Schnupperseminar Geschichte

Geschichte der Obdachlosigkeit in Deutschland, 19.-21. Jahrhundert

Foto Britta Marie Schenk
Ass.-Prof. Dr. Britta-Marie Schenk

Wenn wir von Obdachlosen sprechen, haben wir oftmals ein bestimmtes Bild im Kopf: Vielleicht das eines Mannes mittleren Alters, der hinter einem Pappbecher in der Fußgängerzone sitzt und um Geld bittet. Wir denken vielleicht auch, dass Menschen ohne Wohnung nachts immer draussen schlafen. Doch Obdachlose sind eine soziale Gruppe, die wesentlich vielschichtiger sind, als dies im Alltagsverständnis verankert ist. Dies wird offensichtlich, wenn wir einen Blick in die Geschichte der Obdachlosigkeit werfen.

Obdachlosigkeit ist zweifellos ein universelles, zeitübergreifendes Phänomen. Und doch ist es von besonderem Interesse, weshalb es im beginnenden und sich ausprägenden Wohlfahrtsstaat immer noch Menschen ohne Wohnung gab und gibt. Wie kommt es dazu, dass Obdachlosigkeit trotz vermehrter Hilfsangebote nicht verschwindet? Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, die komplexen Ursachen von Obdachlosigkeit sowie die Unterbringungssituationen zu kennen, damit wir verstehen, weshalb es auch im Wohlfahrtsstaat Obdachlosigkeit gibt.

Die historische Perspektive ermöglicht es zudem, Obdachlose nicht allein als Opfer sozialer Ungleichheitsverhältnisse zu betrachten. Vielmehr treten sie durch ihre Handlungen mit verschiedenen Akteuren in Beziehung. Manchmal verändern sie auch das Fürsorgesystem.

Alle drei Aspekte – die soziale Gruppe Obdachlose, Ursachen von Obdachlosigkeit im Wohlfahrtsstaat und Obdachlose in Interaktion mit verschiedenen Fürsorgeakteuren – helfen uns erstens dabei, ein aktuelles Phänomen historisch zu erklären und zweitens die gegenwärtige Lage besser zu verstehen. Dabei hilft der Blick auf ein anderes Land, um zunächst eine Distanz zu entwickeln, im Anschluss aber darüber nachzudenken, was diese Ergebnisse für die Schweizer Situation bedeuten.

Vorbereitung: Über Ideen für den Einbezug der Schülerinnen und Schüler wird sich im Vorfeld mit der Lehrperson ausgetauscht.

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