Ambivalent! Handlungsräume jüdischer Frauen um 1900

Öffentlicher Vortrag von Rebekka Denz (Braunschweig)

Was bedeutete es um 1900, eine jüdische Frau zu sein? Zwischen Selbstbild und Fremdzuschreibung zeigt der Vortrag von Rebekka Denz die Vielfalt jüdisch-weiblicher Lebenswelten im Deutschen Reich und lädt dazu ein, Kategorien historischer Frauenforschung neu zu betrachten.

Datum: 24. November 2026
Zeit: 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr
Ort: Universität Luzern, Frohburgstr 3, 6005 Luzern, Raum 3.B55

 

In der wissenschaftlichen Landschaft wird Frauenforschung gemeinhin als feministische Forschung klassifiziert. In der historischen Frauenforschung wird deren Untersuchungsgegenstand – weibliche Individuen und Kollektive – in der Darstellung oft auf die bloße Identitätskomponente des Frau-Seins reduziert. Im Vortrag gerät anhand der Untersuchungsgruppe „Jüdische Frauen im Deutschen Reich um 1900“ die Vielfalt jüdisch-weiblicher Lebenswelten in den Blick. Er widmet sich der kritischen Reflexion über Kategorien wie individuelle und kollektive Lebensentwürfe, Prozesse der Fremd- und Selbstbestimmung sowie Dimensionen der Fremd- und Selbstwahrnehmung. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund der (selbstkritischen) Frage nach historischer ‚Realität‘ und zeitgenössischen Forschungspostulaten.

Rebekka Denz ist Judaistin und Historikerin. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V.  In dieser Funktion fungiert sie als wissenschaftliche Leiterin des Portals Jüdisches Niedersachsen online und als Kuratorin der Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der jüdischen Frauen- und Geschlechterforschung, des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der jüdischen Geschichte in Franken und der Genisaforschung.  Denz ist Herausgeberin der judaistischen Buchreihe Pri haPardes.

Der Vortrag ist öffentlich.