Diversity-Strategie

Der Umgang mit Diversität hat in den letzten Jahren auch im Hochschulkontext stetig an Bedeutung gewonnen. Die Vielfalt von Studierenden und Mitarbeitenden sowie ihre Anerkennung und Wertschätzung werden übereinstimmend als wertvolle Ansatzpunkte für Innovation und Hochschulentwicklung angesehen, indem sie nicht nur Attraktivität und Reputation der Universität erhöhen, sondern auch dem Wohlbefinden und der Lebensqualität, der Leistung und Kreativität von Studierenden und Mitarbeitenden förderlich sind.

Die 2017 von der Fachstelle für Chancengleichheit bei Interface Politikstudien Forschung Beratung in Auftrag gegebene und im März 2018 abgeschlossene Situationsanalyse zum Thema Diversität bestätigt diese Einschätzung. Sie zeigt auf, dass die verschiedenen Akteure an der Universität Luzern der Thematik Diversität gegenüber offen eingestellt sind und die Förderung der Diversität überwiegend als wichtig empfinden.

Die Universität Luzern verfügt bereits über eine Reihe von Massnahmen zur Förderung der Diversität. Dabei sind vor allem die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern und die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen zentrale Dimensionen. Die Thematik Diversität ist auf allen Stufen der Universität präsent.

Mit dem Ziel, (1) ein der Universität Luzern gemeinsames Verständnis von Diversität zu bestimmen, (2) die den verschiedenen Gruppen, Diensten und Fakultäten je eigenen Themen, Bedürfnisse und Prioritäten in Sachen «Diversität» zu ermitteln, und (3) eine Diversity-Strategie zu entwickeln, die, im Einklang mit der globalen Entwicklungsstrategie der Universität Luzern, die Zuständigkeit für die Diversitätsförderung regelt und für Aktivitäten und Massnahmen in diesem Bereich leitend ist, hat die Fachstelle für Chancengleichheit von der Universitätsleitung den Auftrag erhalten, eine Arbeitsgruppe «Diversität» einzusetzen.

Koordination und Organisation: Dr. Alessandro Lazzari, lic. phil. Pia Ammann

Projekt «Berufungsverfahren an anderen Universitäten»

Das Thema Chancengleichheit in Berufungsverfahren wird an den Universitäten schon seit langer Zeit thematisiert. Auch an der Universität Luzern werden seit gut 15 Jahren Massnahmen umgesetzt, die die Chancengleichheit in Berufungsverfahren gewährleisten sollen. Eine erste umfassende Evaluation dieser Massnahmen aufgrund der Berichte der Gleichstellungsdelegierten wurde im Auftrag der Gleichstellungskommission von Ariane De Rocchi (Fachstelle für Chancengleichheit) 2018 durchgeführt und in dem Bericht «Berufungsverfahren an der Universität Luzern» dargestellt. In ihrer Diskussion dieses Berichts hat die Gleichstellungskommission sechs Probleme hervorgehoben, in denen hinsichtlich der bestehenden Praxis bei Berufungsverfahren nach wie vor Handlungsbedarf besteht:

1) Der Frauenanteil bei Neuberufungen auf Professuren ist zu gering.

2) Der Frauenanteil bei Bewerbungen auf Professuren ist zu gering.

3) Die Geschlechterverteilung in Berufungskommissionen ist zu wenig ausgewogen.

4) Es gibt keine einheitliche Regelung des Umgangs mit Befangenheit in Berufungskommissionen.

5) Informationen über persönliche Verhältnisse werden unzulässig erhoben und/oder einbezogen.

6) Berichte von Gleichstellungsdelegierten haben keine Wirkung.

Mit Blick auf diesen Handlungsbedarf will das Projekt «Berufungsverfahren an anderen Universitäten» eine fokussierte komparative Analyse einschlägiger Policies, Prozesse und Best Practices anderer Universitäten in der Schweiz und im Ausland liefern und konkret Antworten liefern auf die folgenden Fragen:

  • Welche Massnahmen/Prozesse wurden im Hinblick auf die definierten Problemfelder an anderen Universitäten implementiert?
  • Was hat sich bewährt und was nicht? Welche unter den implementierten Massnahmen haben zum gewünschten Ziel geführt?
  • Gab es ungewollte, negative Nebeneffekte?
  • Wo besteht auch nach Einführung der Massnahmen noch Handlungsbedarf?

Das Projekt, durchgeführt von Alessandro Lazzari (Fachstelle für Chancengleichheit) untersucht zum einen Webseiten und Dokumente anderer Universitäten, vor allem aus dem deutschsprachigen Raum, im Hinblick auf die Beantwortung dieser Fragen. Zum anderen werden an anderen Universitäten tätige Personen interviewt, die bereits Massnahmen/Prozesse in den erwähnten Problemfeldern implementiert bzw. betreut haben. Die Resultate dieser Untersuchungen sowie die Informationen aus den Interviews werden in einem Bericht zusammengefasst.

Veranstaltungsreihe all inclusive!?: Studieren ohne Barrieren

In jedem Hörsaal gibt es statistisch gesehen mindestens eine Person, die – ohne dass es jemandem auffallen muss – mit einer Beeinträchtigung ihr Studium meistert. Diese Person liest Texte, ohne sie zu sehen, kämpft im Gebäude mit schweren Türen, weil sie im Rollstuhl sitzt, oder ihre Prüfungen werden wegen ihrer Legasthenie zum Horrortrip. Auf dem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss sind manchmal viele Barrieren zu überwinden – gemeinsam geht das leichter. Zwei Semester standen deshalb ganz im Zeichen von Inklusion und Studium ohne Barrieren. Die Fachstelle für Chancengleichheit hat gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der Universität Veranstaltungen zum Thema organisiert. Enstanden ist ein spezielles Programm, welches während dem HS18 und dem FS19 die Thematik ins Bewusstsein von Studierenden, Mitarbeitenden und Dozierenden gerückt hat. Ein Programm, das informiert, fasziniert, Mut gemacht, vorangebracht und es ermöglicht hat, ganz neue Kontakte zu knüpfen. Als Abschluss wird im FS20 eine Porträt-Serie veröffentlicht, in der Studierende und Alumni der Uni Luzern mit einer Beeinträchtigung erzählen, wie sie ihr Studium erlebt haben.