Workshop on Transformation Law
Vom 22. bis 24. April 2026 fand an der Leuphana Universität Lüneburg ein dreitägiger Workshop statt, den Prof. Dr. Max Baumgart (Zug Institute for Blockchain Research, ZIBR) gemeinsam mit Dr. Matthias Packeiser (Joachim-Herz-Promotionskolleg für Rechtswissenschaft) organisiert und geleitet hat. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob es ein übergreifendes Recht der Transformation gibt und falls ja, welche gemeinsamen Grundlagen ein solches «Transformationsrecht» haben könnte.
Den Auftakt bildeten Beiträge von Bengt Johannsen, Christiaan van Schalkwyk sowie Dr. Laura Mai, die sich mit Fragen von Recht und Transformation im Rahmen der Dekarbonisierung beschäftigten. Sie beleuchteten, inwiefern Recht Transformationsprozesse aktiv gestalten kann. In einer anschliessenden Podiumsdiskussion – unter Beteiligung von Prof. Dr. Max Baumgart, Prof. Dr. Jelena Bäumler (Joachim-Herz-Promotionskolleg für Rechtswissenschaft) und Prof. Dr. Andrea Leiter (Universität Amsterdam sowie ZIBR Research Fellow) – wurde u.a. diskutiert, ob das Recht in Transformationsprozessen stets auf ein «positives» Ergebnis abzielt.
An den Folgetagen widmete sich der Workshop drei weiteren Themenschwerpunkten:
Digitalisierung: Ariana Paraiso Nunes, Gülce Korkmaz und Christoph Engel-Bunsas sprachen über die rechtlichen Herausforderungen der digitalen Transformation, insbesondere über die Regulierung des Cyberspace, über den Wandel im Wettbewerbsrecht und über die rechtlichen Implikationen KI-gestützter Sprachsynthese. Es wurde u.a. diskutiert, ob die Blockchain-Technologie selbst ein Regulierungsinstrument sein kann.
Solidarität und Sicherheit: Elise Guiot und Dr. Matti Gurreck beleuchteten, wie schillernd und vieldeutig zentrale Rechtsbegriffe sein können, sei es das Konzept der Solidarität als normativ offene Kategorie oder der Begriff der Sicherheit im EU-Energie- und Agrarlebensmittelrecht.
Rechtsetzung und Interpretation: Julia Matthäus und Merle Rickert eröffneten den dritten Konferenztag mit Beiträgen zu Fragen der Rechtsentstehung und -auslegung und gaben damit den Rahmen für eine vertiefte methodische Reflexion. Dr. Shanya Ruhela untersuchte im Bereich der narrativen Jurisprudenz die Verbindung von Rechtsstaatlichkeit und Klimafinanzierung im britischen Kontext.
Als Keynote-Referenten traten Prof. Dr. Poul Kjaer (Copenhagen Business School) sowie Prof. Dr. Andrea Leiter auf, die grundlegende Fragen zu Inhalt und Methoden eines Transformationsrechts und zu dessen Verhältnis zu Nachhaltigkeit und auch zu Finanzinfrastrukturen beleuchteten. Den Abschluss bildeten Reflexionssitzungen in Kleingruppen, ein Plenumsbericht sowie die Erarbeitung einer gemeinsamen redaktionellen Roadmap. Die Ergebnisse des Workshops sollen in einem Tagungsband weiterentwickelt und verschriftlicht werden.
