Business Challenges: Interview Leif Brandes
Die starke Vernetzung von Theorie und Praxis ist ein Markenzeichen des Wirtschaftsstudiums an der Universität Luzern. Professor Leif Brandes ist Initiator der WF Business Challenges, eine Lehrveranstaltungs-Reihe, in denen Praxisbezug und die Kooperation mit Unternehmen im Fokus stehen. Im Interview erklärt Leif Brandes, was ihn an den Challenges besonders motiviert und welche konkreten Vorteile diese den Studierenden und Unternehmen bringen.
Was motiviert Sie, beinahe jedes Semester Business Challenges zu organisieren?
Ich mache das eigentlich aus drei Gründen: 1. Möchte ich den Studierenden eine Möglichkeit geben, im Studium das Gelernte direkt anzuwenden und das Feedback der Unternehmensvertreter/innen zu erhalten. Dadurch sehen die Studierenden unmittelbar den Mehrwert, den unsere Ausbildung bietet. Nicht selten kommt es in den Challenges vor, dass die Studierenden den Unternehmen neue Modelle und Theorien vermitteln, die diese hochgradig relevant finden, selbst aber noch nicht kannten. 2. Geht es auch um die Wahrnehmung der Universität Luzern in der Praxis. Wir haben durch die Challenges bereits langfristige Kooperationen mit führenden Unternehmen aus der Region aufbauen können. Das kommt wiederum den Studierenden zugute, wenn sie sich nach dem Studienabschluss bei diesen Firmen bewerben. 3. Habe ich auch noch ein – zugegeben – eher egoistisches Motiv: durch den Kontakt mit den Firmen bekomme ich immer wieder spannende Ideen und Impulse für meine Forschung. Ausserdem verliere ich nicht den Kontakt zu den Fragen, die die Unternehmen wirklich umtreiben. Das kann ich dann wiederum in andere Lehrveranstaltungen einfliessen lassen.
Gibt es bestimmte Kriterien, nach welchen Sie die Unternehmen aussuchen, die für eine Challenge in Frage kommen?
Grundsätzlich gibt es keine klaren Kriterien, die das Unternehmen erfüllen muss. Wenn ich das Gefühl habe, dass das Thema des Unternehmens spannend ist und die Unternehmensvertreter/innen motiviert sind, dann ist das die Hauptsache. Wir hatten bisher sowohl kleinere Startups als auch grosse und etablierte Unternehmen in den Challenges als Partner.
Welchen Anspruch haben Sie an sich selbst, um den Studierenden eine lehrreiche Veranstaltung zu ermöglichen?
Ich möchte Themen anbieten, bei denen ich weiss, dass die Studierenden über das notwendige theoretische und analytische Rüstzeug verfügen, um spannende Lösungen für das Unternehmen zu erarbeiten. Es gibt zwei Präsentationsrunden, in denen die Studierenden jeweils Feedback von den Unternehmensvertreter/innen und mir erhalten. So können sie mehr aus dem Seminar mitnehmen. Ich kann auch ehrlich sagen, dass bisher bei jedem Team in den Challenges im Laufe des Semesters die Qualität der präsentierten Lösungen deutlich gestiegen ist. Das zeigt, dass sie sich das Feedback jeweils zu Herzen nehmen. Am Ende geht es ja neben dem Spass an dem Format ja vor allem darum, dass die Studierenden aus dieser Erfahrung etwas für ihre Zukunft mitnehmen.
Welche Erwartung haben Sie an Studierende, welche an einer Business Challenge teilnehmen?
Die Studierenden müssen zwei Dinge mitbringen: 1. Das Interesse an der Fragestellung und der Firma. 2. Die Bereitschaft, als Team das bestmögliche Ergebnis für das Unternehmen zu erreichen. Beide Punkte sind enorm wichtig, da die Qualität der Ergebnisse davon abhängt, wie viel Spass und Einsatz das Team einbringt und einen direkten Einfluss darauf hat, wie die Unternehmung die Universität Luzern in Zukunft wahrnimmt. Eine Teilnahme an einer Challenge bringt somit auch immer eine gewisse Verantwortung für die eigene Fakultät mit sich.




