Einführung in qualitative Forschungsmethoden für Juristen

Der Workshop «Introduction to Qualitative Methods in Socio-Legal Research» vermittelte Juristinnen und Juristen praxisnahe Einblicke in qualitative Forschungsmethoden und förderte den interdisziplinären Austausch an der Schnittstelle von Recht und Gesellschaft.

v.l.n.r: Dr. Lisa Hahn, Ass.-Prof. Dr. Siddhart de Souza, Prof. Dr. Max Baumgart

Am 26. Juni 2026 fand an der Universität Luzern der Workshop «Introduction to Qualitative Methods in Socio-Legal Research» statt. Die Veranstaltung wurde von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern, der Graduate Academy der Universität Luzern sowie dem Zuger Institut für Blockchainforschung (ZIBR) ausgerichtet und von Prof. Dr. Max Baumgart gemeinsam mit seiner administrativen Assistentin Yania Betancourt organisiert.

Als Referenten konnten Dr. Siddharth de Souza, Assistant Professor in AI and Society an der University of Warwick, sowie Dr. Lisa Hahn, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), gewonnen werden. Prof. Dr. Max Baumgart eröffnete den Workshop mit einem Grusswort, in dem er unter anderem auch die Frage aufwarf, ob künstliche Intelligenz künftig auch rechtsdogmatische Forschung übernehmen könne, sodass rechtswissenschaftliche Forschung vermehrt sozialwissenschaftliche Methoden integrieren müsse.

Der Workshop richtete sich an Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler auf verschiedenen Karrierestufen – von Doktorierenden über Postdoktorierende bis hin zu Professorinnen und Professoren. Ziel war es, qualitative Methoden der sozio-rechtlichen Forschung vorzustellen und die Teilnehmenden anzuregen, ihre eigenen Forschungsprojekte methodisch zu reflektieren.

Das Programm gliederte sich in zwei Teile. Der Vormittag widmete sich der Frage, was sozio-rechtliche Forschung ausmacht und welche methodischen Potenziale und Herausforderungen sie mit sich bringt. Dabei kamen neben klassischen Inputsequenzen auch kreative Formate wie LEGO-basierte Übungen und ein sogenannter Sensory Walk zum Einsatz, bei dem die Teilnehmenden erkundeten, wie Recht im alltäglichen Raum sichtbar wird.

Der Nachmittag fokussierte auf die Auswahl und Anwendung qualitativer Methoden. Bei der Frage nach der Datenerhebung standen Interviewtechniken und die teilnehmende Beobachtung im Zentrum des Workshops. Neben praktischen Übungen zu Fragetechniken wurde in Bezug auf die teilnehmende Beobachtung diskutiert, inwiefern eine solche Beobachtung verlässlich ist, da sie stark von der subjektiven Wahrnehmung der beobachtenden Person geprägt und in ihrem Zustandekommen nur schwer nachvollziehbar ist. Den Abschluss bildete die Diskussion um die Datenanalyse mittels thematischer, narrativer und diskursorientierter Verfahren. 

Der Workshop bot einen interdisziplinären Rahmen für den Austausch über methodische Fragen an der Schnittstelle von Recht und Gesellschaft und leistete damit einen Beitrag zur Stärkung der empirischen Rechtswissenschaft an der Universität Luzern.