CHIP-Projekt
MPA und MPK im Fokus der Schweizer Grundversorgung
Medizinische Praxisassistent:innen (MPA) und Medizinische Praxiskoordinator:innen (MPK) leisten täglich einen zentralen Beitrag in Hausarztpraxen. Sie sind oft die erste Anlaufstelle für Patient:innen, koordinieren Abläufe und übernehmen wichtige organisatorische und klinische Aufgaben.
Trotz dieser wichtigen Rolle gibt es in der Schweiz bisher nur wenig umfassendes Wissen darüber, wie sich ihre Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten im Praxisalltag tatsächlich darstellen. Genau hier setzt die CHIP-Studie an.
Die Studie «CHIP – Swiss Interprofessional Primary Care Survey» schafft erstmals eine schweizweite Datengrundlage zur beruflichen Situation von MPA und MPK in der hausärztlichen Grundversorgung.
Untersucht wird insbesondere:
- welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten MPA und MPK im Praxisalltag übernehmen,
- unter welchen Rahmenbedingungen sie arbeiten,
- wie Zufriedenheit und berufliche Perspektiven wahrgenommen werden,
- wie sicherheitsrelevante Tätigkeiten, insbesondere die telefonische Triage, umgesetzt werden,
- und wie MPA und MPK sowie Hausärzt:innen technologische Entwicklungen, insbesondere KI-gestützte Tools, einschätzen.
Ziel ist es, ein differenziertes und realistisches Bild der aktuellen Situation zu gewinnen und Entwicklungsmöglichkeiten für diese zentrale Berufsgruppe sichtbar zu machen.
Die CHIP-Studie ist ein Forschungsprojekt des Zentrums für Hausarztmedizin und Community Care (ZHAM & CC) der Universität Luzern. Um ein umfassendes Bild des Berufsalltags von MPA und MPK in der Schweizer Grundversorgung zu gewinnen, werden verschiedene Forschungsmethoden kombiniert.
Im ersten Schritt wird eine schweizweite Online-Befragung von MPA und MPK durchgeführt. Dafür wurden ab Mai 2026 rund 3’500 Hausarztpraxen in allen Sprachregionen der Schweiz kontaktiert. Zusätzlich können interessierte MPA und MPK auch unabhängig von einer direkten Einladung über den untenstehenden Link an der Befragung teilnehmen.
Bei der Entwicklung und Durchführung der Studie werden MPA, MPK und weitere Fachpersonen aus der Grundversorgung einbezogen. So wird sichergestellt, dass die Inhalte praxisnah und relevant sind. Der Fragebogen wurde vorab von MPA und MPK aus dem Netzwerk unseres Projektteams geprüft und hinsichtlich Verständlichkeit und Relevanz für den Praxisalltag optimiert.
Ergänzend zur Befragung werden vertiefende Einzelinterviews und Fokusgruppen mit ausgewählten MPA und MPK sowie Hausärzt:innen durchgeführt. Diese Gespräche ermöglichen es, Hintergründe, Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven aus dem Praxisalltag besser zu verstehen.
Durch die Kombination verschiedener Methoden soll ein möglichst fundiertes Gesamtbild der aktuellen Situation entstehen.
Die CHIP-Studie schafft erstmals eine fundierte, nationale Datengrundlage zur Rolle von MPA und MPK in der Schweizer Grundversorgung.
Die Ergebnisse können dazu beitragen:
- die interprofessionelle Zusammenarbeit in Hausarztpraxen weiterzuentwickeln,
- relevante Rahmenbedingungen und Belastungsfaktoren im Berufsalltag besser zu verstehen,
- zukünftige Rollen- und Aufgabenmodelle fundierter zu diskutieren,
- den Umgang mit sicherheitsrelevanten Tätigkeiten und technologischen Entwicklungen besser einzuordnen.
Die CHIP-Studie wird am Zentrum für Hausarztmedizin und Community Care (ZHAM & CC) der Universität Luzern wissenschaftlich verantwortet und durchgeführt.
Gefördert wird die Studie durch die Forschungskommission der Universität Luzern.
Unterstützende Organisationen haben keinen Einfluss auf Inhalte, Auswertung oder Veröffentlichung der Ergebnisse.
Die Ergebnisse des Projekts werden nach Abschluss der Datenerhebung und Auswertung schrittweise veröffentlicht.
Geplant sind wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften sowie praxisnahe Aufbereitungen der Resultate für Fachpersonen, Berufsverbände und weitere Interessierte. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse sowohl der Forschung als auch der Praxis zugänglich zu machen und zur Weiterentwicklung der hausärztlichen Grundversorgung beizutragen.
Alle Ergebnisse werden ausschliesslich in zusammengefasster Form dargestellt. Rückschlüsse auf einzelne Personen oder einzelne Praxen sind nicht möglich.
Sobald erste Ergebnisse vorliegen, werden diese hier laufend ergänzt und verlinkt.





Die CHIP-Studie wird von verschiedenen Organisationen aus dem Bereich der Grundversorgung und der Berufsverbände unterstützt. Diese Unterstützung hilft dabei, die Studie in der Praxis sichtbar zu machen und eine breite Teilnahme zu ermöglichen.
Die unterstützenden Organisationen sind nicht an der wissenschaftlichen Auswertung beteiligt und haben keinen Einfluss auf die Ergebnisse.
Kontakt
Bei Fragen zum Projekt steht Ihnen das Projektteam gerne zur Verfügung:
Prof. Dr. Thekla Brunkert (Projektleitung)
Zentrum für Hausarztmedizin und Community Care (ZHAM & CC)
Universität Luzern
E-Mail: thekla.brunkert@unilu.ch
Patricia Lampart (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Zentrum für Hausarztmedizin und Community Care (ZHAM & CC)
Universität Luzern
E-Mail: patricia.lampart@unilu.ch



