Die 8. Luzerner Law and Economics-Tagung fand am 29.-30. März 2019 zum Thema «Consumer Law and Economics» statt und wurde gemeinsam mit der University of Notre Dame durchgeführt. Hauptreferenten waren Prof. Omri Ben-Shahar, The University of Chicago Law School, Prof. Florencia Marotta-Wurgler, New York University Law School, und Professor Avishalom Tor, University of Notre Dame Law School.

Avishalom Tor machte auf die versteckten Kosten des Nudging aufmerksam, wie etwa psychologische Kosten oder die mit der Massnahme einhergehenden Opportunitätskosten. Nudges könnten daher teurer sein als ihre niedrigen Umsetzungskosten gemeinhin vermuten liessen. Omri Ben-Shahar analysierte das Versagen von Offenlegungspflichten, wie er es im Buch «More Than You Wanted to Know: The Failure of Mandated Disclosure» zusammen mit Carl E. Schneider beschrieben hat. Vielfach würde eine Vereinfachung der Produktinformationen für die Verbraucher gefordert. Dies sei jedoch keine geeignete Lösung, da die entsprechenden Informationen ihrer Natur nach komplex seien und deshalb nicht effektiv vereinfacht werden könnten. Florencia Marotta-Wurgler präsentierte die wichtigsten Ergebnisse ihrer Forschung zur Wirksamkeit von Datenschutzvorschriften. Sie stellte fest, dass die US-amerikanischen Datenschutzrichtlinien im Gegensatz zur Datenschutz-Grundverordnung der EU wenig wirksam seien. Im Anschluss daran folgten weitere Präsentationen, etwa zu Offenlegungspflichten und Blockchain, zu «Dieselgate» im Lichte des Konsumentenschutzrechts oder zu den Auswirkungen von Offenlegungspflichten bei Hypothekarkrediten aus verhaltensökonomischer Sicht.

20. Mai 2019