untitled Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Ethnologisches Seminar Lehrveranstaltungen INFORMATION ETHNOLOGIE KOMMENTIERTES VORLESUNGSVERZEICHNIS FRÜHJAHRSSEMESTER 2011 Deckblatt: < > : Haida Hundslachs, Serigraphie von Bill Reid, in Gerber, P. & V. Katz-Lahaigue (1989) Ausstellungskatalog. Völkerkundemuseum der Universität Zürich, S. 68. 3 Liebe Studierende der Ethnologie, 2011 wird das Ethnologische Seminar drei Jahre alt. Es wächst beständig und hat mittlerweile die ersten AbsolventInnen (Bachelor, Promotionen und bald auch Master) aufzuweisen. Nun soll es ein eigenes Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis bekommen, um über Lehre und Forschung am Ethnologischen Seminar zu informieren. Ziel dieses Vorlesungsverzeichnisses ist es nicht nur jeweils Stundenplan und ausführlichere Beschreibungen der Lehrveranstaltungen zusammenzustellen, sondern auch Neuigkeiten mitzuteilen. Informationen beispielsweise über abgeschlossene Forschungsaufenthalte, Studienabschlüsse, Gäste, Tagungen und Exkursionen sind so allen Studierenden und Interessierten nicht nur auf der Homepage zugänglich. Auch Änderungen in Studienstruktur und Leitfaden zum Studium der Ethnologie sollen in die späteren Ausgaben aufgenommen werden. Zurzeit ist der Leitfaden noch separat als Informationsheft im Sekretariat des Ethnologischen Seminars erhältlich. Viel Spaß beim Lesen und einen guten Start in das Frühlingssemester 2011! Bettina Beer ----------------------- Inhaltsverzeichnis 1. Adressen und Öffnungszeiten……………………………………..……...4 2. Neuigkeiten und Ankündigungen………………………………………….5 3. Neuerscheinungen………………………………………………………….7 4. Lehrveranstaltungen des ethnologischen Seminars.…………..…….….8 5. Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen…...26 6. Sonderveranstaltungen……………………………………………………32 7. Stundenplan FS11…………………………………………………………36 4 1. Adressen und Öffnungszeiten Ethnologisches Seminar Kasernenplatz 3 Postfach 7455 6000 Luzern 7 www.unilu.ch/ethno Professuren: Bettina Beer, Prof. Dr., bettina.beer@unilu.ch (Sprechstunde nach Vereinbarung) Jürg Helbling, Prof. Dr., juerg.helbling@unilu.ch (Sprechstunde nach Vereinbarung) Fachstudienberatung: Werner Egli, Prof. Dr., werner.egli@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 228 70 76 (Sprechstunde siehe Website) Mobilitätsverantwortlicher: Don Gardner, Dr., donald.gardner@unilu.ch Tel . ++41 (0)41 228 70 74 (Sprechstunde nach Vereinbarung) Sekretariat: Luzia Weber, luzia.weber@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 228 70 73 Öffnungszeiten Sekretariat: Montag: 8.00 - 12.00 / 14.00 - 17.00 Uhr Dienstag: 8.00 - 12.00 / 14.00 - 17.00 Uhr Mittwoch: 8.00 - 12.00 / 14.00 - 17.00 Uhr Bibliotheken: Präsenzbibliothek der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Museggstrasse 37 Öffnungszeiten Mo - Fr: 7.00 - 19.00 Zentral- und Hochschulbibliothek Sempacherstrasse 10 Öffnungszeiten Mo - Fr: 11.00 - 18.30 Uhr Do: 11.00 - 20.00 Uhr Sa: 9.30 - 16.00 Uhr Katalogsaal und Lesesaal ohne Service: Mo - Fr ab 8.00 Uhr Die Human Relations Area Files (HRAF), eine umfangreiche Datenbank mit kodierten ethnographischem Quellenmaterial, sind online abrufbar auf dem Netz der Universität Luzern und der Luzerner Hochschulbibliotheken: http://ehrafWorldCultures.yale.edu 5 2. Neuigkeiten und Ankündigungen Veranstaltungen Workshop „Neoliberalism, family and gender“ In Zusammenarbeit mit den Gender Studies der Universität Luzern bieten Bettina Beer und Rahel Kunz am 30. Mai 2011 einen Workshop zum Thema „Neoliberalism, family and gender“ an. Als Gäste haben zugesagt Kate Bedford (Kent Law School, University of Kent) und Julia Pauli (Institut für Ethnologie, Universität zu Köln). Der Workshop ist universitätsöffentlich, genaue Zeit und Raum werden noch bekannt gegeben. Zu Inhalten und vorbereitender Lektüre siehe auch unter Lehrveranstaltungen die Ankündigung des Hauptseminars gleichen Titels. Kolloquium Das Kolloquium des Seminars findet Mittwoch von 17-19 Uhr statt und ist für alle Interessierten offen. Das Programm hängt aus und ist auf der Homepage zu finden. Studierende, die regelmäßig teilnehmen, können zwei Social Credit Points bekommen. Wenn sie eine begleitende Lektüregruppe dazu gründen, gibt es weitere zwei Social Credits Points. Abschlussarbeiten und Forschungen Abgeschlossene BA Arbeit Marie-Helen Nussbaum (Luzern): Kinder als kompetente Akteure in der Vermittlung von Kultur. Wie "Memory Books" Kinder Aids-kranker Eltern in Uganda befähigen, trotz Verlust der Eltern, eine aktive Rolle innerhalb der eigenen Kultur zu übernehmen. (Betreuung Prof. Dr. Werner Egli). Abgeschlossene Feldforschungspraktika Clara Bombach: „Forschungspraktikum beim Earth-Child-Project in Mzoxolo Primary, Lawaaikamp, George, Südafrika.“ Aja Diggelmann: „Generationen im urbanen afrikanischen Umfeld. Beziehungen zwischen Grosseltern und Enkelkindern in Kinshasa.“ Abgeschlossene Promotionen Danilo Geiger: „Turner in the Tropics: The Frontier Concept Revisited.“ Brigitte Templin: „O Mensch, erkenne Dich selbst“ – Richard Karutz (1867-1945) und sein Beitrag zur Ethnologie. (Erscheint 2010 in der Reihe „Lübecker Beiträge zur Ethnologie“ bei Schmidt und Römhild, Lübeck.) Geplante Exkursionen Kleines Feldforschungspraktikum in Kambodscha Im Rahmen des geplanten Forschungsprojektes "Social, cultural and political implications of swidden transformation: The case of the Bunong, Mondulkiri province, Cambodia" werden vier Studierende Mitte Januar – Mitte Februar 2011 eine kleine Feldforschung machen und darauf aufbauend ihre Bachelor-Arbeit schreiben. Die Feldphase wird im Nordosten Kambodschas, bei der ethnischen Minderheit der Bunong stattfinden, für gute Kontakte vor Ort und Übersetzer ist gesorgt. Falls das geplante Forschungsprojekt vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert werden wird, werden weitere (Master-)Studierende die Gelegenheit erhalten, in diesem Rahmen eine Feldforschung durchführend zu können. Das Südostasien-Hauptseminar von Dr. Esther Leemann bietet eine gute Möglichkeit zur thematischen Einarbeitung. Für Fragen und Auskünfte steht Ihnen Dr. Esther Leemann gerne zur Verfügung (041 228 46 48 oder 041 228 70 73). Betreutes Feldforschungspraktikum, auf die philippinische Insel Bohol, Januar 2012 Das geplante Feldforschungspraktikum soll maximal fünfzehn Studierenden die Möglichkeit geben, auf der philippinischen Insel Bohol ein eigenes Forschungsvorhaben durchzuführen. Die Teilnehmer werden jeweils vier Wochen in Familien untergebracht, um an deren Alltag teilzunehmen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, länger in den Familien zu bleiben, die Recherche an philippinischen Universitäten und in Bibliotheken zu ergänzen oder die Untersuchung vergleichend an einem anderen Ort auf den Philippinen fortzusetzen. 6 Die Studierenden werden darin unterstützt, ein Exposé zu schreiben und einen Antrag auf einen finanziellen Zuschuss beim Rektorat der Universität Luzern einzureichen. Das Forschungspraktikum ist im MA-Studiengang Ethnologie anrechenbar und/oder kann als Grundlage für eine Masterseminar-Arbeit oder die eigentliche Masterarbeit dienen. Voraussetzungen: • Abgeschlossenes BA-Studium • Persönliche Anmeldung bei Bettina Beer (bettina.beer@unilu.ch) und Vorgespräch • Teilnahme an Vorbereitungstreffen • Teilnahme im HS 2011 an dem Hauptseminar „Methoden der ethnologischen Feldforschung“ Zielsetzungen: • Die Formulierung einer konkreten Fragestellung und eines Forschungsantrages soll geübt, • regionale Kenntnisse über die Philippinen sollen vermittelt, • möglichst verschiedene empirische Methoden sollen erprobt • und die Erfahrung der Teilnahme am täglichen Leben in einer fremden Gesellschaft gemacht werden. Durch eigene Erfahrungen mit der ethnologischen Feldforschung lassen sich Ethnographien besser beurteilen, das ist eine wichtige Basis für die notwendige Quellenkritik. Beispiele für mögliche Themenbereiche: • Migration o Wie leben Kinder, Partner und andere Verwandte von Migrantinnen und Migranten? o Wie gestaltet sich der Kontakt zwischen Migrantinnen und Migranten und den Familien auf den Philippinen? • Freundschaft und Freundescliquen • Fischfang und -verkauf • Kleingewerbe und Handel auf dem Markt • Kinderalltag und -spiele • Medizinische Vorstellungen und Heilmittel • Verwandtschaft und Haushalt: Wie entsteht Verbundenheit und Zugehörigkeit? • Neue Technologien o Kinder, Computerspiele und Chatten o Social network sites o Cellphones und text mates ...und viele andere mehr... V isayas Luzon Manila Bohol 7 3. Neuerscheinungen Werner Egli & Ingrid Tomkowiak (Hg.), Sinne. Zürich: Chronos Verlag, 2010 Werner Egli & Lucia Kersten (Hg.), Kindheit und Jugend anderswo: Ergebnisse ethnographischer Feldforschungen. Münster: Lit Verlag, 2010 Esther Leemann, Housing Reconstruction in Post-Mitch Nicaragua: Two Case Studies from the Communities of San Dionisio and Ocotal. In: Miller, D. and J. Rivera (eds.) Community Disaster Recovery and Resiliency: Exploring Global Opportunities and Challenges. Boca Raton, London, New York: CRC Press, Taylor & Francis Group, 2010 Mit Hörerschein beim Studiladen vergünstigt erhältlich: 8 4. Lehrveranstaltungen des ethnologischen Seminars Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Termine: Wöchentlich Mo, 13.15 - 15.00, ab 21.02.2011 STK, SK 2 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Die Lehrveranstaltung ist als Überblick und Einführung in das Studium der Ethnologie, in Gegenstand, Methodik, Grundbegriffe und Geschichte des Faches angelegt. Sie soll Antworten auf die Fragen geben, was Ethnologie ist und welche Fragestellungen mit welchen Methoden verfolgt werden. Im Mittelpunkt stehen Wirtschaftsethnologie, politische Anthropologie sowie die Geschichte des Faches. Neben fachspezifischen Methoden und Theorien werden auch fächerübergreifende wissenschaftliche Arbeitsweisen vorgestellt. Sowohl praktische Studien- und Arbeitstechniken als auch wissenschaftstheoretische Grundlagen sind Gegenstand der Lehrveranstaltung, da diese Kenntnisse nach dem Schulabschluss nicht vorausgesetzt werden können. In der Einführung sollen Erstsemester außerdem eine eigene Vorstellung davon entwickeln können, welchen Sinn das Studium der Ethnologie haben kann und welches ihre eigenen Zielsetzungen sind. Aus diesem Grund wird auch die Frage der Berufsperspektiven berücksichtigt. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Präsenz, Aufgaben während des Semesters / 2 Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch 9 Geschichte der Ethnologie II: Ethnologie des 20. Jahrhunderts Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Termine: Wöchentlich Do, 10.15 - 12.00, ab 24.02.2011 LOE, U 1.05 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Diese Vorlesung soll einen Überblick über die Geschichte und die wichtigsten Richtungen und theoretischen Ansätze der Ethnologie im Zwanzigsten Jahrhundert geben. Die sich verändernden Fragestellungen, Grundannahmen, Methoden und Ergebnisse werden an Beispielen verdeutlicht. Besonders Anfangssemester sollen dadurch ein grobes Gerüst zur zeitlichen und theoretischen Einordnung der wichtigsten Autoren, Arbeiten und Ansichten bekommen. Es geht bei der Vorlesung also nicht um Geschichte an sich, sondern um Wissenschaftsgeschichte als Einführung, Überblick und das Aufzeigen unterschiedlicher Möglichkeiten. Besonderer Wert wird dabei auch auf die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen von und für Wissenschaft gelegt. Die Aufteilung der Vorlesung auf zwei Semester soll eine intensivere Einarbeitung in den umfangreichen Stoff ermöglichen. Beide Vorlesungen ("Anfänge der Ethnologie" und "Ethnologie des 20. Jahrhunderts") können unabhängig voneinander gehört werden und sind für untere Semester aber auch für Fortgeschrittene geeignet, die einen Überblick über das Fach bekommen möchten. In diesem zweiten Semester werden – nach einem Rückblick auf die Vorläufer – die wichtigsten Schulen des Zwanzigsten Jahrhunderts behandelt: Historische Richtungen in Deutschland, die amerikanische "Cultural Anthropology", Strukturalismus und die britische "Social Anthropology" sowie neuere Entwicklungen. Die Vorlesung findet in einem Zyklus von vier Semestern statt. Während des Semesters werden kurze schriftliche Aufgaben gestellt, deren Lösung Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme sind. Unterrichtsmaterial, Texte und Illustrationen sowie ein Online-Forum werden auf OLAT bereit gestellt. Die Selbstorganisation eines begleitenden Lektürekurses, für den Social Credit Points vergeben werden, ist möglich. Voraussetzungen: Vorkenntnisse werden nicht erwartet. Die Vorlesung ist für untere Semester angelegt und auch für Erstsemester geeignet. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Unbenotete Prüfung, Aufgaben während des Semesters / 2 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Barnard, A. 2000. History and Theory in Anthropology: Cambridge University Press de Waal Malefijt, Annemarie. 1976. Images of Man. A History of Anthropological Thought. New York: Alfred Knopf. Harris, Marvin. 1969 The Rise of Anthropological Theory. A History of Theories of Culture. London: Routledge & Kegan Paul. Hays, H. R.: 1958. From Ape to Angel. An Informal History of Social Anthropology. New York: Capricorn Books. (Neuauflagen 1969, 1981). Petermann, Werner. 2004. Die Geschichte der Ethnologie. Wuppertal: Peter Hammer Verlag. Vermeulen, Han F. und Arturo Alvarez Roldán (Hrsg.). 1995. Fieldwork and Footnotes. Studies in the History of European Anthropology. London und New York: Rotledge. 10 Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Petra Panenka, MA Termine: Wöchentlich Di, 13.15 - 15.00, ab 22.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Diese einführende Lehrveranstaltung vermittelt die grundlegende Fachterminologie und gibt einen kurzen Einblick in die Methoden der ethnologischen Feldforschung. Es werden die wichtigsten theoretischen Hauptströme der klassischen Ethnologie, wie der Kulturrelativismus (Ruth Benedict, Margaret Mead), der Funktionalismus (Bronislaw Malinowski) und der Strukturalismus (Claude Levi-Strauss) vorgestellt, sowie bedeutende Literatur der Social Anthropology (z.b.Edward Evans-Pritchard / Max Gluckman) und Cultural Anthropology (z.B. Clifford Geertz - Interpretative Ethnologie und deren Kritik durch die Writing Culture-Debatte) behandelt. Darüber hinaus ist es Ziel des Proseminars, die Verknüpfung einzelner Arbeitsbereiche und Forschungsansätze am Beispiel einzelner WissenschaftlerInnen nachzuvollziehen und so ein Verständnis von der Entstehung von Schulen und Forschungsbereichen zu erhalten. Abschließend soll durch die Besprechung rezenter ethnologischer Forschungansätze, wie der gender studies (Judith Butler, Marilyn Strathern) der Ethnologie der Sinne (David Howes) und der Globalisierung (Arjun Appadurai), eine kritische Reflexion wissenschaftlicher Quellen erreicht werden. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: petra.panenka@gmx.de Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Für eine erfolgreiche Teilnahme sind das Lesen des einführenden Ethnologiehandbuches (Beer, Bettina und Hans Fischer (2006): ‚Ethnologie. Einführung und Überblick’. Berlin: Dietrich Reimer Verlag) Literaturangaben werden auf OLAT bereitgestellt 11 Frieden und Gewaltlosigkeit Dozent/in: lic. phil. Tobias Schwörer Termine: Wöchentlich Mi, 15.15 - 17.00, ab 23.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Es ist auffallend, dass die Themen Krieg und Gewalt auch in der Ethnologie ein weit grösseres Forschungsinteresse auf sich ziehen als die gegensätzlichen Aspekte von Frieden und Gewaltlosigkeit. Dennoch ist in den letzten fünfzehn Jahren seit der Publikation des Sammelbandes „The Anthropology of Peace and Nonviolence“ (Sponsel/Gregor 1994) so etwas wie eine Ethnologie des Friedens und der Gewaltlosigkeit entstanden. Diese Proseminar möchte nun einen breiten Überblick über unterschiedliche ethnologische Zugänge zu diesen Themen bieten und insbesondere aufzeigen, dass Frieden eben mehr ist als nur die Zeitspanne zwischen zwei Kriegen. Es gibt ethnographisch gut dokumentierte Gesellschaften, welche keine Kriege führen, und auch solche, bei denen Gewalt praktisch kaum vorkommt. Menschen in diesen Gesellschaften meiden und minimieren Konflikte, oder legen sie letztlich friedlich bei. Die blosse Existenz solcher Gesellschaften beweist, dass Menschen im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht einfach „von Natur aus“ gewalttätig sind. Einige ethnographische Fallbeispiele von friedlichen und zum Teil auch gewaltlosen Gesellschaften werden in diesem Proseminar eingehender untersucht, von den Semai im Regenwald von Malaysia, den Mangyan auf den Philippinen, den San Bushmen in der Kalahari-Wüste im südlichen Afrika, bis hin zu den Amischen in den USA. Dabei interessieren insbesondere, unter welchen Bedingungen Frieden aufrechterhalten werden kann, und welche Strukturen und Mechanismen für die weitgehende Gewaltfreiheit verantwortlich sind. Anschliessend befassen wir uns mit der Herstellung und Aufrechterhaltung von Frieden in kriegerischen Gesellschaften und in Ländern, welche durch Konflikte und Bürgerkriege zerrüttet sind, also mit Friedensverhandlungen, Friedenschlüssen, und Institutionen zur Absicherung des Friedens, aber auch mit den Möglichkeiten und Chancen friedlicher Konfliktbeilegung in unserer eigenen Gesellschaft, sowie mit Gewaltlosigkeit und Pazifismus als politischer Strategie. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 TF, Religionslehre: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 TF, Theologie: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: tobias.schwoerer@unilu.ch Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Sponsel, Leslie E. / Gregor, Thomas (eds.) 1994. The Anthropology of Peace and Nonviolence. Boulder, CO: Lyenne Rienner. Gregor, Thomas (ed.) 1996. A Natural History of Peace. Nashville: Vanderbilt University Press. 12 Frontiers: Zur Ethnographie und Geschichte staatlicher Grenzräume Dozent/in: Dr. Daniel Geiger Termine: Wöchentlich Mo, 10.15 - 12.00, ab 21.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Ohne in der Regel als solche thematisiert worden zu sein, stand die „Grenze“ (frontier) seit jeher im Zentrum ethnologischen Nachdenkens über nichtstaatliche Lebenswelten und ihre Transformation im Zug der kolonialen und postkolonialen Eroberung. Frontiers entstehen – und entstanden seit Jahrtausenden –, wo als Resultat territorialer Expansion unterschiedlich mächtige Gesellschaften aufeinanderstossen und sich gegenseitig durchdringen. Die frontiers der Gegenwart sind Gebiete nationalstaatlicher Hoheit, auf die der Staat zwar massgeblich einwirkt, ohne sie aber vollständig zu kontrollieren, da er sich schwer tut damit, die Autonomie der dort ansässigen indigenen Gemeinschaften zu brechen. Die Prioritäten staatlicher Herrschaft an der „Grenze“ sind andere als in den Kerngebieten des Staates; das Interesse an der Durchsetzung der nationalstaatlichen Idee und der Erschliessung des Ressourcenreichtums dieser Gebiete geniesst Vorrang vor der Achtung der Rechte der Lokalbevölkerung, Erwägungen zum Schutz der Biodiversität und sogar der Maxime politischer Stabilität. Grenzräume dieser Art sind ökologische Notstandsgebiete, und sie sind politisch notorisch unruhig; viele der virulentesten sezessionistischen Konflikte auf der Welt sind Antworten auf den gewaltgesättigten Prozess, in dem Staaten Stämme verdrängen. Im Verlauf des Proseminars werden wir verschiedene historische Ausprägungen der frontier und die wesentlichsten Traditionen in der Theoriebildung zu frontiers kennenlernen, frontiers als Grenzräume mit der Territorialgrenze (borders, borderlands) vergleichen, und anhand reichhaltiger ethnographischer Materialien die wesentlichen Charaktermerkmale von frontiers und der nationalstaatlichen Politik an den Peripherien des globalen Südens herausarbeiten. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen 13 Interdisciplinary Introduction to Gender Studies Dozent/in: Doris Bacalzo, MA Dr. Ursula Rapp Termine: Wöchentlich Di, 15.15 - 17.00, ab 22.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: This course brings in various perspectives on studies and researches on gender. The aim is not only to introduce some fundamental concepts pertaining to gender, sexuality or gender relations but to also prepare students to the many possibilities of studying gender with its far-reaching relevance in contemporary times (e.g., identity politics and gendered experiences through history, modernity, globalization, migration, conflict and peace-making, among others across cultures and societies). The variety of themes and issues in the discussions intend to illustrate the multifaceted dimension of gender. This introductory course will enable students to appreciate diversity and differences, the interrelatedness of disciplines and the collaborative approach to teaching and studying gender. This is to facilitate students’ articulation of gender in their chosen field and everyday life. Voraussetzungen: Englischkenntnisse. Lectures will be in English and German. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Essay) / 4 Kontakt: ursula.rapp@unilu.ch Doris.Bacalzo@unilu.ch Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen 14 Rechtspluralismus und Gender aus ethnologischer Perspektive Dozent/in: lic. phil. Nathalie Peyer Strauss Termine: Wöchentlich Do, 13.15 - 15.00, ab 24.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In Studien zu Rechtspluralismus werden verschiedene rechtliche Ordnungen, die im selben sozialen Feld operieren, vergleichend untersucht. Im Zentrum dieser Forschungen stehen einerseits historische Analysen des internen Pluralismus im staatlichen Recht, der durch die Aushandlungen zwischen kolonialem und vorkolonialem sowie dem Gewohnheitsrecht entstanden ist. Andererseits befassen sich rechtspluralistische Studien auch mit der Interaktion zwischen Staatsrecht und anderen rechtlichen Autoritäten, wie Dorf-, Ältesten- oder Kastenräten. Nähert man sich dem Studium des Rechtspluralismus aus einer Genderperspektive, lassen sich geschlechts- und statusabhängig Unterschiede im Zugang zu (semi-)rechtlichen Foren feststellen. Handlungsmöglichkeiten von Frauen und Männern werden durch Geschlechternormen und Werte beeinflusst. In von Männern dominierten staatlichen Gerichten oder Dorfräten greifen Frauen häufig auf alternative, im strengen Sinne ‚nicht- rechtliche’ Foren, wie soziale Organisationen oder religiöse und politische Autoritäten, zurück. Diese können wichtige Aushandlungs- und Vermittlungsaufgaben in Rechtsstreitigkeiten übernehmen. Die Geschlechterperspektive rückt zudem Alltagsstrategien in den Vordergrund, welche zur Durchsetzung von Rechten bedeutsam sind, wie etwa die Unterstützung oder Mobilisierung von sozialen Netzwerken. Das Proseminar hat zum Ziel, das Verständnis von Rechtspluralismus um die Dimension geschlechtsspezifischer Unterschiede im Umgang mit Recht zu erweitern und über die Untersuchung klassischer rechtlicher Institutionen hinauszugehen. Die Studierenden sollen durch Lektüre, Präsentation und Diskussion von Fallstudien aus Indien und Afrika geschlechterspezifische Umgangsstrategien vor allem mit familienrechtlichen Disputen kennen lernen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: Nathalie.Peyer@gmx.ch Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Moore, Erin P. 1998: Gender, Law and Resistance in India. Tuscon: University of Arizona Press. Griffiths, Anne 1997: In the Shadow of Marriage: Gender and Justice in an African Community. Chicago: University of Chicago Press. Ein ausführliches Programm mit zusätzlicher Literatur wird in der ersten Stunde besprochen. 15 Tausch - the poison in the gift Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Termine: Wöchentlich Mo, 15.15 - 17.00, ab 21.02.2011 PFI, HS 2 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Warum halten wir eine Flasche Wein für ein besseres Geschenk als eine Flasche Apfelsaft? Und warum glauben wir, ein Geschenk irgendwie erwidern zu müssen? Warum glauben wir aber auch, dass es sich nicht gut macht, erhaltene Geschenke weiter zu verschenken? Sind diese Einstellungen kulturspezifisch oder universell? Warum heisst das englische „gift“ für Geschenk auch im Englischen dasselbe wie das deutsche „Gift“ und warum bedeutet „gift“ in skandinavischen Sprachen zusätzlich zum deutschen „Gift“ auch noch „verheiratet“? Seit Bronislaw Malinowskis Analyse des Kula-Tauschsystems der Trobriander in Melanesien (1922) und Marcel Mauss’ berühmtem „Essay sur le Don“(1924) ist die Beschäftigung mit dem Gabentausch ein klassisches Thema der Ethnologie. In diesem Proseminar, das auch in die Wirtschaftsethnologie einführt, werden wir uns ausgehend von Malinowski und Mauss mit klassischen Texten zum Tausch von Claude Lévi-Strauss (1949) über Marshall Sahlins (1968), Pierre Bourdieu (1977), Annette Weiner (1980), Lewis Hyde (1982), Chris Gregory (1982), Jonathan Parry (1986), Arjun Appadurai (1986), Marilyn Strathern (1988), John Davis (1992), Maurice Godelier (1996) bis Alain Cailléu (2000) befassen. Wir werden unterschiedliche Dimensionen und Formen, Antriebskräfte und Auswirkungen des Tausches kennenlernen sowie verschiedene Ansätze seiner methodischen Erfassung und theoretischen Interpretation. Zum Schluss werden wir besser verstehen, was es mit dem „poison in the gift“ auf sich hat. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Kontakt: werner.egli@unilu.ch Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Die Texte und Textausschnitte, die zur Sprache kommen sollen, werden auf einer CD zur Verfügung gestellt. 16 Interpretation and description: Ethnography and its methodology Dozent/in: Ph. D. Donald Gardner Termine: Wöchentlich Mi, 13.15 - 15.00, ab 23.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Methodisches Seminar Inhalt: Ethnographic fieldwork is a central feature of the anthropological enterprise. Others (missionaries, government officers, medical personnel) often have long experience of cultural environments that are unfamiliar to them and to Westerners generally. Moreover, they often write about those experiences. Ethnographic writing contrasts with these other forms of writing in many ways, but its intellectual signficance derives from the fact that it addresses issues whose importance is acknowledged (actually or potentially) by a community of scholars, and sometimes by broader cultural currents. Understanding such writing depends upon seeing how the methods used, the analysis undertaken and the results generated address the issues that define the life of the relevant communities (for a given text may address more than one). In this seminar, we will take detailed look at a single ethnographic monograph and writings to which it is connected as successor or predecessor. We will also consider some of the different answers that have been given to the basic question of what it is that an ethnographer does, including Clifford Geertz's, who famously declared that ethnography is "thick description". We will also consider why ethnographic analysis has been thought to be a basis for the critique of our own culture. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: donald.gardner@unilu.ch Hinweise: A subsidiary aim of the seminar is to help students to develop strategies for reading academic texts written in English. The pace of the seminar will reflect this. Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Relevant literature will be made available electronically 17 Anthropologie der Nahrungstabus Dozent/in: Dr. Heinz Käufeler Termine: Wöchentlich Do, 15.15 - 17.00, ab 24.02.2011 PFI, HS 2 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Menschen sind Omnivoren, sie haben ein breites Spektrum potentieller Nahrung, nutzen aber oft nur einen kleinen Teil davon. Was (auch wann, wie zubereitet etc.) von wem gegessen werden kann wird, ganz besonders hinsichtlich tierischer Nahrungsmittel, durch kulturelle Regeln bestimmt, die Gemeinschaften bilden, strukturieren und voneinander abgrenzen können. Eine der bekanntesten dieser Regeln betrifft das Verbot des Schweines unter anderem für Juden und Muslime. Ersteren verbieten die Kaschrut- Regeln zudem den Verzehr einer ganzen Reihe weiterer Tierarten. Die Veranstaltung bietet einerseits einen Überblick über die äusserst variationsreichen 'Regeln der Essbarkeit' in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften, andererseits auch einen spezifischen Blick auf die sozialwissenschaftliche Theorienbildung, denn im Schnittbereich von ökologisch-ökonomischer Anthropologie und Religionsethnologie sind von Anthropologen, Historikern und Vertretern verwandter Disziplinen sehr unterschiedliche Deutungen und Erklärungen von Nahrungsregeln, Nahrungsmeidungen resp. Nahrungstabus vorgeschlagen worden. Um einige Fragen, wie etwa die 'Heiligen Kühe' Indiens oder die verbreitete Meidung des Schweins sind klassische Debatten entbrannt. Die Beschäftigung mit den Fragen um 'verbotene Tiere' ist so auch eine Gelegenheit, unterschiedlich operierende Anthropologen bei der Arbeit zu erleben. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Essay) / 4 Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Zur Einführung empfohlen: Marvin Harris: Wohlgeschmack und Widerwillen. Die Rätsel der Nahrungstabus (dtv). 18 Anthropology and the "crisis of representation" Dozent/in: Ph. D. Donald Gardner Termine: Wöchentlich Mi, 15.15 - 17.00, ab 23.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: In 1986, two books were published that revolutionised the way many anthropologists thought about their discipline: *Anthropology as cultural critique: an experimental moment in the human sciences*, by Marcus & Fisher, and *Writing culture*, edited by Clifford and Marcus. A few years earlier, anthropologists had struggled with the claim that intellectual genres had become irremediably blurred (as Clifford Geertz put it). Now, though, there was an even greater challenge: the perspective that these new works set out and defended is usually seen as an anthropological version of broader post-modernist commitments, and is often summarised in terms of the phrase “the crisis of representation”, because a crucial idea is that anthropology (along with the other human sciences) had to face the unpleasant fact that the representational conventions of the discipline, and the complacent epistemological stances they supported, were no longer credible. This seminar will examine the background to the "crisis", its initial presentation and subsequent development. We will also consider the counter arguments this contested idea has provoked, and the extent to which its revolutionary claims have become routinised in the ethnographic and theoretical practices of sociocultural anthropology. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: donald.gardner@unilu.ch Hinweise: This seminar can counted as falling within "Klassiker der Ethnologie". Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur All readings will be made available electronically 19 Ethnologie der Emotionen: Liebe im interkulturellen Vergleich Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Termine: Wöchentlich Do, 13.15 - 15.00, ab 24.02.2011 PFI, K 1 Studienstufe: Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: "Spielt Liebe denn überhaupt keine Rolle?" – eine übliche Frage in Verwandtschaftsvorlesungen, wenn es um verschiedene Eheformen im interkulturellen Vergleich geht. Liebe (gegen- und gleichgeschlechtliche), Sexualität und Eifersucht spielen eine Rolle. Wenn, wie Stendhal schrieb, die Liebe ein Fieber ist, dann ist dies universal ansteckend. Es kann jedoch im interkulturellen Vergleich sehr unterschiedlich sein, ob und wie solche Emotionen zum Ausdruck gebracht werden und welche Bedeutungen sie für soziale Beziehungen haben. Die europäische Liebesheirat und Vorstellungen von romantischer Liebe sind etwa Ergebnisse einer historischen Entwicklung, die im Seminar nachgezeichnet werden soll. Die Verwandtschaftsethnologie hat Emotionen als wichtigen Bestandteil sozialer Beziehungen erst in den letzten zwanzig Jahren "entdeckt", seit es weniger um die Analyse formaler Modelle und Strukturen, sondern eher um die Entstehung von Gefühlen der Zugehörigkeit (belonging) sowie die Herstellung von Beziehungen (relatedness und kinning) geht. Auch in der kognitiven Ethnologie spielen Gefühle, ihre Bewertung und ihr Zusammenspiel mit Wissensbeständen eine wichtige Rolle. Je stärker simplifizierende rational choice-Modelle menschlichen Verhaltens ausgedient haben, desto wichtiger ist die Untersuchung von Emotionen und Verhalten geworden. Aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven und an verschiedenen ethnographischen Beispielen sollen die Geschichte, mediale Vermittlung und politische Bedeutungen sowie die Frage der Verknüpfung "biologischer" und "kultureller" Dimensionen von Lust und Liebe untersucht werden. Voraussetzungen: Möglichst abgeschlossenes BA-Studium. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 zusätzliche schriftliche, benotete Seminararbeit / 4 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Hinweise: Unterrichtsmaterial, Texte und ein Online-Forum werden auf OLAT bereit gestellt. Die Selbstorganisation eines begleitenden Lektürekurses zum Thema Politikethnologie, für den Social Credit Points vergeben werden, ist möglich. Schriftliche (Master)-Seminararbeiten können als Vorbereitung für die BA- oder MA-Arbeit dienen, in der das behandelte Thema dann umfassender bearbeitet wird. Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur: Literatur wird auf Olat bereit gestellt 20 Kindheit, Arbeit, Kultur Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Termine: Wöchentlich Mo, 10.15 - 12.00, ab 21.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Nach Angaben der UNICEF arbeiten heute fast 200 Mio. Kinder unter 14 Jahren, die meisten davon in Asien und im subsaharischen Afrika. Historisch gesehen ist das arbeitende Kind der Normalfall. Kinderarbeit lässt sich jedoch schwer mit dem westlichen Begriff von Kindheit vereinbaren und der Ruf nach einem generellen Verbot erscheint selbstverständlich. Erst seit rund 20 Jahren wird diese Haltung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive hinterfragt, vor allem auch unter dem Einfluss arbeitender Kinder, die ein Recht auf Arbeit einfordern und sich zu diesem Zweck in global vernetzten Bewegungen engagieren. In diesem Hauptseminar befassen wir uns in der Perspektive der aktuellen Ethnologie der Kindheit, in der das Kind als sozialer Akteur begriffen wird, mit den Dimensionen und dem theoretischen Verständnis von und den damit verbundenen Einstellungen zur Kinderarbeit. Ausgehend von einem Überblick über die aktuelle Kindheitsforschung wenden wir uns dem historischen Wandel der Begriffe von Kindheit und Arbeit zu und analysieren ihre kulturspezifischen Dimensionen an Beispielen vorindustrieller Gesellschaften. Dabei wird uns auch die Erziehung der Kinder zur Arbeit durch kulturspezifische Sozialisations- und Fosteringpraktiken beschäftigen. Anschliessend wenden wir uns neuesten Untersuchungen zu Kinderarbeit, Strassenkindern und Bewegungen arbeitender Kinder in Asien, Afrika und Lateinamerika zu. Die empirische Fundierung wird uns schliesslich eine differenzierte Einschätzung der verschiedenen Positionen in der aktuellen Debatte zur Kinderarbeit erlauben. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Zusätzliche schriftliche, benotete Seminararbeit / 4 Kontakt: werner.egli@unilu.ch Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Artikel zur Einführung ins Thema (sowie Programm und Literaturliste) werden vor Semesterbeginn auf OLAT zum Download zur Verfügung stehen. 21 Neoliberism, family and gender Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Dr. phil. des. Rahel Kunz Termine: 14-täglich Mo, 13.15 - 17.00, ab 21.02.2011, PIL, P2 Workshop am 30.05.11 von 13.15 - 19.00 PIL, P2 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: This interdisciplinary workshop-seminar involves the cooperation of gender studies, political science and sociocultural anthropology at the Univeristy of Lucerne. It comprises two parts: the first part takes the form of seminars that will introduce the students to the topic and prepare them for the workshop, which is the second part of this course. The workshop-seminar will provide students with a thorough knowledge of neo-liberalism in relation to the family and gender, but it will also give students the opportunity to acquire organizational skills involved in developing a workshop programme, implementing it and providing appropriate information about it. The workshop will be open to the public. Topics that will be addressed throughout the seminar and the workshop will focus on the transformations of gender, family and households under conditions of neoliberalism. We will examine these issues through a comparative consideration of a number of case studies, from Latin America and the Philippines, regions with similar problems and a histories of colonialism, migration, dependency on remittances and political conflicts. Voraussetzungen: Basic knowledge in social sciences Umfang: 4 Semesterwochenstunden Turnus: 14-tägig, Workshop am 30.05.11 von 13.15 - 19.00 Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Zusätzliche schriftliche, benotete Seminararbeit / 4 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch rahel.kunz@unilu.ch Literatur Bedford, Kate 2010 Introduction to a special issue of Feminist Legal Studies on markets and sexualities. Feminist Legal Studies, 18 (1) 2008 Holding It Together in a Crisis: Family Strengthening and Embedding Neoliberalism. IDS Bulletin, 39 (6). pp. 60-66. Bedford, Kate and Fraser, Nancy 2008 Social Rights And Gender Justice in the Neoliberal Moment: A Conversation about Gender, Welfare, and Transnational Politics. An Interview with Nancy Fraser. Feminist Theory, 8 (2). pp. 225-245. Comaroff, Jean and John Comaroff (Hg.) 2001 Millenial Capitalism and the Culture of Neoliberalism. Duke University Press. 2002 Alien-Nation: Zombies, Immigrants, and Millenial Capitalism. In: South Atlantic Quarterly 101 (4): 779-805. Greenhouse, Carol J. (ed.) 2010 Ethnographies of Neoliberalism. Philadelphia: University of Pensylvania Press. Kunz, Rahel 2009 "Remittances are beautiful"? The Gendered Governmentality of the Global Remittance Trend. Luzern: Universität Luzern. Pauli, Julia 2008 A house of one's own: Gender, migration, and residence in rural Mexico. In: American Ethnologist 35 (1): 171-187. 22 Rurale Gesellschaften und Staat in Südostasien II Dozent/in: Dr. phil. Esther Leemann Termine: Wöchentlich Mi, 13.15 - 15.00, ab 23.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Die ruralen Räume Südostasiens haben sich im Verlaufe der letzten Jahrzehnte rapide verändert. Das Verhältnis von Staat und ruralen Gesellschaften hat diesen Wandel entscheidend mitgeprägt. Im ersten Teil des Kurses haben wir uns ethnologischen Debatten gewidmet, welche unser Verständnis der Transformationsprozesse stark geprägt haben. In diesem zweiten Teil werden wir uns mit einzelnen Fallstudien vertieft auseinandersetzen, die auf bestimmte thematische Aspekte fokussieren, v.a. Veränderungen der bäuerlichen Lebenswelten, Marginalisierung und Revolten sowie staatliche Programme zur Entwicklung des ruralen Raums (Minoritätenpolitik, Infrastrukturprojekte, Umsiedlungsprogramme, Forstpolitik). Wir werden uns mit diesen Themen mittels Texten, aber auch verschiedenen ethnographischen Filmen beschäftigen. Voraussetzungen: Der Besuch des ersten Teils der Veranstaltung ist von Vorteil, jedoch nicht zwin-gend. Bitte setzten Sie sich vorgängig mit der Dozentin in Verbindung, wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen, ohne den Teil I besucht zu haben (es-ther.leemann@unilu.ch). Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: esther.leemann@unilu.ch 23 Staat und Recht in Afrika Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Termine: Wöchentlich Mi, 10.15 - 12.00, ab 23.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Zahlreiche Staaten in Afrika sind in den letzten Jahrzehnten Schauplätze von Bürgerkrieg und Staatsschwäche geworden. Das Seminar setzt sich zum Ziel, den spezifischen Charakter dieser Staaten herausarbeiten. Hierzu gehört auch die Frage des Rechts, dessen Durchsetzung eigentlich zu den Aufgaben des Staates gehört, wozu allerdings die neopatrimonialen Staaten Afrikas, die mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, politisch stark geschwächt sind und erhebliche Legitimationslücken aufweisen, kaum in der Lage sind. Auf lokaler und regionaler Ebene (Dorf; chéfferies und Kleinstädte) bestehen jedoch in vielen Ländern auch informelle Rechtsinstitutionen und traditionelle Autoritäten, die Recht sprechen. Die Frage ist, in welchem Ausmass diese informellen Rechtsinstitutionen die Schwäche des staatlichen Rechts kompensieren können oder ob auch sie zusammen mit den staatlichen Institutionen zusammenbrechen. Im Seminar sollen die politik- und rechtsethnologischen Grundlagen erarbeitet werden, um diese theoretischen Probleme zu behandeln. Das Thema des Seminars steht im Kontext eines Forschungsprojektes mit dem Titel ”Impunity in the context of armed conflict and state weakness in East Congo”, das von Mitarbeiter des Ethnologischen Seminars durchgeführt wird. Vorausgesetzt wird eine aktive Mitarbeit, wozu die vorbereitende Lektüre der obligatorisch zu lesenden Texte (*) zählt. Zusätzlich sollen Sie einmal im Seminarverlauf eine kleine Präsentation in Form eines Kurzreferats von nicht mehr als 15 Minuten einbringen. Zur Präsentation gehört auch ein 5-10-seitiges Handout, das vorab als download zur Verfügung stehen soll. Es besteht auch die Möglichkeit, Hausarbeiten zu Themen des Seminars zu verfassen. Voraussetzungen: Das Seminar richtet sich an MA- und fortgeschrittene BA-Studierende in Ethnologie mit einschlägigen Vorkenntnissen in Politik- und Rechtsethnologie teilnehmen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Präsentation plus 5-10-seitiges Handout ) / 4 zusätzlich schriftliche, benotete Seminararbeit / 4 Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch 24 Märkte - Beiträge aus Ethnologie und Soziologie Dozent/in: Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone Prof. Dr. Jürg Helbling Termine: Wöchentlich Di, 10.15 - 12.00, ab 22.02.2011 PFI, K 1 Studienstufe: Master Veranstaltungsart: Masterseminar Inhalt: Märkte gelten als zentrale Institutionen in den verschiedensten Wirtschaftsformen und Gesellschaften. Aber was sind Märkte eigentlich und wie funktionieren sie? Welche Arten von Märkten lassen sich unterscheiden? Wie werden Märkte durch Akteure hergestellt und gehandhabt? Die Ethnologie und die Soziologie haben verschiedene Ansätze zur Analyse der unterschiedlichen Marktformen und Marktpraktiken entwickelt. Märkte werden hierbei auch unterschiedlich konzipiert, als Mechanismen, als Räume, als Orte mit Regeln etc. Das Seminar soll einen transdisziplinären Abriss dieser Ansätze geben und in die Marktethnologie und die Marktsoziologie einführen. Vorausgesetzt wird eine aktive Mitarbeit, wozu die vorbereitende Lektüre der obligatorisch zu lesenden Texte zählt. Hinzu kommen die Bearbeitung von Bearbeitungsbögen und deren Verschriftlichung im Semester. In die Bearbeitungen sollen Ihre Lektüren sowie die Lernergebnisse aus dem Seminar eingehen. Ein Teil der Bearbeitungen wird in Kurzform beurteilt und Ihnen wird so eine Rückmeldung über die Qualität gegeben. Zusätzlich sollen Sie einmal im Seminarverlauf eine kleine Präsentation in Form eines Kurzreferats von nicht mehr als 10 Minuten einbringen. Zur Präsentation gehört auch ein 5-10-seitiges Handout, das vorab als download zur Verfügung stehen soll. Das Seminar richtet sich hauptsächlich an MA-Studierende, doch können auch fortgeschrittene BA-Studierende in Ethnologie mit einschlägigen Vorkenntnissen in Wirtschaftsethnologie teilnehmen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Präsentation plus 5-10-seitiges Handout) / 4 Kontakt: rainer.diazbone@unilu.ch / juerg.helbling@unilu.ch 25 Seminar- und Forschungskolloquium Dozent/in: Dr. Esther Leemann Termine: Wöchentlich Mi, 17.15 - 19.00, ab 23.02.2011, PIL, P4 Mi, 04.05.2011, 17.15 - 19.00 PIL, P3 Studienstufe: Master Veranstaltungsart: Kolloquium Inhalt: Im ethnologischen Forschunskolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen, Fragestellungen und Ergebnissen ihrer laufenden Forschungen berichten. Schwerpunkte bilden Themen zur Migrationsforschung und zur Rechtsethnologie. MA-Studierende (oder nach Absprache) können am Kolloquium teilnehmen und bei regelmäsiger Teilnahme sowie aktiver Vorbereitung 2 CP erhalten. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Bestätigte Teilnahme / 2 Kontakt: esther.leemann@unilu.ch Hinweise: Das Kolloquium steht interessierten Studierenden offen. Das Programm des Kolloquiums findet sich auf der Website des Kultur- und Sozialanthropologischen Seminars. Die Durchführungssprachen sind Deutsch und Englisch. 26 5. Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen Geschichte des europäischen Rassismus 1750 - 1950 Dozent/in: Prof. Dr. Aram Mattioli Termine: Wöchentlich Do, 15.15 - 17.00, ab 24.02.2011 LOE, U 0.05 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Diese Vorlesung gibt einen problemorientiertenÜberblick über die Geschichte des europäischen Rassismus zwischen dem Beginn der europäischen Expansion im 16. Jahrhundert und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach einer theoretischen Klärung des Phänomens sollen mittels exemplarischer Fallstudien die Ursachen, spezifischen Kontexte, Erscheinungsformen und Funktionen rassistischer Praktiken näher in den Blick genommen werden. Zentral wird die These sein, dass der rassistische Denkstil in der Zeit der Aufklärung entstand und damit ganz im Kontext der entstehenden Moderne analysiert werden muss. Neben dem transatlantischem Sklavenhandel und dem „Beinahetod der Ureinwohner“ (Christopher Bayly) werden zum Beispiel auch koloniale Ausbeutung, Völkerschauen und eugenisch begründete Zwangsmassnahmen thematisiert. Am Schluss des Semesters wird der so genannte Ethnopluralismus, die heute verbreitete modernisierte Spielart eines „Rassismus ohne Rassen“, einer zeitkritischen Analyse unterzogen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Unbenotete Prüfung / 2 TF, Theologie: Unbenotete Prüfung / 2 Hinweise: Lehrveranstaltung zur Sonderausstellung "Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Empfohlene Begleitlektüre: Christian Geulen, Geschichte des Rassismus, München 2007; Christian Koller, Rassismus, Paderborn 2009. 27 Ludwik Fleck - Was ist eine wissenschaftliche Tatsache? Dozent/in: Prof. Dr. Christoph Hoffmann Termine: Wöchentlich Mi, 15.15 - 17.00, ab 23.02.2011 HOF, R 0.03 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Ludwik Flecks Schrift „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache“ (1935) zählt heute zu den Gründungsdokumenten der Wissenschaftsforschung. Die von ihm geprägten Ausdrücke „Denkstil“ und „Denkkollektiv“ unterstreichen, dass wissenschaft-liche Erkenntnisse in Abhängigkeit zu den Vorbegriffen stehen, die zu einer bestimmten Zeit jeweils in einer Wissenschaft von den Forscherinnen und Forschern geteilt werden. Erkenntnis ist in diesen Sinne schon dadurch sozial bedingt, wie sie ein soziales, kollektives Phänomen darstellt, und Erkenntnis ist in diesem Sinne auch nicht einfach von einem Moment auf den nächsten da, sondern entsteht in einem Prozess, der von ersten vorläufigen Beobachtungen zur Fixierung von Tatsachen führt. Im Seminar werden einzelne Kapitel aus „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache“ sowie ausgewählte Aufsätze Flecks besprochen. Auf diesem Wege sollen die Problemlagen und Begrifflichkeiten Flecks erschlossen und in seinen eigenen „Denkstil“ eingeführt werden. Lernziele: Einführung in und Auseinandersetzung mit einem Grundlagenwerk der Wissen-schaftsforschung. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 TF, Religionslehre: Aktive Teilnahme / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 Begrenzung: Nein Kontakt: christoph.hoffmann@unilu.ch Hinweise: Studierende Philosophie: Die Veranstaltung wird dem Bereich Theoretische Philosophie zugeordnet. Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Ludwik Fleck, Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache (1935), Frankfurt am Main 1980; Ludwik Fleck, Erfahrung und Tatsache. Gesammelte Aufsätze, Frankfurt am Main 1983. 28 Probleme globaler Gerechtigkeit Dozent/in: Dr. Heiner Michel Termine: Wöchentlich Do, 13.15 - 15.00, ab 24.02.2011 STK, SK505 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Hunger, extreme Armut, Ausbeutung im Rahmen der zunehmend globalen Arbeitsteilung und transnationale Folgen von Umweltzerstörung sind Probleme, die Fragen nach globaler Gerechtigkeit aufwerfen. Haben reiche Gesellschaften und ihre Mitglieder eine Pflichten zur Bekämpfung der globalen Armut? Erfordert globale Gerechtigkeit eine fundamental neue Konzeption von Gerechtigkeit? Oder ist weltweite Gerechtigkeit besser auf der Folie innergesellschaftlich akzeptierter Standards zu verstehen und damit als eine Art soziale Gerechtigkeit im Großformat? Falls letzteres, gibt es 'gerechte Grenzen', die den Anwendungsbereich innergesellschaftlich akzeptierter Standards eingrenzen? Neben diesen generellen Fragen der globalen Gerechtigkeit untersucht das Seminar auch einige spezifische Fragestellungen, die überwiegend in die Bereiche der kommutativen und korrektiven Gerechtigkeit fallen: Haben Produzenten einen Anspruch auf einen ge-rechten Anteil an den Früchten der zunehmend global organisierten Produktion? Gibt es Pflichten zur Kompensation vergangenen und gegenwärtigen Unrechts, etwa der Kolonia- lisierung oder der Mitwirkung an ungerechten globalen (Handels-) Strukturen? Gibt es ein Recht auf Migration? Wer soll für die Folgen von Umweltzerstörungen aufkommen? Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: Wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Essay) / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 TF, Religionslehre: Aktive Teilnahme (Essay) / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 TF, Theologie: Äquivalent zu unbenoteter Prüfung: Essay / 3 Äquivalent zu benoteter Prüfung: schriftliche Arbeit / 4 Kontakt: heiner.michel@em.uni-frankfurt.de Hinweise: Die Veranstaltung wird dem Bereich Praktische Philosophie zugeordnet. Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Simon Caney 2011, Gerechtigkeit, Moral und Emissionshandel, in: Kreide, Regi-na/Landwehr, Claudia/Toens, Katrin (Hrsg.): Gerechtigkeit und Demokratie in Verteilungs-konflikten, Baden Baden Martha Nusbaum 2005, Frontiers of Justice. Disability, Nationality, Species Membership, Kap. 4 – 5 Thomas Pogge 2005, ‘Severe Poverty as a Violation of Negative Duties’, Ethics & International Affairs 19: 55-83 Amartya Sen 2002, ‚Justice Across Borders‘, in: P. deFreid/ C. Cronin (Hg.), Global Justi-ce and Traditional Politics, Cambridge Massachusetts Peter Singer 1972, ‚Famine, Affluence, and Morality’, Philosophy and Public Affairs, Vol. 1 No. 3, S. 229-243 Philippe Van Parijs 2006, ‚Global Distributive Justice‘, in: R. Goodin/ P. Pettit/ Th. Pogge, The Blackwell’s Companion to Political Philosophy, Oxford 29 Wallfahrt und Pilgerreise Dozent/in: Prof. Dr. phil. Martin Baumann Termine: Wöchentlich Mi, 08.15 - 10.00, ab 23.02.2011 HOF, R 0.03 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In vielen Religionen bilden Wallfahrt und Pilgerreisen einen wichtigen Bestandteil religiöser Praxis. Unterwegs sein, pilgern und das ersehnte Ziel erreichen, sind Ausdruck von Spiritualität und Frömmigkeit, kann Erfüllung eines Gelübdes oder eines religiösen Pflichtkanons sein. Jerusalem, Santiago de Compostela, Lourdes, Mekka, Benares, der Berg Kailash, Bodh Gaya, Amritsar, der Ise-Schrein in Japan und nicht zuletzt Einsiedeln sind herausragende Beispiele, welche jährlich z.T. Millionen von Pilgern und Pilgerinnen anziehen und beherbergen. In religionshistorischer Perspektive wird das Seminar aus der Vielzahl von Wallfahrts- und Pilgerstätten exemplarische Zentren vorstellen, den Motiven der Pilger/innen nachgehen sowie ökonomische, politische und soziale Apskete der Pilgerorte thematisieren. Zu nennen sind hier auch Formen des modernen Reisen und Tourismus sowie Pilgerfahrten zu säkularen Wallfahrtsstätten wie Graceland in Memphis/Tenn. oder das Vietnam Memorial in Washington D.C. In systematisch-vergleichender Perspektive sollen Victor Turners Begriffe der Liminalität und communitas zugrunde gelegt werden und Themen wie körperbezogene Wallfahrtspraktiken, Volksfrömmigkeit und Kommerz zur Sprache kommen. Teil des Seminrs wird die Besichtigung und das Erleben eines Wallfahrtortes und nach Möglichkeit eine eigene, partielle Teilnahme an einer Pilgerfahrt sein. Ziel des Seminars ist, Wallfahrt und ihre Frömmigkeitsformen anhand ausgewählter Pilgerzentren kennen zu lernen und mit Hilfe religionswissenschaflticher, ethnologischer und soziologischer Ansätze zuz analysieren. Voraussetzungen: Besuch eines religionswissenschaftlichen Proseminars oder Vorlesung Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: regelmässige, aktive Teilnahme mit Referat / 4 schriftliche Hausarbeit / 4 TF, Religionslehre: Regelmässige, aktive Teilnahme mit Referat / 4 schriftliche Hausarbeit / 4 TF, Theologie: Regelmässige, aktive Teilnahme mit Referat / 4 schriftliche Hausarbeit / 4 Anmeldung: UniPortal Begrenzung: 20 Studierende Kontakt: martin.baumann@unilu.ch Religionswissenschaftliches Seminar, Frau Ch. Waghorn, Kasernenplatz 3, 6000 Luzern 7; Tel.: 041 228 73 88, e-mail: relsem@unilu.ch Material: s. Semesterapparat Literatur Davidson, Linda Kay und Gitlitz, David M. (eds.), Pilgrimage. From the Ganges to Graceland. An Encyclopedia, Santa Barbara: ABC Clio Press House Nove. 2002, 2 Vols, Hugger, Paul, Zwischen Himmel und Erde - Wallfahrtsorte der Schweiz, mit Fotographien von Barbara Graf Horka und Nicolas Repond, Bern: Benteli 2007. Morinis, Alan (ed.), Sacred Journeys: The Anthropology of Pilgrimage, mit Vorwort von Victor Turner, Westport, conn.: Greenwood Gress 1992. Turner, Victor W., "Liminalität und communitas", in: Andrea Belliger, David Krieger (Hg.), "Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch, Opladen: Westdeutscher Verlag 1998, 251-162. 30 Glocalization - International activities of European and North American cities and regions Research Seminar Dozent/in: Prof. Dr. Joachim Blatter Termine: Wöchentlich Di, 17.15 - 19.00 , ab 22.02.2011 HOF, R 0.01 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: For many, current transformations are not fully captured by the term “globalization” but are much better characterized by the term “glocalization”. Glocalization points to the fact that at the same time when social, economic and political activities and actors on supranational levels are getting more important, so do activities and actors on a subnational level. Glocalization is not so much concerned with the emerging multi-level system but with the interdependencies, interactions and interferences between the various levels. A core assumption is that not just nation states but also sub-national governments react to globalization processes and they do this partly by “going abroad” – by establishing cross-border, international and interregional activities, partnerships and institutions. In the course we will first get acquainted with the relevant literature which looks at glocalization from a cultural, economic and political perspective. In the second half of the seminar the students will do their own empirical study by collecting information on cross-border and international activities of cities and regions from European and North American countries. A main goal of the course is that the students get some first experience in empirical field work. Therefore, the students will work in groups and use established frameworks for tracing cross-border and international activities of cities and regions. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich, ab 22.02.2010 Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: mündliche Mitarbeit, Gruppenarbeit, Referat / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 TF, Religionslehre: Mündliche Mitarbeit, Gruppenarbeit, Referat / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 Hinweise: Pflichtlektüre und Seminarmaterialien zugänglich auf Online-Plattform "OLAT" Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur · Blatter, J. (2007): Glocalization. Encyclopedia of Governance (edited by Marc Bevir), · Blatter, J., M. Kreutzer, M. Rentl, J. Thiele (2008): The Foreign Relations of European Regions: Competences and Strategies. West European Politics, 31, 3, 464-490 · Lecours, André (2002): Paradiplomacy: Reflections on the Foreign Policy and International Relations of Regions, in: International Negotiation: 7, 91-114. · Robertson, R. (1995): Glocalization: Time-space and homogeneity-heterogeneity. In: Featerhstone, M., S. Lash & R. Robertson (eds.): Global modernities. London: Sage. 25-44. · Aldecoa, F., M. Keating (eds.)(1999): Paradiplomacy in Action. The Foreign Relations of Subnational Governments. London: Frank Cass · Christian Lefèvre, Ernesto d’Albergo (guest editors) (2007): International strategies of cities. Environment and Planning C, 25, 3. 31 Der japanische Krieg in Asien und Ozeanien und seine nachhaltigen Folgen bis in die Gegenwart Dozent/in: dipl. Volksw. Karl Rössel Termine: Fr, 25.02.2011, 13.15 - 17.00, Sa, 26.02.2011, 10.15 - 12.00, Sa, 26.02.2011, 13.15 - 15.00, Fr, 25.03.2011, 13.15 - 17.00, Sa, 26.03.2011, 10.15 - 12.00, Sa, 26.03.2011, 13.15 - 15.00 PFI, HS 1 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Übung Inhalt: Der Zweite Weltkrieg begann im asiatisch-pazifischen Raum früher als in Europa und er dauerte dort länger. Nach der Kolonialisierung der koreanischen Halbinsel (1910) und der Besetzung der Mandschurei (1931) drangen japanische Truppen schon im Juli 1937 ins Kernland von China ein. Und während in Europa bereits am 8. Mai 1945 das Kriegsende gefeiert wurde, kapitulierte Japan erst nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Schon die gängige Terminierung des Krieges von September 1939 bis Mai 1945 verrät eine eurozentristische Sichtweise auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die sich in der Ausklammerung von Kriegsgeschehnissen, -teilnehmern und –opfern aus außereuropäischen Kontinenten fortsetzt. Dabei forderte der Krieg allein in China mehr Tote als in Deutschland, Italien und Japan zusammen. Weite Teile Asiens und der Pazifikregion standen ab 1941 unter japanischer Besatzung, Millionen Menschen mussten dort Zwangsarbeit leisten, Hunderttausende Frauen wurden in japanische Militärbordelle verschleppt. Das Blockseminar präsentiert die wenig bekannten Kriegsfolgen in Asien (Korea, China, Südasien, Indien und Philippinen) und Ozeanien (Hawaii, Neukaledonien, Neuguinea, Salomonen, Zentralpazifik und Mikronesien). Dabei stehen die Perspektiven der Betroffenen sowie Forschungen von HistorikerInnen aus der Region im Mittelpunkt, illustriert mit Fotos, Dokumentarfilmen und Originaltönen von ZeitzeugInnen. Umfang: 1 Semesterwochenstunde Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Unbenotete Prüfung / 1 Hinweise: Lehrveranstaltung zur Sonderausstellung "Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" Literatur Rheinisches JournalistInnenbüro / Recherche International e.V. (Hg.).: «Unsere Opfer zählen nicht» – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg Verlag Assoziation A, Hamburg/Berlin, zweite Auflage zur Ausstellung 2009. ISBN 3-935936-26-5 Darin: Einleitung (S. 13-23) sowie die Kapitel zu Asien (S. 211-307) und Ozeanien (S. 309 bis 403) Kuhn, Dieter: Der Zweite Weltkrieg in China Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09731-9 32 7. Sonderveranstaltung Configurative Methods in the Social Sciences Dozent/in: Charles C. Ragin Termine: Tuesday, May 10 to Friday, May 13, 2011 Studienstufe: Doktorierende Master Veranstaltungsart: Doktoranden- bzw. Masterseminar The analytic challenge of case-oriented research is not simply that the number of cases is limited, but that researchers gain useful in-depth knowledge of cases that is difficult to represent using conventional forms of analysis (e.g., representations that emphasize the “net effects” of “independent variables”). The researcher is left wondering how to represent knowledge of cases in a way that is meaningful and compact, but which also does not deny case complexity. Set-theoretic methods such as Qualitative Comparative Analysis (QCA) offer a solution. QCA is fundamentally a case-oriented method that can be applied to small-to-moderate size Ns. It is most useful when researchers have knowledge of each case included in an investigation, there is a relatively small number of such cases (e.g., 10-50), and the investigator seeks to compare cases as configurations. With these methods it is possible to construct representations of cross-case patterns that allow for substantial heterogeneity and diversity. This course offers an advanced introduction to the approach and to the use of the software package fsQCA. Both the crisp (i.e., Boolean) and fuzzy-set versions of the method are presented. Fuzzy set analysis is gaining popularity in the social sciences today because of the close connections it enables between verbal theory, substantive knowledge (especially in the assessment of degree of set membership), and data analysis. Fuzzy sets are especially useful in case-oriented research, where the investigator has substantial familiarity with the cases included in the investigation and seeks to understand cases configurationally, that is, as specific combinations of aspects or elements. Using fuzzy-set methods, case outcomes can be examined in ways that allow for causal complexity, where different configurations of causally relevant conditions combine to generate the outcome in question. Also, with fuzzy-set methods it is a possible to evaluate arguments that causal conditions are necessary or sufficient. Examinations of this type are outside the scope of conventional variable- oriented analysis. Main Topics Introduction to comparative methodology Introduction to Boolean algebra and set relations Set-theoretic analysis vs. correlational analysis Necessity and sufficiency INUS causation and causal complexity Crisp-set QCA Fuzzy sets, fuzzy set relations, and fuzzy-set QCA Fuzzy set calibration Limited diversity and counterfactual analysis Voraussetzungen: Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: Blockseminar Sprache: Englisch Prüfungsmodus /Credits: Masterstudierende: 4 ECTS Kontakt: franziska.struzek@unilu.ch oder joachim.blatter@unilu.ch Material: Pflichtlektüre und Seminarmaterialien zugänglich auf Online-Plattform OLAT Literatur: Charles C. Ragin, Redesigning Social Inquiry. Fuzzy Sets and Beyond. University of Chicago Press: Chicago and London. 2008 33 Orientierungen im Informationsdschungel Dozent/in: Fachreferentinnen und -referenten der ZHB Termine: Fr, 11.03.2011, 09.15 - 12.00, Fr, 11.03.2011, 13.15 - 16.00, Fr, 18.03.2011, 09.15 - 12.00, Fr, 18.03.2011, 13.15 - 16.00, Fr, 08.04.2011, 09.15 - 12.00, Fr, 08.04.2011, 13.15 - 16.00, Fr, 15.04.2011, 09.15 - 12.00, Fr, 15.04.2011, 13.15 - 16.00 ZHB Veranstaltungsart: Sonderveranstaltung Inhalt: Alle googeln und suchen erste Informationen bei Wikipedia. Im Studium wird es nun relevant, diesen alltäglichen Umgang mit Informationen im Kontext wissenschaftlichen Arbeitens neu zu überdenken. Für Referate und Hausarbeiten zu unbekannten Themen braucht man Literatur – Aufsätze und Bücher. Bibliothekskataloge und Datenbanken sind dazu gute Instrumente. Durch die Digitalisierung ist die Suche nach Informationen und Literatur zwar einfacher, die Auswahl und Beurteilug der Informationen jedoch anspruchsvoller geworden. Internetquellen müssen auf ihre Verlässlichkeit und wissenschaftliche Relevanz geprüft werden. Genaueres Wissen über die Funktion von Suchmaschinen und etablierte Fachinformationen im Netz sind hier hilfreich. Letztlich müssen die ganzen Hinweise und Notizen sortiert und dokumentiert werden. Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi erlauben dabei bereits eine erste Strukturierung des Themas, bevor der Schreibprozess losgeht. In vier Blocksitzungen mit Workshopcharakter möchten wir mit Ihnen zusammen Techniken und Instrumente rund um die Literaturrecherche kennenlernen und ausprobieren, die Sie im Studium benötigen: 1. Termin (11. März): Wissenschaftliches Arbeiten im Netz 2. Termin (18. März): Recherchieren vom Katalog zur Datenbank 3. Termin (8. April): Evaluieren, auswählen und verwalten 4. Termin (15. April): Verwenden und schreiben Voraussetzungen: keine Lernziele: siehe oben Inhalt/Kommentar Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Unbenotete Prüfung / 2 TF, Theologie: Bestätigte Teilnahme ohne Evaluation (für den ausserfakultären Wahlbereich) / 2 Kontakt: informationskompetenz@zhbluzern.ch Hinweise: Eine Veranstaltung für fortgeschrittene Studierende, die an einer BA- oder MA-Arbeit schreiben, findet im Herbstsemester statt. 34 Interkulturelle Kommunikation Dozent/in: Rebekka Ehret, Hochschule Luzern - Soziale Arbeit Kurzbeschrieb: Gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse sind globalisiert. Immer öfter arbeiten Menschen aus unterschiedlichen „Kommunikationssozialisationen“ zusammen. Neben verbaler und nonverbaler Kommunikation sind Komponenten wie Absicht, Verstehensleistung, Wissenssysteme und Erwartungen elementar für die Verständigung zwischen Menschen. Kommunikationskultur zeigt sich auf vielfältige Weise. In einer internationalen Organisation wird anders kommuniziert als innerhalb der Verwaltung einer Schweizer Gemeinde. Die Sprache eines Pädagogen ist eine andere als die einer Juristin. In der Anhörsituation rede ich als Amtsvertreterin mit einem Asylsuchenden anders als wenn ich dieselbe Person auf meiner Reise um die Welt kennen lerne. In Nordamerika oder in China wird anders verhandelt als in Europa. Die ritualisierte Sprache unterscheidet sich stark von der informellen, die Subkultursprache von der konventionellen Etabliertensprache. Im Modul behandeln wir die Zusammenhänge zwischen Kommunikation und sozio-kulturellen Kategorien, wir berücksichtigen Machtkonstellationen, analysieren Interaktionen in verschiedenen Kontexten und entwickeln einen konstruktiven Umgang mit Formen der Vielfalt. Reflexion der eigenen Kulturgebundenheit und Erfahrungen aufgrund des eigenen kulturell geprägten Kommunikationsverhaltens sind zudem Themen im Modul. Anzahl ECTS-Punkte 3 (90h) Zeitpunkt: jeweils mittwochs 16.30 – 18.30 Uhr Ort: Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Werftestrasse 1 6002 Luzern Teilnehmerzahl Max. 30 Art des Studiums: Kontaktstudium – angeleitetes Selbststudium - Selbststudium Lehrmittel Vgl. Modulführer Weitere Bemerkungen: Modulverantwortung und Auskunft bei inhaltlichen Fragen Rebekka Ehret T 041 367 49 09 Auskunft bei Fragen zur Einschreibung Michelle Roos-Bertschy T 041 367 48 90 Anmeldemöglichkeit Anmeldung ab 18. Januar 2011 M O N T A G D IE N S T A G M IT T W O C H D O N N E R S T A G F R E IT A G 08 .1 5- 10 .0 0 10 .1 5- 12 .0 0 D an ie l G ei ge r, P ro se m in ar , „F ro nt ie rs : Z ur E th no gr ap hi e un d G es ch ic ht e st aa tli ch er G re nz rä um e“ LO E , U 0 .0 4 W er ne r E gl i, H au pt se m in ar , „K in dh ei t, A rb ei t, K ul tu r“ H O F , R 0 .0 2 Jü rg H el bl in g & R ai ne r D ia z- B on e, H au pt se m in ar , „M är kt e - B ei tr äg e au s E th no lo gi e un d S oz io lo gi e“ P F I, K 1 Jü rg H el bl in g, H au pt se m in ar , „S ta at u nd R ec ht in A fr ik a“ LO E , U 0 .0 4 B et tin a B ee r, V or le su ng , „G es ch ic ht e de r E th no lo gi e II: E th no lo gi e de s 20 . J ah rh un de rt s“ LO E , U 1 .0 5 12 .1 5- 13 .0 0 13 .1 5- 15 .0 0 Jü rg H el bl in g, V or le su ng , „E in fü hr un g in d ie E th no lo gi e“ S T K , S K 2 B et tin a B ee r & R ah el K un z, H au pt se m in ar , “N eo lib er al is m , fa m ily a nd g en de r” 14 -t äg ig P IL , P 2 P et ra P an en ka , P ro se m in ar , „E in fü hr un g in d ie E th no lo gi e“ H O F , R 0 .0 2 E st he r Le em an n, H au pt se m in ar , „R ur al e G es el ls ch af t u nd S ta at in S üd os ta si en II “ LO E , U 0 .0 4 D on G ar dn er , M et ho di sc he s S em in ar , “I nt er pr et at io n an d de sc rip tio n: E th no gr ap hy a nd its m et ho do lo gy ” H O F , R 0 .0 2 B et tin a B ee r, H au pt se m in ar , „E th no lo gi e de r E m ot io ne n: L ie be im in te rk ul tu re lle n V er gl ei ch “ P F I, K 1 N at ha lie P ey er , P ro se m in ar , „R ec ht sp lu ra lis m u s un d G en de r au s et hn ol og is ch er P er sp ek tiv e“ LO E , U 0 .0 4 15 .1 5- 17 .0 0 W er ne r E gl i, P ro se m in ar , “T au sc h – th e po is on in th e gi ft” P F I, H S 2 B et tin a B ee r & R ah el K un z, H au pt se m in ar , “N eo lib er al is m , fa m ily a nd g en de r” 14 -t äg ig P IL , P 2 D or is B ac al zo & U rs ul a R ap p, P ro se m in ar , “I nt er di sc ip lin ar y In tr od uc tio n to G en de r S tu di es ” H O F , R 0 .0 2 T ob ia s S ch w ör er , P ro se m in ar , „F rie de n un d G ew al tlo si gk ei t“ LO E , U 0 .0 4 D on G ar dn er , H au pt se m in ar , A nt hr op ol og y an d th e “c ris is o f re pr es en ta tio n” H O F , R 0 .0 2 H ei nz K äu fe le r, H au pt se m in ar , „A nt hr op ol og ie de r N ah ru ng st ab us “ P F I, H S 2 17 .1 5- 19 .0 0 30 .0 5. 11 W or ks ho p 13 .1 5 – 19 .0 0 P IL , P 2 C ha rle s C . R ag in , D ok to ra nd en - bz w . M as te rs em in ar (B lo ck se m in ar ), „C on fig ur at iv e M et ho ds in th e S oc ia l S ci en ce s“ 10 .0 5- 13 .0 5. 11 E st he r Le em an n, K ol lo qu iu m P IL , P 4