Biographische Prozesse von religiöser Um- und Neuinterpretation: Vietnamesisch-buddhistische junge Erwachsene in der Schweiz und in Deutschland

Gefördert durch den Schweizer Nationalfonds mit einem Betrag von 174'000 Franken

Projektlaufzeit: 2.5 Jahre

Projektleitung: Prof. Dr. Martin Baumann

Projektmitarbeiterin: Rebekka Khaliefi, M.A.

Zusammenfassung

Die Zuwanderung von vietnamesischen Migranten führte in der Schweiz und in Deutschland zu der Etablierung buddhistischer Gruppierungen und Einrichtungen. Die kollektiven Strukturen scheinen sich nun zu wandeln, da die Nachkommen dieser Migranten einen veränderten Zugang zu dem religiösen Erbe ihrer Eltern wählen.

Inhalt und Ziel

Anders als ihre Eltern sind junge Erwachsene mit vietnamesischen Wurzeln seit ihrer Kindheit in die Herkunftskultur ihrer Eltern, sowie in die schweizerische bzw. die deutsche Gesellschaft eingebunden. Dieser Umstand führt zu einem veränderten Umgang mit der vietnamesisch-buddhistischen Religiosität der Elterngeneration. Das Projekt interessiert sich für die Lebenswelt dieser jungen Erwachsenen. Hierzu gehört die Auseinandersetzung mit dem vietnamesischen Buddhismus, sei es gegenüber den Eltern, den etablierten buddhistischen Institutionen, oder der schweizerischen bzw. der deutschen Gesellschaft. Ziel des Projektes ist zu untersuchen, inwiefern sich Formen einer individuellen Religiosität herausbilden und sich Prozesse der Um- und Neudeutung religiöser Zugehörigkeit und Praxis zeigen. Ferner fragt das Projekt nach Personen, Vorbildern und Institutionen, die einen Einfluss auf die religiöse Positionierung der jungen Erwachsenen hatten, oder haben.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Bislang liegen kaum Arbeiten zu jungen buddhistischen Erwachsenen mit vietnamesischen Wurzeln vor. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Erforschung intergenerationaler Veränderungsprozesse des Diaspora-Buddhismus in Europa. Der biographisch orientierte Ansatz soll zudem einen Einblick in die Lebenswelt dieser Untersuchungsgruppe ermöglichen und ihre Positionierung in der schweizerischen und deutschen Gesellschaft aufzeigen.