Computerisierung der Lebensbereiche

Die Computerisierung und die zeitlich immer engere Verknüpfung der Generierung großer Datenmengen mit ihrer Auswertung zieht in alle Lebensbereiche ein:

Wirtschaft/Arbeit: In der modernen Wirtschaft ist die Rede von der Industrie 4.0, die die Maschinen untereinander „per Chip“ mit dem Internet vernetzt. Es wird immer deutlicher, dass nicht nur industrielle Arbeit der Computerisierung „unterworfen“ ist, sondern dass nun auch den Dienstleistungsberufen (Beratung, Organisation, Personal, Medienanalyse, Marketing etc.) ein grundlegender Wandel bevorsteht.

Lebensformen: Neue Lebensformen, Lebensstile, Identitäten und Öffentlichkeiten stützten sich mehr und mehr auf die neuen elektronischen Dispositive, sie werden fluider und bereits heute sind  „virtuelle“ Existenz- und Kommunikationsformen bei bestimmten Gruppierungen bedeutsamer als „reale“ und physisch-interaktive.

Wissen: Anstatt von einer körpergebundenen Bildung im Sinne der Aufklärung als angeeigneter Kanon und als individuelle Kompetenz auszugehen, stehen den Nutzern mit dem Internet umfassende und elektronisch abrufbare „vernetzte Umgebungen“ zur Verfügung, die nun andere Orientierungs-, Such- und Bewertungspraktiken erfordern. Wissen „verlässt“ den Körper, Wissensexpertise wird verstreut, alte Institutionen des Wissens werden durch elektronische erweitert oder sogar verdrängt.

Medien: Die bereits etablierten Medien versuchen, sich in die elektronische Welt in Form ergänzenden Internetangebote zu „verlängern“ und sich dort zu wiederholen. Nichtsdestotrotz entstehen neue internetbasierte Mediengenres und Datenformen und es treten neue Formen der Mediennutzung sowie der Medienwirkung auf. Insbesondere die Kombination von vielen Mediengenres und Medienformen lässt die computerisierte Medienwelt nun für die sozialwissenschaftliche Analyse komplexer werden.

Das Wahlmodul soll eine Möglichkeit bieten, Qualifikationen zu erlernen und zu probieren, die für die Analyse der beschriebenen neuen „digital worlds“ geeignet sind. Dabei sollen alte und neue Datenformate, alte und neue Methoden auch kombiniert werden können. Digital methods bestehen aus der „Digitalisierung“ existierender Methoden, der Anwendung existierender Methoden auf digitalisierte Wirklichkeiten, der Anwendung neuer Computertechnologien und Algorithmen auf die Analyse elektronischer Daten. Damit hat das Modul durchaus einen Schwerpunkt im Bereich des Erwerbs von Methodenkompetenzen, ­ allerdings mit praktischem Anwendungsbezug auf die neuen soziale Phänomene, die mit der Digitalisierung und der elektronischen Vernetzung sich formieren. Diese Inhalte bereiten Vertiefungsmöglichkeiten in Form eine BA-Arbeit sowie auch – wenn angestrebt – durch die weitere Vertiefung in einem MA-Programm vor. Zudem sind die zu erwerbenden Qualifikationen auch auf etablierte und neu entstehende Berufsfelder ausgerichtet.