Nach dem erfolgreichen Start richtet die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät den Fokus auf den weiteren Ausbau. Gute Erfahrungen mit interaktiven Lehrformen aus dem ersten Semester fliessen in den Aufbau des Masterstudiums, das im Jahr 2019 beginnt.

Sprachen am Infoanlass (v.l.): Rayk Sprecher, Prof. Dr. Bruno Staffelbach, Ass.-Prof. Dr. Karolin Frankenberger, David Kaufmann und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger.

Ein halbes Jahr nach dem Start des neuen Studiengangs Wirtschaftswissenschaften zogen die Verantwortlichen am 9. März 2017 eine Zwischenbilanz und zeigten auf, wohin der weitere Weg gehen soll. Mit sechs Professuren, sechs ständigen Gastprofessuren, neun Lehrbeauftragten und Praktikern, Firmen sowie Mentorinnen und Mentoren, welche die neue Fakultät unterstützen, sei eine gute Basis gelegt, erklärte Rektor Prof. Dr. Bruno Staffelbach an einem öffentlichen Informationsanlass an der Universität Luzern. Personell wird die Fakultät auf das Herbstsemester hin mit einer Professur für Marketing verstärkt, auf die Prof. Dr. Reto Hofstetter berufen wurde. Ferner wird eine Professur für Gesundheitsmanagement ausgeschrieben.

Vorgesehen ist zudem die Gründung einer Unternehmensakademie. Diese wird von der Wirtschaftswissenschaftlichen und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät gemeinsam getragen und weist zwei Standbeine auf: das bestehende Institut für Unternehmensrecht sowie die neue Unternehmerschule unter der Leitung von Ass.-Prof. Dr. Karolin Frankenberger, Assistenzprofessorin für Betriebswirtschaftslehre.

Die Unternehmerschule ist Teil der betriebswirtschaftlichen Vertiefung auf Masterstufe, welche auf den generalistisch ausgerichteten Bachelor folgt und ab 2019 angeboten wird. Die beiden anderen Vertiefungsrichtungen sind Politische Ökonomie sowie Gesundheitsökonomie und -management. Die Unternehmerschule ermöglicht, das theoretische Wissen in der Praxis zu erproben. "Wir wollen Studierende, die nicht nur viel wissen, sondern auch viel können, also nicht nur methoden-, sondern auch handlungskompetent sind", so Bruno Staffelbach, der als Professor für Human Resources Management ebenfalls an der neuen Fakultät forscht und lehrt. Mit der breiten Grundausbildung und der Vertiefung im Master sollen die Studentinnen und Studenten zur Führung von kleinen und mittleren Unternehmen befähigt werden und damit ein Bedürfnis der hiesigen Wirtschaft abdecken. 

In der Unternehmerschule werden innovative und interaktive Lehrformen angewendet. Erste Erfahrungen damit sind bereits im Bachelor gesammelt worden: So haben Studierende im Rahmen eines Fallstudienseminars die Strategien von 17 Zentralschweizer Unternehmen geprüft und neue Ideen entwickelt. Zum Schluss präsentierten sie die Ideen den Firmenchefs. Karolin Frankenberger, die das Seminar durchführte, zieht eine positive Bilanz: "Wir werden das Vorlesungsformat, mit dem bereits sehr früh eine Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen wird, sicher auch im nächsten Jahr durchführen." 

Hans-Rudolf Schurter, Verwaltungsratspräsident der Schurter Holding AG mit Sitz in Luzern, hatte sich am Fallstudienseminar als Coach beteiligt. Als Miteigentümer eines international tätigen mittelständischen Unternehmens sei es ihm ein Anliegen, dass sich die neue Fakultät möglichst rasch gut entwickle – mit der Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region befinde man sich diesbezüglich auf Kurs. Schurter: "Die Studierenden, die mit grossem Engagement und Enthusiasmus unsere Strategien zu hinterfragen versuchten und mit teilweise wirklich innovativen und originellen Inputs aufwarteten, begeisterten mich – beide Seiten profitierten." Am Luzerner Studiengang der Wirtschaftswissenschaften schätze er, dass ein Schwerpunkt auf rechtswissenschaftliche Aspekte gelegt wird. Denn in der heutigen Zeit sei man als Unternehmerin und Unternehmer auf Kompetenzen in diesem Bereich zwingend angewiesen.

Positiv äusserte sich auch David Kaufmann, Studierender der Wirtschaftswissenschaften im zweiten Semester, im Gespräch mit Fakultätsmanager Rayk Sprecher. Zwei der Gründe, warum er sich für die Universität Luzern entschieden habe, seien die räumliche Nähe zu seinem Wohnort und sein Interesse an Politischer Ökonomie.

Nach einem pointierten Ausblick Sprechers resümierte Dekan Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger am Ende des offiziellen Teils, bevor er zum Apéro lud: "Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät blickt auf einen erfreulichen Start zurück und wird auch in diesem Jahr die Studierenden mit qualitativ hochstehender Lehre, innovativen Lehrformen und der einen oder anderen Überraschung in einer sehr persönlichen Atmosphäre fordern und fördern."

9. März 2017