Wie Digitalisierung und «KI» den Arbeitsmarkt beeinflussen
Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Schule und Arbeit in Zeiten von «KI» – ethische Überlegungen des Instituts für Sozialethik ISE.
| Datum: | 12. November 2026 |
|---|---|
| Zeit: | 16.15 Uhr bis 18.00 Uhr |
| Ort: | Universität Luzern (Frohburgstrasse 3), HS 5 |
Führt sogenannte «künstliche Intelligenz (KI)» – passender als «datenbasierte Systeme (DS)» zu bezeichnen – zu mehr oder weniger Jobs für Menschen? Was sollte aus ethischer Sicht unternommen werden, wenn DS zu einer massiven Reduktion von bezahlten beruflichen Aufgaben für Menschen führen? Wären die Entkoppelung von Einkommen und Arbeit und ein bedingtes Grundeinkommen in Form des Society-, Entrepreneurship-, Research-Time Model (SERT) eine ethisch begründbare Lösung? Wie soll aus ethischer Perspektive mit DS in Schule und Bildung umgegangen werden? Sollen Schulen digitalisiert oder als «bildschirmfreie Oasen» gestaltet werden?
Ziel dieser interdisziplinären Ringvorlesung ist es, ethische Überlegungen zu Schule und Arbeit in Zeiten von DS anzustellen.

Wie Digitalisierung und «KI» den Arbeitsmarkt beeinflussen
*Videovortrag (Aufzeichnung | ohne Anwesenheit des Referenten)* von Prof. Dr. Michael Siegenthaler, KOF Institut, ETH Zürich
Michael Siegenthaler ist Professor und Leiter des Forschungsbereichs Schweizer Arbeitsmarkt am KOF Institut der ETH Zürich. Er forscht zu Arbeitsmarkt- und Migrationsökonomie, unter anderem zu den Auswirkungen von Mindestlöhnen, Zuwanderung, Kurzarbeit und künstlicher Intelligenz. Zusammen mit Jeremias Kläui hat er eine der ersten Studien zu den Arbeitsmarktwirkungen generativer KI in der Schweiz verfasst. Er ist Associate Editor des Journal of Labor Economics, Research Fellow des IZA und der Rockwool Foundation Berlin und hat zahlreiche Studien im Auftrag der öffentlichen Hand verfasst. Er studierte Volkswirtschaftslehre und Geschichte an der Universität Bern und promovierte in Volkswirtschaftslehre an der ETH Zürich.
Wie Digitalisierung und «KI» den Arbeitsmarkt beeinflussen
Führt künstliche Intelligenz zum «Ende der Arbeit», wie es prominente Stimmen aus der Tech-Branche voraussagen? Michael Siegenthaler blickt zunächst zurück auf frühere Wellen der Digitalisierung, die viele Berufe verändert, die Arbeit aber nicht abgeschafft haben. Danach zeigt er, dass generative KI bereits sichtbare Spuren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hinterlässt: Seit 2023 ist die Arbeitslosigkeit in stark KI-exponierten Berufen wie der Softwareentwicklung oder dem Marketing deutlich stärker gestiegen als in wenig exponierten Berufen. Anders als frühere Technologien trifft KI vor allem Berufe, die bisher von der Digitalisierung profitiert haben. Auch Hochqualifizierte und Besserverdienende gehören neu möglicherweise zu den Verlierern der Digitalisierung.
Hinweis zur Durchführung:
Videovortrag (Aufzeichnung | ohne Anwesenheit des Referenten)
Die anschliessende Diskussion wird von Matteo Frey, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialethik ISE, moderiert.
