Der "Erste Zugriff" bringt die polizeilichen Einsatzkräfte sowie die Staatsanwaltschaft oft zeitgleich an den Tatort. Wann auch immer, wo auch immer! Was sie erwartet, zeigt sich erst allmählich vor Ort, oft unter schwierigen Bedingungen. Alle sind gefordert, polizeiliche Einsatz- und Spezialkräfte und die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, die auf Pikett stehen und an den Tatort ausrücken.

Thema des CAS Forensics ist die zentrale Startphase der Strafuntersuchung. Dozierende aus Wissenschaft und Praxis führen die Kursteilnehmenden sorgfältig und umfassend durch die entscheidende Phase des "Ersten Zugriffs". Der Zertifikationsstudiengang CAS Forensics bietet ein auf Praktikerinnen und Praktiker zugeschnittenes Zusatzstudium.

Ziel der Ausbildung

Der CAS Forensics ermöglicht den Studierenden ein plötzlich auftretendes, strafrechtlich relevantes Ereignis rechtlich und taktisch richtig und angemessen im Rahmen einer Lagebeurteilung so umfassend wie möglich zu erfassen, zu analysieren und die erforderlichen strafprozessualen Massnahmen anzuordnen bzw. durchzuführen. Geschult wird das vernetzte Denken und Handeln mit den verschiedenen Beteiligten am Strafverfahren, mit dem Ziel, die Strafuntersuchung in dieser entscheidenden Phase klug zu initialisieren.

Die Teilnehmenden schärfen ihren Blick für die zeitkritisch anzuordnenden Beweissicherungsmassnahmen und sind in der Lage, die Problemstellung zielgerichtet, prozessual einwandfrei und effizient zu analysieren und zu lösen. Sie kennen die Aufgabenteilung zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft und führen die Untersuchung in Varianten denkend stets auf das materielle Strafrecht ausgerichtet durch.

Flyer CAS Forensics

Aufbau | Inhalte

Aufbau

Der CAS Forensics besteht aus sieben Kursen mit einer Dauer von je zweieinhalb Tagen, welche jeweils von Donnerstag bis Samstagmittag/ -nachmittag stattfinden. Am Ende des Studiengangs findet eine schriftliche Schlussprüfung statt.

Inhalte

Der Studiengang CAS Forensics besteht aus Kursen des materiellen und formellen Strafrechts, der Kriminalwissenschaften und der Rechtsmedizin/ -psychiatrie.

In den sieben Kursen werden folgende Themen behandelt:

  • rechtliche und tatsächliche Grundlagen des «Ersten Zugriffs»
  • Zwangsmassnahmen, inklusive offener und verdeckter Ermittlung
  • Einvernahmen
  • Protokollierung und Beweis
  • Kriminalistik und Kriminaltaktik
  • vertiefte Fragen zum Vorverfahren
  • Rechtsmedizin und Rechtspsychiatrie

Abgeschlossen wird der Studiengang mit einer umfassenden, realitätsnahen Einsatzübung. 

Unterrichtsform | Zielpublikum | Zertifikat

Unterrichtsform

Vermittlung von Wissen und Üben an echten Fällen verbinden sich im CAS Forensics mit dem Ziel, einen konstanten und herausfordernden Diskurs zwischen Dozierenden und Studierenden zu erzielen. Die Unterrichtsformen (Referate, Übungen, Gruppenarbeiten) richten sich an den Bedürfnissen der Strafverfolgerinnen und Strafverfolger aus. Die Kurse finden grundsätzlich an der Universität Luzern statt, themen- und unterrichtsbedingt aber auch an anderen Orten in der Schweiz (Zürich, St. Gallen, Zollikofen). Der Unterricht erfolgt in deutscher Sprache.

Zielpublikum

Der Zertifikatsstudiengang richtet sich an Personen mit aktueller oder künftiger Tätigkeit im Bereich der Strafverfolgung und der Strafuntersuchung, insbesondere an Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger in der (Erwachsenen-)Strafverfolgung.

Zugelassen werden Juristinnen und Juristen mit abgeschlossenem Lizentiats-, Bachelor- oder Masterstudium einer Universität oder Fachhochschule oder einem Anwaltspatent. Kaderpersonen spezialisierter polizeilicher Dienstbereiche werden ebenfalls angesprochen. Über Aufnahmen bei gleichwertigen Voraussetzungen (Aufnahme sur Dossier) entscheidet das Direktorium der Staatsanwaltsakademie auf Vorschlag der Studienleitung. 

Zertifikat

Für das erfolgreiche Absolvieren des Studiengangs erhalten die Teilnehmenden das mit 10 ECTS-Kreditpunkten bewertete Zertifikat «CAS Forensics (Universität Luzern)». Das Diplom wird im Namen der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern und des Vereins CCFW ausgestellt.

Verantwortung

Prof. Dr. Jürg-Beat Ackermann

Studienleitung Wissenschaft; Professor für Straf- und Strafprozessrecht
T +41 41 229 53 75 • Raum 4.B20 • juerg-beat.ackermannremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos (Professur Ackermann)

Dr. iur. Sara Schödler  

Studienleitung Praxis; Geschäftsführerin Staatsanwaltsakademie
T +41 41 229 53 19 • Raum 4.A30 • sara.schoedlerremove-this.@remove-this.unilu.ch

Mehr Infos zu Dr. Sara Schödler 

Kursleiter und Dozierende

Kursleiter und Dozierende sind ausgewiesene Fachleute aus Praxis und Wissenschaft. Die Dozierenden aus der Praxis leben in ihrem Arbeitsalltag das, was sie unterrichten, und die Dozierenden der Universitäten haben profunde Kenntnisse der Strafverfolgungsrealität. In Kombination garantieren die Dozierenden und Kursleiter, dass die unterrichtete Materie sowohl wissenschaftlich durchdrungen wird wie auch von hoher praktischer Relevanz ist.

Anmeldung | Daten | Kosten

Daten

CAS Forensics 27 / 2017
Juni: 8./9./10. & 22./23./24. & 29./30.
Juli: 1.
August: 17./18./19.  &  31.
September: 1./2. & 7./8./9.  &  21./22./23.
Oktober: 20. (Prüfung)

CAS Forensics 28 / 2017
Juni: 22./23./24.
Juli: 6./7./8.
August: 17./18./19.  &  31.
September: 1./2. & 7./8./9.  &  21./22./23. & 28./29./30.
Oktober: 20. (Prüfung)

Kosten

Die Kosten für den gesamten Studiengang betragen CHF 6‘700.– (Kursgeld CHF 6‘000. –, Anmeldegebühr CHF 100.­–, Prüfungsgebühr CHF 600.­­–). Darin inbegriffen sind die Kursunterlagen (ohne Fachbücher), der Zugang zur Lernplattform OLAT sowie das Zertifikat.

Nicht inbegriffen sind Anreise, Verpflegung und Unterkunft.