzdem stehe ich im Begriff über meine Expeditionen zu berichten.“...“Was uns die Reisen in erster Linie zeigen, ist der Schmutz, mit dem wir das Antlitz der Menschheit besudelt haben.“ (Aus: Tristes Tropiques 1955) „Traurige Tropen“, aus denen dieses Zitat stammt, ist sicher das bekannteste Werk des französischen Philosophen und Ethnologen Claude Lévi-Strauss. Seine Publikationen zur „Strukturalen Anthropologie“, dem „wilden Denken“ (La pensée sauvage mit dem ersten Kapitel zur „konkreten Wissenschaft“), zur Mythologie, Verwandtschaft und sozialen Organisation hatten großen Einfluss auf die Geistes- und Sozialwissenschaften des 20. Jahrhunderts. Vor allem seine Annahme, dass Denken und Sprache auf denselben Grundlagen beruhen, wirkte sich auf die Geisteswissenschaften aus. Häufig wird Lévi-Strauss als einer der Begründer des anthropologischen Strukturalismus bezeichnet, was er selbst von sich wies. Die Breite seiner Ausbildung und seine vielseitigen Forschungsinteressen haben das Werk für ganz verschiedene Disziplinen zu einem wichtigen Bezugspunkt gemacht. In diesem Lektürekurs erschließen wir uns seine Texte systematisch, gehen deren Einfluss nach und diskutieren spätere Kritik. Alle zentralen Texte sind in deutscher Übersetzung erschienen und auch als Taschenbuch erhältlich. Themen: Das Fremde: Reisen und forschen Sprache und Symbole Inzest Heirat und Verwandtschaft Totemismus Konkretes und abstraktes Denken Mythos und Methode Politik und Wissenschaft Kritik an Lévi-Strauss Werk Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie MA Freie Studienleistungen Philosophie BA Freie Studienleistungen Philosophie MA Hauptseminar im Bereich Theoretische Philosophie Masterseminar in Ethnologie Masterseminar in Kulturwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Philosophie BA Weitere Studienleistungen im Fach Philosophie MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft und Weltpolitik Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: bettina.beer@unilu.ch / christiane.schildknecht@unilu.ch Hinweise: Dieses Seminar ist ausdrücklich für fortgeschrittene BA-Studierende geöffnet und kann in der Philosophie entsprechend als Hauptseminar angerechnet werden. Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Zur Einführung: Claude Lévi-Strauss: Mythos und Bedeutung. Vorträge, Frankfurt/Main: edition suhrkamp 1027, 1980. 31 Staat und Familie: Recht, Praxis und Ideale im Vergleich Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Prof. Dr. iur. Martina Caroni, LL.M. Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Di., 18:15 - 20:00, ab 18.09.2018 FRO, 4.B47 Studienstufe: Bachelor / Master / Doktorat Veranstaltungsart: Ringveranstaltung Inhalt: Die Beziehung zwischen Staat und Familie hat verschiedene Dimensionen, von religiösen und rechtlichen über politische bis hin zu soziokulturellen. Häufig wird die Familie als „Keimzelle“ des Staates bzw. der Gesellschaft bezeichnet und auch in Formulierungen wie „Vater Staat“ oder „Mutter- /Vaterland“ bedient sich die Sprache über eine höhere soziale Einheit der Familienmetaphorik. In der Schweiz wie in den meisten Nationalstaaten genießen Ehe und Familie besonderen Schutz, und verankern ihn im Grundgesetz oder der Verfassung. Das klingt zunächst einfach, wirft in der Praxis jedoch die Frage auf, was genau unter Familie verstanden wird, wer dazugehört und wie die Beziehung zwischen Staat, Recht und „Familie“ gestaltet ist. Dies wirkt sich zum Beispiel auf das Migrationsrecht (Familiennachzug), Unterhalt und Steuerrecht sowie viele weitere Aspekte des Zusammenlebens aus. Familienformen befinden sich in der Diskussion und damit im Wandel, was sich zum Beispiel bei den Themen der vollständigen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften (Ehe und Adoption) oder an den Konsequenzen neuer Reproduktionstechnologien zeigt. Somit sind rechtliche Grundsätze, kulturelle Ideale und soziale Praxis nicht immer Deckungsgleich. Die daraus entstehenden Spannungsfelder sind Gegenstand der Beiträge dieser interdisziplinären Ringvorlesung, die sich beispielsweise mit Familie und Verwandtschaft in frühen europäischen Staatstheorien, dem angstbesetzten Thema Scheidung in Namibia, und grenzüberschreitender Heiratsmigration befassen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Profilierungsbereich Vorlesung Einführung in Bereiche der Ethnologie Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft und Weltpolitik Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (2 Cr) Kontakt: bettina.beer@unilu.ch / martina.caroni@unilu.ch Hörer/innen: Offen für Hörer/innen 32 Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen Schreibwerkstatt: Wissenschaftliches Schreiben Dozent/in: Katharina Steiner, BA Dr. des. Tobias Brücker Roman Gibel, MA Durchführender Fachbereich: KSF \ Diverse Termine: Wöchentlich Mi., 18:15 - 20:00, ab 19.09.2018 FRO, 3.B47 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Methodisches Seminar Inhalt: Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften sind textintensive Disziplinen. Das Lesen, Verstehen und Schreiben von Texten sind Kernkompetenzen eines solchen Studiums. Dies fällt nicht immer allen gleich leicht. Mit praktischen Übungen und Techniken werden in diesem Kurs die Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens vermittelt. Im Fokus steht das Schreiben von Seminararbeiten: Zunächst wird deshalb die Planung und erste Herangehensweise beim Schreiben einer Seminararbeit thematisiert und praktisch umgesetzt (Themenwahl, BetreuuerInnen, Fragestellung und Exposé). In einem weiteren Schritt werden Aufbau, Inhaltsverzeichnisse und Zitierregeln behandelt. Darüber hinaus bietet der KursHilfestellungen, Tipps und Tricks (mit Techniken wie Mindmaps, 6-Zeiler, Literaturrecherche). Das Seminar ist fächerübergreifend angelegt und begleitet das Schreiben einer eigenen Seminararbeit. D.h.: Die Studierenden suchen eine Betreuungsperson für eine Pro-/Hauptseminararbeit, die sie in ihrem Studium verpflichtend schreiben müssen. In der Schreibwerkstatt werden keine Arbeiten betreut, sondern reale Seminararbeiten begleitend unterstützt. Voraussetzungen: Weil wir das Gelernte unmittelbar umsetzen, wird erwartet, dass die Studierenden bereit sind, während des Kurses eine Seminararbeit zu verfassen (siehe Kursbeschreibung). Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (Referat) (3 Cr) Anmeldung: Eine Anmeldung im Uni Portal ist keine Garantie für die Teilnahme. Übersteigt die Anzahl der Anmeldungen die Zahl der verfügbaren Seminarplätze, werden die Seminarplätze unter den angemeldeten und in der ersten Sitzung anwesenden Studierenden verlost. Begrenzung: 30 Studierende. Studierende der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät haben gegenüber Studierenden anderer Fakultäten den Vortritt. Kontakt: katharina.steiner@unilu.ch / tobias.bruecker@unilu.ch / roman.gibel@unilu.ch Hinweise: Das Seminar richtet sich hauptsächlich an Studiums-AnfängerInnen und Studierende, denen das Aufgleisen und Schreiben von Seminararbeiten Mühe bereitet. Material: Olat-Plattform Literatur · Eco, Umberto (1990): Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt: Doktor-, Diplom- und Magisterarbeiten in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Heidelberg: Müller. (=UTB 1512) · Groebner, Valentin (2012): Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanweisung. Paderborn: Konstanz University Press (Essay). · Kornmeier, Martin (2013): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht. Für Bachelor, Master und Dissertation. 6., aktualisierte Aufl. Stuttgart: UTB (UTB, 3154). · Krämer, Walter (1999): Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? Frankfurt/Main: Campus. · Kruse, Otto (1994): Keine Angst vorm leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. Frankfurt/Main: Campus. · Kruse, Otto (Hg.) (1998): Handbuch Studieren. Von der Einschreibung bis zum Examen. Frankfurt/Main: Campus. · Reiners, Ludwig (2011): Stilfibel. Der sichere Weg zum guten Deutsch. 3. Aufl., ungekürzte Ausg. München: Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv Sachbuch, 34358). . Schneider, Wolf (2001): Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil. 15. Aufl., überarb. Taschenbuchausg. München: Mosaik bei Goldmann 33 Rassen- und Geschlechterpolitik im Licht der Evolution Dozent/in: Prof. Dr. Marianne Sommer Durchführender Fachbereich: KSF \ Kulturwissenschaften Termine: Wöchentlich Mi., 14:15 - 16:00, ab 19.09.2018 FRO, 4.B55 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: In ihrem Buch Darwin’s Sacred Cause (2009) situieren Adrian Desmond und James Moore Darwins Schrift über die Evolution des Menschen im Kontext von Rassentheorien und der Sklaverei. Hat Darwin The Descent of Man (1871) aus seinem Hass gegenüber dem Menschenhandel und dem Polygenismus – der Vorstellung, dass die Rassen auf unterschiedliche Schöpfungen zurückgehen – verfasst? Und inwiefern hängt Darwins Einführung der sexuellen Selektion mit den Geschlechterrollen der Zeit und seinen Erfahrungen mit ‚primitiven’ Kulturen zusammen? Wie ist es möglich, dass sowohl Feministinnen wie Konservative ihre Forderungen auf die sexuelle Selektion stützen konnten? Im Seminar betrachten wir Rassen- und Geschlechterpolitiken in Europa und den Kolonien von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in das frühe 20. Jahrhundert im Licht der aufkommenden Evolutionstheorien. Wie beeinflussen diese die Betrachtungen zur Abstammung und Natur des Menschen und wie zirkulieren evolutionäre Konzepte lokal und global? Voraussetzungen: Keine Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften BA Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften MA Hauptseminar im Bereich Theorie und Geschichte der Kulturwissenschaften Hauptseminar in Wissenschaftsforschung Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Judaistik BA Weitere Studienleistungen im Fach Judaistik MA Weitere Studienleistungen im Fach Wissenschaftsforschung MA Weitere Studienleistungen im Modul Grundlagen der Kulturwissenschaften Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) (4 Cr) Kontakt: marianne.sommer@unilu.ch Hinweise: Die Veranstaltung ist im Major Wissenschaftsforschung anrechenbar für den Schwerpunkt ‘Konzepte’. Material: Olat-Plattform 34 Völkerschauen, Werbung und Sklavenhandel. Debatten zur Kolonialen Schweiz Dozent/in: lic. phil. Lea Pfäffli Durchführender Fachbereich: KSF \ Kulturwissenschaften Termine: Fr., 21.09.2018, 12:15 - 14:00, Fr., 05.10.2018, 12:15 - 14:00, Fr., 09.11.2018, 12:15 - 14:00, Fr., 23.11.2018, 12:15 - 14:00, Fr., 07.12.2018, 12:15 - 14:00, Fr., 21.12.2018, 12:15 - 14:00 FRO, 4.B02 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Die Schweiz hatte niemals Kolonien besessen. Sie hatte keine Soldaten, keine Kolonialbeamten und auch keine Seeflotte. Die Schweiz gilt damit gemeinhin als Land, welches kolonialer Verstrickungen unverdächtig ist. Im Seminar reflektieren wir diese konventionellen Konzepte von Kolonialismus – und fokussieren auf koloniale Redeweisen, Bildregimes und Verflechtungen. Welche Rolle spielen Völkerschauen, wissenschaftliche Sammlungen, Werbung, symbolische Landnahme und Sklavenhandel? Zirkulieren in der Schweiz Vorstellungen über «das Fremde», welche der Stabilisierung eigener Identität dienen? Ausgehend von der Lektüre postkolonialer Theoretiker_innen untersuchen wir Erzählungen und Bilder aus der Schweiz. Wir diskutieren, wie sich die koloniale Rolle der Schweiz fassen lässt – und wie diese Wahrnehmung kollektive Denkweisen und das politische Selbstverständnis des Landes bis heute prägt. Voraussetzungen: Keine Umfang: 1 Semesterwochenstunde Turnus: 14tgl. Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften BA Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften MA Hauptseminar im Bereich Neuzeit Hauptseminar im Bereich Theorie und Geschichte der Kulturwissenschaften Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Geschichte BA Weitere Studienleistungen im Fach Geschichte MA Weitere Studienleistungen im Modul Grundlagen der Kulturwissenschaften Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (Essay oder Referat) (2 Cr) Anmeldung: Um Anmeldung bis am 24.9.18 wird gebeten. Kontakt: lea.pfaeffli@history.gess.ethz.ch Hinweise: Daten siehe Stundenplan Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Material: Olat-Plattform Literatur Hall, Stuart: “The Spectacle of the ‘Other’”, in: Hall, Stuart (Hg.): Representation. Cultural representation and signifying practices, London 1997 (Culture, media and identities), S. 223–290. Mitchell, Timothy: „Die Welt als Ausstellung“, in: Conrad, Sebastian; Randeria, Shalini; Römhild, Regina (Hg.): Jenseits des Eurozentrismus. Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften, Frankfurt am Main 20132, S. 438–466. McClintock, Anne, Imperial leather. Race, gender and sexuality in the colonial contest, New York 1995. Purtschert, Patricia/Lüthi, Barbara/Falk, Francesca (Hrsg.), Postkoloniale Schweiz. Formen und Folgen eines Kolonialismus ohne Kolonien (Postcolonial studies 10), Bielefeld 2012. 35 Sociology of Morality: Good and Evil across the World Dozent/in: Prof. Dr. Gabriel Abend Durchführender Fachbereich: KSF \ Soziologie Termine: Wöchentlich Di., 10:15 - 12:00, ab 18.09.2018 FRO, HS 7 Studienstufe: Master Veranstaltungsart: Masterseminar Inhalt: Ruthless dictators, genocidal regimes, exploitative work conditions, and unscrupulous businesspeople may make you shudder. Sadly, they seem as common in real life as they are in novels, TV series, and movies. Moral goodness, solidarity, and altruism may give you hope. Yet, sadly, don’t they seem less common in real life than in novels, TV series, and movies? Either way, filmmakers and novelists shed light on good and evil by means of their art. In this seminar we’ll ask how social scientists can shed light on good and evil by means of their research. One possible approach is psychological: for example, an individual’s immoral behavior might be explained psychologically or even neuropsychologically. Another approach is sociological: it aims to understand good and evil as social phenomena, in different societies, beyond particular individuals’ actions, biographies, and psychological dispositions. This seminar will focus on the second approach. We’ll look at sociological tools that help understand good and evil, virtue and vice, right and wrong, morality and immorality. What makes societies and groups more likely to be altruistic, cooperative, and humane? How are political processes shaped by morally admirable organizations and social movements? What accounts for increased immorality, dishonesty, and downright evil in certain places and times? Do all societies have the thick ethical concepts we’re familiar with, such as integrity, dignity, honor, humanness, exploitation, materialism, sexism, and discrimination? Why are there so many disagreements about right and wrong? Besides being sociological, this seminar’s approach will be comparative, too: we’ll examine good and evil practices in various societies across the world, which diverge in their laws, norms, and culture. We’ll also ask how sociologists go about doing research on moral and immoral groups, organizations, and ideas. Finally, we’ll think about the practical and policy implications of sociological research on good and evil—whether it’s got any such implications, and if so, what they are. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Englisch Anrechnungsmöglichkeit/en: Masterseminar im Modul Wahlschwerpunkt Soziologie & Wirtschaft Masterseminar im Modul Weltgesellschaft Masterseminar im Modul Weltgesellschaft und Weltpolitik Masterseminar in Religionswissenschaft Masterseminar mit Schwerpunkt Theorie Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft und Weltpolitik Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (Referat) (4 Cr) Kontakt: abend@nyu.edu Material: Texte werden über OLAT zugänglich gemacht. Literatur Gabriel Abend. 2008. “Two Main Problems in the Sociology of Morality.” Theory and Society. Todd Calder. 2013. “The Concept of Evil.” Stanford Encyclopedia of Philosophy. Steven Hitlin and Stephen Vaisey. 2013. “The New Sociology of Morality.” Annual Review of Sociology. Et hn ol og is ch es S em in ar Le hr ve ra ns ta ltu ng en im H er bs ts em es te r 20 18 M O N TA G DI EN ST AG M IT TW O C H D O N N ER ST AG 8. 15 -9 .0 0 W er ne r E gl i Pr os em in ar Ei nf üh ru ng in d ie E th no lo gi e 3. B0 1 9. 15 -1 0. 00 10 .1 5- 11 .0 0 Jü rg H el bl in g Vo rle su ng G es ch ic ht e de r E th no lo gi e: Pa ra di gm as u nd K on te xt e I H S3 Jü rg H el bl in g H au pt se m in ar Ba ue rn w el tw ei t: H au sh al t, Ac ke r, M ar kt 3. B4 7 La ur a Pr ei ss le r Pr os em in ar Eh e un d El te rn sc ha ft: W an de l u nd Ko nt in ui tä t i m he ut ig en Af rik a U FS 1 .B 05 An ge lic a W eh rli H au pt se m in ar G en de r: Ko nz ep te u nd T he or ie n in d en So zi al w is se ns ch af te n 1. B0 5 11 .1 5- 12 .0 0 12 .1 5- 13 .0 0 W er ne r E gl i H au pt se m in ar Sc ha m an is m us – tr ad iti on el le u nd ze itg en ös si sc he F or m en u nd ih re th eo re tis ch e In te rp re ta tio n 4. B4 7 W ill em C hu rc h Pr os em in ar Fr om p la nt at io n w or ke rs to w al l s tre et tra de rs : a nt hr op ol og ic al p er sp ec tiv es on g lo ba l c ap ita lis m 4. B0 1 B et tin a B ee r / C hr is tia ne Sc hi ld kn ec ht M as te rs em in ar M yt ho s – Tr op en – w ild es D en ke n: Lé vi -S tra us s le se n 3. B5 5 An ge lic a W eh rli Pr os em in ar P ol yr el ig io si tä t i m So zi al is m us 1. B0 5 13 .1 5- 14 .0 0 14 .1 5- 15 .0 0 B et tin a B ee r Vo rle su ng Ei nf üh ru ng in d ie E th no lo gi e 3. B5 8 To bi as S ch w ör er H au pt se m in ar R es so ur ce nf lu ch in S üd os ta si en u nd im P az ifi k 4. B5 1 Jü rg H el bl in g Pr os em in ar Po lit ik - u nd R ec ht se th no lo gi e. Ei ne E in fü hr un g an ha nd v on Fi lm en H S1 1 An ik a K ön ig M et ho de ns em in ar Pr ak tis ch e Ei nf üh ru ng in d ie et hn ol og is ch e Fe ld fo rs ch un g 4. B0 2 15 .1 5- 16 .0 0 16 .1 5- 17 .0 0 Jo ac hi m G ör lic h H au pt se m in ar H is to ris ch e An th ro po lo gi e 4. B5 1 An ik a K ön ig Fo rs ch un gs ko llo qu iu m 3. B4 8 17 .1 5- 18 .0 0 18 .1 5- 20 .0 0 B et tin a B ee r R in gv er an st al tu ng St aa t u nd F am ilie : R ec ht , P ra xi s un d Id ea le im V er gl ei ch 4. B4 7 K at ha rin a St ei ne r To bi as B rü ck er R om an G ib el Sc hr ei bw er ks ta tt: A uf ba u un d Au sb au vo n Sc hr ei bk om pe te nz en 3 .B 47 B lo ck se m in ar (P ro se m in ar ) J ul iu s R ie se Vo n N eu fu nd la nd ü be r N un av ut n ac h G rö nl an d, Is la nd u nd L ap pl an d - K ul tu re n un d G es el ls ch af te n de s N or d- At la nt ik z w is ch en K lim aw an de l, w irt sc ha ftl ic he r E nt w ic kl un g un d in di ge ne r S el bs tb eh au pt un g D at en : B LO C K 1 : 2 0. /2 1. S ep te m be r 2 01 8 / B LO C K 2 : 2 5. /2 6. O kt ob er 2 01 8