Zertifikatslehrgang Partnerschafts-, Ehe- und Familienpastoral 2015/17

Eine Zusatzausbildung für die Seelsorge

Profil ǀ Zielgruppe ǀ Zertifikat

Paar- und Familienbeziehungen sind mit hohen Lebenssinn- und Glückserwartungen verbunden. Die vielfältigen Realitäten und praktisch gelebten Überzeugungen heutiger Partnerschaft, Ehe und Familie gilt es seelsorgerlich vorurteilsfrei wahrzunehmen. Nur so können christlich einladende und ermutigende Antworten auf die Herausforderungen dieses zentralen Erfahrungsbereichs gegeben werden.

Dieses wichtige pastorale Aufgabenfeld erfordert fachlich wie persönlich besondere Kompetenz. Um auf der Ebene der Pfarrei oder Region in der Begleitung von Paaren, Familien, Alleinerziehenden und Geschiedenen professioneller zu arbeiten, führt das Theologisch-pastorale Bildungsinstitut der deutschschweizerischen Bistümer TBI als Nachfolgeinstitution des Instituts für kirchliche Weiterbildung IFOK zusammen mit der Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie im Bistum St. Gallen bereits zum vierten Mal eine berufsbegleitende Weiterbildung durch, die als Zertifikatslehrgang der Theologischen Fakultät der Universität Luzern anerkannt ist (wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Monika Jakobs).

Zielgruppe

Kirchliche MitarbeiterInnen mit theologischer bzw. religionspädagogischer Grundausbildung, die mindestens über eine dreijährige seelsorgerliche Berufserfahrung verfügen und in einer festen Anstellung sind bzw. die Möglichkeit haben, eine Projektarbeit zu realisieren und zu evaluieren.

Zertifikat

Die Weiterbildung ist als Zertifikatslehrgang der Theologischen Fakultät der Universität Luzern anerkannt. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Universitäts- oder Fachhochschulstudium oder eine vergleichbare Ausbildung plus Berufserfahrung, regelmässige Teilnahme an den Kursmodulen und Supervisionshalbtagen (mind. 90%), Durchführung und qualifizierte Dokumentation eines Projekts.

Zielsetzung

Es handelt sich um eine Zusatzqualifikation für kirchliche MitarbeiterInnen mit theologischer bzw. religionspädagogischer Grundausbildung in der Seelsorge, nicht um eine Qualifikation für Therapie, Lebensberatung oder Kommunikationstraining. Sie vermittelt Fachwissen und Instrumente und dient einer berufsbezogenen Kompetenzerweiterung auf folgenden Ebenen:

Fachliche Kompetenz

  • Befähigung zur Auseinandersetzung und Reflexion gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sowie theologisch-spiritueller Aspekte in Bezug auf Gelingen und Scheitern von Partnerschaft, Ehe und Familie im Kontext von Kirche und Gesellschaft
  • Kennenlernen, Entwickeln und Beurteilen von ehe- und familienpastoralen Konzepten und Ansätzen religiöser Eltern- und Familienbildung; Einbindung dieser Themen in ein die vielfältigen Lebensentwürfe umfassendes pastorales Gesamtkonzept

Selbstkompetenz

  • Befähigung zur persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Familien- und Beziehungsbiographie, den damit verbundenen Leitbildern hinsichtlich Partnerschaft, Ehe und Familie sowie der persönlichen Beziehungsfähigkeit und Berufsidentität

Sozialkompetenz

  • Klärung des eigenen Rollenverständnisses in der Beziehungs-, Ehe- und Familienpastoral
  • Fähigkeit zur Animation und Begleitung von Einzelpersonen, Paaren und Gruppen

Spirituelle Kompetenz

  • Wahrnehmungs-, Sprach- und Kommunikationsfähigkeit hinsichtlich der religiös-spirituellen und ethischen Dimensionen von Paarbeziehungen und Familien sowie der hohen Bedeutung seelsorgerlich-spiritueller Beziehungsbegleitung

Persönliche Voraussetzungen

Vorausgesetzt werden soziale Kompetenz und psychische Belastbarkeit, Bereitschaft und Fähigkeit, sich über die Dauer von 1 ½ Jahren auf einen Gruppenprozess einzulassen und mitzugestalten sowie sich selbst im Hinblick auf die eigene Familien- und Beziehungsbiographie, das seelsorgerliche Rollenverständnis und die religiös-spirituelle Kommunikationsfähigkeit zu reflektieren. Auch sollte niemand sich in einer akuten Lebens- oder Beziehungskrise befinden.

Eine definitive Aufnahme in die Zusatzausbildung findet nach einem Gruppengespräch über die persönliche Motivation sowie die genannten Voraussetzungen statt.

Arbeitsweise

  • 19,5 Kurstage in 5 Blockveranstaltungen sowie Kursabschluss: Die Kursarbeit baut auf dem Dreischritt „sehen – urteilen – handeln“ sowie den Erfahrungen der Teilnehmenden auf und verbindet praxisorientierte Theorie-, Prozess- und Selbsterfahrungselemente.
  • Planung, Durchführung, Auswertung und Dokumentation einer Projektarbeit: Der Transfer der Theorie in die Praxis wird vertieft, indem die TeilnehmerInnen eigenständig ein Projekt im Rahmen der Beziehungs-, Ehe- und Familienpastoral mit Erwachsenen innerhalb ihres Arbeitsfeldes konzipieren, durchführen und evaluieren. Zur Unterstützung werden Grundkenntnisse des Projektmanagements vermittelt. Alle an der Ausbildung Beteiligten reflektieren die Ergebnisse bei zwei Abschlusstagen, an denen die Projektpräsentation erfolgt.
  • 5 Gruppensupervisionshalbtage jeweils am Ende der inhaltlich-thematischen Kursarbeit: Ziel der Supervision ist die Integration der Erfahrungen aus der Weiterbildung in die persönliche Berufs- und Lebenssituation als SeelsorgerIn.  Leitung: Theres Spirig-Huber, Theologin, Supervisorin BSO; Thomas Feldmann, Theologe, Supervisor, Einzel- und Paartherapeut.

Daten und inhaltliche Schwerpunkte

 

Kursmodul 1:
Heutige Partnerschafts-, Ehe- und Familienwirklichkeiten – Genderkompetenz in der Seelsorge
Montag, 9. November 2015, bis Donnerstag, 12. November 2015
mit Christoph Gellner, Madeleine Winterhalter-Häuptle, Marie-Theres Beeler, Theologin, Team- und Organisationsberaterin BSO, und Matthias Koller Filliger, Mitarbeiter Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie im Bistum St. Gallen

Kursmodul 2:
Meine eigene Prägung durch die Herkunftsfamilie – meine heutige Lebens- und Berufssituation
Montag, 29. Februar 2016, bis Donnerstag, 3. März 2016
mit Madeleine Winterhalter-Häuptle  und Walter Feurer, Psychotherapeut und evangelischer Theologe

Kursmodul 3:
Theologische und spirituelle Aspekte von Liebe, Partnerschaft und Ehe – Beziehungsbegleitung als seelsorgerliche Aufgabe
Montag, 6. Juni 2016, bis Donnerstag, 9. Juni 2016
mit Madeleine Winterhalter-Häuptle und Christoph Gellner

Kursmodul 4:
Mit Kindern Religion neu entdecken – Ansätze religiöser Eltern- und Familienbildung
Montag, 19. September 2016, bis Donnerstag, 22. September 2016
mit Christoph Gellner, Madeleine Winterhalter-Häuptle und Prof. Dr. Helga Kohler-Spiegel, Professorin für Religionspädagogik in Feldkirch/Vorarlberg

Kursmodul 5:
Zwischen Ideal und Wirklichkeit – Grenzen, Krisen und Brüche, Trauerarbeit und Neubeginn
Montag, 14. November 2016, bis Donnerstag, 17. November 2016
mit Marie-Theres Beeler und Matthias Koller Filliger

 

Kursabschluss:
Mittwoch/Donnerstag, 17./18. Mai 2017
Präsentation und Austausch über die Projektarbeiten, Kursauswertung und Zertifizierung

Kursort ǀ Kosten

Kursort    
Lassalle-Haus Bad Schönbrunn

Kosten 
Die Kurskosten von Fr. 3‘850.-- (einschl. Zertifizierung und Gruppensupervision) werden in drei Jahresraten in Rechnung gestellt. Hinzu kommen Pensionskosten, die direkt im Bildungshaus bezahlt werden (ca. Fr. 1‘900.-- Zimmer mit Lavabo bzw. Fr. 2‘400.-- Zimmer mit WC/Dusche)

Gesamtleitung ǀ Kontakt

Christoph Gellner, Dr. theol., Institutsleiter TBI, mehrjährige Tätigkeit als Pastoralassistent mit Schwerpunkt sowie Zusatzausbildung in Ehe- und Familienpastoral (christoph.gellnerremove-this.@remove-this.tbi-zh.ch)

Madeleine Winterhalter-Häuptle, Theologin und Pädagogin, Leiterin Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie im Bistum St. Gallen (m.winterhalterremove-this.@remove-this.pef-sg.ch)

Anmeldung

Theologisch-pastorales Bildungsinstitut der deutschschweizerischen Bistümer
Bederstrasse 76
Postfach
8027 Zürich

Telefon                     044 525 05 40
E-Mail                       inforemove-this.@remove-this.tbi-zh.ch