Reportagen Religionsvielfalt
Wo überall sehen wir religiöse Vielfalt? Was erscheint wem warum vielfältig - oder gerade nicht? Und was passiert, wenn man Religionsvielfalt darstellt? Unsere Multimedia-Reportagen zeigen, wie vielfältig die religiöse Vielfalt eigentlich ist und wo überall man auf das trifft, was zu religiöser Vielfalt gehört. Denn Religionsvielfalt ist so viel mehr als das Nebeneinander religiöser Orte!
Die Religionslandschaft lebt ganz wesentlich auch von den temporären und dynamischen religiösen Formen, die sich heute hier, morgen dort in den Stadtalltag und ins Erleben der Menschen mischen.
- «ES SINGT IN MIR»: Die Reportage lädt zu einer sinnlichen Erfahrung ein, die konventionelle Unterscheidungen nach religiösen Traditionen sprengt und stattdessen auf die verkörperte Praxis fokussiert. Drei Frauen organisieren regelmässig in verschiedenen Räumlichkeiten der Katholischen Kirche Luzern Tänze des universellen Friedens. Diese rhythmischen Kreistänze mit meditativen Gesängen beziehen sich auf verschiedene religiöse Traditionen und eröffnen in der gemeinschaftlichen Bewegung eine individuelle, über den Körper verbundene Erfahrung von Religion, erzählen die porträtierten Tänzerinnen.
- HINDUISMUS UNTERWEGS: Die Reportage begleitet einen ISKCON (Hare Krishna) Mönch, der in den Einkaufsstrassen Luzerns religiöse Bücher verteilt. In der Reportage erleben Sie die Zurückweisung ebenso wie die Begegnungen, die zu dieser Art, die eigene religiöse Überzeugung zur verbreiten gehören, und gleichzeitig einen der vielen flüchtigen Teile der hiesigen Religionslandschaft. Denn die ISKCON ist im Kanton nicht als Gemeinschaft verankert. Temporäre Präsenz durch Mission – gesellschaftlich oft mit Skepsis betrachtet – ist eines der Phänomene, die zur Dynamik des religiösen Feldes gehören und Orte punktuell in den religiösen Wirkungsbereich einbindet.
Jede der Reportagen erzählt eine eigene Geschichte und beleuchtet andere Aspekte religiöser Vielfalt. Zusammen zeigen die individuellen Portraits Formen und Strukturen, in denen (Religions-)Vielfalt in der Gesellschaft zum Tragen kommt. Die Reportagen lassen sich einzeln ansehen oder als Ensemble.
- ZWEI MAL WEIHNACHTEN: Beide feiern Weihnachten - er im Dezember, sie im Januar. Lebt diese Familie eine Religion mit unterschiedlichen Traditionen, oder zwei Religionen, die eng verwandt sind?
- IFTAR MIT MREŽA MLADIH: Nicht nur unterschiedliche theologische Strömungen oder regionale Verschiedenheiten machen die Vielfalt einer Religion aus, auch unterschiedliche Altersgruppen gehören dazu.
- ZWISCHENRAUM: Wie verhalten sich Religionen zur Diversität ihrer Mitglieder, wie z.B. deren sexuellen Orientierung? Und wie gehen diese wiederum damit um?
- UND WAS GLAUBST DU? Was passiert, wenn man Leuten auf der Strasse religionsphilosophische Fragen stellt? Man bekommt die Breite individueller religiöser und nichtreligiöser Vorstellungen in der Gesellschaft zu Hören.
- VOM KOCH DER KEIN FLEISCH ESSEN WOLLTE: Religionsvielfalt macht sich manchmal in den alltäglichen Dingen am bemerkbarsten.
Die Darstellung religiöser Vielfalt
Die Reportagen sind in einem Projektseminar entstanden, in dem wir uns gefragt haben, wie religiöse Vielfalt dargestellt wird - im öffentlichen Diskurs, in der Forschung und in Projekten der Wissenschaftskommunikation wie diesem hier.
Wir haben an bestehenden Beispielen beobachtet, welche Standard-Muster, Religionsvielfalt zu präsentieren, es gibt und was dabei aussen vor bleibt. Wir haben Theoretisches gelesen über Modelle der Vielfalt und über die Frage, auf welchen Ebenen und auf welche Arten religiöse Vielfalt vorkommt. Und wir haben überlegt, welche Konsequenzen es hat, etwas als "religiös vielfältig" zu verstehen und darzustellen.
All das haben wir in die Praxis übersetzt, indem die Teilnehmenden in Form von Reportagen Religionsvielfalt selbst darstellten. Geleitet hat uns dabei die Frage, wie wir die Darstellung von Vielfalt so wählen und gestalten, dass wir möglichst bewusst und sinnvoll mit diesen Bedingungen und Konsequenzen umgehen.
Denn etwas als vielfältig zu thematisieren kann Konsequenzen haben, absichtliche oder unabsichtliche, für das individuelle Selbstverständnis der Betroffenen ebenso wie auf politischer Ebene.
Die fünf Reportagen setzen diese Beobachtungen und Überlegungen in die Praxis audiovisueller Darstellung um und sind im laufenden Wechsel zwischen praktischen Herausforderungen und theoretischer Reflexion entstanden. Lesen sie mehr zu Arten religiöser Vielfalt, typischen Mustern der Darstellung und Konsequenzen in diesem Blog-Post.
Reportagen Religionsvielfalt
Reportagen Religionsvielfalt ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern und entstand in Zusammenarbeit mit religion.ch. Mehr zum Projekt.






