Jedes Semester unternehmen die Studierenden und Mitarbeitenden des Religionswissenschaftlichen Seminars einen gemeinsamen Ausflug. Hier gibt's die Fotos und Berichte zum "Glustigwerden".

HS 2018: ReWi unterwegs ins Yoga-Studio 29.11.2018

Yoga als religiöse (Körper-)Praxis oder Breitensport? Und was fängt die Religionswissenschaft damit an? In dieser Ausgabe von Religionswissenschaft unterwegs sind wir diese Frage ganz praktisch angegangen: Mit einem Besuch bei Remo Soland, Absolvent der Religionswissenschaft in Luzern und ausserdem langjähriger Yoga Lehrer.

Wir liessen uns über seinen Persönlichen Weg zwischen Yoga und Religionswissenschaft berichten und erhielten davon auch gleich Eine Kostprobe: Er skizzierte wie Yoga-Übungen mit hinduistischen Vorstellungen vom menschlichen Körper und der Kosmogonien zusammenhängen. Doch zunächst vermittelte uns Soland mit einen Blick in die Geschichte wie «Yoga» von einer Geheimlehre einzelner Religiöser Spezialisten auf dem Indischen Subkontinent zum Feierabendprogramm bei «unisport» Luzern werden konnte. Es scheint grade die Re-Lektüre dieser Praxis als «Sport» statt als «Religion» zu sein, die diesen Weg begünstigt hat und das nicht erst seit gestern: Bereits in den 1920er Jahren fand im kolonialen Indien eine neu-Interpretation von «Yoga» in diese Richtung statt – der wohl bekannte Sonnengruss ist übrigens ein Ergebnis dieser Innovation. Und natürlich durften auch ein paar Yogische Übungen nicht fehlen – zugegebenermassen hielten sich diese aber in einem eher breitensportlichen Rahmen.

FS 2018: ReWi unterwegs zur königlichen Göttin 19.4.2018

HS 2017: Diesmal war ReWi unterwegs etwas Besonderes: Vernissage Audioguide 28.9.2017

FS 2017: ReWi unterwegs im Ho Zendo 17.5.2017

HS 2016: ReWi unterwegs im Kloster Wesemlin 22.11.2016

FS 2016: ReWi unterwegs zum Toggeli und anderen Geistern 18.5.2016

Am  18.  Mai  war  die  Luzerner  Religionswissenschaft  zum  ersten  Mal  gemeinsam  „unterwegs“:  Studierende,  Promovierende,  MitarbeiterInnen  und  Dozentinnen  haben  sich  aufgemacht, um im ehrwürdigen Gebäude des historischen Museums gemeinsam eine Welt kennen zu lernen, die geographisch ganz nah, inhaltlich aber doch den meisten recht unbekannt gewesen sein dürfte: die Welt der Würgegeister, Wiedergänger und Totenwege: Kurt Lussi, Konservator  für  Volkskunde  und  Forscher  zu  magisch-religiösen  Vorstellungen  im  Alpenraum, berichtete in seinem lebhaften Vortrag von Erzählungen, die er in der Region Luzern über das Wirken von unruhigen Totengeistern oder vergleichbaren Phänomenen gesammelt hat  und  von  der  Erfahrung  mit  „Energien“,  die  in  solchen  Vorstellungen  manifest  seien.  Anhand von Exponaten erzählte der Referent von den vielfältigen und kreativen Praktiken, mit denen die Beteiligten einen aktiven Umgang mit diesen Erfahrungen ‘der dritten Art’ suchen und  die  es  von  alters  her  bis  in  die  jüngste  Zeit  zur  Abwehr  und  Beschwichtigung  solcher Wirkmächte  gab  und  gibt:  Man  streue  beispielsweise  Mohnsamen  um  das  „Toggeli“,  das einem den Schlaf raubt, abzuhalten. Der zehrende und würgende Geist ist dann nämlich bis zum  Morgen  damit  beschäftigt,  erst  mal  ein  Samenkorn  nach  dem  anderen  aufzuzehren, bevor  er  sich  seinem  eigentlichen  Opfer  –  dem  Schlafenden  –  zuwenden  kann.  Oder  man nutze  ein  Hufeisen  mit  drei  Löchern:  Es  verbindet  formvollendet  die  ‚vorchristliche‘  Potenz von Eisen mit jener der Dreifaltigkeit.

Der  Vortrag  gab  in  der  kleinen  Runde  Anregung  zum  Gespräch,  präsentierte  er  doch  Vorstellungen und Praktiken, die wir sonst eher aus weit entfernten Zusammenhängen, als aus der  regionalen  Religionsgeschichte  kennen  und  stellte  er  doch  –  auch  einmal  ganz  anders als  im  Seminar  –  buchstäblich  die  Gretchenfrage  in  den  Raum.  Der  anschliessende  Apéro war die passende Kulisse, um mit dem Referenten, den KommilitonInnen und Mitarbeitenden des Seminars ausführlich über das Gehörte ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren. 

Damit  war  die  erste  Auflage  von  „Religionswissenschaft  unterwegs“  eine  runde  Sache,  die Lust auf mehr macht und den Anfang einer Seminartradition markieren soll.