Kinderuni
Die Kinderuni ist fast wie eine Universität für Erwachsene: Professoren und Professorinnen reden über Themen, zu denen sie viel wissen und sogar Bücher geschrieben haben. Ihr seid die Studentinnen und Studenten, kommt an die Uni, in den Hörsaal, hört zu und könnt auch Fragen stellen. Wir möchten euch die Türen öffnen zur Welt der Wissenschaft und euch Themen näher bringen, zu denen an der Uni Luzern geforscht wird.
Die Vorlesungen werden alle von "richtigen" Professoren und Professorinnen, Dozentinnen und Dozenten der Universität Luzern, des Kantonsspitals und des Paraplegiker-Zentrums gehalten. Aber keine Angst, sie werden kein Fachchinesisch reden, sondern so, dass ihr sie versteht.
Teilnehmen können alle Primarschülerinnen und Primarschüler, welche die 4. / 5. oder 6. Klasse besuchen. Einen bestimmten Notendurchschnitt braucht ihr nicht, es gibt kein Büffeln, keine Prüfungen und auch keine Hausaufgaben. Was zählt, sind euer Interesse, Neues zu lernen und der Wille, alle vier Vorlesungen zu besuchen. Als junge Studentinnen und Studenten erhält ihr wie die echten Studierenden eine Legi. Diesen Studentenausweis müsst ihr bei jeder Vorlesung zeigen. Wer alle Vorlesungen besucht, bekommt am Ende der letzten Vorlesung ein Diplom.
Und eure Eltern? Da sind wir streng: Auch wenn das Thema noch so spannend ist, sie müssen draussen bleiben.
| Freitag, 24. April 2026 16:15 - 17.00 Uhr | Universität Luzern, Hörsaal 1, Frohburgstrasse 3, Luzern |
| Freitag, 01. Mai 2026 16:15 - 17:00 Uhr | Universität Luzern, Hörsaal 1, Frohburgstrasse 3, Luzern |
| Freitag, 08. Mai 2026 16:15 - 17:00 Uhr | Universität Luzern, Hörsaal 1, Frohburgstrasse 3, Luzern |
| Freitag, 22. Mai 2026 16:15 - 17:00 Uhr | Universität Luzern, Hörsaal 1, Frohburgstrasse 3, Luzern |
Die Kinderunivorlesungen sind kostenlos
Deine Rechte zählen – Grundrechte in Schule und Familie
Freitag, 24. April 2026, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. Martina Caroni, Ordinaria für öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1
Stell dir vor, du findest etwas richtig unfair: Deine Schwester bekommt mehr Taschengeld als du. In der Schule dürft ihr kein Plakat aufhängen, obwohl ihr etwas ändern wollt. Darf das einfach so sein – oder hast du Rechte, die dich schützen?
In dieser Vorlesung geht es um Grundrechte und Kinderrechte – also um wichtige Rechte, die Kinder in Schule und Familie haben. An vier Beispielen aus eurem Alltag schauen wir genauer hin:
- Gerecht oder ungerecht in der Familie: Darf ein Kind mehr Taschengeld bekommen als ein anderes – und ab wann wird «unfair» zu einem Problem für eure Rechte?
- Mitbestimmen in der Schule: Dürft ihr Unterschriften sammeln oder Plakate aufhängen, wenn ihr mit einer Regel der Schule nicht einverstanden seid?
- Schutz vor Gewalt und Gemeinheiten: Was müssen Erwachsene tun, wenn Kinder beschimpft, ausgeschlossen oder schlecht behandelt werden?
- Deine Meinung zählt: Was bedeutet es, wenn im Gesetz steht, dass Kinder angehört werden sollen, bevor über wichtige Dinge in ihrem Leben entschieden wird?
Du musst keine Gesetze kennen, um mitzumachen. Wir arbeiten mit kurzen Geschichten von Kindern in deinem Alter und ihr könnt sagen, was ihr gerecht oder ungerecht findet. So lernt ihr, dass eure Gefühle von «Das ist nicht fair!» oft mit wichtigen Rechten zusammenhängen – Rechten, die im Gesetz und in einem besonderen Vertrag für Kinder stehen.
Aufgewachsen ist Martina Caroni in Bern, in einer deutsch‑ und italienischsprachigen Familie. Schon als Kind hat sie sich gefragt, was gerecht ist – einmal hat sie in der Primarschule für ein Gspänli protestiert, weil sie fand, eine Strafe sei „nicht gerecht“, und landete prompt vor der Tür.
Heute ist sie Professorin für öffentliches Recht und Völkerrecht an der Universität Luzern und beschäftigt sich vor allem mit Menschenrechten, Migration sowie den Rechten von Kindern und Familien.
An ihrer Arbeit mag sie besonders, komplizierte Regeln so zu erklären, dass sie für alle verständlich werden – von Studierenden bis zu Kindern in der Kinderuni.
Ein brandgefährlicher Besuch im Stadion − Wird der Fussball-Fan für seine zündende Idee bestraft?
Freitag, 1. Mai 2026, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. iur. Andreas Eicker, Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Kriminologie
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1
Das Strafrecht will verhindern, dass Böses geschieht. Es regelt, welches Verhalten verboten ist und welche Strafe es gibt, wenn gegen ein solches Verbot verstossen wird. So kann zum Beispiel ein Dieb dafür bestraft werden, dass er etwas geklaut bzw. gestohlen hat; auch das mutwillige Zerstören von fremden Sachen sowie das Schlagen und Verletzen einer anderen Person können bestraft werden. Dafür muss die Person, die sich nicht an die geltenden Regeln hält, aber mindestens zehn Jahre alt sein. Natürlich ist dann die Strafe für ein Kind oder einen Jugendlichen nicht dieselbe wie für einen Erwachsenen. In schlimmen Fällen kann die Strafe ab einem bestimmten Alter aber sogar Gefängnis sein.
Besprochen wird der Fall eines jugendlichen Fussball-Fans, der aus Frust und Ärger über das verlorene Match „seiner“ Mannschaft eine zündende Idee mit schlimmen Folgen hat. Anhand dieses Falles wird den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie das Strafrecht angewendet wird und welche Strafe dem Fussball-Fan für sein Verhalten droht.
Professor Eicker hat Rechtswissenschaft an der Universität Bremen studiert und dort auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter ein Projekt im Gefängnis geleitet. Seine praktische Ausbildung hat er unter anderem am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und an der deutschen Botschaft in Ankara/Türkei absolviert. Für seine Doktorarbeit im Bereich des europäischen Strafrechts ging er an die Universität St. Gallen und anschliessend als Assistenzprofessor an die Universität Bern, wo er habilitierte. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität St. Gallen kam Prof. Eicker an die Universität Luzern, wo er heute Strafrecht unterrichtet und in diesem Bereich forscht. Mehrere Projekte führten ihn in die Türkei. Seit 2019 ist Prof. Eicker Dekan der Rechtsfakultät. Dies mit einer Unterbrechung für ein Forschungsjahr an der Universidad Catolica in Cordoba, Argentinien.
Sanitätsnotruf 144 – Ein Blick hinter die Kulissen
Freitag, 8. Mai 2026, 16:15 – 17:00 Uhr
Michael Hediger, Dipl. Rettungssanitäter HF Kantonsspital Luzern
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1
Was passiert eigentlich, wenn jemand die Notrufnummer 144 wählt? In diesem Vortrag entdecken Kinder, wie der Sanitätsnotruf in der Zentralschweiz funktioniert. Sie erfahren, wie Notrufe entgegengenommen werden, wie die Einsatzleitenden entscheiden, welche Hilfe gebraucht wird, und wie Rettungsteams schnell organisiert werden.
- Notrufabfrage
- Alarmierung der Ambulanzen, Helikopter und Ersthelfer (FirstResponder)
- Nutzung von Emergency Eye (Videotelefonie)
Erste Hilfe Anweisungen am Telefon
Michael Hediger ist diplomierter Rettungssanitäter und arbeitet seit rund 22 Jahren beim Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspitals. Während zehn Jahren war er als Disponent in der Notrufzentrale tätig und konnte dabei umfangreiche Erfahrung in der Einsatzkoordination sammeln. Anschliessend leitete er während drei Jahren den Rettungsdienst am Standort Ost in Olten. Seit zwei Jahren ist er Leiter des Sanitätsnotrufs 144 Zentralschweiz und verantwortlich für die operative und organisatorische Führung der Notrufzentrale.
Vierte Vorlesung; Thema folgt
Freitag, 22. Mai 2026, 16:15 – 17:00 Uhr
Prof. Dr. Karin Hediger, Ordentliche Professorin für Kinder- und Jugendpsychologie
Universität Luzern, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern, Hörsaal 1
Nähere Infos in Vorbereitung
Diplom-Abgabe
Die Diplom-Abgabe findet im Anschluss an die letzte Vorlesung statt.
Simone Mainolfi
Eventmanagerin
Universität Luzern
Universitätskommunikation
T +41 41 229 50 96
simone.mainolfi@unilu.ch
Raum: 4.A19
Präsenzzeit: Di., Mittwoch vormittags, Do.





















