Universität Luzern - Open Science
Infos zu Open Access und Forschungsdaten – 17. April 2026

*English version here

Liebe Forschende der Universität Luzern

Willkommen zur zweiten Ausgabe unseres Open-Science-Newsletters!
Einmal pro Semester informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen, Angebote und Veranstaltungen rund um Open Science – von Open Access über Forschungsdatenmanagement bis hin zu neuen Projekten und Fördermöglichkeiten. Regelmässig werden auch Forschende zu Wort kommen um Erfahrungen aus der Praxis sowie Tipps und Tricks zu teilen.

In unserem zweiten Newsletter steht das Thema Forschungsdaten im Zentrum. Viel Freude beim Lesen!

Ihr Open Science Team
Dominik Matter (Open Access), Nadja Meyenhofer (Forschungsdaten) und Simone Rosenkranz (Leitung)


Veranstaltungen und Kurse

Open Science Unlocked

Am 20. und 22. Mai findet erneut die Kursreihe Open Science Unlocked statt. Die Kurse behandeln die Grundlagen von Open Science (20. Mai, 10:15–12:00) sowie spezifische und praktische Aspekte von Open Access (20. Mai, 13:15-17:00 Uhr) und Forschungsdatenmanagement (22. Mai, 9:15–12:30 Uhr).

Die Kurse werden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lernen, Lehren und Forschen (ZLLF) der Hochschule Luzern angeboten. Sie richten sich an Forschende der Hochschule Luzern, der Universität Luzern und der Pädagogischen Hochschule Luzern.

Die Kurse finden in diesem Semester auf Deutsch statt. Weitere Informationen und Details zur Anmeldung finden sich auf der Website des HSLU ZLLF.


Die ZHB macht Feierabend: Zugang zu Wissen – ein Menschenrecht

28. Mai 2026 – Loge (Moosstrasse 26, 6003 Luzern)

Die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) richtet in loser Folge Feierabendveranstaltungen aus, bei denen sich Mitarbeitende der ZHB mit Sachkundigen aus verschiedensten Wissensgebieten unterhalten. Am zweiten Feierabend des Jahres widmet sich die ZHB der Frage, wie eine faire Verteilung von Wissen gelingen kann.

Ausgehend von einer juristischen Betrachtungsweise werden gemeinsam mit zwei ausgewiesenen Expertinnen die politischen Herausforderungen und Chancen des Rechts auf Wissenschaft beleuchtet. Open Science rückt dabei nicht als technisches Konzept, sondern als Menschenrechtsfrage in den Fokus. Wie lässt sich eine gerechtere globale und innergesellschaftliche Teilhabe an Wissen und wissenschaftlichen Prozessen erreichen? Welche Hindernisse stehen der Umsetzung des Rechts auf Wissenschaft im Weg? Welche Lösungen braucht es auf politischer Ebene? Und wer ist für die Umsetzung dieses Menschenrechts eigentlich verantwortlich?

Diese und weitere Fragen diskutiert Dominik Matter (Open Science Team ZHB Luzern) mit Monika Plozza (Juristin und Oberassistentin an der Universität Bern) und Rahel Estermann (Kantonsrätin und Co-Geschäftsleiterin Digitale Gesellschaft).

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der ZHB.


Weitere Events

28. April 2026 – wissen+ Forschungsdatenmanagement (online)

28. April 2026 – Choice of Law Dataverse in Action (Universität Luzern, Raum Baloo 1.507, hybrid)

21. Mai 2026 – wissen+ Einfach Open Access publizieren – mit den Read&Publish Agreements (online)

29. Mai 2026 – Visual Data and Open Science: Friends or Foes? | SRDSN (online)

Und hier noch zwei Links auf regelmässig aktualisierte Veranstaltunskalender.

  • Die Agenda der ZHB Luzern mit Filter «Open Science».
  • Der Kalender von forschungsdaten.info informiert zentral über Termine im Forschungsdatenmanagement. Von Konferenzen über Coffee Lectures bis hin zu Austauschtreffen ist alles dabei.

News

Nationaler ORD Preis für Luzerner Rechtsdatenbank Choice of Law Dataverse CoLD!

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz (a+) haben das Projekt Choice of Law Dataverse (CoLD) der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern mit dem Nationalen Preis für offene Forschungsdaten ausgezeichnet. In der COLD-Datenbank werden über eine frei zugängliche digitale Plattform nationale Regelungen und Gerichtsentscheidungen des Internationalen Privatrechts aufbereitet und bereitgestellt. Die Pflege der Datenbank erfolgt kollaborativ. Dadurch wird es Studierenden, Forschenden und Praktiker:innen ermöglicht, sich effizienter im internationalen Privatrecht zu orientieren.

Prof. Dr. Daniel Girsberger (Projektleitung) und Agatha Brandão de Oliveira (wissenschaftliche Mitarbeiterin) fördern mit diesem Projekt transparente und offen zugängliche Informationen in den Rechtswissenschaften – herzliche Gratulation an die Preisträger:innen!


Erster Zentralschweizer Open Science Ambassador Network Event

Am 12. März fand im Moderne Karussel der erste Netzwerkanlass des Open Science Ambassador Programms der Zentralschweizer Hochschulen statt. Im Zentrum stand die Frage, welche Chancen sich eröffnen, wenn Forschung offener und partizipativer gestaltet wird. Den inhaltlichen Teil lancierte Tizian Zumthurm (Schweiz forscht/Science et Cité) mit einer Keynote. Er gab einen Überblick über unterschiedliche Formen und Ausgestaltungen von Citizen Science, stellte aktuelle Projekte vor und präsentierte hilfreiche Tools – darunter einen Projektleitfaden für eigene Vorhaben sowie den «Kompass», ein Glossar mit zentralen Begriffen aus der Wissenschaftswelt. Im Anschluss gewährten Katharina Roser (Universität Luzern, e-QuoL) und Sebastian Stuppan (PH Luzern, GLOBE) in kurzen Beiträgen Einblicke in ihre eigene Forschungspraxis und zeigten auf, wie partizipative und offene Forschung konkret umgesetzt werden kann. Zum Abschluss legte Prof. Dr. Stephen Wittkopf (HSLU Technik & Architektur) den Fokus auf Herausforderungen und Chancen von Citizen Science in Kooperation mit Wirtschaftspartnern. In der darauffolgenden Diskussion standen Fragen zur Rollenabgrenzung zwischen Bürgerinnen und Bürger als Forschenden und Forschungssubjekten, zum globalen Interesse an partizipativer Forschung sowie ganz allgemein die Gemeinsamkeiten von Open Science und Citizien Science im Zentrum.

Das Open Science Ambassador Programm der Zentralschweizer Hochschulen läuft seit Anfang Jahr. Ziel ist der Aufbau eines hochschulübergreifenden Netzwerks engagierter und geschulter Forschender, die sich für die Sensibilisierung und Umsetzung von Open Science einsetzen. Ein wesentlicher Bestandteil: Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen. Organisiert wird die Initiative von der ZHB Luzern in Kooperation mit den Zentralschweizer Hochschulen, unterstützt wird das Projekt von swissuniversities.

Mehr Informationen zum Programm gibt es auf der Webseite der Universität Luzern – neue Ambassadors sind jederzeit willkommen!


Open Science Award 2026 – Jetzt bewerben!

Ab sofort und bis zum 31. Juli können Sie sich für den Open Science Award 2026 bewerben oder geeignete Personen bzw. Teams zur Nomination vorschlagen. Das Bewerbungsverfahren wurde vereinfacht und dauert nur etwa 5 Minuten über dieses Formular.

Mehr Informationen finden sich auf der Webseite der Universität Luzern.


Love Data Week 2026

Auch dieses Jahr stand die zweite Februar-Woche im Zeichen des Forschungsdatenmanagement. Bereits zum 5. Mal fand in der Schweiz die Love Data Week statt. Verschiedene schweizerische Hochschulinstitutionen haben vom 9. bis 13. Februar Vorträge und Workshops zu Grundsätzen des Forschungsdatenmanagements angeboten, aber auch besonderen Herausforderungen beleuchtet: Etwa den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Forschungsdatenmanagement oder das Verhältnis zwischen Open Science und Knowledge Security. Die Präsentationen werden fortlaufend auf Zenodo zur Verfügung gestellt.

Save the Date: Die nächste Love Data Week findet vom 8. bis 12. Februar 2027 statt.


Sichtbarkeit von Open Access Büchern in swisscovery

Open Access Titel werden in der Regel über die Verlagsmetadaten in den Katalog swisscovery integriert. Ist dies bei Open Access Büchern von Forschenden der Universität nicht der Fall, ergänzt das Open Science Team nach Möglichkeit die entsprechenden Einträge im Forschungsinformationssystem (FIS) mit dem Volltext und gibt diesen für LORY frei. Die in LORY erfassten Publikationen werden regelmässig in swisscovery übernommen. Dadurch ist eine optimale Sichtbarkeit gewährleistet.


Funktion von LORY: Probleme sind behoben

In den vergangenen Monaten kam es bei LORY bzw. der zugrunde liegenden Plattform Zenodo wiederholt zu Performanceproblemen bis hin zu temporären Ausfällen. Ursache hierfür war unter anderem ein stark gestiegener Datenverkehr, insbesondere durch KI-Bots und -Crawler, der auch zu Schwierigkeiten mit der Schnittstelle zum Forschungsinformationssystem (FIS) führte. Die Probleme konnten inzwischen mehrheitlich behoben werden, und die Schnittstelle funktioniert wieder.


Verhandlungen mit den Verlagen SAGE und Springer: Update

Derzeit besteht mit beiden Verlagen kein gültiges Agreement. Die Verhandlungen mit Springer werden fortgeführt und verlaufen grundsätzlich positiv. Ziel bleibt der Abschluss eines langfristig tragfähigen und finanzierbaren Vertrags mit beiden Verlagen. 

Trotz der Unterbrechung des Open-Access-Workflows ist eine Publikation in hybriden Zeitschriften beider Verlage weiterhin möglich – über den Grünen Weg, d. h. durch Upload des akzeptierten Manuskripts im FIS und der Freigabe für LORY.

Bei einer geplanten Publikation in einer Gold-Open-Access-Zeitschrift eines der beiden Verlage bitten wir Sie, vorab das Open Science Team zu kontaktieren (openaccess@zhbluzern.ch).


Open Science Tipp

Ohne Daten keine Forschung

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Forschungsdaten zeigt sich nicht zuletzt an der Wahl des Speichermediums. Wir empfehlen: 

  • Datenspeicherung im Netzwerk der Universität Luzern garantiert Backup.
  • Bei Datenmengen > 50 GB rechtzeitig mit den IT Diensten der Universität Luzern Kontakt aufnehmen.
  • Für kollaborative Forschungsprojekte über Kantons- und Landesgrenzen hinweg: Switch Drive verwenden.
  • Speicherung von Personendaten nur auf dafür vorgesehenen Speicherorten.

Bestehen besondere Ansprüche oder Fragen zur Datenhaltung? Wir helfen gerne weiter: forschungsdaten@zhbluzern.ch


Open Science konkret

Interview mit Anne Beutter

Open Science Team: «Welche Tipps würden Sie jungen Forschenden geben, die Open Science in ihre Arbeit integrieren möchten?»

Anne Beutter: «Ganz praktisch: Überlegt euch frühzeitig, wie und wo ihr Open-Access-Publikationen realisieren könnt. Und etwas grundsätzlicher: Macht euch klar, dass ihr euch durch eure Forschung in jedem Fall Ressourcen aus einem Feld aneignet, die ihr zu eurem eigenen Fortkommen in wissenschaftliche Publikationen verarbeitet. Betrachtet es als Teil eurer wissenschaftlichen Integrität, dass die Menschen, die euch diese Ressourcen zugänglich machen, auch etwas aus dieser Begegnung gewinnen.»

Dr. Anne Beutter war bis Ende 2025 Ko-Leiterin des Projekts «Religionsvielfalt im Kanton Luzern» und bis Ende Januar 2026 Oberassistentin am Religionswissenschaftlichen Seminar. Aktuell arbeitet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin (PostDoc) an der Universität Bremen. Das Langzeit-Forschungsprojekt «Religionsvielfalt im Kanton Luzern» wurde 2025 mit dem «Open Science Award» der Universität Luzern ausgezeichnet. Im Interview erklärt Anne Beutter, weshalb es so wichtig ist, dass Forschungsdaten frei zugänglich sind. Das ganze Interview gibt’s auf der Webseite der Universität Luzern.

 


ZentralGut Perle

«MIWI 3 Tempo-Klister für Abfahrt bei nassem Schnee»

ZentralGut ist das digitale Schaufenster zum Kulturerbe der Zentralschweiz. Entdecken Sie historische Dokumente, Fotos, Ton- und Filmaufnahmen aus regionalen Archiven, Museen und Bibliotheken. Auf ZentralGut veröffentlicht unter anderen auch das am Historischen Seminar der Universität Luzern angegliederte Projekt Swiss Sports History gemeinsam mit Zentralschweizer Institutionen, Vereinen, Verbänden und Privatpersonen Bestände zum Kulturerbe des Schweizer Sports. Viel Spass beim Stöbern!

  • Passend zu den steigenden Temperaturen: «MIWI 3 Tempo-Klister für Abfahrt bei nassem Schnee», hergestellt von der Skiwachsfabrik Minder&Wicki in Flühli (1935–1962), https://zentralgut.ch/image/SSH_Minder_00016/1/.
  • Weitere Objekte aus der Sammlung Privatarchiv Minder auf ZentralGut
  • Swiss Sports History auf ZentralGut

Weiterführende Lektüre für Interessierte
  • Annette Strauch-Davey: FAIR wird erwachsen in 2026. FAIRe Datenprinzipien: Zehn Jahre Ordnung im Datenchaos. in: b.i.t.online.
  • Open Access aus kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive, kommunikation@gesellschaft, Sonderausgabe Open Access.
  • Neue Materialien zu Open Access vom Projekt open-access.network

    • Video «Demokratie stärken durch Open Access»: https://doi.org/10.5446/72193

    • Kurs «Predatory Journals erkennen und vermeiden. Sicher publizieren in der Wissenschaft»: https://service.tib.eu/toern/course/view.php?id=64


 
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