Gefördert durch Drittmittel in der Höhe von CHF 294ʼ000.– und Mittel der Universität Luzern

Projektlaufzeit: 1. 5. 2019 – 30. 4. 2022

Projektleitung: Prof. Dr. Martin Baumann

Forschungsmitarbeiter: Dr. Jürgen Endres, Dr. Silvia Martens, Dr. Andreas Tunger-Zanetti
 

Immer wieder taucht in Schweizer Medien und in gesellschaftspolitischen Debatten über Radikalisierung und Prävention der Begriff «Salafismus» auf. Was darunter zu verstehen ist, bleibt aber meist unklar. Aus religionswissenschaftlicher Perspektive umfasst der journalistische Begriff «Salafismus» unterschiedliche theologische Vorstellungen und Formen religiöser Praxis, die sich auch in verschiedenen Selbst- und Fremdbezeichnungen widerspiegeln wie etwa «Salafi», «Wahhabi» oder «Ahl as-Sunna».

Vor diesem Hintergrund wendet sich das Team des Zentrums Religionsforschung an der Universität Luzern seit Mai 2019 dem Thema «Salafismus in der Deutschschweiz» zu. Unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Baumann, Professor für Religionswissenschaft, forschen die Islam- und Religionswissenschaftler Dr. Jürgen Endres, Dr. Silvia Martens und Dr. Andreas Tunger-Zanetti zu diesem Bereich. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des «Nationalen Aktionsplans zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus» sowie durch Fördermittel der Universität Luzern.

Das Forschungsprojekt

Das aktuelle Forschungsprojekt knüpft dabei an die seit 2011 geleistete Forschung zu jungen Musliminnen und Muslimen in der Schweiz an. Hierbei hatte das ZRF-Team aufgezeigt, wie vielfältig und unterschiedlich muslimische Lebenswelten und muslimische Glaubenspraktiken in der Schweiz sind (Forschungsprojekt zu muslimischen Jugendgruppen und zu religiösen Autoritäten).

Ziel des neuen Forschungsprojekts ist es, einen differenzierten und zugleich informierten Blick auf Formen der Religiosität und der gesellschaftlichen Positionierung innerhalb des Salafi-Spektrums in der Deutschschweiz zu erhalten und die Dynamiken innerhalb dieses Feldes besser zu verstehen. Damit will das Projekt einen Beitrag zur wissenschaftlichen Grundlagenforschung leisten und eine zuverlässige Basis für politische und behördliche Einschätzungen in diesem Bereich bereitstellen. Folgende forschungsleitende Fragen stehen dabei im Vordergrund:

  • Welche religiösen Konzepte sind für Salafis in der Schweiz von besonderer Bedeutung? Wie werden diese interpretiert? Welche unterschiedlichen Strömungen, religiösen Autoritäten und anderen wichtigen Akteure lassen sich innerhalb des Spektrums ausmachen?
  • Welche Relevanz haben Glaubensvorstellungen und Glaubenspraxis für den Alltag von Männern und Frauen, die dem Salafi-Spektrum zugerechnet werden können?
  • Gibt es spezifische Gründe und Motive der Hinwendung zu diesem religiösen Spektrum?
  • Wie unterscheidet sich die Glaubenspraxis von Salafis von der Praxis anderer in der Schweiz lebender Muslime?
  • Wie positionieren sich Salafis gegenüber anderen Musliminnen und Muslimen und wie ist ihr Verhältnis zu Gesellschaft und Staat?

Die Forschenden gehen davon aus, dass der «Salafismus» in der Schweiz vielfältig ist. Er reicht von einer friedlichen, spezifischen Form einer religiösen Orthodoxie über Verständnisse und Positionen mit starkem Absolutheitsanspruch bis hin zu gewaltbefürwortenden Ausformungen.

Einladung zur Zusammenarbeit

Musliminnen und Muslime, die sich dem oben beschriebenen Spektrum zugehörig fühlen und bereit sind, sich mit dem Forschungsteam auszutauschen, sind dazu eingeladen, mit dem Team Kontakt aufzunehmen. Wie auch in den Vorgängerprojekten garantieren die Forschenden absolute Anonymität.

Jürgen Endres, Mail, Telefon: 041 229 56 89

Silvia Martens, Mail, Telefon: 041 229 51 25

Andreas Tunger-Zanetti, Mail, Telefon: 041 229 56 00