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    KVV Ethnologie FS11

    untitled Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Ethnologisches Seminar Lehrveranstaltungen INFORMATION ETHNOLOGIE KOMMENTIERTES VORLESUNGSVERZEICHNIS FRÜHJAHRSSEMESTER 2011 Deckblatt: < > : Haida Hundslachs, Serigraphie von Bill Reid, in Gerber, P. & V. Katz-Lahaigue (1989) Ausstellungskatalog. Völkerkundemuseum der Universität Zürich, S. 68. 3 Liebe Studierende der Ethnologie, 2011 wird das Ethnologische Seminar drei Jahre alt. Es wächst beständig und hat mittlerweile die ersten AbsolventInnen (Bachelor, Promotionen und bald auch Master) aufzuweisen. Nun soll es ein eigenes Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis bekommen, um über Lehre und Forschung am Ethnologischen Seminar zu informieren. Ziel dieses Vorlesungsverzeichnisses ist es nicht nur jeweils Stundenplan und ausführlichere Beschreibungen der Lehrveranstaltungen zusammenzustellen, sondern auch Neuigkeiten mitzuteilen. Informationen beispielsweise über abgeschlossene Forschungsaufenthalte, Studienabschlüsse, Gäste, Tagungen und Exkursionen sind so allen Studierenden und Interessierten nicht nur auf der Homepage zugänglich. Auch Änderungen in Studienstruktur und Leitfaden zum Studium der Ethnologie sollen in die späteren Ausgaben aufgenommen werden. Zurzeit ist der Leitfaden noch separat als Informationsheft im Sekretariat des Ethnologischen Seminars erhältlich. Viel Spaß beim Lesen und einen guten Start in das Frühlingssemester 2011! Bettina Beer ----------------------- Inhaltsverzeichnis 1. Adressen und Öffnungszeiten……………………………………..……...4 2. Neuigkeiten und Ankündigungen………………………………………….5 3. Neuerscheinungen………………………………………………………….7 4. Lehrveranstaltungen des ethnologischen Seminars.…………..…….….8 5. Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen…...26 6. Sonderveranstaltungen……………………………………………………32 7. Stundenplan FS11…………………………………………………………36 4 1. Adressen und Öffnungszeiten Ethnologisches Seminar Kasernenplatz 3 Postfach 7455 6000 Luzern 7 www.unilu.ch/ethno Professuren: Bettina Beer, Prof. Dr., bettina.beer@unilu.ch (Sprechstunde nach Vereinbarung) Jürg Helbling, Prof. Dr., juerg.helbling@unilu.ch (Sprechstunde nach Vereinbarung) Fachstudienberatung: Werner Egli, Prof. Dr., werner.egli@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 228 70 76 (Sprechstunde siehe Website) Mobilitätsverantwortlicher: Don Gardner, Dr., donald.gardner@unilu.ch Tel . ++41 (0)41 228 70 74 (Sprechstunde nach Vereinbarung) Sekretariat: Luzia Weber, luzia.weber@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 228 70 73 Öffnungszeiten Sekretariat: Montag: 8.00 - 12.00 / 14.00 - 17.00 Uhr Dienstag: 8.00 - 12.00 / 14.00 - 17.00 Uhr Mittwoch: 8.00 - 12.00 / 14.00 - 17.00 Uhr Bibliotheken: Präsenzbibliothek der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Museggstrasse 37 Öffnungszeiten Mo - Fr: 7.00 - 19.00 Zentral- und Hochschulbibliothek Sempacherstrasse 10 Öffnungszeiten Mo - Fr: 11.00 - 18.30 Uhr Do: 11.00 - 20.00 Uhr Sa: 9.30 - 16.00 Uhr Katalogsaal und Lesesaal ohne Service: Mo - Fr ab 8.00 Uhr Die Human Relations Area Files (HRAF), eine umfangreiche Datenbank mit kodierten ethnographischem Quellenmaterial, sind online abrufbar auf dem Netz der Universität Luzern und der Luzerner Hochschulbibliotheken: http://ehrafWorldCultures.yale.edu 5 2. Neuigkeiten und Ankündigungen Veranstaltungen Workshop „Neoliberalism, family and gender“ In Zusammenarbeit mit den Gender Studies der Universität Luzern bieten Bettina Beer und Rahel Kunz am 30. Mai 2011 einen Workshop zum Thema „Neoliberalism, family and gender“ an. Als Gäste haben zugesagt Kate Bedford (Kent Law School, University of Kent) und Julia Pauli (Institut für Ethnologie, Universität zu Köln). Der Workshop ist universitätsöffentlich, genaue Zeit und Raum werden noch bekannt gegeben. Zu Inhalten und vorbereitender Lektüre siehe auch unter Lehrveranstaltungen die Ankündigung des Hauptseminars gleichen Titels. Kolloquium Das Kolloquium des Seminars findet Mittwoch von 17-19 Uhr statt und ist für alle Interessierten offen. Das Programm hängt aus und ist auf der Homepage zu finden. Studierende, die regelmäßig teilnehmen, können zwei Social Credit Points bekommen. Wenn sie eine begleitende Lektüregruppe dazu gründen, gibt es weitere zwei Social Credits Points. Abschlussarbeiten und Forschungen Abgeschlossene BA Arbeit Marie-Helen Nussbaum (Luzern): Kinder als kompetente Akteure in der Vermittlung von Kultur. Wie "Memory Books" Kinder Aids-kranker Eltern in Uganda befähigen, trotz Verlust der Eltern, eine aktive Rolle innerhalb der eigenen Kultur zu übernehmen. (Betreuung Prof. Dr. Werner Egli). Abgeschlossene Feldforschungspraktika Clara Bombach: „Forschungspraktikum beim Earth-Child-Project in Mzoxolo Primary, Lawaaikamp, George, Südafrika.“ Aja Diggelmann: „Generationen im urbanen afrikanischen Umfeld. Beziehungen zwischen Grosseltern und Enkelkindern in Kinshasa.“ Abgeschlossene Promotionen Danilo Geiger: „Turner in the Tropics: The Frontier Concept Revisited.“ Brigitte Templin: „O Mensch, erkenne Dich selbst“ – Richard Karutz (1867-1945) und sein Beitrag zur Ethnologie. (Erscheint 2010 in der Reihe „Lübecker Beiträge zur Ethnologie“ bei Schmidt und Römhild, Lübeck.) Geplante Exkursionen Kleines Feldforschungspraktikum in Kambodscha Im Rahmen des geplanten Forschungsprojektes "Social, cultural and political implications of swidden transformation: The case of the Bunong, Mondulkiri province, Cambodia" werden vier Studierende Mitte Januar – Mitte Februar 2011 eine kleine Feldforschung machen und darauf aufbauend ihre Bachelor-Arbeit schreiben. Die Feldphase wird im Nordosten Kambodschas, bei der ethnischen Minderheit der Bunong stattfinden, für gute Kontakte vor Ort und Übersetzer ist gesorgt. Falls das geplante Forschungsprojekt vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert werden wird, werden weitere (Master-)Studierende die Gelegenheit erhalten, in diesem Rahmen eine Feldforschung durchführend zu können. Das Südostasien-Hauptseminar von Dr. Esther Leemann bietet eine gute Möglichkeit zur thematischen Einarbeitung. Für Fragen und Auskünfte steht Ihnen Dr. Esther Leemann gerne zur Verfügung (041 228 46 48 oder 041 228 70 73). Betreutes Feldforschungspraktikum, auf die philippinische Insel Bohol, Januar 2012 Das geplante Feldforschungspraktikum soll maximal fünfzehn Studierenden die Möglichkeit geben, auf der philippinischen Insel Bohol ein eigenes Forschungsvorhaben durchzuführen. Die Teilnehmer werden jeweils vier Wochen in Familien untergebracht, um an deren Alltag teilzunehmen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, länger in den Familien zu bleiben, die Recherche an philippinischen Universitäten und in Bibliotheken zu ergänzen oder die Untersuchung vergleichend an einem anderen Ort auf den Philippinen fortzusetzen. 6 Die Studierenden werden darin unterstützt, ein Exposé zu schreiben und einen Antrag auf einen finanziellen Zuschuss beim Rektorat der Universität Luzern einzureichen. Das Forschungspraktikum ist im MA-Studiengang Ethnologie anrechenbar und/oder kann als Grundlage für eine Masterseminar-Arbeit oder die eigentliche Masterarbeit dienen. Voraussetzungen: • Abgeschlossenes BA-Studium • Persönliche Anmeldung bei Bettina Beer (bettina.beer@unilu.ch) und Vorgespräch • Teilnahme an Vorbereitungstreffen • Teilnahme im HS 2011 an dem Hauptseminar „Methoden der ethnologischen Feldforschung“ Zielsetzungen: • Die Formulierung einer konkreten Fragestellung und eines Forschungsantrages soll geübt, • regionale Kenntnisse über die Philippinen sollen vermittelt, • möglichst verschiedene empirische Methoden sollen erprobt • und die Erfahrung der Teilnahme am täglichen Leben in einer fremden Gesellschaft gemacht werden. Durch eigene Erfahrungen mit der ethnologischen Feldforschung lassen sich Ethnographien besser beurteilen, das ist eine wichtige Basis für die notwendige Quellenkritik. Beispiele für mögliche Themenbereiche: • Migration o Wie leben Kinder, Partner und andere Verwandte von Migrantinnen und Migranten? o Wie gestaltet sich der Kontakt zwischen Migrantinnen und Migranten und den Familien auf den Philippinen? • Freundschaft und Freundescliquen • Fischfang und -verkauf • Kleingewerbe und Handel auf dem Markt • Kinderalltag und -spiele • Medizinische Vorstellungen und Heilmittel • Verwandtschaft und Haushalt: Wie entsteht Verbundenheit und Zugehörigkeit? • Neue Technologien o Kinder, Computerspiele und Chatten o Social network sites o Cellphones und text mates ...und viele andere mehr... V isayas Luzon Manila Bohol 7 3. Neuerscheinungen Werner Egli & Ingrid Tomkowiak (Hg.), Sinne. Zürich: Chronos Verlag, 2010 Werner Egli & Lucia Kersten (Hg.), Kindheit und Jugend anderswo: Ergebnisse ethnographischer Feldforschungen. Münster: Lit Verlag, 2010 Esther Leemann, Housing Reconstruction in Post-Mitch Nicaragua: Two Case Studies from the Communities of San Dionisio and Ocotal. In: Miller, D. and J. Rivera (eds.) Community Disaster Recovery and Resiliency: Exploring Global Opportunities and Challenges. Boca Raton, London, New York: CRC Press, Taylor & Francis Group, 2010 Mit Hörerschein beim Studiladen vergünstigt erhältlich: 8 4. Lehrveranstaltungen des ethnologischen Seminars Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Termine: Wöchentlich Mo, 13.15 - 15.00, ab 21.02.2011 STK, SK 2 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Die Lehrveranstaltung ist als Überblick und Einführung in das Studium der Ethnologie, in Gegenstand, Methodik, Grundbegriffe und Geschichte des Faches angelegt. Sie soll Antworten auf die Fragen geben, was Ethnologie ist und welche Fragestellungen mit welchen Methoden verfolgt werden. Im Mittelpunkt stehen Wirtschaftsethnologie, politische Anthropologie sowie die Geschichte des Faches. Neben fachspezifischen Methoden und Theorien werden auch fächerübergreifende wissenschaftliche Arbeitsweisen vorgestellt. Sowohl praktische Studien- und Arbeitstechniken als auch wissenschaftstheoretische Grundlagen sind Gegenstand der Lehrveranstaltung, da diese Kenntnisse nach dem Schulabschluss nicht vorausgesetzt werden können. In der Einführung sollen Erstsemester außerdem eine eigene Vorstellung davon entwickeln können, welchen Sinn das Studium der Ethnologie haben kann und welches ihre eigenen Zielsetzungen sind. Aus diesem Grund wird auch die Frage der Berufsperspektiven berücksichtigt. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Präsenz, Aufgaben während des Semesters / 2 Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch 9 Geschichte der Ethnologie II: Ethnologie des 20. Jahrhunderts Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Termine: Wöchentlich Do, 10.15 - 12.00, ab 24.02.2011 LOE, U 1.05 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Diese Vorlesung soll einen Überblick über die Geschichte und die wichtigsten Richtungen und theoretischen Ansätze der Ethnologie im Zwanzigsten Jahrhundert geben. Die sich verändernden Fragestellungen, Grundannahmen, Methoden und Ergebnisse werden an Beispielen verdeutlicht. Besonders Anfangssemester sollen dadurch ein grobes Gerüst zur zeitlichen und theoretischen Einordnung der wichtigsten Autoren, Arbeiten und Ansichten bekommen. Es geht bei der Vorlesung also nicht um Geschichte an sich, sondern um Wissenschaftsgeschichte als Einführung, Überblick und das Aufzeigen unterschiedlicher Möglichkeiten. Besonderer Wert wird dabei auch auf die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen von und für Wissenschaft gelegt. Die Aufteilung der Vorlesung auf zwei Semester soll eine intensivere Einarbeitung in den umfangreichen Stoff ermöglichen. Beide Vorlesungen ("Anfänge der Ethnologie" und "Ethnologie des 20. Jahrhunderts") können unabhängig voneinander gehört werden und sind für untere Semester aber auch für Fortgeschrittene geeignet, die einen Überblick über das Fach bekommen möchten. In diesem zweiten Semester werden – nach einem Rückblick auf die Vorläufer – die wichtigsten Schulen des Zwanzigsten Jahrhunderts behandelt: Historische Richtungen in Deutschland, die amerikanische "Cultural Anthropology", Strukturalismus und die britische "Social Anthropology" sowie neuere Entwicklungen. Die Vorlesung findet in einem Zyklus von vier Semestern statt. Während des Semesters werden kurze schriftliche Aufgaben gestellt, deren Lösung Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme sind. Unterrichtsmaterial, Texte und Illustrationen sowie ein Online-Forum werden auf OLAT bereit gestellt. Die Selbstorganisation eines begleitenden Lektürekurses, für den Social Credit Points vergeben werden, ist möglich. Voraussetzungen: Vorkenntnisse werden nicht erwartet. Die Vorlesung ist für untere Semester angelegt und auch für Erstsemester geeignet. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Unbenotete Prüfung, Aufgaben während des Semesters / 2 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Barnard, A. 2000. History and Theory in Anthropology: Cambridge University Press de Waal Malefijt, Annemarie. 1976. Images of Man. A History of Anthropological Thought. New York: Alfred Knopf. Harris, Marvin. 1969 The Rise of Anthropological Theory. A History of Theories of Culture. London: Routledge & Kegan Paul. Hays, H. R.: 1958. From Ape to Angel. An Informal History of Social Anthropology. New York: Capricorn Books. (Neuauflagen 1969, 1981). Petermann, Werner. 2004. Die Geschichte der Ethnologie. Wuppertal: Peter Hammer Verlag. Vermeulen, Han F. und Arturo Alvarez Roldán (Hrsg.). 1995. Fieldwork and Footnotes. Studies in the History of European Anthropology. London und New York: Rotledge. 10 Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Petra Panenka, MA Termine: Wöchentlich Di, 13.15 - 15.00, ab 22.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Diese einführende Lehrveranstaltung vermittelt die grundlegende Fachterminologie und gibt einen kurzen Einblick in die Methoden der ethnologischen Feldforschung. Es werden die wichtigsten theoretischen Hauptströme der klassischen Ethnologie, wie der Kulturrelativismus (Ruth Benedict, Margaret Mead), der Funktionalismus (Bronislaw Malinowski) und der Strukturalismus (Claude Levi-Strauss) vorgestellt, sowie bedeutende Literatur der Social Anthropology (z.b.Edward Evans-Pritchard / Max Gluckman) und Cultural Anthropology (z.B. Clifford Geertz - Interpretative Ethnologie und deren Kritik durch die Writing Culture-Debatte) behandelt. Darüber hinaus ist es Ziel des Proseminars, die Verknüpfung einzelner Arbeitsbereiche und Forschungsansätze am Beispiel einzelner WissenschaftlerInnen nachzuvollziehen und so ein Verständnis von der Entstehung von Schulen und Forschungsbereichen zu erhalten. Abschließend soll durch die Besprechung rezenter ethnologischer Forschungansätze, wie der gender studies (Judith Butler, Marilyn Strathern) der Ethnologie der Sinne (David Howes) und der Globalisierung (Arjun Appadurai), eine kritische Reflexion wissenschaftlicher Quellen erreicht werden. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: petra.panenka@gmx.de Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Für eine erfolgreiche Teilnahme sind das Lesen des einführenden Ethnologiehandbuches (Beer, Bettina und Hans Fischer (2006): ‚Ethnologie. Einführung und Überblick’. Berlin: Dietrich Reimer Verlag) Literaturangaben werden auf OLAT bereitgestellt 11 Frieden und Gewaltlosigkeit Dozent/in: lic. phil. Tobias Schwörer Termine: Wöchentlich Mi, 15.15 - 17.00, ab 23.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Es ist auffallend, dass die Themen Krieg und Gewalt auch in der Ethnologie ein weit grösseres Forschungsinteresse auf sich ziehen als die gegensätzlichen Aspekte von Frieden und Gewaltlosigkeit. Dennoch ist in den letzten fünfzehn Jahren seit der Publikation des Sammelbandes „The Anthropology of Peace and Nonviolence“ (Sponsel/Gregor 1994) so etwas wie eine Ethnologie des Friedens und der Gewaltlosigkeit entstanden. Diese Proseminar möchte nun einen breiten Überblick über unterschiedliche ethnologische Zugänge zu diesen Themen bieten und insbesondere aufzeigen, dass Frieden eben mehr ist als nur die Zeitspanne zwischen zwei Kriegen. Es gibt ethnographisch gut dokumentierte Gesellschaften, welche keine Kriege führen, und auch solche, bei denen Gewalt praktisch kaum vorkommt. Menschen in diesen Gesellschaften meiden und minimieren Konflikte, oder legen sie letztlich friedlich bei. Die blosse Existenz solcher Gesellschaften beweist, dass Menschen im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht einfach „von Natur aus“ gewalttätig sind. Einige ethnographische Fallbeispiele von friedlichen und zum Teil auch gewaltlosen Gesellschaften werden in diesem Proseminar eingehender untersucht, von den Semai im Regenwald von Malaysia, den Mangyan auf den Philippinen, den San Bushmen in der Kalahari-Wüste im südlichen Afrika, bis hin zu den Amischen in den USA. Dabei interessieren insbesondere, unter welchen Bedingungen Frieden aufrechterhalten werden kann, und welche Strukturen und Mechanismen für die weitgehende Gewaltfreiheit verantwortlich sind. Anschliessend befassen wir uns mit der Herstellung und Aufrechterhaltung von Frieden in kriegerischen Gesellschaften und in Ländern, welche durch Konflikte und Bürgerkriege zerrüttet sind, also mit Friedensverhandlungen, Friedenschlüssen, und Institutionen zur Absicherung des Friedens, aber auch mit den Möglichkeiten und Chancen friedlicher Konfliktbeilegung in unserer eigenen Gesellschaft, sowie mit Gewaltlosigkeit und Pazifismus als politischer Strategie. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 TF, Religionslehre: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 TF, Theologie: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: tobias.schwoerer@unilu.ch Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Sponsel, Leslie E. / Gregor, Thomas (eds.) 1994. The Anthropology of Peace and Nonviolence. Boulder, CO: Lyenne Rienner. Gregor, Thomas (ed.) 1996. A Natural History of Peace. Nashville: Vanderbilt University Press. 12 Frontiers: Zur Ethnographie und Geschichte staatlicher Grenzräume Dozent/in: Dr. Daniel Geiger Termine: Wöchentlich Mo, 10.15 - 12.00, ab 21.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Ohne in der Regel als solche thematisiert worden zu sein, stand die „Grenze“ (frontier) seit jeher im Zentrum ethnologischen Nachdenkens über nichtstaatliche Lebenswelten und ihre Transformation im Zug der kolonialen und postkolonialen Eroberung. Frontiers entstehen – und entstanden seit Jahrtausenden –, wo als Resultat territorialer Expansion unterschiedlich mächtige Gesellschaften aufeinanderstossen und sich gegenseitig durchdringen. Die frontiers der Gegenwart sind Gebiete nationalstaatlicher Hoheit, auf die der Staat zwar massgeblich einwirkt, ohne sie aber vollständig zu kontrollieren, da er sich schwer tut damit, die Autonomie der dort ansässigen indigenen Gemeinschaften zu brechen. Die Prioritäten staatlicher Herrschaft an der „Grenze“ sind andere als in den Kerngebieten des Staates; das Interesse an der Durchsetzung der nationalstaatlichen Idee und der Erschliessung des Ressourcenreichtums dieser Gebiete geniesst Vorrang vor der Achtung der Rechte der Lokalbevölkerung, Erwägungen zum Schutz der Biodiversität und sogar der Maxime politischer Stabilität. Grenzräume dieser Art sind ökologische Notstandsgebiete, und sie sind politisch notorisch unruhig; viele der virulentesten sezessionistischen Konflikte auf der Welt sind Antworten auf den gewaltgesättigten Prozess, in dem Staaten Stämme verdrängen. Im Verlauf des Proseminars werden wir verschiedene historische Ausprägungen der frontier und die wesentlichsten Traditionen in der Theoriebildung zu frontiers kennenlernen, frontiers als Grenzräume mit der Territorialgrenze (borders, borderlands) vergleichen, und anhand reichhaltiger ethnographischer Materialien die wesentlichen Charaktermerkmale von frontiers und der nationalstaatlichen Politik an den Peripherien des globalen Südens herausarbeiten. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen 13 Interdisciplinary Introduction to Gender Studies Dozent/in: Doris Bacalzo, MA Dr. Ursula Rapp Termine: Wöchentlich Di, 15.15 - 17.00, ab 22.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: This course brings in various perspectives on studies and researches on gender. The aim is not only to introduce some fundamental concepts pertaining to gender, sexuality or gender relations but to also prepare students to the many possibilities of studying gender with its far-reaching relevance in contemporary times (e.g., identity politics and gendered experiences through history, modernity, globalization, migration, conflict and peace-making, among others across cultures and societies). The variety of themes and issues in the discussions intend to illustrate the multifaceted dimension of gender. This introductory course will enable students to appreciate diversity and differences, the interrelatedness of disciplines and the collaborative approach to teaching and studying gender. This is to facilitate students’ articulation of gender in their chosen field and everyday life. Voraussetzungen: Englischkenntnisse. Lectures will be in English and German. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Essay) / 4 Kontakt: ursula.rapp@unilu.ch Doris.Bacalzo@unilu.ch Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen 14 Rechtspluralismus und Gender aus ethnologischer Perspektive Dozent/in: lic. phil. Nathalie Peyer Strauss Termine: Wöchentlich Do, 13.15 - 15.00, ab 24.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In Studien zu Rechtspluralismus werden verschiedene rechtliche Ordnungen, die im selben sozialen Feld operieren, vergleichend untersucht. Im Zentrum dieser Forschungen stehen einerseits historische Analysen des internen Pluralismus im staatlichen Recht, der durch die Aushandlungen zwischen kolonialem und vorkolonialem sowie dem Gewohnheitsrecht entstanden ist. Andererseits befassen sich rechtspluralistische Studien auch mit der Interaktion zwischen Staatsrecht und anderen rechtlichen Autoritäten, wie Dorf-, Ältesten- oder Kastenräten. Nähert man sich dem Studium des Rechtspluralismus aus einer Genderperspektive, lassen sich geschlechts- und statusabhängig Unterschiede im Zugang zu (semi-)rechtlichen Foren feststellen. Handlungsmöglichkeiten von Frauen und Männern werden durch Geschlechternormen und Werte beeinflusst. In von Männern dominierten staatlichen Gerichten oder Dorfräten greifen Frauen häufig auf alternative, im strengen Sinne ‚nicht- rechtliche’ Foren, wie soziale Organisationen oder religiöse und politische Autoritäten, zurück. Diese können wichtige Aushandlungs- und Vermittlungsaufgaben in Rechtsstreitigkeiten übernehmen. Die Geschlechterperspektive rückt zudem Alltagsstrategien in den Vordergrund, welche zur Durchsetzung von Rechten bedeutsam sind, wie etwa die Unterstützung oder Mobilisierung von sozialen Netzwerken. Das Proseminar hat zum Ziel, das Verständnis von Rechtspluralismus um die Dimension geschlechtsspezifischer Unterschiede im Umgang mit Recht zu erweitern und über die Untersuchung klassischer rechtlicher Institutionen hinauszugehen. Die Studierenden sollen durch Lektüre, Präsentation und Diskussion von Fallstudien aus Indien und Afrika geschlechterspezifische Umgangsstrategien vor allem mit familienrechtlichen Disputen kennen lernen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: Nathalie.Peyer@gmx.ch Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Moore, Erin P. 1998: Gender, Law and Resistance in India. Tuscon: University of Arizona Press. Griffiths, Anne 1997: In the Shadow of Marriage: Gender and Justice in an African Community. Chicago: University of Chicago Press. Ein ausführliches Programm mit zusätzlicher Literatur wird in der ersten Stunde besprochen. 15 Tausch - the poison in the gift Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Termine: Wöchentlich Mo, 15.15 - 17.00, ab 21.02.2011 PFI, HS 2 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Warum halten wir eine Flasche Wein für ein besseres Geschenk als eine Flasche Apfelsaft? Und warum glauben wir, ein Geschenk irgendwie erwidern zu müssen? Warum glauben wir aber auch, dass es sich nicht gut macht, erhaltene Geschenke weiter zu verschenken? Sind diese Einstellungen kulturspezifisch oder universell? Warum heisst das englische „gift“ für Geschenk auch im Englischen dasselbe wie das deutsche „Gift“ und warum bedeutet „gift“ in skandinavischen Sprachen zusätzlich zum deutschen „Gift“ auch noch „verheiratet“? Seit Bronislaw Malinowskis Analyse des Kula-Tauschsystems der Trobriander in Melanesien (1922) und Marcel Mauss’ berühmtem „Essay sur le Don“(1924) ist die Beschäftigung mit dem Gabentausch ein klassisches Thema der Ethnologie. In diesem Proseminar, das auch in die Wirtschaftsethnologie einführt, werden wir uns ausgehend von Malinowski und Mauss mit klassischen Texten zum Tausch von Claude Lévi-Strauss (1949) über Marshall Sahlins (1968), Pierre Bourdieu (1977), Annette Weiner (1980), Lewis Hyde (1982), Chris Gregory (1982), Jonathan Parry (1986), Arjun Appadurai (1986), Marilyn Strathern (1988), John Davis (1992), Maurice Godelier (1996) bis Alain Cailléu (2000) befassen. Wir werden unterschiedliche Dimensionen und Formen, Antriebskräfte und Auswirkungen des Tausches kennenlernen sowie verschiedene Ansätze seiner methodischen Erfassung und theoretischen Interpretation. Zum Schluss werden wir besser verstehen, was es mit dem „poison in the gift“ auf sich hat. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Kontakt: werner.egli@unilu.ch Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Die Texte und Textausschnitte, die zur Sprache kommen sollen, werden auf einer CD zur Verfügung gestellt. 16 Interpretation and description: Ethnography and its methodology Dozent/in: Ph. D. Donald Gardner Termine: Wöchentlich Mi, 13.15 - 15.00, ab 23.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Methodisches Seminar Inhalt: Ethnographic fieldwork is a central feature of the anthropological enterprise. Others (missionaries, government officers, medical personnel) often have long experience of cultural environments that are unfamiliar to them and to Westerners generally. Moreover, they often write about those experiences. Ethnographic writing contrasts with these other forms of writing in many ways, but its intellectual signficance derives from the fact that it addresses issues whose importance is acknowledged (actually or potentially) by a community of scholars, and sometimes by broader cultural currents. Understanding such writing depends upon seeing how the methods used, the analysis undertaken and the results generated address the issues that define the life of the relevant communities (for a given text may address more than one). In this seminar, we will take detailed look at a single ethnographic monograph and writings to which it is connected as successor or predecessor. We will also consider some of the different answers that have been given to the basic question of what it is that an ethnographer does, including Clifford Geertz's, who famously declared that ethnography is "thick description". We will also consider why ethnographic analysis has been thought to be a basis for the critique of our own culture. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: donald.gardner@unilu.ch Hinweise: A subsidiary aim of the seminar is to help students to develop strategies for reading academic texts written in English. The pace of the seminar will reflect this. Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Relevant literature will be made available electronically 17 Anthropologie der Nahrungstabus Dozent/in: Dr. Heinz Käufeler Termine: Wöchentlich Do, 15.15 - 17.00, ab 24.02.2011 PFI, HS 2 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Menschen sind Omnivoren, sie haben ein breites Spektrum potentieller Nahrung, nutzen aber oft nur einen kleinen Teil davon. Was (auch wann, wie zubereitet etc.) von wem gegessen werden kann wird, ganz besonders hinsichtlich tierischer Nahrungsmittel, durch kulturelle Regeln bestimmt, die Gemeinschaften bilden, strukturieren und voneinander abgrenzen können. Eine der bekanntesten dieser Regeln betrifft das Verbot des Schweines unter anderem für Juden und Muslime. Ersteren verbieten die Kaschrut- Regeln zudem den Verzehr einer ganzen Reihe weiterer Tierarten. Die Veranstaltung bietet einerseits einen Überblick über die äusserst variationsreichen 'Regeln der Essbarkeit' in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften, andererseits auch einen spezifischen Blick auf die sozialwissenschaftliche Theorienbildung, denn im Schnittbereich von ökologisch-ökonomischer Anthropologie und Religionsethnologie sind von Anthropologen, Historikern und Vertretern verwandter Disziplinen sehr unterschiedliche Deutungen und Erklärungen von Nahrungsregeln, Nahrungsmeidungen resp. Nahrungstabus vorgeschlagen worden. Um einige Fragen, wie etwa die 'Heiligen Kühe' Indiens oder die verbreitete Meidung des Schweins sind klassische Debatten entbrannt. Die Beschäftigung mit den Fragen um 'verbotene Tiere' ist so auch eine Gelegenheit, unterschiedlich operierende Anthropologen bei der Arbeit zu erleben. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Essay) / 4 Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Zur Einführung empfohlen: Marvin Harris: Wohlgeschmack und Widerwillen. Die Rätsel der Nahrungstabus (dtv). 18 Anthropology and the "crisis of representation" Dozent/in: Ph. D. Donald Gardner Termine: Wöchentlich Mi, 15.15 - 17.00, ab 23.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: In 1986, two books were published that revolutionised the way many anthropologists thought about their discipline: *Anthropology as cultural critique: an experimental moment in the human sciences*, by Marcus & Fisher, and *Writing culture*, edited by Clifford and Marcus. A few years earlier, anthropologists had struggled with the claim that intellectual genres had become irremediably blurred (as Clifford Geertz put it). Now, though, there was an even greater challenge: the perspective that these new works set out and defended is usually seen as an anthropological version of broader post-modernist commitments, and is often summarised in terms of the phrase “the crisis of representation”, because a crucial idea is that anthropology (along with the other human sciences) had to face the unpleasant fact that the representational conventions of the discipline, and the complacent epistemological stances they supported, were no longer credible. This seminar will examine the background to the "crisis", its initial presentation and subsequent development. We will also consider the counter arguments this contested idea has provoked, and the extent to which its revolutionary claims have become routinised in the ethnographic and theoretical practices of sociocultural anthropology. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: donald.gardner@unilu.ch Hinweise: This seminar can counted as falling within "Klassiker der Ethnologie". Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur All readings will be made available electronically 19 Ethnologie der Emotionen: Liebe im interkulturellen Vergleich Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Termine: Wöchentlich Do, 13.15 - 15.00, ab 24.02.2011 PFI, K 1 Studienstufe: Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: "Spielt Liebe denn überhaupt keine Rolle?" – eine übliche Frage in Verwandtschaftsvorlesungen, wenn es um verschiedene Eheformen im interkulturellen Vergleich geht. Liebe (gegen- und gleichgeschlechtliche), Sexualität und Eifersucht spielen eine Rolle. Wenn, wie Stendhal schrieb, die Liebe ein Fieber ist, dann ist dies universal ansteckend. Es kann jedoch im interkulturellen Vergleich sehr unterschiedlich sein, ob und wie solche Emotionen zum Ausdruck gebracht werden und welche Bedeutungen sie für soziale Beziehungen haben. Die europäische Liebesheirat und Vorstellungen von romantischer Liebe sind etwa Ergebnisse einer historischen Entwicklung, die im Seminar nachgezeichnet werden soll. Die Verwandtschaftsethnologie hat Emotionen als wichtigen Bestandteil sozialer Beziehungen erst in den letzten zwanzig Jahren "entdeckt", seit es weniger um die Analyse formaler Modelle und Strukturen, sondern eher um die Entstehung von Gefühlen der Zugehörigkeit (belonging) sowie die Herstellung von Beziehungen (relatedness und kinning) geht. Auch in der kognitiven Ethnologie spielen Gefühle, ihre Bewertung und ihr Zusammenspiel mit Wissensbeständen eine wichtige Rolle. Je stärker simplifizierende rational choice-Modelle menschlichen Verhaltens ausgedient haben, desto wichtiger ist die Untersuchung von Emotionen und Verhalten geworden. Aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven und an verschiedenen ethnographischen Beispielen sollen die Geschichte, mediale Vermittlung und politische Bedeutungen sowie die Frage der Verknüpfung "biologischer" und "kultureller" Dimensionen von Lust und Liebe untersucht werden. Voraussetzungen: Möglichst abgeschlossenes BA-Studium. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 zusätzliche schriftliche, benotete Seminararbeit / 4 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Hinweise: Unterrichtsmaterial, Texte und ein Online-Forum werden auf OLAT bereit gestellt. Die Selbstorganisation eines begleitenden Lektürekurses zum Thema Politikethnologie, für den Social Credit Points vergeben werden, ist möglich. Schriftliche (Master)-Seminararbeiten können als Vorbereitung für die BA- oder MA-Arbeit dienen, in der das behandelte Thema dann umfassender bearbeitet wird. Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur: Literatur wird auf Olat bereit gestellt 20 Kindheit, Arbeit, Kultur Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Termine: Wöchentlich Mo, 10.15 - 12.00, ab 21.02.2011 HOF, R 0.02 Studienstufe: Bachelor Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Nach Angaben der UNICEF arbeiten heute fast 200 Mio. Kinder unter 14 Jahren, die meisten davon in Asien und im subsaharischen Afrika. Historisch gesehen ist das arbeitende Kind der Normalfall. Kinderarbeit lässt sich jedoch schwer mit dem westlichen Begriff von Kindheit vereinbaren und der Ruf nach einem generellen Verbot erscheint selbstverständlich. Erst seit rund 20 Jahren wird diese Haltung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive hinterfragt, vor allem auch unter dem Einfluss arbeitender Kinder, die ein Recht auf Arbeit einfordern und sich zu diesem Zweck in global vernetzten Bewegungen engagieren. In diesem Hauptseminar befassen wir uns in der Perspektive der aktuellen Ethnologie der Kindheit, in der das Kind als sozialer Akteur begriffen wird, mit den Dimensionen und dem theoretischen Verständnis von und den damit verbundenen Einstellungen zur Kinderarbeit. Ausgehend von einem Überblick über die aktuelle Kindheitsforschung wenden wir uns dem historischen Wandel der Begriffe von Kindheit und Arbeit zu und analysieren ihre kulturspezifischen Dimensionen an Beispielen vorindustrieller Gesellschaften. Dabei wird uns auch die Erziehung der Kinder zur Arbeit durch kulturspezifische Sozialisations- und Fosteringpraktiken beschäftigen. Anschliessend wenden wir uns neuesten Untersuchungen zu Kinderarbeit, Strassenkindern und Bewegungen arbeitender Kinder in Asien, Afrika und Lateinamerika zu. Die empirische Fundierung wird uns schliesslich eine differenzierte Einschätzung der verschiedenen Positionen in der aktuellen Debatte zur Kinderarbeit erlauben. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Zusätzliche schriftliche, benotete Seminararbeit / 4 Kontakt: werner.egli@unilu.ch Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Artikel zur Einführung ins Thema (sowie Programm und Literaturliste) werden vor Semesterbeginn auf OLAT zum Download zur Verfügung stehen. 21 Neoliberism, family and gender Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Dr. phil. des. Rahel Kunz Termine: 14-täglich Mo, 13.15 - 17.00, ab 21.02.2011, PIL, P2 Workshop am 30.05.11 von 13.15 - 19.00 PIL, P2 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: This interdisciplinary workshop-seminar involves the cooperation of gender studies, political science and sociocultural anthropology at the Univeristy of Lucerne. It comprises two parts: the first part takes the form of seminars that will introduce the students to the topic and prepare them for the workshop, which is the second part of this course. The workshop-seminar will provide students with a thorough knowledge of neo-liberalism in relation to the family and gender, but it will also give students the opportunity to acquire organizational skills involved in developing a workshop programme, implementing it and providing appropriate information about it. The workshop will be open to the public. Topics that will be addressed throughout the seminar and the workshop will focus on the transformations of gender, family and households under conditions of neoliberalism. We will examine these issues through a comparative consideration of a number of case studies, from Latin America and the Philippines, regions with similar problems and a histories of colonialism, migration, dependency on remittances and political conflicts. Voraussetzungen: Basic knowledge in social sciences Umfang: 4 Semesterwochenstunden Turnus: 14-tägig, Workshop am 30.05.11 von 13.15 - 19.00 Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Zusätzliche schriftliche, benotete Seminararbeit / 4 Kontakt: bettina.beer@unilu.ch rahel.kunz@unilu.ch Literatur Bedford, Kate 2010 Introduction to a special issue of Feminist Legal Studies on markets and sexualities. Feminist Legal Studies, 18 (1) 2008 Holding It Together in a Crisis: Family Strengthening and Embedding Neoliberalism. IDS Bulletin, 39 (6). pp. 60-66. Bedford, Kate and Fraser, Nancy 2008 Social Rights And Gender Justice in the Neoliberal Moment: A Conversation about Gender, Welfare, and Transnational Politics. An Interview with Nancy Fraser. Feminist Theory, 8 (2). pp. 225-245. Comaroff, Jean and John Comaroff (Hg.) 2001 Millenial Capitalism and the Culture of Neoliberalism. Duke University Press. 2002 Alien-Nation: Zombies, Immigrants, and Millenial Capitalism. In: South Atlantic Quarterly 101 (4): 779-805. Greenhouse, Carol J. (ed.) 2010 Ethnographies of Neoliberalism. Philadelphia: University of Pensylvania Press. Kunz, Rahel 2009 "Remittances are beautiful"? The Gendered Governmentality of the Global Remittance Trend. Luzern: Universität Luzern. Pauli, Julia 2008 A house of one's own: Gender, migration, and residence in rural Mexico. In: American Ethnologist 35 (1): 171-187. 22 Rurale Gesellschaften und Staat in Südostasien II Dozent/in: Dr. phil. Esther Leemann Termine: Wöchentlich Mi, 13.15 - 15.00, ab 23.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Die ruralen Räume Südostasiens haben sich im Verlaufe der letzten Jahrzehnte rapide verändert. Das Verhältnis von Staat und ruralen Gesellschaften hat diesen Wandel entscheidend mitgeprägt. Im ersten Teil des Kurses haben wir uns ethnologischen Debatten gewidmet, welche unser Verständnis der Transformationsprozesse stark geprägt haben. In diesem zweiten Teil werden wir uns mit einzelnen Fallstudien vertieft auseinandersetzen, die auf bestimmte thematische Aspekte fokussieren, v.a. Veränderungen der bäuerlichen Lebenswelten, Marginalisierung und Revolten sowie staatliche Programme zur Entwicklung des ruralen Raums (Minoritätenpolitik, Infrastrukturprojekte, Umsiedlungsprogramme, Forstpolitik). Wir werden uns mit diesen Themen mittels Texten, aber auch verschiedenen ethnographischen Filmen beschäftigen. Voraussetzungen: Der Besuch des ersten Teils der Veranstaltung ist von Vorteil, jedoch nicht zwin-gend. Bitte setzten Sie sich vorgängig mit der Dozentin in Verbindung, wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen, ohne den Teil I besucht zu haben (es-ther.leemann@unilu.ch). Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) / 4 Kontakt: esther.leemann@unilu.ch 23 Staat und Recht in Afrika Dozent/in: Prof. Dr. Jürg Helbling Termine: Wöchentlich Mi, 10.15 - 12.00, ab 23.02.2011 LOE, U 0.04 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Zahlreiche Staaten in Afrika sind in den letzten Jahrzehnten Schauplätze von Bürgerkrieg und Staatsschwäche geworden. Das Seminar setzt sich zum Ziel, den spezifischen Charakter dieser Staaten herausarbeiten. Hierzu gehört auch die Frage des Rechts, dessen Durchsetzung eigentlich zu den Aufgaben des Staates gehört, wozu allerdings die neopatrimonialen Staaten Afrikas, die mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, politisch stark geschwächt sind und erhebliche Legitimationslücken aufweisen, kaum in der Lage sind. Auf lokaler und regionaler Ebene (Dorf; chéfferies und Kleinstädte) bestehen jedoch in vielen Ländern auch informelle Rechtsinstitutionen und traditionelle Autoritäten, die Recht sprechen. Die Frage ist, in welchem Ausmass diese informellen Rechtsinstitutionen die Schwäche des staatlichen Rechts kompensieren können oder ob auch sie zusammen mit den staatlichen Institutionen zusammenbrechen. Im Seminar sollen die politik- und rechtsethnologischen Grundlagen erarbeitet werden, um diese theoretischen Probleme zu behandeln. Das Thema des Seminars steht im Kontext eines Forschungsprojektes mit dem Titel ”Impunity in the context of armed conflict and state weakness in East Congo”, das von Mitarbeiter des Ethnologischen Seminars durchgeführt wird. Vorausgesetzt wird eine aktive Mitarbeit, wozu die vorbereitende Lektüre der obligatorisch zu lesenden Texte (*) zählt. Zusätzlich sollen Sie einmal im Seminarverlauf eine kleine Präsentation in Form eines Kurzreferats von nicht mehr als 15 Minuten einbringen. Zur Präsentation gehört auch ein 5-10-seitiges Handout, das vorab als download zur Verfügung stehen soll. Es besteht auch die Möglichkeit, Hausarbeiten zu Themen des Seminars zu verfassen. Voraussetzungen: Das Seminar richtet sich an MA- und fortgeschrittene BA-Studierende in Ethnologie mit einschlägigen Vorkenntnissen in Politik- und Rechtsethnologie teilnehmen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Präsentation plus 5-10-seitiges Handout ) / 4 zusätzlich schriftliche, benotete Seminararbeit / 4 Kontakt: juerg.helbling@unilu.ch 24 Märkte - Beiträge aus Ethnologie und Soziologie Dozent/in: Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone Prof. Dr. Jürg Helbling Termine: Wöchentlich Di, 10.15 - 12.00, ab 22.02.2011 PFI, K 1 Studienstufe: Master Veranstaltungsart: Masterseminar Inhalt: Märkte gelten als zentrale Institutionen in den verschiedensten Wirtschaftsformen und Gesellschaften. Aber was sind Märkte eigentlich und wie funktionieren sie? Welche Arten von Märkten lassen sich unterscheiden? Wie werden Märkte durch Akteure hergestellt und gehandhabt? Die Ethnologie und die Soziologie haben verschiedene Ansätze zur Analyse der unterschiedlichen Marktformen und Marktpraktiken entwickelt. Märkte werden hierbei auch unterschiedlich konzipiert, als Mechanismen, als Räume, als Orte mit Regeln etc. Das Seminar soll einen transdisziplinären Abriss dieser Ansätze geben und in die Marktethnologie und die Marktsoziologie einführen. Vorausgesetzt wird eine aktive Mitarbeit, wozu die vorbereitende Lektüre der obligatorisch zu lesenden Texte zählt. Hinzu kommen die Bearbeitung von Bearbeitungsbögen und deren Verschriftlichung im Semester. In die Bearbeitungen sollen Ihre Lektüren sowie die Lernergebnisse aus dem Seminar eingehen. Ein Teil der Bearbeitungen wird in Kurzform beurteilt und Ihnen wird so eine Rückmeldung über die Qualität gegeben. Zusätzlich sollen Sie einmal im Seminarverlauf eine kleine Präsentation in Form eines Kurzreferats von nicht mehr als 10 Minuten einbringen. Zur Präsentation gehört auch ein 5-10-seitiges Handout, das vorab als download zur Verfügung stehen soll. Das Seminar richtet sich hauptsächlich an MA-Studierende, doch können auch fortgeschrittene BA-Studierende in Ethnologie mit einschlägigen Vorkenntnissen in Wirtschaftsethnologie teilnehmen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Präsentation plus 5-10-seitiges Handout) / 4 Kontakt: rainer.diazbone@unilu.ch / juerg.helbling@unilu.ch 25 Seminar- und Forschungskolloquium Dozent/in: Dr. Esther Leemann Termine: Wöchentlich Mi, 17.15 - 19.00, ab 23.02.2011, PIL, P4 Mi, 04.05.2011, 17.15 - 19.00 PIL, P3 Studienstufe: Master Veranstaltungsart: Kolloquium Inhalt: Im ethnologischen Forschunskolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen, Fragestellungen und Ergebnissen ihrer laufenden Forschungen berichten. Schwerpunkte bilden Themen zur Migrationsforschung und zur Rechtsethnologie. MA-Studierende (oder nach Absprache) können am Kolloquium teilnehmen und bei regelmäsiger Teilnahme sowie aktiver Vorbereitung 2 CP erhalten. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Bestätigte Teilnahme / 2 Kontakt: esther.leemann@unilu.ch Hinweise: Das Kolloquium steht interessierten Studierenden offen. Das Programm des Kolloquiums findet sich auf der Website des Kultur- und Sozialanthropologischen Seminars. Die Durchführungssprachen sind Deutsch und Englisch. 26 5. Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen Geschichte des europäischen Rassismus 1750 - 1950 Dozent/in: Prof. Dr. Aram Mattioli Termine: Wöchentlich Do, 15.15 - 17.00, ab 24.02.2011 LOE, U 0.05 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Diese Vorlesung gibt einen problemorientiertenÜberblick über die Geschichte des europäischen Rassismus zwischen dem Beginn der europäischen Expansion im 16. Jahrhundert und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach einer theoretischen Klärung des Phänomens sollen mittels exemplarischer Fallstudien die Ursachen, spezifischen Kontexte, Erscheinungsformen und Funktionen rassistischer Praktiken näher in den Blick genommen werden. Zentral wird die These sein, dass der rassistische Denkstil in der Zeit der Aufklärung entstand und damit ganz im Kontext der entstehenden Moderne analysiert werden muss. Neben dem transatlantischem Sklavenhandel und dem „Beinahetod der Ureinwohner“ (Christopher Bayly) werden zum Beispiel auch koloniale Ausbeutung, Völkerschauen und eugenisch begründete Zwangsmassnahmen thematisiert. Am Schluss des Semesters wird der so genannte Ethnopluralismus, die heute verbreitete modernisierte Spielart eines „Rassismus ohne Rassen“, einer zeitkritischen Analyse unterzogen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Unbenotete Prüfung / 2 TF, Theologie: Unbenotete Prüfung / 2 Hinweise: Lehrveranstaltung zur Sonderausstellung "Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Empfohlene Begleitlektüre: Christian Geulen, Geschichte des Rassismus, München 2007; Christian Koller, Rassismus, Paderborn 2009. 27 Ludwik Fleck - Was ist eine wissenschaftliche Tatsache? Dozent/in: Prof. Dr. Christoph Hoffmann Termine: Wöchentlich Mi, 15.15 - 17.00, ab 23.02.2011 HOF, R 0.03 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Ludwik Flecks Schrift „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache“ (1935) zählt heute zu den Gründungsdokumenten der Wissenschaftsforschung. Die von ihm geprägten Ausdrücke „Denkstil“ und „Denkkollektiv“ unterstreichen, dass wissenschaft-liche Erkenntnisse in Abhängigkeit zu den Vorbegriffen stehen, die zu einer bestimmten Zeit jeweils in einer Wissenschaft von den Forscherinnen und Forschern geteilt werden. Erkenntnis ist in diesen Sinne schon dadurch sozial bedingt, wie sie ein soziales, kollektives Phänomen darstellt, und Erkenntnis ist in diesem Sinne auch nicht einfach von einem Moment auf den nächsten da, sondern entsteht in einem Prozess, der von ersten vorläufigen Beobachtungen zur Fixierung von Tatsachen führt. Im Seminar werden einzelne Kapitel aus „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache“ sowie ausgewählte Aufsätze Flecks besprochen. Auf diesem Wege sollen die Problemlagen und Begrifflichkeiten Flecks erschlossen und in seinen eigenen „Denkstil“ eingeführt werden. Lernziele: Einführung in und Auseinandersetzung mit einem Grundlagenwerk der Wissen-schaftsforschung. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 TF, Religionslehre: Aktive Teilnahme / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 Begrenzung: Nein Kontakt: christoph.hoffmann@unilu.ch Hinweise: Studierende Philosophie: Die Veranstaltung wird dem Bereich Theoretische Philosophie zugeordnet. Gasthörer/innen: Offen für Gasthörer/innen Literatur Ludwik Fleck, Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache (1935), Frankfurt am Main 1980; Ludwik Fleck, Erfahrung und Tatsache. Gesammelte Aufsätze, Frankfurt am Main 1983. 28 Probleme globaler Gerechtigkeit Dozent/in: Dr. Heiner Michel Termine: Wöchentlich Do, 13.15 - 15.00, ab 24.02.2011 STK, SK505 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Hunger, extreme Armut, Ausbeutung im Rahmen der zunehmend globalen Arbeitsteilung und transnationale Folgen von Umweltzerstörung sind Probleme, die Fragen nach globaler Gerechtigkeit aufwerfen. Haben reiche Gesellschaften und ihre Mitglieder eine Pflichten zur Bekämpfung der globalen Armut? Erfordert globale Gerechtigkeit eine fundamental neue Konzeption von Gerechtigkeit? Oder ist weltweite Gerechtigkeit besser auf der Folie innergesellschaftlich akzeptierter Standards zu verstehen und damit als eine Art soziale Gerechtigkeit im Großformat? Falls letzteres, gibt es 'gerechte Grenzen', die den Anwendungsbereich innergesellschaftlich akzeptierter Standards eingrenzen? Neben diesen generellen Fragen der globalen Gerechtigkeit untersucht das Seminar auch einige spezifische Fragestellungen, die überwiegend in die Bereiche der kommutativen und korrektiven Gerechtigkeit fallen: Haben Produzenten einen Anspruch auf einen ge-rechten Anteil an den Früchten der zunehmend global organisierten Produktion? Gibt es Pflichten zur Kompensation vergangenen und gegenwärtigen Unrechts, etwa der Kolonia- lisierung oder der Mitwirkung an ungerechten globalen (Handels-) Strukturen? Gibt es ein Recht auf Migration? Wer soll für die Folgen von Umweltzerstörungen aufkommen? Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: Wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Aktive Teilnahme (Essay) / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 TF, Religionslehre: Aktive Teilnahme (Essay) / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 TF, Theologie: Äquivalent zu unbenoteter Prüfung: Essay / 3 Äquivalent zu benoteter Prüfung: schriftliche Arbeit / 4 Kontakt: heiner.michel@em.uni-frankfurt.de Hinweise: Die Veranstaltung wird dem Bereich Praktische Philosophie zugeordnet. Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Simon Caney 2011, Gerechtigkeit, Moral und Emissionshandel, in: Kreide, Regi-na/Landwehr, Claudia/Toens, Katrin (Hrsg.): Gerechtigkeit und Demokratie in Verteilungs-konflikten, Baden Baden Martha Nusbaum 2005, Frontiers of Justice. Disability, Nationality, Species Membership, Kap. 4 – 5 Thomas Pogge 2005, ‘Severe Poverty as a Violation of Negative Duties’, Ethics & International Affairs 19: 55-83 Amartya Sen 2002, ‚Justice Across Borders‘, in: P. deFreid/ C. Cronin (Hg.), Global Justi-ce and Traditional Politics, Cambridge Massachusetts Peter Singer 1972, ‚Famine, Affluence, and Morality’, Philosophy and Public Affairs, Vol. 1 No. 3, S. 229-243 Philippe Van Parijs 2006, ‚Global Distributive Justice‘, in: R. Goodin/ P. Pettit/ Th. Pogge, The Blackwell’s Companion to Political Philosophy, Oxford 29 Wallfahrt und Pilgerreise Dozent/in: Prof. Dr. phil. Martin Baumann Termine: Wöchentlich Mi, 08.15 - 10.00, ab 23.02.2011 HOF, R 0.03 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In vielen Religionen bilden Wallfahrt und Pilgerreisen einen wichtigen Bestandteil religiöser Praxis. Unterwegs sein, pilgern und das ersehnte Ziel erreichen, sind Ausdruck von Spiritualität und Frömmigkeit, kann Erfüllung eines Gelübdes oder eines religiösen Pflichtkanons sein. Jerusalem, Santiago de Compostela, Lourdes, Mekka, Benares, der Berg Kailash, Bodh Gaya, Amritsar, der Ise-Schrein in Japan und nicht zuletzt Einsiedeln sind herausragende Beispiele, welche jährlich z.T. Millionen von Pilgern und Pilgerinnen anziehen und beherbergen. In religionshistorischer Perspektive wird das Seminar aus der Vielzahl von Wallfahrts- und Pilgerstätten exemplarische Zentren vorstellen, den Motiven der Pilger/innen nachgehen sowie ökonomische, politische und soziale Apskete der Pilgerorte thematisieren. Zu nennen sind hier auch Formen des modernen Reisen und Tourismus sowie Pilgerfahrten zu säkularen Wallfahrtsstätten wie Graceland in Memphis/Tenn. oder das Vietnam Memorial in Washington D.C. In systematisch-vergleichender Perspektive sollen Victor Turners Begriffe der Liminalität und communitas zugrunde gelegt werden und Themen wie körperbezogene Wallfahrtspraktiken, Volksfrömmigkeit und Kommerz zur Sprache kommen. Teil des Seminrs wird die Besichtigung und das Erleben eines Wallfahrtortes und nach Möglichkeit eine eigene, partielle Teilnahme an einer Pilgerfahrt sein. Ziel des Seminars ist, Wallfahrt und ihre Frömmigkeitsformen anhand ausgewählter Pilgerzentren kennen zu lernen und mit Hilfe religionswissenschaflticher, ethnologischer und soziologischer Ansätze zuz analysieren. Voraussetzungen: Besuch eines religionswissenschaftlichen Proseminars oder Vorlesung Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: regelmässige, aktive Teilnahme mit Referat / 4 schriftliche Hausarbeit / 4 TF, Religionslehre: Regelmässige, aktive Teilnahme mit Referat / 4 schriftliche Hausarbeit / 4 TF, Theologie: Regelmässige, aktive Teilnahme mit Referat / 4 schriftliche Hausarbeit / 4 Anmeldung: UniPortal Begrenzung: 20 Studierende Kontakt: martin.baumann@unilu.ch Religionswissenschaftliches Seminar, Frau Ch. Waghorn, Kasernenplatz 3, 6000 Luzern 7; Tel.: 041 228 73 88, e-mail: relsem@unilu.ch Material: s. Semesterapparat Literatur Davidson, Linda Kay und Gitlitz, David M. (eds.), Pilgrimage. From the Ganges to Graceland. An Encyclopedia, Santa Barbara: ABC Clio Press House Nove. 2002, 2 Vols, Hugger, Paul, Zwischen Himmel und Erde - Wallfahrtsorte der Schweiz, mit Fotographien von Barbara Graf Horka und Nicolas Repond, Bern: Benteli 2007. Morinis, Alan (ed.), Sacred Journeys: The Anthropology of Pilgrimage, mit Vorwort von Victor Turner, Westport, conn.: Greenwood Gress 1992. Turner, Victor W., "Liminalität und communitas", in: Andrea Belliger, David Krieger (Hg.), "Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch, Opladen: Westdeutscher Verlag 1998, 251-162. 30 Glocalization - International activities of European and North American cities and regions Research Seminar Dozent/in: Prof. Dr. Joachim Blatter Termine: Wöchentlich Di, 17.15 - 19.00 , ab 22.02.2011 HOF, R 0.01 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: For many, current transformations are not fully captured by the term “globalization” but are much better characterized by the term “glocalization”. Glocalization points to the fact that at the same time when social, economic and political activities and actors on supranational levels are getting more important, so do activities and actors on a subnational level. Glocalization is not so much concerned with the emerging multi-level system but with the interdependencies, interactions and interferences between the various levels. A core assumption is that not just nation states but also sub-national governments react to globalization processes and they do this partly by “going abroad” – by establishing cross-border, international and interregional activities, partnerships and institutions. In the course we will first get acquainted with the relevant literature which looks at glocalization from a cultural, economic and political perspective. In the second half of the seminar the students will do their own empirical study by collecting information on cross-border and international activities of cities and regions from European and North American countries. A main goal of the course is that the students get some first experience in empirical field work. Therefore, the students will work in groups and use established frameworks for tracing cross-border and international activities of cities and regions. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich, ab 22.02.2010 Sprache: Englisch Prüfungsmodus / Credits: KSF: mündliche Mitarbeit, Gruppenarbeit, Referat / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 TF, Religionslehre: Mündliche Mitarbeit, Gruppenarbeit, Referat / 4 Benotete schriftliche Arbeit / 4 Hinweise: Pflichtlektüre und Seminarmaterialien zugänglich auf Online-Plattform "OLAT" Gasthörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur · Blatter, J. (2007): Glocalization. Encyclopedia of Governance (edited by Marc Bevir), · Blatter, J., M. Kreutzer, M. Rentl, J. Thiele (2008): The Foreign Relations of European Regions: Competences and Strategies. West European Politics, 31, 3, 464-490 · Lecours, André (2002): Paradiplomacy: Reflections on the Foreign Policy and International Relations of Regions, in: International Negotiation: 7, 91-114. · Robertson, R. (1995): Glocalization: Time-space and homogeneity-heterogeneity. In: Featerhstone, M., S. Lash & R. Robertson (eds.): Global modernities. London: Sage. 25-44. · Aldecoa, F., M. Keating (eds.)(1999): Paradiplomacy in Action. The Foreign Relations of Subnational Governments. London: Frank Cass · Christian Lefèvre, Ernesto d’Albergo (guest editors) (2007): International strategies of cities. Environment and Planning C, 25, 3. 31 Der japanische Krieg in Asien und Ozeanien und seine nachhaltigen Folgen bis in die Gegenwart Dozent/in: dipl. Volksw. Karl Rössel Termine: Fr, 25.02.2011, 13.15 - 17.00, Sa, 26.02.2011, 10.15 - 12.00, Sa, 26.02.2011, 13.15 - 15.00, Fr, 25.03.2011, 13.15 - 17.00, Sa, 26.03.2011, 10.15 - 12.00, Sa, 26.03.2011, 13.15 - 15.00 PFI, HS 1 Studienstufe: Master Bachelor Veranstaltungsart: Übung Inhalt: Der Zweite Weltkrieg begann im asiatisch-pazifischen Raum früher als in Europa und er dauerte dort länger. Nach der Kolonialisierung der koreanischen Halbinsel (1910) und der Besetzung der Mandschurei (1931) drangen japanische Truppen schon im Juli 1937 ins Kernland von China ein. Und während in Europa bereits am 8. Mai 1945 das Kriegsende gefeiert wurde, kapitulierte Japan erst nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Schon die gängige Terminierung des Krieges von September 1939 bis Mai 1945 verrät eine eurozentristische Sichtweise auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die sich in der Ausklammerung von Kriegsgeschehnissen, -teilnehmern und –opfern aus außereuropäischen Kontinenten fortsetzt. Dabei forderte der Krieg allein in China mehr Tote als in Deutschland, Italien und Japan zusammen. Weite Teile Asiens und der Pazifikregion standen ab 1941 unter japanischer Besatzung, Millionen Menschen mussten dort Zwangsarbeit leisten, Hunderttausende Frauen wurden in japanische Militärbordelle verschleppt. Das Blockseminar präsentiert die wenig bekannten Kriegsfolgen in Asien (Korea, China, Südasien, Indien und Philippinen) und Ozeanien (Hawaii, Neukaledonien, Neuguinea, Salomonen, Zentralpazifik und Mikronesien). Dabei stehen die Perspektiven der Betroffenen sowie Forschungen von HistorikerInnen aus der Region im Mittelpunkt, illustriert mit Fotos, Dokumentarfilmen und Originaltönen von ZeitzeugInnen. Umfang: 1 Semesterwochenstunde Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Unbenotete Prüfung / 1 Hinweise: Lehrveranstaltung zur Sonderausstellung "Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" Literatur Rheinisches JournalistInnenbüro / Recherche International e.V. (Hg.).: «Unsere Opfer zählen nicht» – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg Verlag Assoziation A, Hamburg/Berlin, zweite Auflage zur Ausstellung 2009. ISBN 3-935936-26-5 Darin: Einleitung (S. 13-23) sowie die Kapitel zu Asien (S. 211-307) und Ozeanien (S. 309 bis 403) Kuhn, Dieter: Der Zweite Weltkrieg in China Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09731-9 32 7. Sonderveranstaltung Configurative Methods in the Social Sciences Dozent/in: Charles C. Ragin Termine: Tuesday, May 10 to Friday, May 13, 2011 Studienstufe: Doktorierende Master Veranstaltungsart: Doktoranden- bzw. Masterseminar The analytic challenge of case-oriented research is not simply that the number of cases is limited, but that researchers gain useful in-depth knowledge of cases that is difficult to represent using conventional forms of analysis (e.g., representations that emphasize the “net effects” of “independent variables”). The researcher is left wondering how to represent knowledge of cases in a way that is meaningful and compact, but which also does not deny case complexity. Set-theoretic methods such as Qualitative Comparative Analysis (QCA) offer a solution. QCA is fundamentally a case-oriented method that can be applied to small-to-moderate size Ns. It is most useful when researchers have knowledge of each case included in an investigation, there is a relatively small number of such cases (e.g., 10-50), and the investigator seeks to compare cases as configurations. With these methods it is possible to construct representations of cross-case patterns that allow for substantial heterogeneity and diversity. This course offers an advanced introduction to the approach and to the use of the software package fsQCA. Both the crisp (i.e., Boolean) and fuzzy-set versions of the method are presented. Fuzzy set analysis is gaining popularity in the social sciences today because of the close connections it enables between verbal theory, substantive knowledge (especially in the assessment of degree of set membership), and data analysis. Fuzzy sets are especially useful in case-oriented research, where the investigator has substantial familiarity with the cases included in the investigation and seeks to understand cases configurationally, that is, as specific combinations of aspects or elements. Using fuzzy-set methods, case outcomes can be examined in ways that allow for causal complexity, where different configurations of causally relevant conditions combine to generate the outcome in question. Also, with fuzzy-set methods it is a possible to evaluate arguments that causal conditions are necessary or sufficient. Examinations of this type are outside the scope of conventional variable- oriented analysis. Main Topics Introduction to comparative methodology Introduction to Boolean algebra and set relations Set-theoretic analysis vs. correlational analysis Necessity and sufficiency INUS causation and causal complexity Crisp-set QCA Fuzzy sets, fuzzy set relations, and fuzzy-set QCA Fuzzy set calibration Limited diversity and counterfactual analysis Voraussetzungen: Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: Blockseminar Sprache: Englisch Prüfungsmodus /Credits: Masterstudierende: 4 ECTS Kontakt: franziska.struzek@unilu.ch oder joachim.blatter@unilu.ch Material: Pflichtlektüre und Seminarmaterialien zugänglich auf Online-Plattform OLAT Literatur: Charles C. Ragin, Redesigning Social Inquiry. Fuzzy Sets and Beyond. University of Chicago Press: Chicago and London. 2008 33 Orientierungen im Informationsdschungel Dozent/in: Fachreferentinnen und -referenten der ZHB Termine: Fr, 11.03.2011, 09.15 - 12.00, Fr, 11.03.2011, 13.15 - 16.00, Fr, 18.03.2011, 09.15 - 12.00, Fr, 18.03.2011, 13.15 - 16.00, Fr, 08.04.2011, 09.15 - 12.00, Fr, 08.04.2011, 13.15 - 16.00, Fr, 15.04.2011, 09.15 - 12.00, Fr, 15.04.2011, 13.15 - 16.00 ZHB Veranstaltungsart: Sonderveranstaltung Inhalt: Alle googeln und suchen erste Informationen bei Wikipedia. Im Studium wird es nun relevant, diesen alltäglichen Umgang mit Informationen im Kontext wissenschaftlichen Arbeitens neu zu überdenken. Für Referate und Hausarbeiten zu unbekannten Themen braucht man Literatur – Aufsätze und Bücher. Bibliothekskataloge und Datenbanken sind dazu gute Instrumente. Durch die Digitalisierung ist die Suche nach Informationen und Literatur zwar einfacher, die Auswahl und Beurteilug der Informationen jedoch anspruchsvoller geworden. Internetquellen müssen auf ihre Verlässlichkeit und wissenschaftliche Relevanz geprüft werden. Genaueres Wissen über die Funktion von Suchmaschinen und etablierte Fachinformationen im Netz sind hier hilfreich. Letztlich müssen die ganzen Hinweise und Notizen sortiert und dokumentiert werden. Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi erlauben dabei bereits eine erste Strukturierung des Themas, bevor der Schreibprozess losgeht. In vier Blocksitzungen mit Workshopcharakter möchten wir mit Ihnen zusammen Techniken und Instrumente rund um die Literaturrecherche kennenlernen und ausprobieren, die Sie im Studium benötigen: 1. Termin (11. März): Wissenschaftliches Arbeiten im Netz 2. Termin (18. März): Recherchieren vom Katalog zur Datenbank 3. Termin (8. April): Evaluieren, auswählen und verwalten 4. Termin (15. April): Verwenden und schreiben Voraussetzungen: keine Lernziele: siehe oben Inhalt/Kommentar Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Prüfungsmodus / Credits: KSF: Unbenotete Prüfung / 2 TF, Theologie: Bestätigte Teilnahme ohne Evaluation (für den ausserfakultären Wahlbereich) / 2 Kontakt: informationskompetenz@zhbluzern.ch Hinweise: Eine Veranstaltung für fortgeschrittene Studierende, die an einer BA- oder MA-Arbeit schreiben, findet im Herbstsemester statt. 34 Interkulturelle Kommunikation Dozent/in: Rebekka Ehret, Hochschule Luzern - Soziale Arbeit Kurzbeschrieb: Gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse sind globalisiert. Immer öfter arbeiten Menschen aus unterschiedlichen „Kommunikationssozialisationen“ zusammen. Neben verbaler und nonverbaler Kommunikation sind Komponenten wie Absicht, Verstehensleistung, Wissenssysteme und Erwartungen elementar für die Verständigung zwischen Menschen. Kommunikationskultur zeigt sich auf vielfältige Weise. In einer internationalen Organisation wird anders kommuniziert als innerhalb der Verwaltung einer Schweizer Gemeinde. Die Sprache eines Pädagogen ist eine andere als die einer Juristin. In der Anhörsituation rede ich als Amtsvertreterin mit einem Asylsuchenden anders als wenn ich dieselbe Person auf meiner Reise um die Welt kennen lerne. In Nordamerika oder in China wird anders verhandelt als in Europa. Die ritualisierte Sprache unterscheidet sich stark von der informellen, die Subkultursprache von der konventionellen Etabliertensprache. Im Modul behandeln wir die Zusammenhänge zwischen Kommunikation und sozio-kulturellen Kategorien, wir berücksichtigen Machtkonstellationen, analysieren Interaktionen in verschiedenen Kontexten und entwickeln einen konstruktiven Umgang mit Formen der Vielfalt. Reflexion der eigenen Kulturgebundenheit und Erfahrungen aufgrund des eigenen kulturell geprägten Kommunikationsverhaltens sind zudem Themen im Modul. Anzahl ECTS-Punkte 3 (90h) Zeitpunkt: jeweils mittwochs 16.30 – 18.30 Uhr Ort: Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Werftestrasse 1 6002 Luzern Teilnehmerzahl Max. 30 Art des Studiums: Kontaktstudium – angeleitetes Selbststudium - Selbststudium Lehrmittel Vgl. Modulführer Weitere Bemerkungen: Modulverantwortung und Auskunft bei inhaltlichen Fragen Rebekka Ehret T 041 367 49 09 Auskunft bei Fragen zur Einschreibung Michelle Roos-Bertschy T 041 367 48 90 Anmeldemöglichkeit Anmeldung ab 18. Januar 2011 M O N T A G D IE N S T A G M IT T W O C H D O N N E R S T A G F R E IT A G 08 .1 5- 10 .0 0 10 .1 5- 12 .0 0 D an ie l G ei ge r, P ro se m in ar , „F ro nt ie rs : Z ur E th no gr ap hi e un d G es ch ic ht e st aa tli ch er G re nz rä um e“ LO E , U 0 .0 4 W er ne r E gl i, H au pt se m in ar , „K in dh ei t, A rb ei t, K ul tu r“ H O F , R 0 .0 2 Jü rg H el bl in g & R ai ne r D ia z- B on e, H au pt se m in ar , „M är kt e - B ei tr äg e au s E th no lo gi e un d S oz io lo gi e“ P F I, K 1 Jü rg H el bl in g, H au pt se m in ar , „S ta at u nd R ec ht in A fr ik a“ LO E , U 0 .0 4 B et tin a B ee r, V or le su ng , „G es ch ic ht e de r E th no lo gi e II: E th no lo gi e de s 20 . J ah rh un de rt s“ LO E , U 1 .0 5 12 .1 5- 13 .0 0 13 .1 5- 15 .0 0 Jü rg H el bl in g, V or le su ng , „E in fü hr un g in d ie E th no lo gi e“ S T K , S K 2 B et tin a B ee r & R ah el K un z, H au pt se m in ar , “N eo lib er al is m , fa m ily a nd g en de r” 14 -t äg ig P IL , P 2 P et ra P an en ka , P ro se m in ar , „E in fü hr un g in d ie E th no lo gi e“ H O F , R 0 .0 2 E st he r Le em an n, H au pt se m in ar , „R ur al e G es el ls ch af t u nd S ta at in S üd os ta si en II “ LO E , U 0 .0 4 D on G ar dn er , M et ho di sc he s S em in ar , “I nt er pr et at io n an d de sc rip tio n: E th no gr ap hy a nd its m et ho do lo gy ” H O F , R 0 .0 2 B et tin a B ee r, H au pt se m in ar , „E th no lo gi e de r E m ot io ne n: L ie be im in te rk ul tu re lle n V er gl ei ch “ P F I, K 1 N at ha lie P ey er , P ro se m in ar , „R ec ht sp lu ra lis m u s un d G en de r au s et hn ol og is ch er P er sp ek tiv e“ LO E , U 0 .0 4 15 .1 5- 17 .0 0 W er ne r E gl i, P ro se m in ar , “T au sc h – th e po is on in th e gi ft” P F I, H S 2 B et tin a B ee r & R ah el K un z, H au pt se m in ar , “N eo lib er al is m , fa m ily a nd g en de r” 14 -t äg ig P IL , P 2 D or is B ac al zo & U rs ul a R ap p, P ro se m in ar , “I nt er di sc ip lin ar y In tr od uc tio n to G en de r S tu di es ” H O F , R 0 .0 2 T ob ia s S ch w ör er , P ro se m in ar , „F rie de n un d G ew al tlo si gk ei t“ LO E , U 0 .0 4 D on G ar dn er , H au pt se m in ar , A nt hr op ol og y an d th e “c ris is o f re pr es en ta tio n” H O F , R 0 .0 2 H ei nz K äu fe le r, H au pt se m in ar , „A nt hr op ol og ie de r N ah ru ng st ab us “ P F I, H S 2 17 .1 5- 19 .0 0 30 .0 5. 11 W or ks ho p 13 .1 5 – 19 .0 0 P IL , P 2 C ha rle s C . R ag in , D ok to ra nd en - bz w . M as te rs em in ar (B lo ck se m in ar ), „C on fig ur at iv e M et ho ds in th e S oc ia l S ci en ce s“ 10 .0 5- 13 .0 5. 11 E st he r Le em an n, K ol lo qu iu m P IL , P 4

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    Erstellungsdatum: 10.03.2014

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    06-0718_Mantel.indd

    06-0718_Mantel.indd R Ö M I S C H - K AT H O L I S C H E S P FA R R B L AT T D E R N O R D W E S T S C H W E I Z 3. bis 16. Februar 2018 KIRCHEheute 6/7 2018

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    Erstellungsdatum: 08.02.2018

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    Studium

    Studies, Oxford 2002 (C.e 1.08). H. Graetz, Geschichte der Juden, Leipzig , 11 Bde. (C.e 1.05). [...] Darmstadt 2000, 2 Bde. (C.e 35.00). H.-H. Ben Sasson, Geschichte der Juden, München 1981, 3 Bde. (J.a [...] 1.03). Jüdisch-christlicher Dialog H. Kremers / H. J. Schoeps (eds.), Das jüdisch-christliche

    www.unilu.ch/fakultaeten/tf/professuren/judaistik-und-theologie/studium/

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    Dr. Anja Feierabend

    Universität Zürich. Hänni, J., Doden, W., Feierabend, A., Morf, M., Arnold, A., Grote, G., & Staffelbach, [...] und Universität Zürich. Doden, W., Morf, M., Arnold, A., Feierabend, A., Grote, G., & Staffelbach, [...] Tschopp, C., Arnold, A., Doden, W., Morf, M., Grote, G., & Staffelbach, B. (2012). Schweizer HR-Barometer

    www.unilu.ch/fakultaeten/wf/institute-zentren-forschungsstellen/center-fuer-human-resource-management/mitarbeitende/dr-anja-feierabend/

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    Dr. Peter Francis Raguindin

    doi.org/10.1186/s40359-023-01309-w Gamba, M., Pano, O., Raguindin, P. F., Roa-Diaz, Z., Muka, T., [...] C., Llanaj, E., Raeisi-Dehkordi, H., Kastrati, L., Amiri, M., Meçani, R., … Muka, T. (2023). Prognostic [...] Dejanovic, G., Asllanaj, E., Gamba, M., Raguindin, P. F., Itodo, A., Minder, B., … Kern, H. (2021).

    www.unilu.ch/fakultaeten/gmf/professuren-lehrende-forschende/wissenschaftliche-assistierende/dr-peter-francis-raguindin/

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    KVV Ethnologie FS12

    n o lo g is ch es S em in ar Le h rv er an st al tu n g en i m F rü h lin g ss em es te r 2 0 1 2 M [...] 4. B 01 Jo ac hi m G ör lic h H S : H is to ris ch e A nt hr op ol og ie (m it re gi [...] B et tin a B ee r & A ra m M at tio li M S : D ie V er m es su ng d er W el t 3. B 55 W er ne

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    Erstellungsdatum: 10.03.2014

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    Schriften des Ökumenischen Instituts Luzern

    Bd. 8: Müller, Wolfgang W. (Hg.): Christentum und Islam. Plädoyer für den Dialog, Edition [...] , Charles Martig und Wolfgang W. Müller. Akkordeon-Panel schließen Bd. 6: Müller, Wolfgang W. (Hg [...] Bieler, Thomas Krenski, Gottfried W. Locher, Werner Löser, Wolfgang W. Müller sowie Dorothea Sattler.

    www.unilu.ch/fakultaeten/tf/institute/oekumenisches-institut-luzern/schriften-des-oekumenischen-instituts-luzern/

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    Der interreligiöse Mount Zion Award 2011 geht an die Friends of the Earth Middle East

    verleiht i n Personen, lsüberwindun m Verdienste Leiterin IJCF ann, wählen m sche Persönl weils am Tag m «Nostra A tionen zum P 1 ation/Mount kirchliche Stif Sitz am Inst [...] ie Preisverle lischer Kirche w.foeme.org 996) sität t Zion hristentum rena nedikt M. e oder eihung

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    Erstellungsdatum: 26.03.2019

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    Prof. Dr. Robert Vorholt

    ökumenischen Spurensuche. Cath (M) , 11–17. Vorholt, R. (2019). Die Völker erhalten Anteil an der [...] und der Buchstabe. In M. Blum & R. Kampling (Hrsg.), Zwischen katholischer Aufklärung und [...] mit Diakonie (Rezension zu: M. Theobald, Eucharistie als Quelle sozialen Handelns. Eine

    www.unilu.ch/fakultaeten/tf/professuren/exegese-des-neuen-testaments/mitarbeitende/prof-dr-robert-vorholt/

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    untitled

    untitled Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Ethnologisches Seminar INFORMATION ETHNOLOGIE VORLESUNGSVERZEICHNIS HERBSTSEMESTER 2016 Lehrveranstaltungen 3 Inhaltsverzeichnis Adressen und Öffnungszeiten 4 Informationen 5 Wie kann ein Studienverlauf konkret aussehen? 6 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA 7 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im MA 11 Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars 15 Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen 32 Stundenplan HS 2016 36 4 Adressen und Öffnungszeiten Universität Luzern Ethnologisches Seminar Frohburgstr. 3 Postfach 4466 6002 Luzern ethnosem@unilu.ch Professuren: Bettina Beer, Prof. Dr., bettina.beer@unilu.ch Seminarleitung (Sprechstunde nach Vereinbarung) Büro 3.A28 Jürg Helbling, Prof. Dr., juerg.helbling@unilu.ch (Sprechstunde nach Vereinbarung) Büro 3.A26 Fachstudienberater und Mobilitätsverantwortlicher: Werner Egli, Prof. Dr., werner.egli@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 229 55 73 (Sprechstunde siehe Website) Büro 3.A20 Sekretariat: Luzia Weber, luzia.weber@unilu.ch Tel. ++41 (0)41 229 55 71 Büro 3.A27 Öffnungszeiten Sekretariat: Montag: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr Dienstag: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr Mittwoch: 8.00 - 12.00 / 13.30 - 16.30 Uhr 5 Informationen 1. Abschlüsse Promotion: Doris Bacalzo: Social transformation and children of interethnic marriages in Dzifasing, Papua New Guinea (2016) Masterarbeiten: Clara Koller: „Tana Kamii Tahik" – Our Land is the Sea. Social relations oft he Sama-Bajau in Totolan (Bohol, Philippines). Sabri Schumacher: Belo Monte - Struggle for Power, Justice and Compensation The Hydroelectric Power Plant Belo Monte from the Local Population’s Point of View.“ Bachelorarbeiten: Vanessa Müller: Coping with Separation. The effects of long-term absences of seafarers on wives, families and relationship values in Loay, Philippines Chiara Giannone: Mutterschaft und Vaterschaft in der philippinischen Diaspora im Kontext der Interpretationen von Aguilar und Parreñas 2. Studentische Mobilität Wer ein oder mehrere Semester an einer anderen Universität im In- oder Ausland studieren möchte, sollte sich angesichts der Fristen und relativ kurzen Regelstudienzeit von 6 Semestern im BA und 4 Semestern im MA möglichst frühzeitig über die Modalitäten der Studierendenmobilität informieren und mit den für die Mobilität zuständigen Personen im Dekanat und im Seminar sowie mit der Fachstudienberatung Kontakt aufnehmen. Besonders vorteilhaft sind Austauschsemester an ausländischen Partneruniversitäten im Rahmen des ERASMUS-Programms. Weitere Informationen befinden sich auf der Website der Universität Luzern: https://www.unilu.ch/international/mobilitaet/studierendenmobilitaet/studierende-outgoing/ 3. Facebook-Gruppe „Ethnologie Luzern“ Am Ethnologischen Seminar ist eine offene Facebook-Gruppe („Ethnologie Luzern“) entstanden, zu der alle Studierenden und Interessierten herzlich eingeladen sind! 4. Informationskompetenz Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) Seit dem HS 2011 wird einmal im Jahr jeweils im Herbstsemester von der ZHB ein Modul zur Informations- kompetenz angeboten, das Teil der Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" ist. Eine Doppelstunde findet im Rahmen der Vorlesung statt, zwei Doppelstunden werden als Block angeboten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Seit dem HS 2011 ist der Besuch der Veranstaltung zur Informationskompetenz für Studierende verpflichtend. Ohne den Nachweis des Besuchs der Veranstaltung ist eine Zulassung zur BA- Prüfung nicht möglich. Studierende aus integrierten Studiengängen können wählen, in welchem der an ihrem Studiengang beteiligten Fächer sie daran teilnehmen. Studierenden der Ethnologie wird dringend empfohlen, diese im Rahmen der Einführungsvorlesung zu absolvieren. 6 Wie kann ein Studienverlauf konkret aussehen? Hier wird eine von verschiedenen möglichen Varianten dargestellt, wie ein Studium in der Regelstudienzeit von 6 Semestern gestaltet werden kann. Die Regelstudienzeit kann sowohl unterschritten als auch überschritten werden, wobei letzteres wahrscheinlicher ist, vor allem wenn neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wird. Die Reihenfolge von Pflichtveranstaltungen kann variieren, so kann etwa das Proseminar „Ethnographien“ im ersten Semester oder später besucht werden. Bachelorstudium 1.Semester Vorlesung: Einführung in die Ethnologie Proseminar: Einführung in die Ethnologie Proseminar: Ethnographien Verfassen einer Proseminararbeit 2.Semester Vorlesung: Geschichte der Ethnologie Methodenseminar: Einführung in die Methoden der Ethnologie Proseminar: Klassiker der Ethnologie Verfassen einer Proseminararbeit 3.Semester Vorlesung: Einführung in einen Bereich der Ethnologie Hauptseminar nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltung Orientierungsgespräch 4.Semester Hauptseminar zu einem Bereich der Ethnologie Hauptseminararbeit zu einem Bereich der Ethnologie Hauptseminar nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltungen 5.Semester Hauptseminar zu einem zweiten anderen Bereich der Ethnologie Hauptseminararbeit zu einem zweiten anderen Bereich der Ethnologie Hauptseminararbeit nach freier Wahl Weitere Lehrveranstaltungen 6.Semester Anfertigen der Bachelorarbeit Weitere Lehrveranstaltungen Prüfungen Masterstudium (mit Feldforschungspraktikum) 1.Semester Masterseminar zu einem Bereich der Ethnologie Masterseminararbeit Weitere Lehrveranstaltungen 2.Semester Masterseminar zu einem zweiten anderen Bereich der Ethnologie Masterseminararbeit Weitere Lehrveranstaltungen 3.Semester Feldforschungspraktikum (vorzugsweise in den Semesterferien) Weitere Lehrveranstaltungen 4.Semester Anfertigen der MA-Arbeit Prüfungen 7 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im BA (Bachelor of Arts in Ethnologie / BA in Cultural and Social Anthropology) Musterstudienplan Im Folgenden wird der Musterstudienplan für das BA-Studium im Major aufgeführt. Auf Unterschiede zum Minorstudium gehen die anschliessenden Beschreibung der Veranstaltungstypen und Anforderungen ein. Die Musterstudienpläne für Major und Minor befinden sich im PDF-Format auf der Website der Kultur- und Sozial- wissenschaftlichen Fakultät. Ebenfalls finden Sie dort Musterstudienpläne für Studenten mit Studienbeginn vor HS 2011: https://www.unilu.ch/studium/lehrveranstaltungen-pruefungen-reglemente/ksf/musterstudienplaene/ I BA-Abschluss Schriftliche BA-Prüfung Minor 5 Mündliche BA-Prüfung Major 5 BA-Arbeit Major 25 II Studienleistungen Major VL (benotet) Einführung in die Ethnologie 2*) A ssessm entstufe (1. & 2. Sem ester) PS Einführung in die Ethnologie 4 MS Einführung in die Methoden der Ethnologie 4 PS Ethnographie 4 PS Klassiker der Ethnologie 4 (benotet) 1. Proseminararbeit zu PS oder MS**) 4 (benotet) 2. Proseminararbeit zu PS 4 Orientierungsgespräch Major 0 VL (benotet) Einführung in Bereiche der Ethnologie 2*) H auptstudium (3.-6. S em ester) HS Hauptseminar aus einem Bereich der Ethnologie 4 (benotet) Hauptseminararbeit aus einem Bereich der Ethnologie 6 HS Hauptseminar aus einem zweiten Bereich der Ethnologie 4 (benotet) Hauptseminararbeit aus einem zweiten Bereich der Ethnologie 6 HS Hauptseminar freier Wahl 4 (benotet) Hauptseminararbeit 6 Weitere Leistungen Major 17 III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 50 IV Sozialkompetenz und Studienleistungen im Major, Minor oder in anderen Fächern Sozialkompetenz (2-6 Cr) 4 Freie Leistungen Major, Minor o. davon unterschiedene Fächer 16 *) Für Vorlesungen können je nach Arbeitsaufwand auch 3 Credit Points vergeben werden. Veranstaltungstypen und Anforderungen im Bachelorstudium Vorlesung (VL): Einführung in die Ethnologie Diese Pflichtveranstaltung ist als Überblick und Einführung in das Studium der Ethnologie, in Gegenstand, Methodik, Grundbegriffe und Geschichte des Faches angelegt. Sie soll Antworten auf die Fragen geben, was Ethnologie ist und welche Fragestellungen mit welchen Methoden verfolgt werden. Neben fachspezifischen Methoden und Theorien werden auch fächerübergreifende wissenschaftliche Arbeitsweisen vorgestellt. Sowohl praktische Studien- und Arbeitstechniken als auch wissenschaftstheoretische Grundlagen sind Gegenstand der Lehrveranstaltung. In der Einführung sollen Erstsemester außerdem eine eigene Vorstellung davon entwickeln, welchen Sinn das Studium der Ethnologie hat und welches ihre eigenen Zielsetzungen sind. Aus diesem Grund wird auch die Frage der Berufsperspektiven berücksichtigt. 8 Informationskompetenz Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) Einmal im Jahr jeweils im Herbstsemester bietet die ZHB ein Modul zur Informationskompetenz an. Eine Doppelstunde findet im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" statt, zwei Doppelstunden werden als Block angeboten. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Für Studierende ist der Besuch der Veranstaltung zur Informationskompetenz verpflichtend. Ohne den Nachweis des Besuchs der Veranstaltung ist eine Zulassung zur BA-Prüfung nicht möglich. Studierende aus integrierten Studiengängen können wählen, in welchem der an ihrem Studiengang beteiligten Fächer sie daran teilnehmen. Studierenden der Ethnologie wird dringend empfohlen diese im Rahmen der Einführungsvorlesung zu absolvieren. Proseminar (PS): Einführung in die Ethnologie Ergänzend zur Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" wird im ebenfalls obligatorischen Proseminar basierend auf einem Lehrbuch und zusätzlichen Artikeln ein Überblick über das Fach gegeben. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten. Vorlesung (VL): Einführung in Bereiche der Ethnologie Zusätzlich zur Vorlesung „Einführung in die Ethnologie“ werden regelmäßig einführende Vorlesungen in die Wirtschafts-, Politik- und Rechtsethnologie sowie in Religions- und Verwandtschaftsethnologie angeboten. Von den Vorlesungen zur Einführung in die verschiedenen Bereiche der Ethnologie ist ebenfalls eine obligatorisch zu besuchen. In diesen Vorlesungen wird ein erster Überblick und die dort behandelten Themen gegeben, die dann in Haupt- und Masterseminaren vertieft werden können. Methodenseminar (MS): Einführung in Methoden der Ethnologie In dieser Pflichtveranstaltung wird anhand von einer oder mehrerer ethnologischer Monographien gezeigt, wie Ethnologen Forschungsfragen entwickeln, sich Problemen annähern und mit welchen empirischen Methoden sie Daten erheben und mit welchen Verfahren sie diese analysieren. Auch Strategien der Darstellung von Forschungsergebnissen werden diskutiert. Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten. Proseminar (PS): Ethnographien In diesem ebenfalls obligatorischen Proseminar werden abwechselnd zu verschiedenen regionalen Gebieten Veranstaltungen angeboten. Im Mittelpunkt steht die Lektüre und Diskussion klassischer und vorbildlicher ethnographischer Texte. Die Auseinandersetzung mit ethnographischen Quellen dient sowohl der Vertiefung des Stoffes des methodischen Seminars als auch dem Erwerb regionaler Kompetenzen (Südostasien, Ozeanien u.a.). Die Veranstaltung wird jedes Semester angeboten und kann aufgrund wechselnder Inhalte auch mehrmals besucht werden. Zudem dient dieses Proseminar dem Einüben wissenschaftlicher Arbeitstechniken der Ethnologie. Proseminar (PS): Klassiker der Ethnologie Im Zentrum dieses obligatorischen Proseminars steht die Lektüre und Diskussion klassischer Texte aus der Geschichte des Faches von der Zeit der Aufklärung bis zu rezenten theoretischen Debatten. Es kann auch erstetzt werden durch die Vorlesung „Geschichte der Ethnologie“. Die Veranstaltung wird einmal jährlich angeboten und kann aufgrund wechselnder Inhalte auch mehrmals besucht werden. Auch die Vorlesung „Einführung in die Geschichte der Ethnologie“ kann als Veranstaltung aus dem Bereich „Klassiker der Ethnologie“ angerechnet werden. Sie gibt einen Überblick über Fragestellungen, Grundannahmen und Methoden von Hauptrichtungen der Ethnologie. Wissenschaftsgeschichtliche Kenntnisse sind in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung: Für die Ausbildung ist es häufig praktischer, mit leichter verständlichen älteren Autoren und Publikationen zu beginnen, die Grundlage und Bezug für komplexere neuere sind. Zentrales Anliegen der Vorlesung ist die Zielsetzung, Wissenschaft als Prozess verständlich zu machen, in dem auch das heute Modernste vielleicht morgen schon als "out" gilt, andererseits aber scheinbar neueste Ideen Jahrhunderte alt sein können. Die Betonung der Vorlesung wird auf früheren Perioden liegen. Grundlegende Kenntnisse in der Geschichte ethnologischer Theorien und Methoden der Ethnologie werden bei der BA-Abschlussprüfung vorausgesetzt. Proseminararbeiten Zu zwei der in einem Proseminar oder im Methodenseminar behandelten Themen muss eine schriftliche Hausarbeit im Umfang von 15 Seiten nach Absprache mit der jeweiligen Dozentin bzw. dem Dozenten angefertigt werden. Die Arbeiten werden benotet. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. 9 Orientierungsgespräch Das im Major obligatorische Orientierungsgespräch soll zum einen die Studierenden hinsichtlich der generellen Eignung zum Studium orientieren und zum zweiten Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung des Hauptstudiums geben. Es findet nach dem zweiten oder spätestens nach dem dritten Fachsemester mit einem der Professoren statt. Die Termine sind direkt mit Ihnen zu vereinbaren. Mit der Anmeldung ist eine ca. zweiseitige Reflexion über das bisherige Studium einzureichen, die eine Selbsteinschätzung in Bezug auf die erworbenen Fähigkeiten sowie auf Stärken und Schwächen enthalten soll. Des Weiteren muss ein aktueller Leistungsnachweis mit allen bislang erworbenen Credit Points sowie die Kopie einer schriftlichen Arbeit vorgelegt werden. Hauptseminare (HS) Hauptseminare werden zu verschiedenen Bereichen der Ethnologie (Politik, Wirtschaft, Verwandtschaft, Mensch- Umwelt-Beziehungen) angeboten. Daneben gibt es regelmäßig Lehrveranstaltungen zu weiteren aktuellen Themen wie beispielsweise Migration, neue Medien, Themen der Religionsethnologie oder der Kindheitsforschung. Es muss jeweils aus verschiedenen Bereichen der Ethnologie mindestens ein Hauptseminar besucht werden. Im Major sind weitere Hauptseminare zu frei wählbaren Themen zu besuchen. Im Minor können diese durch andere Veranstaltungen oder schriftliche Arbeiten ersetzt werden. Hauptseminararbeiten Es sind drei schriftliche Hausarbeiten im Umfang von 20-25 Seiten, im allgemeinen im Anschluss an ein Haupt- seminar, nach Absprache mit dem jeweiligen Dozierenden anzufertigen. Die Arbeiten werden benotet. Die schriftliche Arbeit, die zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Bachelorverfahren noch ausstehend sein darf, muss – wenn mit der /dem betreuenden Dozierenden nichts anderes vereinbart wurde - mindestens 4 Wochen vor dem letztmöglichen Abgabetermin eingereicht werden. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. Sozialkompetenz Wenigstens fünf Studierende können sich zusammenfinden und eine Lektüregruppe organisieren. Zu Lehrveranstaltungen sind auch Tutorate möglich. Listen für empfohlene Literatur sind im Sekretariat 3.A27 erhältlich. Das Vorhaben muss in jedem Fall vor Semesterbeginn mit einer/-m Lehrenden abgesprochen werden, bei dem abschließend ein Protokoll eingereicht wird. Wird die regelmässige Teilnahme am wöchentlichen Forschungskolloquium des Ethnologischen Seminars durch eine Lektüregruppe ergänzt, können zusätzlich zu 2 Credits für freie oder weitere Leistungen 2 Social Credits erworben werden. Weitere Möglichkeiten siehe auch unter: Weisungen zur Vergabe für Credit Points für Sozialkompetenz (SCP) an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät: https://www.unilu.ch/fileadmin/fakultaeten/ksf/Dekanat/dok/Reglemente_Merkblaetter_Formulare/Neuste_Version en/Merkblaetter_und_Formulare/WeisungenSocialCredits_KSF.pdf Weitere und freie Studienleistungen Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie sind weder an Veranstaltungen besonderen Typs noch besonderen Inhalts gebunden. Letzteres gilt auch für die freien Studienleistungen, die sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Faches Ethnologie erbracht werden können. Anstelle von Veranstaltungsbesuchen ist auch das Verfassen von schriftlichen Arbeiten (in Absprache mit dem Dozierenden) möglich. Seminar- und Forschungskolloquium Im ethnologischen Forschunskolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen, Fragestellungen und Ergebnissen ihrer laufenden Forschungen berichten. Bei regelmässiger Teilnahme können 2 Credits erworben werden, die bei freien oder weiteren Studienleistungen anrechenbar sind. Ergänzen Studierende die regelmässige Teilnahme durch eine Lektüregruppe, können sie zusätzlich 2 Social Credits erwerben. BA-Abschluss Um das Studium mit dem BA abzuschließen, muss eine schriftliche Arbeit im Umfang von nicht mehr als 60 Seiten angefertigt werden. Das Thema wird gemeinsam mit einer/m der Dozierenden entwickelt. Außerdem wird eine mündliche Prüfung von 30 Minuten zu zwei verschiedenen Themen abgelegt. Für die mündliche Prüfung werden 5 und für die schriftliche Arbeit 25 Credits vergeben. 10 11 Leitfaden zum Studium der Ethnologie im MA (Master of Arts in Ethnologie / MA in Cultural and Social Anthropology) Voraussetzungen Ein Masterstudium in Ethnologie setzt ein Bachelorstudium voraus. Im Fach Ethnologie müssen mind. 60 Credits erworben worden sein. Von Inhaberinnen und Inhabern eines Bachelordiploms eines andern Faches können vor Aufnahme des Masterstudiums zusätzliche Leistungen in Ethnologie zur Bedingung gemacht werden. Zudem können in allen Fällen für den Abschluss des Masterstudiums weitere Auflagen gemacht werden. Musterstudienplan Masterstudium Das Masterstudium wird in zwei Varianten angeboten, die gewählt werden können: Ein Masterstudium mit Feldforschungspraktikum und eines ohne Feldforschungspraktikum. In letzterem kann, in ersterem muss ein Seminar zu empirischen Methoden der Datenerhebung besucht werden. Das Methodenseminar, in dem insbesondere qualitative Methoden der ethnologischen Feldforschung behandelt und auch geübt werden, bereitet auf einen mindestens dreimonatigen Forschungsaufenthalt im Aus- oder Inland vor. Wird der Studiengang mit Forschungspraktikum gewählt, reduzieren sich die frei wählbaren Studienleistungen im Major oder Minor um etwa die Hälfte. Die Social Credits werden mit den Credits für das Praktikum verrechnet, da letzteres Sozialkompetenz in hohem Masse einschliesst. Im Folgenden wird nur der Musterstudienplan im Major aufgeführt. Auf Unterschiede zum Minorstudium wird in der anschliessenden Beschreibung der Veranstaltungstypen und Anforderungen eingegangen. Musterstudienplan Major mit Feldforschungspraktikum I MA-Abschluss Schriftliche MA-Prüfung Minor 5 Mündliche MA-Prüfung Major 10 MA-Arbeit Major 30 II Studienleistungen Major MAS Masterseminar in einem Bereich der Ethnologie 4 Schriftliche, benotete Arbeit zum MAS 6 MAS Masterseminar freier Wahl 4 Schriftliche, benotete Arbeit zum MAS 6 Forschungspraktikum Major 18 Sozialkompetenz Major (2-6 Cr) 4 III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 20 IV Freie Studienleistungen im Major oder Minor Freie Leistungen Major oder Minor 13 Musterstudienplan Major ohne Feldforschungspraktikum I MA-Abschluss Schriftliche MA-Prüfung Minor 5 Mündliche MA-Prüfung Major 10 MA-Arbeit Major 30 I Studienleistungen Major MAS Masterseminar in einem Bereich der Ethnologie 4 Schriftliche, benotete Arbeit zum MAS 6 MAS Masterseminar in zweiten Bereich der Ethnologie 4 Schriftliche, benotete Arbeit zum MAS 6 Weitere Leistungen Major 14 III Studienleistungen im Minor Min. Studienleistungen Minor 20 IV Freie Studienleistungen im Major oder Minor Freie Studienleistungen Major oder Minor 17 V Sozialkompetenz Sozialkompetenz (2-6 Cr) 4 12 Veranstaltungstypen und Anforderungen im Masterstudium Masterseminare (MAS) Masterseminare werden zu verschiedenen Bereichen der Ethnologie (Politik, Wirtschaft, Verwandtschaft, Psychologische und Kognitionsethnologie) angeboten. Außerdem werden regelmäßig Lehrveranstaltungen zu weiteren aktuellen Themen in das Lehrprogramm aufgenommen. Im MA-Major ohne Feldforschungspraktikum und im MA-Minor sollten die Masterseminare aus zwei verschiedenen Bereichen der Ethnologie gewählt werden. Masterseminararbeit Zu einem der in einem Masterseminar behandelten Themen sollte eine schriftliche Masterseminararbeit nach Absprache mit der jeweiligen Dozentin bzw. dem Dozenten angefertigt werden. Diese Arbeit wird benotet und ist auch als Übung für die Masterarbeit anzusehen. Sie soll einen Umfang von 20-25 Seiten haben. Im Major ohne Feldforschungspraktikum und im Minor werden zwei Arbeiten gefordert. Wichtig: Erst nachdem der Dozentin bzw. dem Dozenten eine Disposition (inklusive Literaturangaben) vorgelegt wurde und diese/r die Disposition (allenfalls unter dem Vorbehalt der Verbesserung) gutgeheissen hat, kann mit dem Abfassen der Arbeit begonnen werden bzw. gilt die Dozentin oder der Dozent als offizielle Betreuungsperson der Arbeit. Die schriftliche Arbeit, die zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Masterverfahren noch ausstehend sein darf, muss – wenn mit der /dem betreuenden Dozierenden nichts anderes vereinbart wurde - mindestens 4 Wochen vor dem letztmöglichen Abgabetermin eingereicht werden. Feldforschungspraktikum Das Feldforschungspraktikum von in der Regel 3 Monaten Dauer soll Studierenden die Möglichkeit geben, ein eigenes empirisches Forschungsvorhaben durchzuführen. Vorbereitung, Abfassen eines Exposés, Durchführung und Auswertung werden von den Lehrpersonen des Ethnologischen Seminars – die alle über Forschungserfahrung und Vertrautheit mit unterschiedlichen Regionen (Südostasien, Ozeanien u.a.) verfügen – intensiv betreut. Das Praktikum kann selbstständig, einzeln oder in Kleingruppen nach Absprache mit einem der Lehrenden oder als von einem Lehrenden betreutes eigenständiges Projekt durchgeführt werden. Bringen Organisations- und Betreuungsform eine intensivere Forschungstätigkeit mit sich, kann sich die Dauer des Praktikums auch verkürzen. Zielsetzungen des Feldforschungspraktikums: Die Formulierung einer konkreten Fragestellung und eines Forschungsantrags soll geübt, regionale Kenntnisse sollen vermittelt bzw. vertieft werden, möglichst verschiedene Methoden sollen erlernt, und die Erfahrung der Teilnahme am täglichen Leben in einer fremden Gesellschaft gemacht werden. Durch eigene Erfahrungen mit der ethnologischen Feldforschung können Studierende zum einen Ethnographien besser beurteilen und zum anderen ermöglichen sie die notwendige fundierte Quellenkritik. Neben der Stärkung der Methodenkompetenz kann ein Feldforschungspraktikum auch Regionalkompetenz vermitteln, die sich bei der späteren Stellensuche positiv auswirken kann, liegen doch Berufsperspektiven von AbsolventInnen sozial- und kulturanthropologischer Studiengänge erfahrungsgemäß auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, von Institutionen, die sich mit Migration befassen, oder im Museums- und Ausstellungsbereich. Hier sind regionale Kompetenzen meist ebenso gefragt wie fachliche. Ein erfolgreich durchgeführtes Feldforschungspraktikum kann außerdem die Grundlage der Masterarbeit bilden. Diese kann jedoch in jedem Fall auch auf einem Literaturstudium basieren. Am Ende des Feldforschungspraktikums ist ein Feldforschungsbericht im Umfang einer Hausarbeit auf Masterebene obligatorisch. Erst nach der Abgabe des Berichtes können die Credits angerechnet werden. Für die formelle Anrechnung des Feldforschungpraktikums ist der Fachstudienberater zu konsultieren, da eine Buchung der einzelnen Bestandteile des Praktikums online nicht möglich ist. MA-Abschluss Um das Studium mit dem MA abzuschließen, muss eine schriftliche Arbeit im Umfang von nicht mehr als 100 Seiten angefertigt werden. Das Thema wird gemeinsam mit einer/-m der Dozenten entwickelt. Außerdem wird eine mündliche Prüfung von 60 Minuten zu vier verschiedenen Themen abgelegt. Für die mündliche Prüfung werden 10 und für die schriftliche Arbeit 30 Credits vergeben. 13 14 Vorschläge Reader für Lektüregruppen (Sozialkompetenz) Religionsethnologie Lambek, Michael (ed.), A Reader in the Anthropology of Religion. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2008. Rechtsethnologie Moore, Sally Falk (ed.), Law and Anthropology. A Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2005. Verwandtschaft Parkin, Robert and Linda Stone (ed.), Kinship and Family. An Anthropological Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2004. Feldforschung Robben, Antonius C.G.M and Jeffrey A. Shuka (ed.), Ethnographic Fieldwork. An Anthropological Reader. Malden, Oxford, Melbourne: Blackwell 2011. Politikethnologie Vincent, Joan (ed.), The Anthropology of Politics. A Reader in Ethnography, Theory, and Critique. Oxford: Blackwell 2002. Sharma, Aradhana and Gupta, Akhil (eds.), The anthropology of the state. Oxford: Blackwell 2009. Nancy Scheper-Hughes (ed.), Violence in war and peace. Oxford: Blackwell 2003. Geschichte ethnologischer Theorien Bohannan, Paul and Mark Glazer (ed.), High Points in Anthropology. New York: Knopf 1988. Moore, Henrietta L. (ed.), Anthropological Theory Today. Cambridge, Oxford, Malden: Polity Press & Blackwell 1999. Wirtschaftsethnologie Plattner, Steward (ed.), Economic Anthropology. Stanford: Stanford University Press 1989. Shanin, Theodor (ed.), 1989 Peasants and peasant societies. Middlesex: Penguin 1989. Dove, Michael and Carpenter, Carol (eds.), Environmental anthropology. Oxford: Blackwell 2008. 15 Lehrveranstaltungen des Ethnologischen Seminars Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Terminierung 1: Mo, 19.09.2016, 14:15 - 16:00 FRO, HS 3 Wöchentlich Mo, 14:15 - 16:00, ab 26.09.2016 FRO, HS 8 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Vorlesung Inhalt: Die Vorlesung "Einführung in die Ethnologie" vermittelt einen Überblick über das Fach und das Studium der Ethnologie. Dabei geht es sowohl um wissenschaftliche Arbeitstechniken als auch um zentrale Fragestellungen, Begriffe, Themenbereiche, aber auch Geschichte und Methoden des Faches. "Kultur" und "Ethnie" etwa sind für die Ethnologie zentrale und umstrittene Konzepte, die in der Vorlesung erläutert werden. Ausserdem werden die empirische Methode der ethnologischen Feldforschung und die dabei angewandten Verfahren der Datenerhebung vorgestellt. Nur wer Grundkenntnisse der empirischen Methoden hat, kann die Ergebnisse ethnologischer Forschungen nachvollziehen und bewerten. Die wichtigsten thematischen Bereiche der Ethnologie – Religion, Verwandtschaft/soziale Organisation, Politik und Wirtschaft – werden einführend vorgestellt und dabei gleichzeitig erste Einblicke in Theorien der Ethnologie vermittelt. Ein solcher Überblick hilft, weiterführende Informationen und Kenntnisse aus vertiefenden Seminaren in einen grösseren Rahmen einzuordnen und dadurch besser zu verstehen. Während des Semesters werden kurze schriftliche Aufgaben gestellt, deren Lösung sowie die Klausur am Endes des Semesters sind Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme. Unterrichtsmaterial, Texte und Illustrationen sowie ein Online-Forum sind auf OLAT bereitgestellt. Die Selbstorganisation eines begleitenden Lektürekurses, für den Social Credit Points vergeben werden, ist möglich. Für die Vorlesung gibt es nach erfolgreich bestandener Klausur 3 CP und für das begleitend stattfindende Tutorat 1 CP. Das Tutorat – sofern es zustande kommt– ist nicht verpflichtend und für Studierende gedacht, die den in der Vorlesung vermittelten Stoff vertiefen und die Aufgaben besprechen wollen. Den Termin des Tutorats stimmen die TeilnehmerInnen zu Beginn des Semesters mit der Tutorin / dem Tutor ab. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Vorlesung Einführung in die Ethnologie Vorlesung im Modul Weltgesellschaft (MA WG+WP) Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Weitere Studienleistungen im Sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt Wirtschafts- und Politikethnologie Prüfungsmodus / Credits: Benotete Prüfung (3 Cr) Kontakt: bettina.beer@unilu.ch Literatur Beer, Bettina und Hans Fischer 2009: Wissenschaftliche Arbeitstechniken in der Ethnologie. (3., überarbeitete und erweiterte Auflage). Berlin: Reimer. Pflichtlektüre: Beer, Bettina und Hans Fischer (Hg.) 2013: Ethnologie. Einführung und Überblick. (8. Auflage). Berlin: Reimer. 16 Einführung in die Ethnologie Dozent/in: Dr. phil. Esther Leemann Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Di, 10:15 - 12:00, ab 20.09.2016 FRO, 4.B01 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: In diesem einführenden Proseminar (für Studierende der Ethnologie obligatorisch) wird auf der Basis eines Lehrbuchs und einer Reihe ausgewählter Filme ein Einblick in die zentralen Themenbereiche und Grundbegriffe des Fachs gegeben. Anhand einer Auswahl ethnographischer Beispiele aus aller Welt wird die Vielfalt und Breite des Fachs veranschaulicht und kulturelle Phänomene jeweils auch im Vergleich zur eigenen Gesellschaft diskutiert. Es werden klassische Themengebiete (Strukturen des sozialen Zusammenlebens, Verwandtschaft und Gender, politische und wirtschaftliche Organisation, Kosmologie, Ritual, etc.), Grundbegriffe (Reziprozität, Symbolismus, Habitus etc.), sowie aktuelle Themen und Debatten der Ethnologie behandelt. Das Proseminar ergänzt die Vorlesung zur Einführung in die Ethnologie und kann parallel dazu oder zur Vor- oder Nachbereitung besucht werden. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Proseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: esther.leemann@unilu.ch 17 Einführung in die Politikethnologie Dozent/in: Dr. phil. Thomas Hüsken Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Do, 08:15 - 10:00, ab 22.09.2016 FRO, 4.B02 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Die Veranstaltung bietet einen Überblick über die Geschichte und aktuelle Themen der politischen Anthropologie. Im Zentrum stehen die Topoi Macht und Herrschaft, Staaten und staatenlose Gesellschaften, koloniale Herrschaft und Widerstand, der postkoloniale Staat, Nationalismus und Ethnizität, Konflikt und Gewalt und Globalisierung. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Proseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: thomas.huesken@unilu.ch Literatur zur Einführung: Lewellen, Ted C. 2003, Political Anthropology. An Introduction. Westport, Präger Publishers. 18 Polynesien: Kulturen und Gesellschaften der pazifischen Inseln im Wandel Dozent/in: Julius Riese, M.A. Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: 14-täglich Do, 10:15 - 14:00, ab 22.09.2016 FRO, 3.B47 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Polynesien – das Inseldreieck zwischen Hawai’i, der Osterinsel/Rapa Nui und Neuseeland/Aotearoa: Wer sind die Polynesier? Woher kamen sie und wie gelang es ihnen, die zum Teil hunderte bis tausende von Kilometern auseinander liegenden Inseln zu besiedeln? Wie passten sie sich an die unterschiedlichen naturräumlichen Gegebenheiten an – von kleinen innertropischen Atollinseln über subtropisch-randtropische Vulkaninseln bis hin zu gemässigten und sogar subpolaren Breiten? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede weisen die verschiedenen polynesischen Kulturen hinsichtlich sozialer und politischer Organisation, Wirtschaft, Religion und Sprache auf? Wie kam es, dass sich die Inselgruppen bis heute politisch so unterschiedlich entwickelten – von unabhängigen kleinen Inselstaaten (z.B. Tonga, Samoa), einem US- Bundesstaat (Hawai’i), französischen Überseedepartements (Französisch Polynesien), einem Teil Chiles (Osterinsel/Rapa Nui) bis hin zu einer grossen Einwanderungsgesellschaft wie Neuseeland? Welche Rolle spielt transnationale Migration für die Polynesier? Welchen Veränderungen und Problemen sehen sich die verschiedenen Inselgruppen heute gegenüber? Welche Zukunftsperspektiven haben indigene Bewegungen, die sich für stärkere politische Selbstbestimmung und Autonomie einsetzen? Diesen und weiteren Fragen geht das Seminar nach, das eine systematische ethnographische Einführung in die vielfältigen Kulturen und Gesellschaften Polynesiens bietet. Voraussetzungen: Keine. Die Veranstaltung wird vom Ethnologischen Seminar angeboten, ist jedoch offen für Studierende aller Fachrichtungen, die sich für Polynesien interessieren. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: julius.riese@doz.unilu.ch Hinweise: The course is held in German. However, English-speaking students are welcome to participate. They are invited to make their contributions (discussion, presentation, written assignments) in English. Literatur Zu Beginn lesen wir den Artikel Peopling of the Pacific: A Holistic Anthropological Perspective von Patrick Vinton Kirch (2010) über die Besiedlung des Pazifiks (Annual Review of Anthropology 39: 131-148) sowie ausgewählte Kapitel aus Douglas Olivers (2002) Polynesia in Early Historic Times (Honolulu: The Bess Press), um uns einen Überblick über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen polynesischen Kulturen vor dem Kontakt mit Europäern zu verschaffen. Danach spezialisiert sich jede(r) Teilnehmende auf eine polynesische Insel(gruppe). Dazu werden jeweils erste Literaturhinweise als Ausgangspunkt für die Quellenrecherche zur Verfügung gestellt. 19 The Poison in the gift – Theorien des Tausches und die „indische Gabe“ Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mo, 16:15 - 18:00, ab 19.09.2016 FRO, 4.B54 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Warum halten wir eine Flasche Wein für ein besseres Geschenk als eine Flasche Apfelsaft? Und warum glauben wir, ein Geschenk irgendwie erwidern zu müssen? Warum glauben wir aber auch, dass es sich nicht gutmacht, erhaltene Geschenke weiter zu verschenken? Sind diese Einstellungen kulturspezifisch oder universell? Warum heisst das englische „gift“ für Geschenk auch im Englischen dasselbe wie das deutsche „Gift“ und warum bedeutet „gift“ in skandinavischen Sprachen zusätzlich zum deutschen „Gift“ auch noch „verheiratet“? Seit Bronislaw Malinowskis Analyse des Kula-Tauschsystems der Trobriand-Insulaner (1922) und Marcel Mauss’ berühmtem „Essay sur le Don“(1924) ist die Beschäftigung mit dem Gabentausch ein klassisches Thema der Ethnologie. In diesem Proseminar, das sowohl eine Einführung in ethnologische Klassiker wie auch eine Einführung in die Wirtschaftsethnologie ist, werden wir uns ausgehend von Malinowski und Mauss mit Texten zum Tausch von Lévi-Strauss über Sahlins und Bourdieu bis zu Gregory, Appadurai und Godelier befassen. Wir werden unterschiedliche Dimensionen und Formen, Antriebskräfte und Auswirkungen des Tausches kennenlernen sowie verschiedene Ansätze seiner theoretischen Interpretation. Besondere Aufmerksamkeit werden wir der Gabe in Indien schenken, deren besondere Ausprägung nach Parry und Goodwin-Raheja ein besonderes Licht auf das Gift in der Gabe wirft. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: werner.egli@unilu.ch Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur: Zur einführenden Lektüre empfohlen: Marcel Mauss, Die Gabe. Die Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften (1968[1924]) (http://monoskop.org/File:Mauss_Marcel_Die_Gabe_Form_und_Funktion_des_Austauschs_in_archaischen_Ges ellschaften.pdf ) 20 Unfruchtbarkeit und soziale Reproduktion in Afrika Dozent/in: Laura Katharina Preissler, MA Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi, 12:15 - 14:00, ab 21.09.2016 FRO, 3.B55 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Das Seminar beschäftigt sich mit den soziokulturellen Aspekten von Unfruchtbarkeit und Kinderlosigkeit in afrikanischen Gesellschaften. Weltweit leiden 8-12% der Paare im fortpflanzungsfähigen Alter unter Fruchtbarkeitsstörungen. In afrikanischen Ländern fällt die Infertilitätsrate mit schätzungsweise 20-30% besonders hoch aus, wobei die Konsequenzen hier gravierender ausfallen können, als in den meisten euro-amerikanischen Ländern. Unfruchtbarkeit bedeutet die Unfähigkeit ein Kind zu bekommen, wobei dies sowohl kinderlose Personen mit primärer Infertilität, als auch Personen mit sekundärer Infertilität, die bereits Kinder haben, betrifft. In einigen afrikanischen Gesellschaften können Frauen, die keine Söhne geboren haben, ebenfalls als unfruchtbar klassifiziert werden. Anhand von verschiedenen Fallbeispielen werden wir uns mit lokalen Definitionen und Interpretationen von Infertilität, sozialen Konsequenzen sowie Bewältigungsstrategien auseinandersetzen. Außerdem werden wir thematisieren, auf welche Weise Verwandtschaftsstrukturen, Geschlechterrollen sowie Prokreations- und Körperkonzepte die Erfahrung von Unfruchtbarkeit in afrikanischen Gesellschaften prägen. Hinsichtlich der Strategien, die Frauen und Männer verfolgen, um Kinderlosigkeit zu umgehen, werden wir die Nutzung der Neuen Reproduktionstechnologien beleuchten, die in afrikanischen Ländern wie Ägypten, Mali oder Südafrika durch Kostenreduzierung mehr und mehr zugänglich werden. Zudem werden wir diskutieren, inwiefern Pflegschaft, Adoption oder Frauenheirat Lösungsmöglichkeiten für Personen mit unerfülltem Kinderwunsch darstellen. Voraussetzungen: Voraussetzung für die Teilnahme ist die Fähigkeit englische Texte zu lesen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Proseminar Einführung in die Ethnologie Proseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: laurapreissler@hotmail.com Literatur: Adetunji, Jacob A. (1996): Preserving the pot and water: A traditional concept of Reproductive Health in a Yoruba community, Nigeria, Social Science & Medicine, Vol. 43, Nr. 11, S. 1561-1567. Alber, Erdmute (2013): Child fostering in West Africa: new perspectives on theory and practices, Leiden : Brill. Barden-0’Fallon, Janine (2005): Unmet Fertility Expectations and the Perception of Fertility Problems in a Malawian village, African Journal of Reproductive Health, Vol. 9, Nr. 2, S. 14-15. Dyer S. J., Abrahams, N., Mokoena, N. E. & van der Spuy, Z. M. (2004): ‘You are a man because you have children’: experiences, reproductive health knowledge and treatment-seeking behaviour among men suffering from couple infertility in South Africa, Human Reproduction, Vol. 19, Nr. 4, S. 960-967. Hollos, Marida & Larsen, Ulla (2008): Motherhood in sub-Saharan Africa: The social consequences of infertility in an urban population in northern Tanzania, Culture, Health & Sexuality: An International Journal for Research, Intervention and Care, Vol. 10, Nr. 2, S. 159-173. Inhorn, Marcia & van Balen, Frank (2002): Infertility around the Globe. New thinking of childlessness, Gender and Reproductive technologies, Berkley: University of California Press. Leonard, Lori (2002b): ‘Looking for Children’: The search for fertility among the Sara of southern Chad, Medical Anthropology: Cross-Cultural Studies in Health and Illness, Vol. 21, Nr. 1, S. 79-112. Oladokun, Adesin, Arulogun, Oyedunni, Oladokun, Regina et al. (2009): Acceptability of Child Adoption as Management Option for Infertility in Nigeria: Evidence from Focus Group Discussions, African Journal of Reproductive Health, Vol. 13, Nr. 1, S. 79-91? Kielmann, Karina (1998): Barren Ground: Contesting Identities of Infertile Women in Pemba, Tanzania, in: Pragmatic Woman and Body Politics, herausgegeben von Lock, Margaret & Kaufert, Patricia Alice, Cambridge: Cambridge University Press, S. 128–163. 21 Wie forschen Ethnologen? Eine praktische Einführung in die Ethnographie Dozent/in: Dr. phil. Anika König Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: 14-täglich Do, 10:15 - 14:00, ab 29.09.2016 FRO, 3.B47 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Methodisches Seminar Inhalt: Feldforschung ist die zentrale empirische Methode der Ethnologie. Kenntnisse der verwendeten Verfahren und Techniken sind nicht nur zur Planung und Durchführung eigener Forschung Voraussetzung, sondern auch zur Quellenkritik. Nur wer versteht, wie Ethnologen ihre Daten gewinnen, kann die Ergebnisse beurteilen, einordnen und kritisieren. In diesem Seminar werden theoretische Ansätze und praktische Übungen miteinander kombiniert, damit die TeilnehmerInnen lernen, das erarbeitete Wissen direkt anzuwenden. An Beispielen wird die Erhebung, Aufbereitung und Auswertung von Daten geübt. So können auch Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren und die Auswahl der geeigneten Forschungsmethode für unterschiedliche Fragestellungen kennengelernt werden. Durchführung: das Seminar findet 14-tägig in 4-Stunden-Blöcken statt. In den zwei Wochen zwischen den Sitzungen werden jeweils die Texte erarbeitet und die Übungen durchgeführt. Die TeilnehmerInnen dokumentieren ihre Übungen in kurzen schriftlichen Zusammenfassungen, die jeweils zur nächsten Sitzung abgegeben werden müssen. Regelmässige, pünktliche Teilnahme und Durchführung der Aufgaben sind die Voraussetzungen für den Erwerb eines Teilnahmescheins. Für einen Leistungsschein kann eine zusätzliche schriftliche Aufgabe eingereicht werden. Voraussetzungen: TeilnehmerInnen studieren in der Masterphase oder höher. Auch Bachelor- Studierende, die eine eigene empirische Arbeit planen, können teilnehmen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Elective courses Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Methodenseminar Methodenseminar in Ethnologie (BA) Methodische Lehrveranstaltungen Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: anika.koenig@fu-berlin.de Hinweise: Prüfungsmodus: Durchführung von Übungen und deren Zusammenstellung am Ende des Semesters zu einem Lernportfolio (4 CP). Bitte melden Sie sich auf OLAT für den Kurs an. Literatur Pflichtlektüre: Bettina Beer (Hg.), 2008: Methoden ethnologischer Feldforschung. (Überarbeitete und erweiterte 2. Auflage). Berlin: Reimer. Das Buch kann bei Angabe der Lehrveranstaltung vergünstigt mit Hörerschein beim Studiladen gekauft werden. Weitere Literatur steht im Semesterapparat der Präsenzbibliothek. 22 Ethnologie des (charismatischen) Christentums – aktuelle Entwicklungen im globalen Süden Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi, 10:15 - 12:00, ab 21.09.2016 FRO, 4.B02 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Lange hat die Ethnologie das Christentum als Untersuchungsgegenstand übersehen, wenn nicht gar unterdrückt. Diese Vernachlässigung wiegt umso schwerer, als die christliche Missionierung mit dem Kolonialismus Hand in Hand ging und viele der von der Ethnologie untersuchten Gesellschaften das Christentum schon lange vor der Begegnung mit den EthnologInnen angenommen oder es mit ihrer eigenen Religion synkretistisch verbunden hatten, aber auch, weil die ethnologische Theoriebildung, die schon früh der Religion galt, das Christentum sowohl als Gegenstand als auch als kulturspezifischen Hintergrund überging. Erst unter dem Eindruck der massenhaften Konversion zu meist charismatischen Formen des Christentums insbesondere in den Ländern des Globalen Südens hat sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts eine Anthropology of Christianity herausgebildet, die die genannten Versäumnisse zu beheben versucht. Der Herausbildung dieser neuen Teildisziplin, ihren Fragestellungen und Untersuchungsfeldern werden wir uns im ersten Teil des Seminars widmen. Im zweiten Teil wenden wir uns ethnographischen Untersuchungen unterschiedlicher lokaler Ausformungen des (charismatischen) Christentums und Konversionsprozessen im Globalen Süden zu. Im dritten Teil befassen wir uns dann mit diesen Konversionsprozessen in theoretischer Perspektive, in der u.a. Erklärungen der Konversion als Ausdruck der Modernisierung und Individualisierung aber auch als ablehnende Reaktion von Verlierern der Globalisierung oder als Versuch der Wiedergewinnung verloren gegangener lokaler Solidaritätsmechanismen vorgeschlagen wurden. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Freie Studienleistungen Religionswissenschaft BA Freie Studienleistungen Religionswissenschaft MA Hauptseminar in Ethnologie Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft BA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: werner.egli@unilu.ch Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur: Zur einführende Lektüre empfohlen: Joel Robbins, The Anthropology of Christianity: Unity, Diversity, New Directions, in: Current Anthropology, 55/10, 2014: 157–171. (http://www.journals.uchicago.edu/doi/pdfplus/10.1086/678289) 23 Fallstudien der Politischen Ökologie Dozent/in: Dr. phil. Esther Leemann Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Di, 12:15 - 14:00, ab 20.09.2016 FRO, 3.A05 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: In der Veranstaltung werden wir uns mit aktuellen Fallbeispielen der Politischen Ökologie befassen. Die Politische Ökologie beschäftigt sich mit der ‘ökologischen Verteilung von Konflikten’(Alier 2002), also mit den Konflikten um den Zugang und die Kontrolle von natürlichen Ressourcen (Escobar 2008), dem komplexen Beziehungsgefüge zwischen “Natur” und “Gesellschaft”. Umweltwandel wird als Teil von lokalen und globalen, politischen und ökonomischen Prozessen verstanden. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen, insbesondere für Studierende, die sich mit den begrifflichen und theoretischen Grundlagen der Politischen Ökologie vertraut gemacht haben und sich nun intensiv mit Fallbeispielen beschäftigen wollen, die das Verhältnis von Natur-Kultur, Fragen von Ideologie, Wissensproduktion und Repräsentation sowie Ressourcenkonflikte zum Thema haben. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Politik und Recht Hauptseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Hauptseminar in Ethnologie Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltpolitik Weitere Studienleistungen im Sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt Wirtschafts- und Politikethnologie Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: esther.leemann@unilu.ch 24 Frontiers: Zur Ethnographie und Geschichte staatlicher Grenzräume Dozent/in: Dr. phil. Daniel Geiger Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mo, 10:15 - 12:00, ab 19.09.2016 FRO, 3.B55 Wöchentlich Mo, 10:15 - 12:00, ab 31.10.2016 FRO, HS 11 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Auch im 21. Jahrhundert gibt es noch Räume, die zwar zum Hoheitsgebiet des Staates gehören, doch von diesem nur mangelhaft kontrolliert werden. Geopolitisch wie im Entwicklungszusammenhang von besonderer Bedeutung sind dabei frontiers (‚Grenzen‘) – schwer zugängliche, ressourcenreiche Gegenden, wo eine schwache Staatsgewalt auf indigene Gemeinschaften und andere autonome oder teilautonome Akteure trifft. Das Zusammenleben der Menschen und das Wirken des Staates in solchen Grenzräumen folgen eigenen Gesetzen und unterscheiden sich von der Form der Gouvernanz und den sozialen und interethnischen Beziehungen im staatlichen Kernland. Diese Besonderheiten vergleichend herauszuarbeiten, stellt eine spannende Forschungsaufgabe dar. Die Übung bietet zunächst einen Überblick über die wichtigsten Theorietraditionen in diesem ausgeprägt interdiziplinären Forschungsfeld und stellt die drei wichtigsten frontier-Typen (Siedlungs-, Extraktions- und Kontroll‘grenzen‘) vor, die der vergleichenden Forschung bekannt sind. Wir werden uns mit den Eigenschaften beschäftigen, die die frontier zu einem unverwechselbaren (und ausgesprochen konfliktgesättigten) soziopolitischen und kulturellen Raum machen, und gehen den Zielen und Mustern staatlicher Politik an den Rändern staatlichen Einflusses nach. Wir versuchen unter anderem folgende Fragen zu beantworten: wie verhalten sich populäre frontier-Stereotypen und objektive gesellschaftliche und politische Verhältnisse an der ‚Grenze‘ zueinander? Wie steht es um die tatsächlichen Einflussmöglichkeiten und damit die politische Verantwortung des Staates in Räumen, in denen sein Recht nur beschränkt Geltung hat? Wie spielen die Kräfte des um die Festigung seiner Kontrolle bemühten Nationalstaats und der wirtschaftlichen Globalisierung/des kapitalistischen Weltsystems zusammen? Und läuft der - unstete - Vormarsch von Menschen- und Minderheitenrechten und die Abkehr vom auf Modernisierung und Wachstum fixierten Entwicklungsparadigma womöglich auf die weltweite „Zähmung“ der frontier heraus? Auf einen ausführlichen Vorlesungsteil folgen von den TeilnehmerInnen gestaltetete Sitzungen zur Eroberung des US-amerikanischen Westens (18.- 19. Jh.), heutigen Siedlungsgrenzen im brasilianischen Amazonasgebiet, logging in Kalimantan (Indonesien), land grabbing in den Savannengebieten des brasilianischen Cerrado, den staatlichen Strukturen in den Stammesgebieten an der pakistanisch-afghanischen Grenze (FATA) und der Golfregion von Papua-Neuguinea, und der Politik der „Nationalisierung des Raums“ am Beispiel zweier südostasiatischer Länder. Den Abschluss macht ein Themenblock zu Landnutzungskonflikten im Zusammenhang mit Naturschutzgebieten (‚people vs. parks’), illustriert durch kambodschanisches Fallmaterial. Begleitend werden Auszüge aus zwei Filmen zum Thema gezeigt und diskutiert. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Prüfung: Leistungsnachweise: Regelmässige aktive Teilnahme; wöchentliche Lektüre; Vortrag (bewertet); Essay (bewertet) Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar in Ethnologie Proseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: daniel.geiger@doz.unilu.ch 25 Hinweise: Eine ausführliche Literaturliste zum Thema findet sich auf OLAT. Literatur - Geiger, Danilo. 2008. „Turner in the Tropics: The Frontier Concept Revisited“, in: Frontier Encounters: Indigenous Communities and Settlers in Asia and Latin America. Herausgegeben von Danilo Geiger, S. 77-215. IWGIA Document 120. Kopenhagen: International Work Group for Indigenous Affairs (IWGIA). - Hall, Derek. 2013. Land, für: Kap. 3, „Frontiers“, S. 52-81. Cambridge: Polity Press. - Rieber, Alfred J. 2015. „Frontiers in History“, in: International Encyclopedia of the Social and Behavioral Sciences. Zweite Ausgabe. Herausgegeben von James D. Wright, S. 464-469. Amsterdam: Elsevier. 26 Kasten in Südasien – Ethnisierung der Kaste, Politik mit Kasten und andere neuere Entwicklungen Dozent/in: Prof. Dr. Werner Egli Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mo, 12:15 - 14:00, ab 19.09.2016 FRO, 3.B01 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Nach einer Klärung des Begriffes der Kaste als Form sozialer Stratifikation und einem Überblick über die historische Verbreitung von Kasten wird im ersten Teil des Seminars auf klassische Theorien des Kastenwesens in Südasien (Dumont, Marriott, Dirks u.a.) und seine ethnographischen Ausprägungen insbesondere im ländlichen Kontext eingegangen. Im zweiten Teil des Seminars beschäftigen wir uns dann zuerst mit der Kulturalisierung oder Ethnisierung der Kaste in Indien (Reddy, Natrajan u.a.) und ihrer Instrumentalisierung durch verschiedene politische Akteure, die spätestens seit den 1990er Jahren zu beobachten ist und 2014 wesentlich zum Wahlsieg Narendra Modis beigetragen haben dürfte. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Wirtschaft und Ökologie Hauptseminar im Modul Wahlschwerpunkt Ethnologie & Wirtschaft Hauptseminar in Ethnologie Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Weitere Studienleistungen im Sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt Weltgesellschaft und Weltpolitik Weitere Studienleistungen im Sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt Wirtschafts- und Politikethnologie Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: werner.egli@unilu.ch Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Literatur Zur einführenden Lektüre empfohlen: Declan Quigley, The Interpretation of Caste, New York: 1995; Balmurli Natrajan, The Culturalization of Caste in India, New York: 2012 (Preface) (http://samples.sainsburysebooks.co.uk/9781136647574_sample_842901.pdf) 27 Politik jenseits des Staates, Beispiele aus Afrika und dem Mittleren Osten Dozent/in: Dr. phil. Thomas Hüsken Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Do, 12:15 - 14:00, ab 22.09.2016 FRO, 4.B01 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Die gegenwärtigen politischen Entwicklungen in vielen Ländern Afrikas und des Mittleren Ostens repräsentieren nichts weniger als die Neuaushandlung der postkolonialen politischen Ordnung. Die Fragmentierung von staatlichen Strukturen haben zu mehr Heterogenität in der Politik und zum Aufstieg nicht-staatlicher Machtgruppen gefu¨hrt. Es handelt sich hierbei um Entwicklungen, die Staatlichkeit herausfordern oder neu aushandeln und auf nationale Grenzen u¨berschreitende historische und rezente kulturelle, ethnische, politische und ökonomische Verbindungen verweisen. Der Kurs wird sich anhand grundlegender Texte mit dieser Thematik beschäftigen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Hauptseminar im Bereich Wirtschaft und Ökologie Hauptseminar in Ethnologie Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltpolitik Weitere Studienleistungen im Sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt Weltgesellschaft und Weltpolitik Weitere Studienleistungen im Sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt Wirtschafts- und Politikethnologie Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: thomas.huesken@unilu.ch Literatur zur Einführung: Trotha, Trutz v. 2000, Die Zukunft liegt in Afrika. Vom Zerfall des Staates, von der Konzentrischen Ordnung und vom Aufstieg der Parastaatlichkeit, Leviathan, Zeitschrift für Sozialwissenschaften, 28. Jg. Heft 2: 253-279. 28 Probleme des Orientalismus Dozent/in: Dr. Heinz Käufeler Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi, 14:15 - 16:00, ab 21.09.2016 FRO, 4.B02 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Das polemische Werk 'Orientalism' des Literaturwissenschaftlers Edward Said, 1978 erstmals publiziert, wurde zu einem der einflussreichsten Texte des ausgehenden 20. Jhdt. und prägte die kritischen Kulturwissenschaften nachhaltig. Obwohl Said die Ethnologen anfänglich weitgehend verschont hat, trifft seine leidenschaftliche und fundamentale Kritik des wissenschaftlichen und literarischen Orientalismus als "Western style for dominating, restructuring and having authority over the Orient" die klassische Ethnologie resp. Sozialanthropologie im Kern. Mit 'Orientalismus' wird seither ein Vorbehalt oder Generalverdacht gegenüber 'Fremdwahrnehmungen' assoziiert, der für die Ethnologie fatale Konsequenzen haben kann. Andererseits hat die Orientalismus-Kritik in den kulturwissenschaftlichen Disziplinen die Sensibilität für tendenziöse Verzerrungen und für die Fragen von Erkenntnis und Interesse geschärft. Entsprechend kontrovers ist die Rezeption dieser Debatten in der Ethnologie ausgefallen. Die Frage des 'Orientalismus' bietet deshalb einen idealen Ausgangspunkt für Reflexionen über Kritik, Ideologie und Erkenntnis. In dem Seminar sollen diese verschiedenen Facetten der Problematik anhand der Lektüre und Diskussion der entsprechenden Literatur im Detail erörtert werden um jenseits der polemisch aufgeladenen Positionen zu einem ausgewogenen Urteil bezüglich der grundlegenden Fragen zu gelangen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Freie Studienleistungen Religionswissenschaft BA Freie Studienleistungen Religionswissenschaft MA Hauptseminar in Ethnologie Profilierungsbereich Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft BA Weitere Studienleistungen im Fach Religionswissenschaft MA Weitere Studienleistungen im Modul Weltgesellschaft Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Kontakt: heinz.kaeufeler@doz.unilu.ch Literatur Das Buch 'Orientalismus' von Edward Said, ist 2009 in einer neuen Übersetzung bei S. Fischer publiziert worden. Daniel Martin Varisco: 'Reading Orientalism. Said and the Unsaid' (University of Washington Press 2007) bietet einen umfassenden Überblick über die Problematik und die von Said ausgelöste Debatte. 29 Geruch, Geschmack, Gehör: Hierarchien und Kulturen der Sinne Dozent/in: Prof. Dr. Bettina Beer Prof. Dr. Boris Previsic Prof. Dr. Christiane Schildknecht Durchführender Fachbereich: KSF \ Kulturwissenschaften Termine: Wöchentlich Mi, 12:15 - 14:00, ab 21.09.2016 FRO, 4.B51 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Masterseminar Inhalt: Die Sinne sind für die menschliche Wahrnehmung grundlegend und für unser Verhalten von grosser Bedeutung. Wir sehen, hören, schmecken, riechen und tasten. Das scheint zunächst selbstverständlich. Warum aber sollten die Sinne Gegenstand der Ethnologie, Kulturwissenschaften und Philosophie sein? Eine der Antworten liegt in der hier wiedergegebenen Reihenfolge der Aufzählung der Sinne, die dem in unserer Kultur verbreiteten Alltagswissen entstammt. Sie gibt jedoch nur eine scheinbar "natürliche", tatsächlich jedoch auch kulturell geprägte Hierarchie wieder. Weshalb sollte das Sehen der erste Sinn sein? Weshalb nehmen wir an, wir hätten fünf und nicht sechs oder sieben Sinne? Frühere Erfahrungen und der jeweilige kulturelle Kontext haben einen Einfluss darauf, was und wie wir wahrnehmen. Wahrnehmung und Erkenntnis hängen eng miteinander zusammen, was unsere Sinne philosophisch bedeutsam macht. Darüber hinaus ist die sinnliche Erfahrung ein zentrales Thema der Erklärung von Bewusstsein, wobei sie sich hartnäckig allen neurophysiologischen Reduktionsversuchen zu widersetzen scheint. Welche anderen Möglichkeiten bleiben also, das spezifisch Sinnliche etwa am Riechen oder Schmecken zu beschreiben? Und wie lässt sich etwas beschreiben, das selbst als Wahrnehmungserlebnis ausserhalb von Sprache und Begrifflichkeit steht? Unter anderem soll die Frage im Zentrum stehen, wie die spätere Aufklärung, welche auf den ersten Blick auf das Visuelle fixiert zu sein und auf die man sich heute noch zu berufen scheint, das Verhältnis zwischen Denken und Sinneswahrnehmung neu denkt und revolutioniert. Gerade in seinem Universalisierungsanspruch wollen wir das Denken der späteren Aufklärung mit zeitlich und kulturell anderen Konzepten vergleichen. In den Geisteswissenschaften sind die Sinne für die europäische Kulturgeschichte mittlerweile gut untersucht. Auffällig sind ihre populäre 'Wiederentdeckung' und gegenwärtige Vermarktung in allen Bereichen der Erlebnis- und Freizeitkultur, sei es beim Verkauf von Möbeln ('Wohnen mit allen Sinnen'), in Beauty-Farmen und Wellness-Programmen, bei der Aromatherapie oder der Aufwertung des Tastsinns in bestimmten Körpertherapien. Ethnologische Untersuchungen der Bedeutung und Nutzung einzelner Sinne und deren Beziehungen zueinander in aussereuropäischen Kulturen, sind jedoch nur vereinzelt zu finden. Auf die Probleme, wie kulturelle und biologische Grundlagen in der Wahrnehmung zusammenspielen, inwieweit Sinneswahrnehmungen individuelle bzw. Gruppenerlebnisse sind und welche Rolle Sinneswahrnehmungen in Interaktionen und sozialen Beziehungen spielen, können kulturvergleichende Arbeiten ein neues Licht werfen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Elective courses Freie Studienleistungen Ethnologie MA Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften BA Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften MA Hauptseminar im Bereich Theoretische Philosophie Masterseminar in Ethnologie Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Philosophie MA Weitere Studienleistungen im Modul Grundlagen der Kulturwissenschaften Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (Referat oder Essay) (4 Cr) Kontakt: boris.previsic@unilu.ch / bettina.beer@unilu.ch / christiane.schildknecht@unilu.ch 30 Hinweise: Dieses Seminar ist ausdrücklich für fortgeschrittene BA-Studierende geöffnet und kann in der Philosophie entsprechend als Hauptseminar angerechnet werden. Hörer/innen: Teilnahme nach Vereinbarung Material: Olat-Plattform Literatur steht im Semesterapparat zur Verfügung. Einführende Reader: Classen, Constance (Hg.), 2005, The Book of Touch. Oxford, New York: Berg. Drobnick, Jim (Hg.), 2006, The Smell Culture Reader. Oxford, New York: Berg. Howes, David (Hg.), 2005, Empire of the Senses. The Sensual Culture Reader. Oxford, New York: Berg. 'Quellentexte' der Aufklärung (werden in einem Reader zusammengestellt): Descartes, René: Les passions de l’ame (1649). [Auszüge zu Geschmack, Geruch, Gehör] Diderot / D’Alembert (éd.): Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (1751- 1780). [Artikel über goût (von Montesquieu), son, sensibilité etc.] Diderot, Denis: Sur les sourds et muets (1751). [Ausschnitte zur Hierarchie und Ordnung der Sinne und zu Experiment der Reduktion der Sinne] Diderot, Denis: Le rêve de D’Alembert (1769/1830. [Dialogform, Ausschnitte zu Bienenschwarm- und Spinnenbild: ‚Einheit‘ von Empfindsamkeit und Subjektivität] Herder, Johann Gottfried: Kritische Wälder (1769). [v.a. Ausschnitte aus dem Dritten Kritischen Wäldchen zur Hierarchie der Sinne) Locke, John: An Essay concerning Humane Understanding (1690). [v.a. 2. Buch: Verbindung von Wissen mit Erfahrung] Mendelssohn, Moses: Ueber die Empfindungen (1755). Rousseau, Jean-Jacques: Essai sur l’origine des langue (1781). [Entstehung der Sprache aus Empfindungen] 31 Forschungskolloquium Dozent/in: Donald Gardner, PhD Durchführender Fachbereich: KSF \ Ethnologie Termine: Wöchentlich Mi, 16:15 - 18:00, ab 21.09.2016 FRO, 4.B02 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Kolloquium Inhalt: The colloquium presents current on-going research of department members and invited guest speakers on a range of themes and problems. Students are highly encouraged to participate (and receive 2 credit points for this). They may also set-up reading groups, where selected texts are analyzed and discussed for which they receive additional 2 social competency points. Im Kolloquium werden aktuelle Forschungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seminars vorgestellt, aber auch Gäste eingeladen, die von Themen und Problemen aus ihren laufenden Forschungen berichten. Studierende können am Kolloquium teilnehmen und bei regelmäßiger Teilnahme sowie aktiver Vorbereitung 2 CP erhalten. Gründen Studierende eine Lektüregruppe, in der sie jeweils einen ausgewählten Text der Vortragenden lesen und diskutieren, können außerdem 2 Sozialkompetenzpunkte vergeben werden Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Englisch Anrechnungsmöglichkeit/en: Forschungskolloquium im Modul Weltgesellschaft Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (2 Cr) Kontakt: donald.gardner@doz.unilu.ch 32 Anrechenbare Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen Wechselseitige Entdeckungen. Expeditionen und Erstbegegnungen in Nordamerika 1513-1850 Dozent/in: Prof. Dr. phil. Aram Mattioli Durchführender Fachbereich: KSF \ Geschichte Termine: Wöchentlich Mo, 14:15 - 16:00, ab 19.09.2016 FRO, 4.B47 Studienstufe: Bachelor Veranstaltungsart: Proseminar Inhalt: Das alte präkolumbianische Nordamerika war sich selbst genug und wartete nicht darauf, von Europäern „entdeckt“, erobert und „zivilisiert“ zu werden. Und doch geriet der Kontinent seit 1497, als der in englischen Diensten stehende Seefahrer Giovanni Caboto als erster Europäer seit den Wikingern die nordamerikanische Küste befuhr, in den Fokus zahlreicher europäischer Erkundungsmissionen. Denn als Nordamerika noch gross und unerforscht war und ein weisser Fleck auf europäischen Landkarten, waren Expeditionen das Mass aller Dinge. Über die Jahrhunderte verfolgten diese oft gefährlichen Vorstösse ins Unbekannte ganz unterschiedliche Ziele und führten, weil die «Neue Welt» nicht menschenleer war, regelmässig zu Erstkontakten mit der indianischen Bevölkerung – zu friedlichen wie gewaltsamen. Im Proseminar werden einige dieser Expeditionen (wie die von Jacques Cartier, Hernando de Soto, Meriwether Lewis und William Clark) exemplarisch behandelt sowie auf ihre Ziele, Methoden und Auswirkungen auf die indianische Bevölkerung hin analysiert. Dabei werden wir nicht bei der Magie des ersten Augenblicks stehen bleiben. Denn die auf die Erstkontakte folgenden Ereignisse liessen die indianischen Kulturen nicht unverändert und leiteten bald deren Niedergang ein. Mit einem Wort: In Nordamerika war Entdeckungsgeschichte seit 1500 mit Eroberungs- und Verlustgeschichte identisch. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Geschichte BA Proseminar im Bereich Neuzeit Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Geschichte BA Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (4 Cr) Begrenzung: max. 30 Teilnehmende Kontakt: aram.mattioli@unilu.ch Hinweise: Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Studierende der Geschichte und der Kulturwissenschaften mit Major Geschichte im BA-Studium auf Assessmentstufe. Literaturhinweise: Theda Perdue, Michael D. Green, North American Indians. A Very Short Introduction, Oxford, New York 2010; Udo Sautter, Als die Franzosen Amerika entdeckten, Darmstadt 2012. 33 Gefühle – Perspektiven der Kulturwissenschaften Dozent/in: Isabelle Haffter, MA Durchführender Fachbereich: KSF \ Kulturwissenschaften Termine: Wöchentlich Do, 16:15 - 18:00, ab 22.09.2016 FRO, HS 11 Studienstufe: Bachelor / Master Veranstaltungsart: Hauptseminar Inhalt: Das 20. und frühe 21. Jh. kann als „Zeitalter des Narzissmus“ (Lasch) beschrieben werden, in welchem sich Menschen in westlichen Gesellschaften danach sehnen, das individuelle Lebensgefühl mit Hilfe von Ratgebern, Lifestyle-Magazinen und Fitness-Apps zu optimieren. Gefühle spielen aber nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Raum eine Rolle. Ein Beispiel dafür ist die ambivalente Gefühlspolitik der Angst, welche Sara Ahmed (2004) im Kontext der Terroranschläge von „9/11“ für die Regierungszeit von US-Präsident George W. Bush bereits untersuchte. Angesichts der jüngsten Terrorattacken in Paris, Brüssel und Istanbul stellt sich erneut die Frage, welche Funktionen Gefühle in politischen und medial geführten Debatten erfüllen. In den Wissenschaften fand unter dem Schlagwort des „affective turns“ oder „emotional turns“ spätestens seit den 1990er Jahren eine „Wiederentdeckung der Gefühle“ (Anz) statt. Diese thematische Fokussierung auf Gefühle kann als eine Reaktion auf den „linguistic turn“ gedeutet werden, deren Vordenker (u.a. Ferdinand de Saussure) zu Beginn des 20. Jhs. von der wirklichkeitskonstruierenden Funktion der Sprache ausgingen. Seit ein paar Jahren rücken die Kulturwissenschaften die Materialität, und damit auch den physischen Körper und dessen Affekte und Gefühle ins Zentrum ihres Erkenntnisinteresses: Welche Funktion haben Gefühle bei der Konstruktion des „Subjekts“, des „Eigenen“, des „Anderen“ und des „Fremden“? Welche Bedeutung wird Gefühlen bei der sozialen Konstruktion von Geschlechterrollen und Stereotypen von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ zugesprochen? Wie werden Gefühle in den Künsten thematisiert? Wie definieren Gefühle urbane, soziale und politische Räume? Warum bezeichnen Kulturhistoriker die Epoche der Aufklärung auch als das Zeitalter der „Empfindsamkeit“, das 19. Jh. als das der „Melancholie“ und die Zeit zwischen den Weltkriegen als die der „Kälte“? Im Seminar sollen diese Fragen anhand ausgewählter Fallbeispiele vom 18. Jh. bis in die Gegenwart aus unterschiedlichen Themenfeldern der Kulturwissenschaften (Politik, Gesellschaft, Künste, Raum, Klasse, Ethnie, Körper und Geschlecht) reflektiert und kritisch diskutiert werden. Lernziele: Die Studierenden erhalten einen Einblick in das interdisziplinäre Forschungsfeld der Affect Studies und der Emotionsgeschichte anhand gegenwärtiger und historischer Untersuchungen. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Turnus: wöchentlich Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Freie Studienleistungen Ethnologie BA Freie Studienleistungen Ethnologie MA Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften BA Freie Studienleistungen Kulturwissenschaften MA Hauptseminar im Bereich Theorie und Geschichte der Kulturwissenschaften Wahlmodul Kultur- und Sozialwissenschaften Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie BA Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Modul Grundlagen der Kulturwissenschaften Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (Referat) (4 Cr) Kontakt: isabelle.haffter@stud.unilu.ch Hinweise: Für die Teilnahme am Seminar wird die Bereitschaft, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen und neben deutschsprachiger auch vereinzelt englischsprachige Literatur zu lesen, vorausgesetzt. Hörer/innen: Offen für Hörer/innen 34 Material: Olat-Plattform Literatur Ahmed, Sara (2004): „The Affective Politics of Fear“, in: Ders., The Cultural Politics of Emotion, New York: Routledge, 62-81. Anz, Thomas (2006): „Emotional Turn? Beobachtungen zur Gefühlsforschung“, in: literaturkritik.de – Rezensionsforum: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10267, 30.3.2016. Baier, Angelika et al (2014): Affekt und Geschlecht. Eine einführende Anthologie, Wien: Zaglossus. Eitler, Pascal & Jens Elberfeld (Hg.) (2015): Zeitgeschichte des Selbst. Therapeutisierung, Politisierung, Emotionalisierung, Bielefeldt: Transcript. Lasch, Christopher (1995): Das Zeitalter des Narzissmus, Hamburg: Hoffmann & Campe. Plamper, Jan (2013): „Vergangene Gefühle. Emotionen als historische Quellen“, in: APuZ, 32/33, 12 -19. 35 Relationale Soziologie: Theoretische Ansätze und empirische Studien Dozent/in: Ass.-Prof. Sophie Mützel Durchführender Fachbereich: KSF \ Soziologie Termine: Wöchentlich Mo, 12:15 - 14:00, ab 19.09.2016 FRO, 4.B02 Studienstufe: Master Veranstaltungsart: Masterseminar Inhalt: In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der relationalen Perspektive in der Soziologie, wie sie seit einigen Jahren aus ganz unterschiedlichen Strömungen in der soziologischen Theorie diskutiert wird. Der analytische Blick liegt dabei nicht auf einzelnen Variablen, sondern auf den Beziehungen zwischen Akteuren und den Strukturen und Mustern solcher Beziehungen. Dazu gehört die kulturelle Wende in der Netzwerkforschung genauso wie die neuere französische, pragmatische Soziologie und die Akteur-Netzwerk Theorie. Im ersten Teil des Seminars werden wir einschlägigen Texte dieser theoretischen Strömungen kennenlernen, um dann im zweiten Teil empirische Beispielen zu diskutieren. Das Seminar soll einen Überblick über unterschiedliche theoretische Strömungen in der modernen Soziologie geben sowie Anhaltspunkte liefern, wie theoretische Konzeption und empirisches Material miteinander verbunden werden können. Eine Bereitschaft zum Lesen englischer Texte ist vonnöten. Empfohlen wird der Besuch von Veranstaltungen zur Netzwerkanalyse, zur computergestützten Textanalyse oder zum sozialwissenschaftlichen Arbeiten mit Twitter-Daten, die ebenfalls im HS2016 stattfinden. Umfang: 2 Semesterwochenstunden Sprache: Deutsch Anrechnungsmöglichkeit/en: Begleitseminar Elective courses Freie Studienleistungen Ethnologie MA Freie Studienleistungen Soziologie MA Masterseminar aus dem Bereich qualitative Sozialforschung Masterseminar im Modul Theorien (MA Soziologie) Masterseminar in Soziologie Masterseminar Vergleichende Medienwissenschaften Methodenseminar Methodische Lehrveranstaltungen Weitere Studienleistungen im Fach Ethnologie MA Weitere Studienleistungen im Fach Soziologie MA Weitere Studienleistungen im Modul Kommunikationsmedien (MA) Prüfungsmodus / Credits: Aktive Teilnahme (an den Diskussionen und 4 Memos) (4 Cr) Begrenzung: Das Seminar ist auf 30 Teilnehmende begrenzt. Studierende, welche dieses Seminar als Begleitseminar zum Modul Forschung-Praxis-Methoden im MA Socom besuchen, haben Vorrang. Kontakt: sophie.muetzel@unilu.ch Material: Texte werden über OLAT zugänglich gemacht. Literatur • Abbott, Andrew. 1988. "Transcending General Linear Reality." In: Sociological Theory 6, S. 169-188. • Mohr, John. 1998. "Measuring meaning structures." In: Annual Review of Sociology 24, S. 345-370. • Latour, Bruno. 2007. Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt: Suhrkamp. Et hn ol og is ch es S em in ar Le hr ve ra ns ta ltu ng en im H er bs ts em es te r 20 16 M O N TA G D IE N ST AG M IT TW O C H D O N N ER ST AG 08 .1 5- 10 .0 0 B et tin a B ee r V L: G es ch ic ht e de r E th no lo gi e II 4. B 51 Th om as H üs ke n P S: E in fü hr un g in d ie P ol iti ke th no lo gi e 4. B 02 10 .1 5- 12 .0 0 D an ie l G ei ge r H S : F ro nt ie rs : Z ur E th no gr ap hi e un d G es ch ic ht e st aa tli ch er G re nz rä um e 3. B 55 (a b 31 .1 0. 16 H S 11 ) Es th er L ee m an n P S: E in fü hr un g in d ie E th no lo gi e 4. B 01 W er ne r E gl i H S : E th no lo gi e de s (c ha ris m at is ch en ) C hr is te nt um s – ak tu el le E nt w ic kl un ge n im gl ob al en S üd en 4. B 02 An ik a K ön ig H S : 1 4- tä gl ic h W ie fo rs ch en E th no lo ge n? E in e pr ak tis ch e E in fü hr un g in d ie E th no gr ap hi e Ju liu s R ie se P S: 1 4- tä gl ic h P ol yn es ie n: K ul tu re n un d G es el ls ch af te n de r p az ifi sc he n In se ln im W an de l 12 .1 5- 14 .0 0 W er ne r E gl i H S : K as te n in S üd as ie n – E th ni si er un g de r K as te , P ol iti k m it K as te n un d an de re n eu er e E nt w ic kl un ge n 3. B 01 Es th er L ee m an n H S : F al ls tu di en d er P ol iti sc he n Ö ko lo gi e 3. A 05 La ur a Pr ei ss le r P S: U nf ru ch tb ar - ke it un d so zi al e R ep ro du kt io n in A fri ka 3. B 55 B ee r/P re vi si c/ Sc hi ld kn ec ht M S : G er uc h, G es ch m ac k, G eh ör : H ie ra rc hi en u nd K ul tu re n de r S in ne 4. B 51 An ik a K ön ig H S : 1 4- tä gl ic h W ie fo rs ch en E th no lo ge n? E in e pr ak tis ch e E in fü hr un g in d ie E th no gr ap hi e 3. B 47 Ju liu s R ie se P S: 1 4- tä gl ic h P ol yn es ie n: K ul tu re n un d G es el ls ch af te n de r p az ifi sc he n In se ln im W an de l 3. B 47 Th om as H üs ke n H S : P ol iti k je ns ei ts d es S ta at es , B ei sp ie le a us A fri ka un d de m M itt le re n O st en 4. B 01 14 .1 5- 16 .0 0 B et tin a B ee r V L: E in fü hr un g in d ie E th no lo gi e H S 8 (a m 1 9. 9. 16 H S3 ) H ei nz K äu fe le r H S : P ro bl em e de s O rie nt al is m us 4. B 02 16 .1 5- 18 .0 0 W er ne r E gl i P S: T he P oi so n in th e gi ft – Th eo rie n de s Ta us ch es u nd di e „in di sc he G ab e“ 4. B 54 D on G ar dn er Fo rs ch un gs - K ol lo qu iu m 4. B 02 Ju liu s R ie se : Pr os em in ar : Po ly ne si en / 1 4- tä gl ic h / ab 2 2. 09 .1 6 A ni ka K ön ig : H S /M et ho de ns em in ar : W ie f or sc he n Et hn ol og en ? Ei ne p ra kt is ch e Ei nf üh ru ng in d ie E th no gr ap hi e / 14 -t äg lic h / ab 2 9. 09 .1 6

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