CAS Partnerschafts-, Ehe- und Familienpastoral 2019/2021

Eine Zusatzausbildung für die Seelsorge

Profil ǀ Zielgruppe ǀ Zertifikat

Paar- und Familienbeziehungen sind mit hohen Lebenssinn- und Glückserwartungen verbunden. Die vielfältigen Realitäten und praktisch gelebten Überzeugungen heutiger Partnerschaft, Ehe und Familie gilt es seelsorgerlich vorurteilsfrei wahrzunehmen. Paar- und Familienseelsorge ist herausgefordert, in diesen vielfältigen und manchmal spannungsvollen Lebensbereichen begleitend, unterscheidend und integrierend (vgl. Amoris Laetitia) präsent zu sein. Nur so können christlich einladende und ermutigende Antworten auf die Herausforderungen dieses zentralen Erfahrungsbereichs gegeben werden.

Dieses wichtige pastorale Aufgabenfeld erfordert fachlich wie persönlich besondere Kompetenz, um auf der Ebene der Pfarrei oder Region in der Begleitung von Paaren, Familien, Alleinerziehenden und Geschiedenen professioneller zu arbeiten. Das Theologisch-pastorale Bildungsinstitut der deutschschweizerischen Bistümer TBI führt zusammen mit der Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie im Bistum St. Gallen bereits zum fünften Mal eine berufsbegleitende Weiterbildung durch, die als CAS der Theologischen Fakultät der Universität Luzern anerkannt ist.

Zielgruppe

Kirchliche MitarbeiterInnen mit theologischer bzw. religionspädagogischer Grundausbildung, die mindestens über eine dreijährige seelsorgerliche Berufserfahrung verfügen und in einer festen Anstellung sind bzw. die Möglichkeit haben, eine Projektarbeit zu realisieren und zu evaluieren.

Zertifikat

Die Weiterbildung ist als CAS der Theologischen Fakultät der Universität Luzern anerkannt. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Universitäts- oder Fachhochschulstudium oder eine vergleichbare Ausbildung plus Berufserfahrung, regelmässige Teilnahme an den Kursmodulen (mind. 90%), Durchführung und qualifizierte Dokumentation eines Projekts.

Der Studiengang ist mit insgesamt 12 Kreditpunkten (ETCS) versehen.

Zielsetzung

Es handelt sich um eine Zusatzqualifikation für kirchliche MitarbeiterInnen mit theologischer bzw. religionspädagogischer Grundausbildung in der Seelsorge, nicht um eine Qualifikation für Therapie, Lebensberatung oder Kommunikationstraining. Sie vermittelt Fachwissen und Instrumente und dient einer berufsbezogenen Kompetenzerweiterung auf folgenden Ebenen:

Fachliche Kompetenz

  • Befähigung zur Auseinandersetzung und Reflexion gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sowie theologisch-spiritueller Aspekte in Bezug auf Gelingen und Scheitern von Partnerschaft, Ehe und Familie im Kontext von Kirche und Gesellschaft
  • Kennenlernen, Entwickeln und Beurteilen von ehe- und familienpastoralen Konzepten und Ansätzen religiöser Eltern- und Familienbildung; Einbindung dieser Themen in ein die vielfältigen Lebensentwürfe umfassendes pastorales Gesamtkonzept

Selbstkompetenz

  • Befähigung zur persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Familien- und Beziehungsbiographie, den damit verbundenen Leitbildern hinsichtlich Partnerschaft, Ehe und Familie sowie der persönlichen Beziehungsfähigkeit und Berufsidentität

Sozialkompetenz

  • Klärung des eigenen Rollenverständnisses in der Beziehungs-, Ehe- und Familienpastoral
  • Fähigkeit zur Animation und Begleitung von Einzelpersonen, Paaren und Gruppen

Spirituelle Kompetenz

  • Wahrnehmungs-, Sprach- und Kommunikationsfähigkeit hinsichtlich der religiös-spirituellen und ethischen Dimensionen von Paarbeziehungen und Familien sowie der hohen Bedeutung seelsorgerlich-spiritueller Beziehungsbegleitung

Persönliche Voraussetzungen

Vorausgesetzt werden soziale Kompetenz und psychische Belastbarkeit, Bereitschaft und Fähigkeit, sich über die Dauer von 1 ½ Jahren auf einen Gruppenprozess einzulassen und mitzugestalten sowie sich selbst im Hinblick auf die eigene Familien- und Beziehungsbiographie, das seelsorgerliche Rollenverständnis und die religiös-spirituelle Kommunikationsfähigkeit zu reflektieren. Auch sollte sich niemand in einer akuten Lebens- oder Beziehungskrise befinden.

Über die Aufnahme in den Lehrgang entscheidet die Studienleitung. Ein Anspruch auf Zulassung besteht nicht.

Arbeitsweise

  • 19,5 Kurstage in 5 Blockveranstaltungen sowie Kursabschluss: Die Kursarbeit baut auf dem Dreischritt „sehen – urteilen – handeln“ sowie den Erfahrungen der Teilnehmenden auf und verbindet praxisorientierte Theorie-, Prozess- und Selbsterfahrungselemente.
  • Planung, Durchführung, Auswertung und Dokumentation einer Projektarbeit: Der Transfer der Theorie in die Praxis wird vertieft, indem die TeilnehmerInnen eigenständig ein Projekt im Rahmen der Beziehungs-, Ehe- und Familienpastoral mit Erwachsenen innerhalb ihres Arbeitsfeldes konzipieren, durchführen und evaluieren. Zur Unterstützung werden Grundkenntnisse des Projektmanagements vermittelt. Alle an der Ausbildung Beteiligten reflektieren die Ergebnisse bei zwei Abschlusstagen, an denen die Projektpräsentation erfolgt. 

Daten und inhaltliche Schwerpunkte

Kursmodul 1:
Heutige Partnerschafts-, Ehe- und Familienwirklichkeiten – Genderkompetenz in der Seelsorge
Montag, 11. November 2019, bis Donnerstag, 14. November 2019
mit Madeleine Winterhalter-Häuptle und Matthias Koller Filliger, Dr. Eva Baumann-Neuhaus, wissenschaftliche Projektleiterin am Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut SPI, St. Gallen, und Dorothee Foitzik Eschmann, Bereichsleiterin Kirchliche Weiterbildung am TBI

Kursmodul 2:
Meine eigene Prägung durch die Herkunftsfamilie – meine heutige Lebens- und Berufssituation
Montag, 2. März 2020, bis Donnerstag, 5. März 2020
mit Madeleine Winterhalter-Häuptle und Walter Feurer, Psychotherapeut und evangelischer Theologe

Kursmodul 3:
Theologische und spirituelle Aspekte von Liebe, Partnerschaft und Ehe – Beziehungsbegleitung als seelsorgerliche Aufgabe
Montag, 15. Juni 2020, bis Donnerstag, 18. Juni 2020
mit Madeleine Winterhalter-Häuptle, Matthias Koller Filliger und Dr. theol. Christoph Gellner, Institutsleiter TBI, Zusatzausbildung in Ehe- und Familienpastoral

Kursmodul 4:
Mit Kindern Religion neu entdecken – Ansätze religiöser Eltern- und Familienbildung
Montag, 21. September 2020, bis Donnerstag, 24. September 2020
mit Madeleine Winterhalter-Häuptle, Matthias Koller Filliger, Dr. Eva Baumann-Neuhaus und Prof. Dr. Helga Kohler-Spiegel, Professorin für Religionspädagogik in Feldkirch/Vorarlberg

Kursmodul 5:
Zwischen Ideal und Wirklichkeit – Grenzen, Krisen und Brüche, Trauerarbeit und Neubeginn
Montag, 16. November 2020, bis Donnerstag, 19. November 2020
mit Matthias Koller Filliger und Dolores Waser Balmer, Bereichsleiterin Diakonieanimation Caritas St. Gallen – Appenzell

Kursabschluss:
Mittwoch/Donnerstag, 19. / 20. Mai 2021
Präsentation und Austausch über die Projektarbeiten, Kursauswertung und Zertifizierung

Kursort ǀ Kosten

Kursort    
Lassalle-Haus Bad Schönbrunn
6313 Edlibach

Kosten
Die Kurskosten von Fr. 4’100.-- (einschl. Zertifizierung) werden in drei Jahresraten in Rechnung gestellt. Hinzu kommen Pensionskosten, die direkt im Bildungshaus bezahlt werden (ca. Fr. 2‘750.-- Zimmer mit Dusche/WC).

 

Leitung ǀ Kontakt

Die wissenschaftliche Gesamtleitung des Lehrgangs liegt bei Prof. Dr. Monika Jakobs, Professorin für Religionspädagogik/Katechetik an der Universität Luzern.

Studienleitung
Dorothee Foitzik Eschmann, Theologin und Germanistin, Bereichsleiterin Kirchliche Weiterbildung am TBI

Kursleitung
Madeleine Winterhalter-Häuptle, Theologin und Pädagogin, Stellenleiterin Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie im Bistum St. Gallen (m.winterhalterremove-this.@remove-this.pef-sg.ch)
Matthias Koller Filliger, Theologe und Gewaltberater, Mitarbeiter Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie im Bistum St. Gallen (m.kollerremove-this.@remove-this.pef-sg.ch)

Anmeldung

Theologisch-pastorales Bildungsinstitut der deutschschweizerischen Bistümer
Bederstrasse 76
Postfach
8027 Zürich

Telefon                     +41 44 525 05 40
E-Mail                       inforemove-this.@remove-this.tbi-zh.ch
Website                    Theologisch-pastorales Bildungsinstitut TBI


Anmeldeschluss: 15. Mai 2019