Die Universität Luzern hat am Donnerstag, 2. November 2017, ihren Dies Academicus im Kultur- und Kongresszentrum Luzern gefeiert. Im Zentrum standen die Ehrungen durch die Fakultäten sowie die Festansprache von Martina Caroni, Prorektorin Lehre und Internationale Beziehungen.

Die neue Ehrendoktorin und -doktoren Prof. Dr. Lars P. Feld, Sr. Dr. Michaela Puzicha OSB und Dr. Lorenz Erni

Die Universität bewege sich "auf einem hohen Energieniveau", sagte Rektor Prof. Dr. Bruno Staffelbach nach seiner Begrüssung der Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. In nur einem Jahr habe sie eine Assistenzprofessur in Islamischer Theologie besetzt, zusammen mit der Universität Zürich einen Joint Master in Medizin gestartet, unter dem Stichwort "Bologna 2.0" die Studienordnung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät überarbeitet, den Betrieb der neuen Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät aufgenommen, die Universitätsleitung restrukturiert und ein Forschungsinformationssystem aufgebaut. Luzern sei eine kultur- und sozialwissenschaftlich ausgerichtete und damit eine fokussierte Universität. Sie sei optimal positioniert, denn aktuelle Megatrends wie Digitalisierung, Urbanisierung, Beschleunigung und Globalisierung würden die Welt genau dort treffen, wofür die Universität Luzern stehe: dem Glauben und Hoffen (Theologie), dem Denken und Reden (Kultur- und Sozialwissenschaften), dem Regeln und Kooperieren (Rechtswissenschaft), dem Entscheiden und Handeln (Wirtschaftswissenschaften) und dem Gesundbleiben und -werden (Gesundheitswissenschaften). Allerdings könne die Universität Luzern nicht alles alleine, sei aber flexibel und geschaffen für Kooperationen. Staffelbach nannte als gutes Beispiel die Zusammenarbeit mit der Universität Zürich beim Joint Master Medizin.

In der Festansprache zum Thema "Borderline Decisions – Entscheidungen an der Grenze" beleuchtete Prof. Dr. Martina Caroni Fragen rund um Rechte und Pflichten der Staaten bezüglich der Aufnahme von Schutzsuchenden. Dabei ging sie insbesondere auf das extraterritoriale Management von Migrationsströmen durch Unterstützung und Finanzierung von Drittstaaten ein. Dessen Ziel ist es, Migrantinnen und Migranten gar nicht mehr bis an die Grenzen Europas gelangen zu lassen. Als ein Beispiel nannte sie die Kooperation der Europäischen Union und der Schweiz mit der libyschen Küstenwache. Wenn europäische Staaten und die Schweiz mit solchen Kooperationen indirekt Beihilfe zu Menschenrechtsverletzungen leisten, könnten diese auch dafür zur Verantwortung gezogen werden, so die Professorin für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht.

Erstmals war mit Uri ein Gastkanton an den Dies Academicus eingeladen. Damit wurde ein Zeichen gesetzt, dass sich Luzern als Universität für die gesamte Zentralschweiz sieht. Der Kanton Uri sei stolz und sehr dankbar, Teil eines Bildungsraums zu sein, der mit der Universität Luzern eine ebenso wertvolle wie hervorragende Institution der tertiären Bildung hat, sagte Landammann Beat Jörg, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Uri, in seinem Grusswort.

Mit der Ehrendoktorwürde wurden Sr. Dr. Michaela Puzicha OSB, Dr. Lorenz Erni und Prof. Dr. Lars P. Feld bedacht (mehr Informationen in der Medienmitteilung). Der Credit Suisse Award for Best Teaching ging an Prof. Dr. Regina Aebi-Müller, Professorin für Privatrecht und Privatrechtsvergleichung. Der Universitätsverein verlieh seine Dissertationspreise an Dr. Viktoria Vonarburg, Dr. des. Daniel Thieme und Dr. Josianne Magnin.

Erstmals präsentierten Doktorierende der vier Fakultäten ihre Forschungsprojekte. Daria Serra (Theologische Fakultät) geht in ihrer Arbeit der Frage nach, wie die Vielfalt der Kulturen und Sprachen in der Einheit der Kirche auf einem Territorium gelebt werden kann. Manuel Camassa (Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät) befasst sich mit den Grenzen der Empathie als Grundlage der Moral, Stephanie Motz (Rechtswissenschaftliche Fakultät) thematisiert den Schutz von Flüchtlingen mit Behinderung und Karin Kreiliger (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät) analysiert die Führungssituation in Rehabilitationskliniken. Regierungsrat Reto Wyss, Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements, thematisierte in seinem Schlusswort den Übergang vom Gymnasium an die Universitäten.

Für die musikalische Rahmung des Anlasses sorgte das Campus Orchester Luzern unter der Leitung von Michael Köck.

Ansprachen, Laudationes und weitere Bilder

Auskunft:
Lukas Portmann, Kommunikationsbeauftragter Universität Luzern, +41 41 229 50 90, lukas.portmannremove-this.@remove-this.unilu.ch 

2. November 2017